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DO-Verhältnis oder Tarifbeschäftigter?

Bundesbeamte und Soldaten
Beamte der ehemaligen Staatsunternehmen (Post, Bahn)

DO-Verhältnis oder Tarifbeschäftigter?

Beitragvon Scalia am 30.05.2017, 11:44

Hallo alle zusammen,

ich beende am 30.09. meine Laufbahnausbildung im gD. In meinem "Ausbildungsbetrieb" steht mir die Wahl zwischen Dienstordnungs-Verhältnis (= Beamter) und Tarifbeschäftigter.
Grundsätzlich würde ich das DO-Verhältnis bevorzugen, habe aber das Problem das ich gerne aus der PKV "raus" möchte.
Bei Beginn meiner Laufbahn habe ich mich privat krankenversichert und kann somit nicht mehr in die GKV zurück, außer ich gehe in den Tarif.
Mich schrecken halt die mMn hohen Beiträge, ich würde ab 01.10. rund 300€ im Monat zahlen (27 Jahre alt) und das wird ja nicht bei der Summe bleiben. Differenz zur freiwilligen Versicherung in der GKV sind dann auch "nur" knapp 100€.

Über den Weg des Statuswechsels (also von Beamtin auf Widerruf zu Beamtin auf Probe) kann ich nicht aus der PKV raus wenn ich z.B. sage das mir die Beiträge zu teuer sind,oder? Da muss ich dann eine andere PKV wählen oder den Tarif wechseln.

Wie "schlimm" wird denn die PKV im Laufe der Zeit von den Beiträgen her? Gerade im Hinblick aufs Alter, wenn etwas passiert etc.? Es finden sich keine richtigen Erfahrungswerte - daher würde ich mich über Meinungen aller Art zur PKV als Beamter freuen :-)

Danke schon mal im Voraus
Scalia
 
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Re: DO-Verhältnis oder Tarifbeschäftigter?

Beitragvon ThomBer am 30.05.2017, 12:01

Hallo.

Es mag Krankheiten und "Einzelfälle" geben, wo es Stress mit der PKV geben kann, aber ich bin nun ca. 26 Jahre in einer PKV und hatte noch nie Stress und die Beitragsentwicklung ist recht milde. Mein Vater ist schon viele Jahre in einer PKV, hat sicherlich mehr "Weh-wehchen" als ich und hatte aber auch noch nie Probleme mit der PKV.

Ich weiß aber nicht, ob ich die Frage "PKV oder Kasse?" als Entscheidungsgrundlage für Beamter oder Tarifler nehmen würde.
ThomBer
 
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Re: DO-Verhältnis oder Tarifbeschäftigter?

Beitragvon Casiopeia1981 am 30.05.2017, 12:39

Ich würde mir verschiedene Versicherungen ansehen, eventuell über einen unabhängigen Versicherubgsmakler.

Die Entscheidung, DO-Verhältnis oder Tarifanstellung, würde ich jedoch nicht von der PKV abhängig machen. Unter dem Strich stellt sich ein Beamter immer besser als ein vergleichbarer Angestellter.

Versicherubgsfreit in der SV, Pension und Lebenszeitanstellung,
Casiopeia1981
 
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Re: DO-Verhältnis oder Tarifbeschäftigter?

Beitragvon atatat am 30.05.2017, 13:28

Scalia hat geschrieben:Bei Beginn meiner Laufbahn habe ich mich privat krankenversichert und kann somit nicht mehr in die GKV zurück, außer ich gehe in den Tarif.

Wenn du GKV als Beamter bist, zahlts du ja derzeit 100% des beitrages.
Wenn du wg. PKV vs GKV deine Entscheidung Bamter oder TB ausrichtest, dann würe ich beim mD sagen: durchaus ein Gedanke wert, beim gD und höher. Es wird sich monetär rechnen und das sollte nicht das Kernkriterium sein!
Ich bin PKV und TB und kann nur sagen, wenn du in einem offenen Tarif bist, dann ist derzeit die Beitragssteigerung unterhalb der GKV Steigerung.
atatat
 
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Re: DO-Verhältnis oder Tarifbeschäftigter?

Beitragvon sokrates am 31.05.2017, 05:52

Ich bin jetzt auch seit 2 Jahren im gD. Hatte anfangs auch bedenken bzgl. der PKV. Aber mittlerweile bin ich froh sie zu haben (die 2 mal beim Arzt waren anders als vorher in der GKV). Die Beihilfesteller braucht meist 2-3 Wochen zur Bearbeitung, bei der PKV geht es wesentlich schneller. Man muss zwar immer in Vorleistung gehen beim Arzt aber das sollte verschmerzbar sein.
Wenn ich mich hier in der Behörde so umhöre sind die Beitragssteigerungen moderat und verschmerzbar (sagen sogar Beamte im mD).
Also von der Krankenversicherung würde ich die Entscheidung definitiv nicht abhängig machen ob Beamter oder Tarifler.
Und such dir auf jeden Fall einen unabhängigen Versicherungsmakler, hab ich damals auch gemacht. Das Geld ist es auf jeden Fall wert.
sokrates
 
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Re: DO-Verhältnis oder Tarifbeschäftigter?

Beitragvon Zwanderthalb am 27.07.2017, 22:10

Hallo,

die Tipps der Vorredner sind alle gut und richtig. Um noch die letzten Zweifel auszuräumen: Du kannst jederzeit, also auch mit > 55 Jahren in den sog. Basis-Tarif der PKV wechseln. Dort ist der Beitrag auf den Höchstbeitrag der GKV gedeckelt, bei entsprechenden Leistungen. Normalerweise sind die “normalen“ Tarife günstiger, aber falls man im Alter doch mal in die Kostenfalle zu stürzen droht...

Grüße
Zwanderthalb
 
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Re: DO-Verhältnis oder Tarifbeschäftigter?

Beitragvon Karsten am 31.07.2017, 09:55

Zwanderthalb hat geschrieben:Hallo,

die Tipps der Vorredner sind alle gut und richtig. Um noch die letzten Zweifel auszuräumen: Du kannst jederzeit, also auch mit > 55 Jahren in den sog. Basis-Tarif der PKV wechseln. Dort ist der Beitrag auf den Höchstbeitrag der GKV gedeckelt, bei entsprechenden Leistungen. Normalerweise sind die “normalen“ Tarife günstiger, aber falls man im Alter doch mal in die Kostenfalle zu stürzen droht...

Grüße


Diesen Tipp sollte ein Beamter keinesfalls in Betracht ziehen. Der Basistarif, den alle privaten Krankenversicherer anbieten müssen, deckt einen wesentlich geringeren Leistungsumfang ab, als die PKV-Regeltarife, nämlich nur einen 1,1-fachen bis 1,8-fachen Erhöhungssatz der GoÄ statt der sonst in der PKV üblichen Sätze von 2,3 oder gar 3,5. Wer den Basistarif nutzt, hat oft Schwierigkeiten, einen Arzt zu finden, der ihn behandelt, Es ist wirklich ein Loser-Tarif, zu dem man nicht raten kann, wenn es eine irgendwie eine Alternative gibt. Denn § 95 SGB V greift nur die bei GKV-Kassenpatienten und somit muss kein Arzt der Welt zum Basistarif Behandlungen anbieten...

Als Pensionär mit evtl. auftretenden Krankheiten ist es eine Zumutung bei Ärzten um Behandlungsdurchführung zu betteln. Und glauben Sie mir - dutzende Ärzte lehnen Behandlungen zu 1,1-fachen GoÄ Sätzen ab. Meist rechnen die Ärzte zu üblichen höheren Gebühren ab und die Basistarifpatienten zahlen die höheren Rechnungen aus eigener Tasche.

Die Prämien für den Basistarif sind zudem viel zu teuer! Bei einer 50-Prozent-Absicherung durch die Beihilfe werden 50 % des „normalen“ Basistarif-Satzes fällig. Günstiger wird die Prämie nie, da kein PKV Unternehmen den Basistarif schmackhaft machen möchte. Wer über die Beihilfe zu 70 % abgesichert ist, muss 30 % des „normalen“ Basistarif-Satzes zahlen. In 2017 kostet der normale Beihilfetarif ohne Pflegeversicherung 682,95 Euro !
Karsten
 
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Re: DO-Verhältnis oder Tarifbeschäftigter?

Beitragvon atatat am 31.07.2017, 10:08

Karsten hat geschrieben:Als Pensionär mit evtl. auftretenden Krankheiten ist es eine Zumutung bei Ärzten um Behandlungsdurchführung zu betteln. Und glauben Sie mir - dutzende Ärzte lehnen Behandlungen zu 1,1-fachen GoÄ Sätzen ab. Meist rechnen die Ärzte zu üblichen höheren Gebühren ab und die Basistarifpatienten zahlen die höheren Rechnungen aus eigener Tasche.
Ich hoffe ja, dass bezüglich diesen (recht neuen) Mißstandes, die Ärztekammer und der Gesetzgeber zukünftig eine Regelung finden wird.
Denn der Multplikator ist ja ursprünglich verbunden mit einem erhöten Aufwand bei der Behandlung (so habe ich es zumindest verstanden). Wird jedoch gerne (ohne Begründung oder Grund) von Ärzten nach "belieben" hoch gesetzt, weil es ja geht.
atatat
 
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Re: DO-Verhältnis oder Tarifbeschäftigter?

Beitragvon Karsten am 31.07.2017, 10:29

atatat hat geschrieben:
Karsten hat geschrieben:Als Pensionär mit evtl. auftretenden Krankheiten ist es eine Zumutung bei Ärzten um Behandlungsdurchführung zu betteln. Und glauben Sie mir - dutzende Ärzte lehnen Behandlungen zu 1,1-fachen GoÄ Sätzen ab. Meist rechnen die Ärzte zu üblichen höheren Gebühren ab und die Basistarifpatienten zahlen die höheren Rechnungen aus eigener Tasche.
Ich hoffe ja, dass bezüglich diesen (recht neuen) Mißstandes, die Ärztekammer und der Gesetzgeber zukünftig eine Regelung finden wird.
Denn der Multplikator ist ja ursprünglich verbunden mit einem erhöten Aufwand bei der Behandlung (so habe ich es zumindest verstanden). Wird jedoch gerne (ohne Begründung oder Grund) von Ärzten nach "belieben" hoch gesetzt, weil es ja geht.


Der Gesetzgeber tut hier überhaupt (noch) nichts. Bis Ende September soll erst einmal ein konsensfähiger Entwurf einer neuen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) vorliegen. Das Honorarplus in der neuen GoÄ ist allerdings durch die Limitierung in den Länderhaushalten, die durch die Beihilfe belastet werden, aber auf eine Erhöhung um sechs Prozent gedeckelt. Da wird sich also bei der Vergütung Basistarif nicht viel ändern...

Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube
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Re: DO-Verhältnis oder Tarifbeschäftigter?

Beitragvon atatat am 31.07.2017, 11:39

Ich denke auch eher Richtung: Ärzte müssen behandeln, Ärzte müssen den höheren Satz "Gerichtsfest" darlegen und er muss dann bezahlt werden.
Sprich die Grundversorgung muss vom Arzt durchgeführt werden und sie muss vom Basistarif bezahlt werden.
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