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Überstunden - Wechsel zu anderem Dienstherrn

Bundesbeamte und Soldaten
Beamte der ehemaligen Staatsunternehmen (Post, Bahn)

Überstunden - Wechsel zu anderem Dienstherrn

Beitragvon mosfet83 am 14.12.2017, 10:21

Hallo,

ich werde in einigen wenigen Monaten zu einem anderen Dienstherrn wechseln.
(Bund -> Bund)

Ich habe noch eine hohe zweistellige Anzahl an Überstunden (Nicht Gleitzeit -Überstundenkonto/Mehrarbeitskonto).

Was passiert mit den Stunden, wenn der Wechsel erfolgt ist? Verfallen die? Oder kann ich diese zum neuen Dienstherrn mitnehmen?

Für Rückfragen -> Ich arbeite viel :P Habe noch Urlaubstage in Unmengen etc. / Musst die auch noch abfeiern.

Danke schon mal für die Antworten.

VG
Mosfet
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Re: Überstunden - Wechsel zu anderem Dienstherrn

Beitragvon frodobeutlin100 am 14.12.2017, 12:29

üblicherweise macht man bei seinem bisherigen Dienstherren "klar Schiff" - Überstunden / Mehrarbeit auf Null - Urlaubsanspruch verbrauchen ... alles andere ist eine Frage der Absprache zwischen den Dienstherren ...
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Re: Überstunden - Wechsel zu anderem Dienstherrn

Beitragvon Acta am 14.12.2017, 13:49

Wir hatten aber auch Fälle, indem die Hauptpersonalstelle Stunden von Externen (Abordnung mit dem Ziel der Versetzung) genehmigt hatte.

So fingen direkt die Neulinge mit 200 Plusstunden an und gingen dann erst einmal für 3 Wochen in den Überstundenabbau. Nicht wirklich logisch und auch nicht die "feine englische Art".

Kläre dies am besten mit der neuen Personalstelle ab, die können dir Auskunft geben. Und wenn man dich braucht, dann dürfte es keine Probleme geben.
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Re: Überstunden - Wechsel zu anderem Dienstherrn

Beitragvon Rudi_Regenbogen am 14.12.2017, 19:57

Ich wurde zwischenzeitlich in eine nachgeordnete Behörde abgeordnet (ohne Ziel der Versetzung) und kam nach mehreren Jahren auch wieder zurück. Ich habe jedes Mal alle Überstunden (sowohl angeordnete Stunden, als auch Gleitzeitstunden, so wie die Urlaubstage mitgenommen. Beim Wechsel in die nachgeordnete Behörde hatte ich über 350 angeordnete Überstunden im Gepäck, welche ich dann dort abgebaut habe.
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Re: Überstunden - Wechsel zu anderem Dienstherrn

Beitragvon 2strong am 15.12.2017, 01:08

Mal ne Frage am Rande:

Bei uns wurde darüber informiert, dass angeordnete Mehrarbeit nach zwölf Monaten verfalle. Ist das bei Euch such so?
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Re: Überstunden - Wechsel zu anderem Dienstherrn

Beitragvon mosfet83 am 15.12.2017, 08:07

Ich habe die Stunden bestimmt seit min. 2 Jahren. Die verfallen nicht. Jedoch könnte jede Behörde natürlich eigene Abstimmungen haben.

Also im Allgemeinen verstehe ich es so, dass ich das mit meinem zukünftigen Dienstherrn absprechen soll. Ich werden dann versuchen so viel wie möglich abzubauen. Und wenns dann nicht reicht, dann frage ich nach.

Vielen Dank für die Antworten.
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Re: Überstunden - Wechsel zu anderem Dienstherrn

Beitragvon frodobeutlin100 am 15.12.2017, 09:31

Rudi_Regenbogen hat geschrieben:Ich wurde zwischenzeitlich in eine nachgeordnete Behörde abgeordnet (ohne Ziel der Versetzung) und kam nach mehreren Jahren auch wieder zurück. Ich habe jedes Mal alle Überstunden (sowohl angeordnete Stunden, als auch Gleitzeitstunden, so wie die Urlaubstage mitgenommen. Beim Wechsel in die nachgeordnete Behörde hatte ich über 350 angeordnete Überstunden im Gepäck, welche ich dann dort abgebaut habe.


Das war auch innerhalb derselben Struktur ....

bei einem Behördenwechsel wird das vermutlich nicht so locker gesehen .... man hat offenbar Personalbedarf und das Personal sollte doch arbeiten wenn es kommt und sich nicht erstmal mehrere Monate in den Überstundeausglich verabschieden (außer es ist mit der aufnehmenden Behörde so vereinbart)
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Überstunden - Wechsel zu anderem Dienstherrn

Beitragvon Nr.3 am 15.12.2017, 09:53

2strong hat geschrieben:Mal ne Frage am Rande:

Bei uns wurde darüber informiert, dass angeordnete Mehrarbeit nach zwölf Monaten verfalle. Ist das bei Euch such so?


Antwort am Rande:

Für den Geschäftsbereich des BMI stimmt das. Vergleiche § 88 BBG (unterstrichene Passage ist wichtig):

Beamtinnen und Beamte sind verpflichtet, ohne Vergütung über die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit hinaus Dienst zu tun, wenn zwingende dienstliche Verhältnisse dies erfordern und sich die Mehrarbeit auf Ausnahmefälle beschränkt. Werden sie durch eine dienstlich angeordnete oder genehmigte Mehrarbeit mehr als fünf Stunden im Monat über die regelmäßige Arbeitszeit hinaus beansprucht, ist ihnen innerhalb eines Jahres für die Mehrarbeit, die sie über die regelmäßige Arbeitszeit hinaus leisten, entsprechende Dienstbefreiung zu gewähren. Bei Teilzeitbeschäftigung sind die fünf Stunden anteilig zu kürzen. Ist die Dienstbefreiung aus zwingenden dienstlichen Gründen nicht möglich, können Beamtinnen und Beamte in Besoldungsgruppen mit aufsteigenden Gehältern eine Vergütung erhalten.


Diese Frist hat in der Bundesverwaltung bislang nur keiner so richtig für voll genommen. Nun gab es aber resultierend aus aktueller Rechtsprechung jedoch die Notwenigkeit der Klarstellung seitens BMI, dass es sich hierbei um eine Ausschlussfrist handelt. BMI hat dies zunächst in einem Erlass an den eigenen Geschäftsbereich verfügt und ein Rundschreiben für die restliche Bundesverwaltung soll noch folgen.

D.h. im Ergebnis, dass Zeitguthaben aus Mehrarbeit nach § 88 BBG innerhalb eines Jahres abzubauen ist, andernfalls - so für den Geschäftsbereich des BMI geregelt - erfolgt eine Zwangsauszahlung der Mehrarbeit entsprechend der jeweiligen Mehrarbeitsvergütung und Streichung des Zeitguthabens.
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Überstunden - Wechsel zu anderem Dienstherrn

Beitragvon Nr.3 am 15.12.2017, 09:59

Kurz zum Thema:

Bei einem Behördenwechsel ist es üblich, dass von der abgebenden an die aufnehmende Behörde eine sogenannte Vergleichsmitteilung geht. Diese Mitteilung beinhaltet Stand der Gleitstunden, ggf. Mehrarbeitsguthaben und laufenden Urlaubsanspruch. Diese Vergleichsmitteilung wird dann in der Regel genommen und in die Systeme der neuen Behörde übertragen falls erforderlich (oftmals ist es gar nicht erforderlich, wenn z.B. BVA oder BADV die Systeme zentral pflegen).

Gleichwohl gilt zumindest innerhalb der Bundesverwaltung das Agreement, dass bei Behördenwechsel die Mitarbeiter angehalten werden sollen, soviel als möglich ihrer Zeitguthaben vor dem Wechsel abzubauen, einfach um die aufnehmende Behörde nicht zu belasten.
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Re: Überstunden - Wechsel zu anderem Dienstherrn

Beitragvon 2strong am 15.12.2017, 11:34

@ Nr.3

Danke Dir! Exakt diese jüngste Klsrstellung des BMI hat auch bei uns zu einer Änderung der Verwaltungspraxis geführt. Schade.
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