Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, 14.02.2026 09:31

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Hoffnungsloser

Zitat von: KlammeKassen in Gestern um 14:38Das ist grundsätzlich halt nur für ältere und kranke Beamte interessant.
Alle anderen wollen auf die Vorzüge der PKV gar nicht verzichten. Da sie dann auch noch ohnehin in der Regel günstiger ist. Zumindest von den Beamten, die ich kenne, zahlt keiner > 450 Euro

Warum sollte man auch freiwillig 6 Monate auf einen Facharzttermin warten, wenn man ihn auch in 2 Wochen bekommen kann?

Das mit dem günstiger ist mir etwas zu pauschal. Bei der GKV ist der Abzug ja prozentual, d.h. je höher das Brutto, desto höher der Abzug, aber auch je geringer das Brutto, desto geringer der Abzug. Bei der PKV Agent es ja nach Alter, nach dem Umfang (i.d.R. beim ledigen Beamten 50%) und ansonsten war es das. Und es sei noch angemerkt, dass Ehepartner und Kind in der GKV mit drin sind (noch?) und der Beamte hier die PKV noch zusätzlich bezahlen muss.

Irgendwo wird es Linien geben, wo die PKV günstiger ist und wo die GKV günstiger ist.

Das mit den Terminen liegt einfach daran, dass der Arzt nur eine gewisse Anzahl GKV Patienten im Monat abrechnen darf und die anderen macht er dann für lau. Bei der PKV gibt es diese Grenze nicht und die Vergütung für den Arzt ist besser. Ich habe auch mal gehört, dass es sich für viele Ärzte ohne PKV wohl nicht so richtig lohnen würde.

SantaClaus

Zitat von: KlammeKassen in Gestern um 14:39Da kannst du auch von "Gleichberechtigung" sprechen.

Unter der JAEG ist auch keinerlei Wechsel in die PKV möglich.

und die ist mit ü+ber 84 k ab 2027 schon wirklich sehr hoch gelegt jetzt.

Das stimmt nicht ganz. Ein Beamter der sich bei Einstellung (Ausbildung) für die GKV entscheidet, kann durchaus nach Beendigung der Ausbildung in die PKV wechseln. Möglich macht das der Wechsel von Beamter auf Widerruf zu Beamter auf Probe. Das Augenmerk liegt da bei der sozialversicherungspflichtigen Arbeit.

Rheini

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 14:00Wieso sollte er? Auch die gesetzlichen Krankenkassen erhöhen ihr Beiträge - unabhängig von der automatischen Erhöhung über Lohnsteigerungen. Vielen Beamten steht es außerdem frei, sich schadfrei für die gesetzliche Krankenkasse zu entscheiden. (wieso auch immer da einige Bundesländer nicht mitmachen) Andersrum ist es meist nicht der Fall.

Komisch. Ihr rechnet hier rauf und runter wer mehr oder weniger von etwas erhält, der Beamte der überprozentuel von einer PKV Erhöhung belastet wird bekommt von euch den Ratschlag, doch in die gesetzliche KV zu wechseln.

Dann gib doch den Angestellten den Rat, von einer teuren KV in eine günstige zu wechseln, spart auch etwas ein.

P. S. Kann das jeder Beamter zu jeder Zeit in die gesetzliche KV  wechseln und wird das dadurch für ihn immer günstiger? Du hast doch den Überblick.

Warnstreik

Zitat von: Rheini in Gestern um 15:55P. S. Kann das jeder Beamter zu jeder Zeit in die gesetzliche KV  wechseln und wird das dadurch für ihn immer günstiger? Du hast doch den Überblick.

Nein, kann er nicht. Hatten wir aber auch schon geklärt.

Zitat von: Rheini in Gestern um 15:55Komisch. Ihr rechnet hier rauf und runter wer mehr oder weniger von etwas erhält, der Beamte der überprozentuel von einer PKV Erhöhung belastet wird bekommt von euch den Ratschlag, doch in die gesetzliche KV zu wechseln.

Genau das wollte ich eigentlich nicht mehr - aber irgendwie landet man immer wieder beim diesem bescheuerten Vergleich. Am Ende haben aber deutlich mehr Beamte die Wahl zwischen GKV und PKV als dass Angestellte diese Wahl haben. Im übrigen sind die Beiträge zur GKV in den letzten 20 Jahren stärker gestiegen als die der PKV. Die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze im nächsten Jahr wird das massiv steigern. Aber ich zahl gerne in Solidarsysteme ein, aus denen andere sich raushalten.


NelsonMuntz

Zitat von: KlammeKassen in Gestern um 13:48Dann schreib dem Steuerzahlerbund, dass es Nonsense ist  ;).

Wie wird man denn von EG10 in EG12 gehoben?
Wurden die Aufgaben jetzt auf einmal als höherwertiger erachtet oder gab es neue Aufgaben dazu?

Tatsächlich sind es neue/weitere Aufgaben. Als Beamter würde man doch in diesem Fall erstmal schön brav in seiner Besoldungsgruppe bleiben.

Die Stadt Rostock möchte es ja vormachen. Beamte kann man zwar nicht absetzen, aber ausschleichen.

Und nicht vergessen: bis zur aA vergehen sicher noch 40-60 Jahre. Das Leben als TB hat dann (trotz verdi) auch Vorteile ;)

Rheini

@Warnstreik

Wieso dann dein Vorschlag bzgl. Wechselnin die gesetzliche KV?

Und Ihr führt doch eine Gerechtigkeitsdebatte. Warum dann kein Mitleid mit dem kleinen Beamten der den vollen PKV Beitrag zahlen darf und eine Erhöhung wie in den letzten Jahren bei der PKV, nicht zu einer Forderung zum Ausgleich bei euch führt?

troubleshooting

Zitat von: NelsonMuntz in Gestern um 16:49... Das Leben als TB hat dann (trotz verdi) auch Vorteile ;)


Nunja, man kann recht einfach den Job wechseln. Die Zeiten, wo man dann für den jeweiligen AG und dessen Dunstkreis verbrannt war, sind (zum Glück) lange vorbei.

Warnstreik

Zitat von: Rheini in Gestern um 17:10@Warnstreik

Wieso dann dein Vorschlag bzgl. Wechselnin die gesetzliche KV?

Weil in vielen Bundesländern seit einigen Jahren jeder (Neu-)Beamte entscheiden kann sich in der GKV zu versichern. Für bestehende Verhältnisse klappt das so nicht, das ist in der Tat doof und klar - wenn die Kosten für kleine Besoldungsgruppen explodieren kann und sollte man überlegen etwas zu tun. Soldidarität ist da keine Einbahnstraße. Am Ende bleibt es aber dabei, dass in den letzten 20 Jahren die Beiträge zur GKV stärker gestiegen sind als die zur PKV.

Zitat von: Rheini in Gestern um 17:10Und Ihr führt doch eine Gerechtigkeitsdebatte. Warum dann kein Mitleid mit dem kleinen Beamten der den vollen PKV Beitrag zahlen darf und eine Erhöhung wie in den letzten Jahren bei der PKV, nicht zu einer Forderung zum Ausgleich bei euch führt?

Siehe oben - es geht doch konkret um gesellschaftliche Aufgaben, die eigentlich gesamtgesellschaftlich getragen werden müssten. Das sieht man auch in den Punkten zur Renten- und Krankenkassenreform. Das Thema "Gerechtigkeit" ist immer dabei und mir hängt es echt fast zum Hals raus, weil es so überbeansprucht wird (und sogar ein Friedrich Merz damit hausieren geht). Am Ende ist es aber eben so, dass man bei unterschiedlich belasteten System überlegt, wie man die Kosten sinnvoll auf alle Schultern verteilt. Ähnliches gilt bei Alimentierung vs. Gehaltsempfängern. Den Status quo finde ich ok, es gibt leichte Unterschiede, aber bei vergleichbarem Anspruch und Verantwortung sind Gehälter und Alimentation vergleichbar. Nimmt man die kolpotierten Zahlen aus Brandenburg und wendet die auf die Grundalimentierung an, dann geht eine Schere auf, die niemandem zu erklären ist. Wenn es wirklich gesetzlich gegeben sein sollte, dann erwarte ich von den Gewerkschaften genauso einen Kampf auf zeitnahe Angleichung wie man es in jeder Tarifrunde fordert - nur diesmal eben in die andere Richtung. Und ja, das wird es nicht geben, dafür ist der TVL zu schlecht organisiert, viel zu träge und die Gewerkschaft zu groß. Die Stadtstaaten könnten aber z.B. aus dem TV-L austreten und selbst verhandeln. Dank der gänzlich anderen Angestelltenschaft wäre das eh angebracht.

Rheini

#1358
Zitat von: Warnstreik in Heute um 08:52Weil in vielen Bundesländern seit einigen Jahren jeder (Neu-)Beamte entscheiden kann sich in der GKV zu versichern. Für bestehende Verhältnisse klappt das so nicht, das ist in der Tat doof und klar - wenn die Kosten für kleine Besoldungsgruppen explodieren kann und sollte man überlegen etwas zu tun. Soldidarität ist da keine Einbahnstraße. Am Ende bleibt es aber dabei, dass in den letzten 20 Jahren die Beiträge zur GKV stärker gestiegen sind als die zur PKV.

Siehe oben - es geht doch konkret um gesellschaftliche Aufgaben, die eigentlich gesamtgesellschaftlich getragen werden müssten. Das sieht man auch in den Punkten zur Renten- und Krankenkassenreform. Das Thema "Gerechtigkeit" ist immer dabei und mir hängt es echt fast zum Hals raus, weil es so überbeansprucht wird (und sogar ein Friedrich Merz damit hausieren geht). Am Ende ist es aber eben so, dass man bei unterschiedlich belasteten System überlegt, wie man die Kosten sinnvoll auf alle Schultern verteilt. Ähnliches gilt bei Alimentierung vs. Gehaltsempfängern. Den Status quo finde ich ok, es gibt leichte Unterschiede, aber bei vergleichbarem Anspruch und Verantwortung sind Gehälter und Alimentation vergleichbar. Nimmt man die kolpotierten Zahlen aus Brandenburg und wendet die auf die Grundalimentierung an, dann geht eine Schere auf, die niemandem zu erklären ist. Wenn es wirklich gesetzlich gegeben sein sollte, dann erwarte ich von den Gewerkschaften genauso einen Kampf auf zeitnahe Angleichung wie man es in jeder Tarifrunde fordert - nur diesmal eben in die andere Richtung. Und ja, das wird es nicht geben, dafür ist der TVL zu schlecht organisiert, viel zu träge und die Gewerkschaft zu groß. Die Stadtstaaten könnten aber z.B. aus dem TV-L austreten und selbst verhandeln. Dank der gänzlich anderen Angestelltenschaft wäre das eh angebracht.

Also zusammenfassend soll auch auch nach deiner Meinung dieser kleine Beamte entlastet werden. Das ist doch mal ne positive Aussage.

Und Du und ich gehörigen doch sicher nicht zu denen die Jahrzehnte in die Vergangenheit schauen wo es mal für den einen oder anderen abwechselnd Vor- und Nachteile gab. Heute müssen doch die Rechnungen bezahlt werden.

MoinMoin

Zitat von: Hoffnungsloser in Gestern um 15:41Das mit den Terminen liegt einfach daran, dass der Arzt nur eine gewisse Anzahl GKV Patienten im Monat abrechnen darf und die anderen macht er dann für lau. Bei der PKV gibt es diese Grenze nicht und die Vergütung für den Arzt ist besser. Ich habe auch mal gehört, dass es sich für viele Ärzte ohne PKV wohl nicht so richtig lohnen würde.
Die Aussagen sin mW nicht so ganz richtig.
Korrekt ist, dass die KäV das Geld für die Versorgung der Patienten erhalten hat für das gesamte Quartal und dies dann auf die tatsächlichen Ausgaben umlegt.
Da gibt es dann eine Menge X an Behandlungen die begründet werden muss, wenn man sie überschreitet.
Da habe die Ärzte keinen Bock drauf und vergeben dann halt keine Termine mehr.

Also reines Verteilungsversagen seitens der KäV und das obwohl sie einen Vetrag abgeschlossen haben der besagt, dass sie die Versorgung sichern 🤮

ebenso muss jeder GKV Arzt einen freien Terminslot ohne Terminvergabe anbieten.