Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion II

Begonnen von Rowhin, 16.01.2026 17:02

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Aleksandra

Zitat von: Verdimmtnochmal in Heute um 11:55Naja, das ist auch nur das Geld. Wochenarbeitszeit, Stufengleiche höhergruppierung,... Da hängen wir noch mehr hinterher
Die stufengleiche Höhergruppierung ist für mich persönlich jetzt nicht so relevant. Ich glaube kaum, dass ich noch große Sprünge nach oben machen werde... :D
Aber Wochenarbeitszeit... hey. Das hatte ich nicht auf dem Schirm.  Hab mir das mal hier angeschaut. Ziemlich zerklüftet. Und, einige BL haben anscheinend wirklich 40h (wenn auch nicht alle). Boa, da hätte ich erst recht keinen Bock drauf. Finde auch 39h schon zu viel.
Leider hat es Verdi schon beim letzten mal nicht hinbekommen eine Arbeitszeitverkürzung aufs Tableau zu bekommen. Stattdessen gab es diesen extra Tag Urlaub.
Aber 39h für alle im TVL. Also das wünsche ich euch wirklich. Sollte imho das absolute Minimum sein. Wird aber in der derzeitigen Lage leider nicht passieren.
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 2,33%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,4% - Verdi 3,00%
2026/7: Inflation 2,75% - Verdi 3,99%

Ingenieur007

Zitat von: Aleksandra in Heute um 11:58....--> ich bin im TVÖD E12. Wenn ich diese beiden genannten Asprekte einpreise, wäre für mich nicht einmal ein Wechsel in TVL E15 lukrativ. Da bleibe ich lieber da wo ich bin (zumal die Arbeitsbedingungen hier nahezu optimal sind).

Verständlich. Die Differenz EG12/6 TVL zu TVöD ist nicht ok. Wie würden kleine und mittlere EG da reagieren? Die ständigen Sonderopfer höherer EG müssen aufhören!

Aleksandra

Zitat von: Ingenieur007 in Heute um 12:16Die ständigen Sonderopfer höherer EG müssen aufhören!
Ich drücke die Dauemn, bleibe aber pessimistisch.
Beim TVÖD haben die AG ein Interesse daran die höheren EG besser zu entlohnen, wird aber in den Verhandlungen immer durch Verdi gebremst.
Beim TVL hingegen haben glaube ich selbst die AG nicht mehr so großes Interesse mehr für die höheren EG zu tun. Einfach, weil im TVL viel mehr Leute in den oberen EG beschäftigt sind. Und von Verdi wird da auch nix kommen.

Es ist zum Haare raufen. Aber deswegen bin ich auch so gespannt, wie das Tarifergebnis aussehen wird.
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 2,33%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,4% - Verdi 3,00%
2026/7: Inflation 2,75% - Verdi 3,99%

ACDSee

M.E. liegt der gordische Knoten seit Jahren darin, dass ausschließlich und stumpf Zeit gegen Geld getauscht wird.
Wir tauschen leider nicht (Mehr-)Wert gegen Geld. Arbeitsqualität und Produktivität wirken sich für Beschäftigte im ÖD monetär schlicht 0 aus. Ergo hat auch keiner Motivation sich reinzuhängen.

Wenn ich meine Aufgaben in 30 statt 40 Stunden schaffe, bin ich somit kein guter und produktiver Mitarbeiter, der für 30h das Gehalt einer Vollzeitkraft bekommt, weil er in weniger Zeit den gleichen Mehrwert bringt, sondern schlicht selber Schuld.

Die nicht stufengleiche Höhergruppierung + das Vorenthalten des maximal möglichen Entgeltes einer Gruppe durch jahrzehntelange Stufenlaufzeiten, die geringen Abstände in der Eingruppierung, und jeglicher fehlender Anreiz sich einzubringen (leistungsorientierte Entgeltbestandteile) wirken einfach leistungshemmend.

Kein Wunder, dass der ÖD weder für motivierte Spezialisten noch für motivierte Leitungskräfte interessant ist.
Hier würde ich mir mehr Anreize wünschen, dann geht's mit der deutschen Verwaltung auch wieder aufwärts.

So gibt's halt alle paar Jahre ein lustloses Geplänkel um ein paar Prozentpünktchen über oder unter dem Inflationsstrich. Über Mehrwerte und Entwicklungsperspektiven redet schon seit Jahrzehnten keiner mehr.

Im Ergebnis landen im ÖD halt die, die es bequem mögen oder sich anderswo nicht behaupten können.
Man muss nehmen, was man an Mitarbeitenden überhaupt noch bekommt.

M.E. betreibt die TVL mit den Tarifverhandlungen aktiv Personalabbau. Mit jeder Runde wird der Landesdienst unattraktiver. Der Fokus von Gehaltssteigerungen liegt auf den Geringverdienern, deren Tätigkeiten dann outgesourct werden. Die schlauen und leistungsstarken gehen immer schneller von selbst.