Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, 14.02.2026 09:31

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DiVO

Zitat von: Warnstreik in 10.09.2026 15:13Weil eine globalisierte Welt so nicht funktioniert. Es ist effizient, wenn jeder das tut wo er gut drin ist und man sich die Arbeit teilt. Und bei Betriebssystemen oder ähnlicher Software gab es in Deutschland schlicht keine nachhaltig konkurenzfähige Firma. Bei Industriesteuerung und ERP sieht das anders aus. Auch in der Chipproduktion hat Deutschland seine Nische gefunden - aus der Handyproduktion hat man sich zurückgezogen. Da kannst nicht alles machen und Erfolgreich sein, dafür sind wir zu klein. Für die drittgrößte Volkswirtschaft sind wir übrigens ziemlich klein ;-)

Wir werden allerdings in dieser effizienten und globalen Welt abgehängt. Während Xiaomi seine Darc Factories hochfährt, versucht man in Deutschland weiterhin in Handarbeit Autos zu bauen und wundert sich dann, dass diese zu teuer sind.

Das große Geld wird nicht mehr von Ingenieuren erwirtschaftet, die hier auf dem Papier Dinge entwickeln, die es im Ausland bereits gibt. Im globalen Automarkt gewinnt auch nicht der Hersteller mit der tollsten Einspritzpumpe, sondern der mit der besten Software.

Und wenn ich mir deine Aussage "Deutschland war noch nie ein Software-Land" anschaue, werden dann hier wohl bald die Lichter ausgehen. Denn dann hat unsere bisher größte und wichtigste Industrie bereits verloren.

highperformer

Zitat von: DiVO in 10.09.2026 19:01Im globalen Automarkt gewinnt auch nicht der Hersteller mit der tollsten Einspritzpumpe, sondern der mit der besten Software.

Es gewinnt ja noch nicht mal im Inland der Hersteller mit der tollsten Einspritzpumpe, da Einspritzpumpen einfach nicht mehr relevant sind. Statt Innovation will der Deutsche alles alte behalten, siehe Atomkraft, Verbrenner, Fremdenfeindlichkeit. Unsere Täubchen hier im Forum sind ja ein gutes Beispiel, und leider wählen auch 2/3 der Leute so und zeigen damit klar, dass sie das so wollen.

Zitat von: DiVO in 10.09.2026 19:01Und wenn ich mir deine Aussage "Deutschland war noch nie ein Software-Land" anschaue, werden dann hier wohl bald die Lichter ausgehen.

Die Aussage ist sowieso grundfalsch, da wir nicht "Deuschland" sind, sondern verdammt noch mal eine EU, die als ganzes unabhängig von der Willkür anderer Mächte werden will/soll/muss. Wenn ein Chefankläger eines internationalen Gerichts mit Sitz in Europa von heute auf morgen nicht mehr an seine E-Mails kommt, weil irgendein Ami nicht mit der Strafverfolgung einverstanden ist, sollte das uns ein deutliches Zeichen sein, aber irgendwie interessiert das keinen. Ich verstehe es einfach nicht. In den Verteidigungshaushalt pumpt man Milliarden (und das völlig zurecht), in Microsoft und Apple pumpt man Milliarden, aber so ein kleines Bundesland wie SH kämpft alleine auf weiter Flur?

DiVO

Zitat von: highperformer in 11.09.2026 06:37Die Aussage ist sowieso grundfalsch, da wir nicht "Deuschland" sind, sondern verdammt noch mal eine EU, die als ganzes unabhängig von der Willkür anderer Mächte werden will/soll/muss. Wenn ein Chefankläger eines internationalen Gerichts mit Sitz in Europa von heute auf morgen nicht mehr an seine E-Mails kommt, weil irgendein Ami nicht mit der Strafverfolgung einverstanden ist, sollte das uns ein deutliches Zeichen sein, aber irgendwie interessiert das keinen. Ich verstehe es einfach nicht. In den Verteidigungshaushalt pumpt man Milliarden (und das völlig zurecht), in Microsoft und Apple pumpt man Milliarden, aber so ein kleines Bundesland wie SH kämpft alleine auf weiter Flur?

Vielen Dank für deine Ausschärfung, die sehr deutlich die Dringlichkeit aufzeigt, wieso wir hier in Europa auch in diesen Bereichen eigene Lösungen entwickeln und diese auch nützen müssen. Das gewählte Beispiel gefällt mir sehr gut und zeigt klar unsere Schwächen auf.

Warnstreik

Zitat von: DiVO in 10.09.2026 19:01Wir werden allerdings in dieser effizienten und globalen Welt abgehängt. Während Xiaomi seine Darc Factories hochfährt, versucht man in Deutschland weiterhin in Handarbeit Autos zu bauen und wundert sich dann, dass diese zu teuer sind.

Warst du mal in einem Automobilwerk? Glaubst du ernsthaft, dass man das, was man automatisieren kann nicht automatisiert? (bzw. das, wo es lohnt)  Schon Anfang der 2000er war der Großteil der Produktion in Deutschland automatisiert, die Straßen für Chassis liefen schon damals autonom und direkt hintereinander wurden Cabrios, Kombis, REchts- und Linkslenker zusammengeschweißt. Aber am Ende gibt es auch heute noch keine Dark Factories für ganze Autos. 

Zitat von: DiVO in 10.09.2026 19:01Das große Geld wird nicht mehr von Ingenieuren erwirtschaftet, die hier auf dem Papier Dinge entwickeln, die es im Ausland bereits gibt. Im globalen Automarkt gewinnt auch nicht der Hersteller mit der tollsten Einspritzpumpe, sondern der mit der besten Software.

Genau das habe ich oben doch gesagt - bei E-Autos hat man lange den Trend verschleppt. Jetzt muss man (und das muss man wirklich) hier aufholen. 

Zitat von: DiVO in 10.09.2026 19:01Und wenn ich mir deine Aussage "Deutschland war noch nie ein Software-Land" anschaue, werden dann hier wohl bald die Lichter ausgehen. Denn dann hat unsere bisher größte und wichtigste Industrie bereits verloren.

Du hast von Consumer-Software gesprochen: Endgerätebetriebssysteme, Office-Lösungen, Internetbeschäftigungsgedöns, Social Meida...    Das meinte ich. In Steuerungssoftware ist Deutschland immernoch ganz oben dabei in der Welt. In Robotik auch. Die Maschinen für die Dark Factories kommt übrigens zu einem großen Teil aus Deutschland. Deutschland hat Industrie 4.0 quasi erfunden - nur, dass hier nicht die Fabriken für die Produkte stehen sondern die Werkzeuge hergestellt und entwickelt werden.

Das Schwarzgemahle (nicht nur von dir) nervt. (und das ist auch nicht böse gemeint) Deutschland hat enorme Power und viel Potential von dem vieles auch sehr gut ausgeschöpft wird. Das was wirklich wichtig ist, wie meine Vorschreiber schon sagten, ist, dass man in kritischen Technologien Alternativen parat hat. Zahlungsverkehr, Cloud, Internet und ja, auch Betriebssysteme und Office-Lösungen. 

MoinMoin

Zitat von: Faunus in 04.09.2026 14:33Du hast "nur ein" Drittmittelprojekt platzen gesehen bzw. "unanständig" abgeschlossen gesehen?!
Keine Ahnung wie viele so grotteschlecht abgeschlossen wurden... ich habe nach 5 Jahren aufgegeben zu zählen und das ist 25-30 Jahre her ;)
Millionen von EU-Geldern können sang-und-klanglos im Orkus verschwinden! Wie war das mit der Anzahl der Kühe auf Korsika. Und Du meinst ernsthalt Forscher können Landwirte nicht toppen  8)

Und in deinem einen Fall: Welche Konsequenzen gab es?! Wurden danach MA auf Schulung geschickt/höhergruppiert, um solche Eklats zu vermeiden? Mussten Ordinarien/Präsident,  Personalabteilung/Kanzler vielleicht Sanktionen in Kauf nehmen? Wer sein Netzwerk hat, kann ruhig schlafen - zumal, all das Versagen heute kaum noch überschaubar/nachvollziehbar ist. Um das alleine geht es.

Und ich wiederhole mich für dich deutlicher:
dem Staat ist es scheixxegal, was der Weggang eines MA kostet - Hauptsache er spart sich zusätzliche "laufende" Personalkosten - erst recht wenn es um Planstellen geht und einem befristeten Master weint heute sowieso niemand hinterher. Was ist da schon ein geplatztes Projekt im mittleren 6-stelligen Bereich und mal ehrlich, ich denke, "glaube keinem Wert, den Du selber nicht ermittelt hast". Ich weiß warum ;)

 

Nein ich habe ein Drittmittelprojekt gegen die Wand fahren lassen, es gut dokumentiert, warum es passiert ist. Und im Vorfeld darauf hingewiesen, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass das Projekt dann gegen die Wand fährt!
Kurzfassung: Weil Personalabteilung den Mitarbeiter nicht zu seinen Bedingungen halten wollte! Dadurch ist ein großer Schaden entstanden, der durch dies Fehlentscheidung der Personalabteilung entstanden ist, für die sie die fachliche Verantwortung tragen.

Das ist sehr wohl einige Karreristen sehr sauer aufgestoßen, sowohl monetär als auch bzgl. Ansehen und Aussenwirkung.

Seitdem wird dort etwas mehr mit verstand HR Management betrieben.
Lernen durch Schmerz funktioniert.

Und dieses Schema hab ich nicht nur einmal erlebt/durchgezogen.

Faunus

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 14:27Nein ich habe ein Drittmittelprojekt gegen die Wand fahren lassen, es gut dokumentiert, warum es passiert ist. Und im Vorfeld darauf hingewiesen, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass das Projekt dann gegen die Wand fährt!
Kurzfassung: Weil Personalabteilung den Mitarbeiter nicht zu seinen Bedingungen halten wollte! Dadurch ist ein großer Schaden entstanden, der durch dies Fehlentscheidung der Personalabteilung entstanden ist, für die sie die fachliche Verantwortung tragen.

Das ist sehr wohl einige Karreristen sehr sauer aufgestoßen, sowohl monetär als auch bzgl. Ansehen und Aussenwirkung.

Seitdem wird dort etwas mehr mit verstand HR Management betrieben.
Lernen durch Schmerz funktioniert.

Und dieses Schema hab ich nicht nur einmal erlebt/durchgezogen.



Hast Du es jetzt 1x ein Projekt an die Wand fahren lassen/dokumentiert "durchgezogen" und der Schmerz hat funktioniert, oder hast Du es nun mehrfach durchführen müssen, weil der Schmerz nicht funktioniert hat? Außerdem sind Projektstellen in der Regel befristete Stellen udn die gelten als grundsätzlich austauschbar, weil Jungvolk!

Und ein Karrierist rechnet mal ganz schnell und schmerzvoll aus, was eine "Lawine" kosten würde, wenn man bei einem "Ausnahmefall" nachgibt!

MoinMoin

Zitat von: Faunus in Gestern um 18:05Hast Du es jetzt 1x ein Projekt an die Wand fahren lassen/dokumentiert "durchgezogen" und der Schmerz hat funktioniert,
Einmal pro AG und es hat funktioniert.
Zitatoder hast Du es nun mehrfach durchführen müssen, weil der Schmerz nicht funktioniert hat? Außerdem sind Projektstellen in der Regel befristete Stellen udn die gelten als grundsätzlich austauschbar, weil Jungvolk!
Natürlich sind die Stellen befristet, aber die Verantwortlichen und Leidtragenden nicht. Und wenn du mal einen Chefarzt in Rage erlebt hast, weil der keine Kohle für sein geliebtes Forschungsprojekt bekommt, nur weil ein bewährter Mitarbeiter keine Zulage bekommt und .....keine Geräte beschaffen kann....
ZitatUnd ein Karrierist rechnet mal ganz schnell und schmerzvoll aus, was eine "Lawine" kosten würde, wenn man bei einem "Ausnahmefall" nachgibt!
Ich konnte offensichtlich besser rechnen als er.
Und es geht eben nicht um Gießkanne oder Lawine....es sind stets Einzelfälle

und wie schon erwähnt, habe ich das nicht nur einmal an einem Ort bei einem AG in meiner beruflichen Karriere im öD durchgezogen.

Faunus

Jetzt kommen wir der Sache schön näher. Medizinerbereich ist noch mal eine andere Nummer! Die Mediziner haben mir schon vor mehr als 30 Jahren die Eingruppierung in Stufe 1 angeboten, die ich heute mit Stufe 6+ inne habe - nach langem und zähem Kampf.

Ich habe jdn. an eine medizin. Forschungsabteilung weiterempfohlen (MINT-Bereich E5 nach über 10 Jahren, weil "nur" Ausbildung und in der medizin. Forschung sofort 9b/3) und sie macht nicht wirklich anderes. Egal!

Du bist glücklich mit Deiner 16.5 und gehst mit 60 in den Ruhestand. Außer Dir ist hier halt niemand so clever, im ÖD das so hinzubekommen 8)

DiVO

Zitat von: Warnstreik in 11.09.2026 10:57Warst du mal in einem Automobilwerk? Glaubst du ernsthaft, dass man das, was man automatisieren kann nicht automatisiert? (bzw. das, wo es lohnt)  Schon Anfang der 2000er war der Großteil der Produktion in Deutschland automatisiert, die Straßen für Chassis liefen schon damals autonom und direkt hintereinander wurden Cabrios, Kombis, REchts- und Linkslenker zusammengeschweißt. Aber am Ende gibt es auch heute noch keine Dark Factories für ganze Autos. 

Genau das habe ich oben doch gesagt - bei E-Autos hat man lange den Trend verschleppt. Jetzt muss man (und das muss man wirklich) hier aufholen. 

Du hast von Consumer-Software gesprochen: Endgerätebetriebssysteme, Office-Lösungen, Internetbeschäftigungsgedöns, Social Meida...    Das meinte ich. In Steuerungssoftware ist Deutschland immernoch ganz oben dabei in der Welt. In Robotik auch. Die Maschinen für die Dark Factories kommt übrigens zu einem großen Teil aus Deutschland. Deutschland hat Industrie 4.0 quasi erfunden - nur, dass hier nicht die Fabriken für die Produkte stehen sondern die Werkzeuge hergestellt und entwickelt werden.

Das Schwarzgemahle (nicht nur von dir) nervt. (und das ist auch nicht böse gemeint) Deutschland hat enorme Power und viel Potential von dem vieles auch sehr gut ausgeschöpft wird. Das was wirklich wichtig ist, wie meine Vorschreiber schon sagten, ist, dass man in kritischen Technologien Alternativen parat hat. Zahlungsverkehr, Cloud, Internet und ja, auch Betriebssysteme und Office-Lösungen. 

Ich war schon in Automobilwerken. Und nein, dort ist noch lange nicht alles automatisiert, was automatisiert werden kann. Ich habe im Kopf, dass bei XIAOMI in jedem Auto rund 2 Minuten menschlicher Arbeit stecken und bei VW mehrere Stunden. Die Benchmark ist hier XIAOMI - und von der sind deutsche Hersteller meilenweit entfernt.