Autor Thema: Tarifrunde 2019 - Diskussion  (Read 129073 times)

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #675 am: 31.12.2018 14:08 »
Fachkräftezulage von monatlich bis zu 1.000 Euro
Überdurchschnittliche Erhöhung der unteren Stufen der oberen EGs

Die Zulagenmöglichkeit besteht - nach VKA-Beschluss- schon seit November 2011. Wenn die Arbeitgeber schon von " begründeten Einzelfällen" sprechen, würde ich von ca. 3% bundesweit ausgehen, die davon betroffen ist. Da wird doch deutlich, wer gegen die "Abweichung" von der Norm ist.

Die "überdurchschnittliche Erhöhung der unteren Stufen der oberen EGs" besteht aus einem + von ca.1,5 %. Wenn die davon Betroffenen dies zusammengefasst als "massive Aufwertung" sehen - bitte schön.

Und der jetzt neu auzuhandelnde Tarifvertrag wird sich am TVÖD orientieren - und dann wär´ja endlich Ruhe an der IT-Front.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #676 am: 31.12.2018 14:21 »
Auf welcher Basis kommst Du auf 3%? Und ist 3% keine relevante Menge? Schließlich soll das ja der Organisationsgrad im Bereich TV-L sein. Da Verdi auch noch mit anderen Gewerkschaften konkurriert, muß Verdis Anteil an den Beschäftigten ja noch deutlich darunter liegen. Hoppla, ist man dann überhaupt noch tariffähig?

MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #677 am: 01.01.2019 20:02 »
Fachkräftezulage von monatlich bis zu 1.000 Euro
Überdurchschnittliche Erhöhung der unteren Stufen der oberen EGs
Die Zulagenmöglichkeit besteht - nach VKA-Beschluss- schon seit November 2011.
Wenn du diese Regelungen kennst, warum fragst du denn danach und behauptest, dass die AG keinen individuellen Handlungsbedarf sehen?
Zitat
Wenn die Arbeitgeber schon von " begründeten Einzelfällen" sprechen, würde ich von ca. 3% bundesweit ausgehen, die davon betroffen ist. Da wird doch deutlich, wer gegen die "Abweichung" von der Norm ist.
Ja, auch mit dieser Aussage werde ich ja bestätigt: Ver.Di ist gegen eine Abweichung von der Norm, die machen sich stark für ein bundesweites Einerlei. Sonst wäre nicht seitens der VKA jüngst diese aussertarifliche Lösung wieder verlängert worden.
Zitat
Die "überdurchschnittliche Erhöhung der unteren Stufen der oberen EGs" besteht aus einem + von ca.1,5 %. Wenn die davon Betroffenen dies zusammengefasst als "massive Aufwertung" sehen - bitte schön.
Keine Ahnung wer von massive Aufwertung spricht. Andere Traumtänzer würden sagen, die prozentuale Erhöhung beim letzten Abschluss VKA 40% höher ist, als die der unteren EGs.
Ich nenne so etwas: Ein Anfang ist gemacht, es scheint sich ein Bewusstsein für die Problematik zu entwickeln.
Leider aber eben wieder Gießkanne. Zielführender wäre es, dass in Bereichen, wo es dem öD gut täte und der Schuh drückt, temporäre Anreizprogramme zu schaffen, die mit der Konkurrenz (pW) mithalten kann. Das scheint mit ver.di aber nicht machbar zu sein (die wollen nur Gießkanne) und muss aussertariflich gelöst werden.
Zitat
Und der jetzt neu auzuhandelnde Tarifvertrag wird sich am TVÖD orientieren - und dann wär´ja endlich Ruhe an der IT-Front.
Egal welche "Fachkräfte" Front: Ruhe wird es dann geben, wenn der AG ein marktgerechtes Gesamtkonzept bereitstellen kann und will! Damit zukünftig der bestehende und auf uns zu rollenden Mangel an qualifiziertes Personal abgefangen werden kann.
Immerhin sucht Frau Verteidigungsministerin ja schon im Ausland und möchte offenbar Polen, Italiener und Rumänen anwerben......

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #678 am: 01.01.2019 21:07 »
...Egal welche "Fachkräfte" Front: Ruhe wird es dann geben, wenn der AG ein marktgerechtes Gesamtkonzept bereitstellen kann und will! Damit zukünftig der bestehende und auf uns zu rollenden Mangel an qualifiziertes Personal abgefangen werden kann.

Und warum stellt der AG kein marktgerechtes Gesamtkonzept- z.B. im Rahmen eines entsprechenden Tarifangebotes - bereit ?

MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #679 am: 01.01.2019 22:14 »
Und warum stellt der AG kein marktgerechtes Gesamtkonzept- z.B. im Rahmen eines entsprechenden Tarifangebotes - bereit ?
Keine Ahnung, aber du wirst es mir sicherlich sagen.
Hier ein paar Thesen:
Weil er stattdessen sich mit Ver.di rumzuplagen, lieber Fachkräfte aus dem Ausland sucht.
Weil er anstelle Fachkräfte einzustellen, lieber externe Berater teurer bezahlen möchte.
Weil es noch nicht ausreichend Kracht und Hauptsache Personalkosten runter das Motto ist (externe Berater sind keine Personalkosten).
Weil Beamte Beamte sind und selten modernes Management verstehen.
....

Amiga

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #680 am: 02.01.2019 10:47 »
Weil es noch nicht ausreichend Kracht und Hauptsache Personalkosten runter das Motto ist (externe Berater sind keine Personalkosten).
Weil Beamte Beamte sind und selten modernes Management verstehen.

Das mit dem Adressieren der Probleme an die richtige Stelle auch nicht sehr leicht ist bei einem Arbeitgeber, der einem nur Nulpen vor die Nase setzt. Jetzt bin ich ja auch erst einmal für eine Weile nicht da und habe eine Auszeit. Sie merken gerade ganz deutlich was ich wert bin. Aber ob sich daraus etwas ergibt? Ich glaube eher nicht.
Kollatz deutete an, dass Landesbeschäftigte nach wie vor weniger Geld erhalten sollen als Arbeitskräfte beim Bund und den Kommunen:

"Für eine unterschiedliche Bezahlung gibt es gute Gründe. Die Länder haben mehr als doppelt so viele Beschäftigte wie Bund und Kommunen zusammen." Guter Mann. SPD!

MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #681 am: 02.01.2019 11:05 »
Weil es noch nicht ausreichend Kracht und Hauptsache Personalkosten runter das Motto ist (externe Berater sind keine Personalkosten).
Weil Beamte Beamte sind und selten modernes Management verstehen.

Das mit dem Adressieren der Probleme an die richtige Stelle auch nicht sehr leicht ist bei einem Arbeitgeber, der einem nur Nulpen vor die Nase setzt.
Gerade Nulpen können nur eines : Ihren Ar* an die Wand bringen. Und gerade diese sind für eintreffende und vorher angesagte Schadensszenarien sehr empfänglich.
Ein entsprechende Bereicht/Vermekr mit Inhalt ala: Wenn wir diese oder jene Ressourcen (Mensch o- Maschine) nicht erhalten, wird voraussichtlich jenes passieren.

Zimm

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #682 am: 02.01.2019 11:56 »
Der vorherrschende Tenor ist, dass Informatiker viel zu gut bezahlt werden und man auch gern jederzeit neue einstellen kann. Dazu passt als Kontrast, dass eine Stelle schon seit 1,5 Jahren nicht besetzt werden konnte. Aber das sind Einzelfälle, wie mir zu verstehen gegeben wird.
Wenn eine Stelle 1,5 Jahre unbesetzt ist und nichts dramatisches an Chaos in der IT Landschaft passiert, dann ist die Stelle überflüssig oder die Kollegen machen unsinnige Überstunden.
Oder das übliche Problem:Der Schaden wird nicht beziffert und an den Verantwortlichen addressiert. 
Schade.

Es muss ja nicht gleich immer ein dramatischer Chaos entstehen. Schon gar nicht gleich nach 1,5 Jahren. Zudem sieht man in der IT als Außenstehender den Arbeitsstau eher selten. Es ist nicht so wie bei Sachbearbeitern, dass man sieht, wie der Berg an unbearbeiteten Anträgen anwächst.

Bei Systemadministratoren kann die Unterbesetzung dazu führen, dass nur noch bestehende Server gewartet werden können und die Technik insgesamt über die Jahre veraltet (und die Ausfallwahrscheinlichkeit ansteigt). Oder es fehlt die Zeit für Upgrades. Die Zeit reicht nur für die notwendigsten Updates. Irgendwann nach Jahren gibt es vom Hersteller aber keine Sicherheitsupdates für die veraltete Version mehr. Bei Programmierern ist bei Unterbesetzung nur noch Zeit zum Fixen der schlimmsten Bugs, aber um neue Features, die die Arbeitsabläufe der Nutzer evtl. erleichtern, kann man sich nicht mehr kümmern. Oder es kommt völlig unreife/verbuggte Software heraus, weil für die Qualitätssicherung keine Zeit da ist.

MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #683 am: 02.01.2019 13:08 »
Es muss ja nicht gleich immer ein dramatischer Chaos entstehen. Schon gar nicht gleich nach 1,5 Jahren. Zudem sieht man in der IT als Außenstehender den Arbeitsstau eher selten. Es ist nicht so wie bei Sachbearbeitern, dass man sieht, wie der Berg an unbearbeiteten Anträgen anwächst.
Wie ich schon sagte, man muss die Berge sichtbar und spürbar machen, in dem man eben diese Fehler dokumentiert und "provoziert". Da muss man für das Choas einfach mal punktuell Regie führen.
Zitat
Bei Systemadministratoren kann die Unterbesetzung dazu führen, dass nur noch bestehende Server gewartet werden können und die Technik insgesamt über die Jahre veraltet (und die Ausfallwahrscheinlichkeit ansteigt). Oder es fehlt die Zeit für Upgrades. Die Zeit reicht nur für die notwendigsten Updates. Irgendwann nach Jahren gibt es vom Hersteller aber keine Sicherheitsupdates für die veraltete Version mehr.
Und schon mal enem Vorgetzten gesagt, dass man vor 2 jahren darauf hingewiesen hat und deswegen in 6 Monaten das System stilllegen wird, bzw. sich ab jetzt 14 Tage nur noch darum kümmern kann.
Und schon mal einen Bericht geschrieben, der besagt, dass man seinen gesetzlichen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, weil es an der und der Stelle seit x Jahren an den angeforderten, aber nicht realisierten Ressourcen fehlt?
Zitat
Bei Programmierern ist bei Unterbesetzung nur noch Zeit zum Fixen der schlimmsten Bugs, aber um neue Features, die die Arbeitsabläufe der Nutzer evtl. erleichtern, kann man sich nicht mehr kümmern.

Und schon mal schriftlich dargelegt, welchen höheren Durchsatz/bessere Qualität ein SB bringt, wenn man ihm Feature x/y zur Verfügung stellen könnte, es aber nicht kann, weil man zuwenig Ressourcen hat?
Zitat
Oder es kommt völlig unreife/verbuggte Software heraus, weil für die Qualitätssicherung keine Zeit da ist.
Warum wird sie dann herausgegeben?
Und den Vorgestzen unterschreiben lassen, dass er wissentlich unausgereifte Software freigibt und bei den ersten Fehlermeldungen auf diese Entscheidung verwiesen?

Es läuft immer darauf hinaus, dass man denjenigen, der die Unterbesetzung tolerieren in die Pflicht nehmen muss.
 

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #684 am: 02.01.2019 14:11 »
Und warum stellt der AG kein marktgerechtes Gesamtkonzept- z.B. im Rahmen eines entsprechenden Tarifangebotes - bereit ?
Keine Ahnung, aber du wirst es mir sicherlich sagen.
Hier ein paar Thesen:
Weil er stattdessen sich mit Ver.di rumzuplagen, lieber Fachkräfte aus dem Ausland sucht.
Weil er anstelle Fachkräfte einzustellen, lieber externe Berater teurer bezahlen möchte.
Weil es noch nicht ausreichend Kracht und Hauptsache Personalkosten runter das Motto ist (externe Berater sind keine Personalkosten).
Weil Beamte Beamte sind und selten modernes Management verstehen.
....

Warum sich die öffentlichen Arbeitgeber mit verdi " rumplagen" müssen, um ein eigenständiges Tarifangebot abgeben zu können/wollen, erschließt sich mir nicht.

Und ja - wie hier schon ein paar Seiten zuvor diskutiert - geht es den Arbeitgebern nur um die Personalkosten, die zu reduzieren sind. Selbst der hier gemachte Vorschlag - massive finanzielle Beschneidung der "Spülhilfen" bei "marktgerechter" Ausformung der oberen EGs- würden die Arbeitgber ablehnen, weil einfach noch teurer als die üblichen 2-3% Tariferhöhung mit "Sozialismuskomponente.

Warum für diese Haltung der Arbeitgeber verdi verantwortlich sein soll, erschließt sich mir ebenfalls nicht.


was_guckst_du

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #685 am: 02.01.2019 14:51 »
Warum für diese Haltung der Arbeitgeber verdi verantwortlich sein soll, erschließt sich mir ebenfalls nicht.

...weil das eben eine "einfache" Lösung ist...auf einfache Lösungen fällt der deutsche Michel in letzter Zeit offensichtlich germe mal herein.. 8) :o
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung

was_guckst_du

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #686 am: 02.01.2019 14:54 »
Warum für diese Haltung der Arbeitgeber verdi verantwortlich sein soll, erschließt sich mir ebenfalls nicht.

...weil das eben eine "einfache" Lösung ist...auf einfache Lösungen fällt der deutsche Michel in letzter Zeit offensichtlich gerne mal herein.. 8) :o
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung

MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #687 am: 02.01.2019 15:12 »
Warum sich die öffentlichen Arbeitgeber mit verdi " rumplagen" müssen, um ein eigenständiges Tarifangebot abgeben zu können/wollen, erschließt sich mir nicht.
Wer sagt denn, dass sie keine Angebote abgeben? Wer sagt denn, dass sie dieses öffentich machen müssen, worüber sie am Verhandlungstisch reden?
Da gebe ich Ihnen natürlich Recht, dass das nett wäre, aber bei Verhandlungen wo man Kompromisse sucht doch eher unüblich. Das ver.di Werbewirksam öffentlich Auftritt liegt ja auf der Hand und das geschwafel kein Geld bei der TdL ist ja auch copy&paste
Zitat
Und ja - wie hier schon ein paar Seiten zuvor diskutiert - geht es den Arbeitgebern nur um die Personalkosten, die zu reduzieren sind. Selbst der hier gemachte Vorschlag - massive finanzielle Beschneidung der "Spülhilfen" bei "marktgerechter" Ausformung der oberen EGs- würden die Arbeitgber ablehnen, weil einfach noch teurer als die üblichen 2-3% Tariferhöhung mit "Sozialismuskomponente.
Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Forderungen der AG Seite bei der VKA/Bund Verhandlung? Hier wurden ja eben solche Forderungen aufgestellt.
Sprich Ablehnung der sozialen Komponente und Stärkung der Fachkräfte EGs.
Und zusätzlich zum grossen Flächentarif hat der AG ein flankierende, aussertarifliches Angebot an den AN aufrechterhalten: 1000€ Zulage, Öffnung der Einstufung...
Zitat
Warum für diese Haltung der Arbeitgeber verdi verantwortlich sein soll, erschließt sich mir ebenfalls nicht.
Wo behauptet jemand, dass ver.di für die Haltung der AG verantwortlich ist?
Und bzgl. Haltung: ver.di will die Gießkanne plus Zuckerl für die unteren EGs ?
Was die TdL will weiß man noch nicht.
Das ver.di die Haltung der TdL beeinflußt ist ja klar. Ein Blick in die Vergangenheit:
Ich denke halt, dass das Ergebniss zur Förderung bei der VKA/Bund Runde eben (so wie sie es ja auch schon feststellten) keine massive Auwertung (so ihre Worte) darstellte liegt woran?
a) Das ver.di eine stärkere Verteilung (des zuverteilenden Geldes) zu gunsten der Fachkräfte EGs abgelehnt hat?
b) das diese AGs dann lieber zielgerichtet Geld in punktuelle und zeitlich befristete Förderung gibt, anstelle diese Geld (also das z verteilende Geld) in den ver.di Verteilung-Pott zu schmeissen?
Im TV-L: Kann mich auch nicht erinnern, dass ver.di ne Stufe 6 gefordert hätte.

Drum, da seitens ver.di bisher noch nie etwas zur Stärkung der Konkurenzfähigkeit dieser Fachkräfte kam, hoffe ich dass die TdL sich ebenfalls eine aT Regelung überlegt, die man punktuelle und zielgerichtet einsetzen kann.

Alitalia

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #688 am: 02.01.2019 16:16 »
Das mit den Ministerien bezog sich schlicht darauf, dass dort auch besser bezahlt wird, zwar auch nach TV-L aber bei gleicher Tätigkeit einfach mal min eine EG Gruppe mehr.

Unsinn. Gibt es Unterschiede in der Eingruppierung, ist das auf andere auszuübende Tätigkeiten zurückzuführen.
Außerdem unterscheiden sich ministerielle Aufgaben durchaus von solchem, die von nachgeordneten Behörden bzw. der kommunalen Ebene wahrgenommen werden.

Wen interessiert schon wenn Mensch, die unter den Geltungsbereich des TV-L fallen streiken? Dazu dann noch die Außenwirkung für die allgemeine Bevölkerung...ah die vom öffentlichen Dienst streiken schon wieder.

Du widersprichst in diesen zwei Sätzen selbst. Aber abgesehen davon, sind oftmals Lehrer von den TV-L-Tarifverhandlungen betroffen. Streikt diese Berufsgruppe, hat das regelmäßig größere Auswirkungen auf breite Bevölkerungsschichten.


In welchem Bundesland wohnst du, dass bei Ministerien nicht der TV-L gilt?

Denkbar... Brandenburg, Berlin... Richtung Bundesministerien?

Das war zuerst auch meine Mutmaßung, die dann widerlegt wurde.

Man nehme mal einen Personalsachbearbeiter bei der Polizei, dieser bekommt eine große E9, in den Ministerien und ausgewählten Behörden erhält man für die gleiche Arbeit E10 bzw. E11. Auch in einem anderen Bereich weiß ich gesichert, dass hier von E6 bis E9 alles dabei ist. So hat schon unser Personaldozent gesagt, man schiebe auf dem Papier hier und da etwas und schon kommt eine ganz andere EG heraus.

Gut die Lehrer sind teilweise Angestellte, wie viel Prozent? Das variiert von Bundesland zu Bundesland. Im Westen gibt es deutlich mehr verbeamtete Lehrer. Und die es nicht sind gehen am Nachmittag zur Demo. Es fällt somit wenn überhaupt mal eine Schulstunde aus. Wann gab es im Bereich des TV-L denn mal einen tatsächlichen Streik?
Mit der Außenwirkung meine ich, dass im Fernsehen von den Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst gesprochen wird. Den Unterschied zwischen TV-L und TVöD kennt doch kaum jemand der nicht selbst davon betroffen ist. Somit denkt ein großer Teil nur, oh die schon wieder.
Wenn die TVöD'ler streiken hat dies ganz andere tatsächliche Auswirkungen, die Müllabfuhr, Öffis etc. fahren nicht, bei der Kommune ist kaum einer zu erreichen usw.

lutzifer75

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion
« Antwort #689 am: 04.01.2019 09:46 »
Hallo!
Ich arbeite seit 3 jahren als Lehrkraft an einer Grundschule im Bundesland Brandenburg. Ich bin Seiteneinsteiger, habe aber einen pädagogischen Abschluss (16 Jahre Berufserfahrung in Leitender Position) und weitere Zertifikate.
Ich finde es nicht angemessen, dass Seiteneinsteiger ein 500 Stundenprogramm absolvieren müssen, dieser jedoch nicht zertifiziert ist und sie dann in die Entgeltgruppe E9 eingruppiert werden, bei gleicher Arbeit. Alle Grundschullehrer mit Lehramtsbefähigung werden in die E13 hochgestuft. Ich denke dieser hohe Gruppenunterschied E9 zu E13 ist nicht erklärbar.
Ich würde mich freuen, wenn sich die Gewerkschaft darüber mal Gedanken machen würde!
Schöne Grüße!