Amtsangemessene Alimentation - Auswirkungen auf TVöD?

Begonnen von KurzeFrage, 22.03.2026 18:49

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MeTe

#60
Zitat von: MoinMoin in 18.04.2026 21:13Ich finde die Situation, dass Beamte und Angestellte identische Tätigkeiten machen falsch.
Ich finde es verständlich und nachvollziehbar, dass die Menschen, die genau in einer solchen Situation sind und das Kritisieren nicht armselig.
Das geht bei uns sogar soweit, dass man für die Tätigkeitsbeschreibungen der Angestellten einfach die bei den Beamten-Dienstposten im System hinterlegte Aufgabenbeschreibung übernimmt (oder andes herum). Nur die Begriffe im Detail etwas anpasst um die Beamtenrechtlichen bzw. Tarifrechtlichen Besonderheiten abzudecken.

Man hat also Teams aus Leuten die (ganz offiziell) genau das Gleiche machen. Ändert sich gerne auch mal, erst kürzlich wurde per Handauflegen aus einer Beamten-Stelle ne Arbeitnehmer-Stelle gezaubert. Die Begründung dafür: AN-Stellen kann man leicher/schneller extern ausschreiben als Beamte...

Die Unterscheidung hat also keinerlei in der Tätigkeit, der Qualifikaiton oder sonstige inhaltlich verankerte Gründe. Macht man nur weil es "praktisch" ist.

Zitat von: JonesjenaLegitime Schlussfolgerung.

Allerdings haben wahrscheinlich die meisten der AN im ÖD, analog zahlreicher Beamter, keine tatsächliche Alternative.
Auch das ist nachvollziehbar, würde ich aber in der Formulierung "meisten" anzweifeln. Bei uns sind fast alles Techniker (Ingenieure, Informatiker) oder Naturwissenschaftler (Physiker, Mathematiker) mit auf dem Markt gefragter Expertise. Entsprechend bleiben die Stellen oft jahrelang unbesetzt. Gleichzeitig, das soll einfach nur ne Situationsbeschreibung sein, bekommen wir regelmäßig ziemlich verlockende Angebot von Firmen ob man denn nicht Interesse hätte zu wechseln (bei mir das letzte mal vorletzte Woche).

Ich persönlich hab es bisher nicht gemacht weil ich meinen Job mag, meine Kollegen mag, und denke das ist wirklich viel Wert und nicht selbstverständlich. Nur ist man bei uns als AN systemisch tatsächlich einfach nur Mitarbeiter zweiter Klasse, man macht exakt das gleiche für weniger Geld und es fehlst auch noch völlig jedwede Wertschätzung oder auch nur Wahrnehmung  für bzw. von Arbeitnehmer. Die Leitung eröffnet Reden oder Rundschreiben mit "Liebe Beamte und Beamtinnen", wenn man bei Infoveranstaltungen fragt inwiefern das auch für AN gilt, kommt sowas wie "Angestellte? Weiß ich nicht. Muss ich mich informieren" (was natürlich nicht passiert), der Chef hält große Motivations-Ansprachen die mit "deswegen sind wir Beamte" enden, ein AN der den Chef vertritt bekommt sowas zu hören wie "Ich glaub nicht dass du weisungsbefugt bist, du bist kein Beamter", Formulare/Anträge werden abgelehnt weil man 'vergessen' hat seine Amtsbezeichnung einzufügen (Rückmeldung: Meine Amtsbezeichnung ist im System nicht hinterlegt - Frage: Hab keine, bin AN, wie soll ich das befüllen? -  Antwort: Ratlosigkeit), die Liste ist endlos. Es ist nicht nur monetär sondern auch eine tatsächlich gelebte Zweiklassengesellschaft, in der bei uns den AN durchgehend der Eindruck vermittelt wird, nur lästiges Beiwerk zu sein, Handlanger, Mitarbeiter zweiter Klasse.

In der Atmosphäre die weit über rein monteäres hinaus geht ist halt jede Kleinigkeit (wie dieses Thema) einfach ein weiterer Tritt in die Weichteile. Ob das langfristig im Interesse des AG ist, weiß ich nicht. Meine Stelle war das letzte mal knapp 4 Jahre unbesetzt bevor sie einen dummen (mich) gefunden haben. Mein Vorgänger, den sie ebenfalls nach jahrelanger Suche gefunden haben, hat nach 2 Jahren das Handtuch geworfen. Langsam versteh ich auch wieso. Es ist (bei uns) einfach nur frustrierend, demotivierend und irgendwo entwürdigend wenn ich mal dieses harte wort benutzen darf.

Daher meine Empfindlichkeit und ggf. Überreaktion bei solchen Themen. Mir persönlcih reicht es einfach.