E13+ Masternote oft als Ausschlusskriterium, gibt es Praxiswege drum herum?

Begonnen von paragrafenirrsinn, Gestern um 22:38

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paragrafenirrsinn

Ich stehe bei Bewerbungen im öffentlichen Umfeld (insbesondere kulturbetriebsnahe Einrichtungen, Stiftungen, größere öffentliche Institutionen) im Bereich Höherer Dienst (E13+) vor einer Konstellation, bei der ich das Gefühl habe, dass ich formal aussortiert werde, obwohl mein Profil inhaltlich sehr gut passt.

Kurz zu mir:

– Diplom FH (Design) mit 1,5, inhaltlich sehr nah an vielen Stellenprofilen
– Master 1: 2,5 (teilweise fachlich relevant)
– Master 2 (Visuelle Kommunikation): 3,0, formal einschlägig, aber die Note basiert ausschließlich auf einer fachfremden, experimentellen Abschlussarbeit

Besonderheit:
Der VK-Master war ein verkürztes Ein-Jahres-Programm und bestand nur aus der Abschlussarbeit, ohne modulare Benotung. Die Aussagekraft der Note ist aus meiner Sicht daher eingeschränkt.

Beruflich bringe ich langjährige einschlägige Erfahrung mit, u. a. im Bereich Design-Standards auf Konzernebene.

Mein Eindruck aktuell:
Bei externen Bewerbungen wird stark auf den ,,formal passenden" Master geschaut, und genau da hänge ich vermutlich.

Wichtig vorab:
Mein Fokus liegt klar auf Positionen ab E13. Mir ist bewusst, dass darunter mehr Optionen existieren, ich versuche hier aber gezielt zu verstehen, welche Wege auf dieses Niveau führen oder es direkt ermöglichen.

Mich interessiert deshalb weniger die Theorie, sondern eure echte Erfahrung:

– Gibt es Konstellationen, in denen so ein Profil trotzdem durchgeht, und wenn ja, wodurch konkret?
– Wird in der Praxis wirklich nur der formal passende Master bewertet, oder gibt es Spielräume (z. B. über Diplom + Berufserfahrung)?
– Kennt jemand konkrete Wege, wie man solche formalen Hürden umgeht oder relativiert?
– Wie unterschiedlich ist das zwischen klassischer Verwaltung und kulturbetriebsnahen Einrichtungen?
– Gibt es Beispiele, wo Stellenprofile bewusst so formuliert wurden, dass auch ,,nicht ideale" Noten berücksichtigt werden?

Mir geht es explizit um echte Praxis und auch um Erfahrungen jenseits der reinen Lehrbuchsicht.

Danke euch!

MoinMoin

bei e13 im allg. Teil ist ein wiss HS und entsprechende Tätigkeit die Eingruppierungsvoraussetzung.
Nicht jedoch die Einstellungsvoraussetzung.
Bei nicht vorliegen der Voraussetzung in der Person, geht es eine EG runter, sofern nicht die Person als sonstiger Beschäftigter anzuerkennen ist.
Soweit Lehrbuch.

Wenn also in der Ausschreibung nicht explizit ein Katalog von Studiengängen als notwendig gefordert wird oder gar Noten gefordert werde, kann man dich formal nicht aussortieren.
Gleichwohl als ungeeigneter weg sortieren und nicht einladen.

Ich in der Informatik unterwegs und wir stellen auch Mathematiker oder Physiker auf Informatikerstellen ein und erkennen die Person als sB an. Weil wir das Studium nicht als notwendig sondern wünschenswert ausschreiben.
Wenn du entsprechende Ausschreibungen postest, dann kann man Beurteilen, ob man dich formal aussortieren durfte, oder ob man halt einfach dich nur als nicht einladungswürdig angesehen hat, weil man ein dutzend bessere Bewerber hat.

Ich denke im Kulturbereich sind 13er Stellen ein Jackpot.
In der Informatik nur mittelmäßig.

clarion

Hallo,

ist der Master 2 überhaupt akkreditiert?

Bei Stellenausschreibungen wird neben bestimmten Studiengänge oft auch "oder vergleichbar" gesetzt, um einen größeren Bewerberpool zu generieren. Da hättest Du auch bei nicht ganz passender fachlichen Ausbildung eine Chance. Darüber hinaus kommt es auch auf die Qualität der Konkurrenz an.