Autor Thema: Tarifrunde 2018 - Rückblick  (Read 12221 times)

Controller

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Antw:Tarifrunde 2018 - Rückblick
« Antwort #75 am: 11.02.2019 13:12 »
Der Kardinalfehler, den die Statistiker machen, ist die technische Innovation überzubewerten. Natürlich fallen die Preise von Notebooks, wenn man immer das selbe Notebook betrachtet. Ein I3 Laptop wurde seinerzeit als innovatives Produkt ganz rechts im Saturnregal für 1200 Euro angeboten, wanderte über Monate und Jahre langsam nach links, ist jetzt für 399 Euro als Einsteigermodell erhältlich und wird irgendwann ausgelistet. Diese Entwicklung in die Inflationsrate einzuspeisen halte ich für unseriös.

In der Praxis packt man sich doch als EDV-Laie beispielsweise  alle vier Jahre einen Laptop der mittleren Qualität und Regalplatzierung in den Einkaufswagen. Und muss an der Kasse feststellen, dass die Preise auch hier tendenziell nicht unerheblich gestiegen sind. Wenn man nämlich für 499 Euro vor 4 Jahren noch ein ganz gutes Notebook bekam, mit dem man auch die aktuellen Spiele spielen konnte, muss man für dieselbe Anforderung heute 699 Euro auf den Tisch legen. Ganz ähnlich sieht es bei Fernsehern und Smartphones aus. Das neueste I-Phone ist definitv teurer als das neueste I-Phone vor 4 Jahren.

Natürlich spielt die Anschaffung derartiger Geräte keine große Rolle bei einem geregelten Einkommen, weil sie nicht häufig getätigt werden. Aber es summiert sich doch, da ja auch ständig etwas kaputtgeht oder wegen technischer Neuerungen nicht mehr betrieben werden kann.

Kryne

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Antw:Tarifrunde 2018 - Rückblick
« Antwort #76 am: 11.02.2019 13:15 »
Das neueste I-Phone ist definitv teurer als das neueste I-Phone vor 4 Jahren.



Gleich kommt der erste und sagt, dass man ja kein iPhone kaufen muss  ;D


Ansonsten denke ich, dass jeder mal für sich über zwei Jahre ein Haushaltsbuch führen sollte um mal wirklich schwarz auf weiß zu sehen was Sache ist. Ich denke die meisten reden es sich selbst schön und viele passen (unbewusst!) ihr Konsumverhalten einfach an über die Zeit.

Wir führen ein Haushaltsbuch und dort steigen die Lebenserhaltungskosten eben von Jahr zu Jahr und das stärker als es die Löhne tun (Stufenaufstiege außer acht gelassen). Wir persönlich gleichen das durch geändertes Konsumverhalten so gut es geht eben aus.

Hier wird in der Mittagspause oft mal was beim Metzger bestellt. Dort hat ein Menü vor 2 Jahren noch 4,80 gekostet, inzwischen sind wir bei 6,20. Aber hey, dafür wird der nächste Fernseher den ich mir in 3 oder 4 Jahren kaufen werde vielleicht 100€ günstiger sein. Diese 100€ habe ich bis dahin vermutlich schon vielfach beim Metzger gelassen :D    (Ja ich könnte auch einfach aufhören Mittags was zu essen, wäre ne Option).
« Last Edit: 11.02.2019 13:26 von Kryne »

kommunalhesse

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Antw:Tarifrunde 2018 - Rückblick
« Antwort #77 am: 12.02.2019 09:35 »
Einer Inflationsrate von 1,9 % steht eine durchschnittliche Entgelterhöhung von 3,19 % für das Jahr 2018 gegenüber.

Wie soll denn da ein Reallohnverlust zustande kommen ?
Durch Steuern und andere Faktoren. Sind ja keine 3,19% Netto

Der Durchschnittswert 3,19 % wird für 2017 nach 2018 in EG 8 S 5 erreicht.
Altes Brutto = 3.168,10 €
Neues Brutto = 3.269,20 € = +3,19 %

Altes Netto = 1.931,89 €
Neues Netto = 1.989,26 € = +2,97 %

Ergibt eine Abweichung von -0,22 %.

Egal wie pessimistisch die eigene Rechnung auch ausfällt, ein Reallohnverlust ist in diesem Zeitraum kaum möglich. Die Inflation lag nie irgendwo um die 3 %.

was_guckst_du

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Antw:Tarifrunde 2018 - Rückblick
« Antwort #78 am: 12.02.2019 10:14 »
Egal wie pessimistisch die eigene Rechnung auch ausfällt, ein Reallohnverlust ist in diesem Zeitraum kaum möglich. Die Inflation lag nie irgendwo um die 3 %.

...wenn man vom exzessiven Verzehr von stark verteuertem Knoblauch mal absieht (aber wenns um die Gesundheit geht, soll man ja auch nicht unbedingt auf den Cent achten)... 8)
Gruß aus "Tief im Westen"

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MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2018 - Rückblick
« Antwort #79 am: 12.02.2019 10:28 »
Egal wie pessimistisch die eigene Rechnung auch ausfällt, ein Reallohnverlust ist in diesem Zeitraum kaum möglich. Die Inflation lag nie irgendwo um die 3 %.
Erkläre das mal @Max
Bei dem ist ja wohl so. Warum auch immer. Oder aber seine Verwaltung betupt ihn.

was_guckst_du

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Antw:Tarifrunde 2018 - Rückblick
« Antwort #80 am: 12.02.2019 10:32 »
Oder aber seine Verwaltung betupt ihn.
...da haben wir den Fehler.. ;D
Gruß aus "Tief im Westen"

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Kryne

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Antw:Tarifrunde 2018 - Rückblick
« Antwort #81 am: 12.02.2019 12:54 »

Man nimmt nicht umsonst das Brutto zum vergleichen. Es kann 10 Leute mit dem gleichen Brutto geben die aber alle ein anderes Netto bekommen.

Gut von den % wird es sich da vermutlich nicht viele Unterschiede geben am Ende, wenn man Netto 2018 und 2019 vergleicht. Trotzdem kann ich das nicht einfach pauschalisieren.


Alle die jährlich einen neuen Fernseher kaufen und dann, während sie Bauer sucht Frau gucken, sogar noch vergessen etwas zu Essen haben halt schon irgendwie den Jackpot geknackt, denn bei denen passt die Inflationsrate dann sogar, zumindest während der Momentaufnahme. Irgendwann müssen diejenigen dann halt zwei Fernseher im Jahr kaufen und auf Kartoffeln verzichten, aber hey, low carb soll ja eh gesund sein :)

MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2018 - Rückblick
« Antwort #82 am: 12.02.2019 13:07 »

Man nimmt nicht umsonst das Brutto zum vergleichen.
...
 Trotzdem kann ich das nicht einfach pauschalisieren.
Stimmt man sollte das AG Brutto nehmen.

kommunalhesse

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Antw:Tarifrunde 2018 - Rückblick
« Antwort #83 am: 12.02.2019 13:32 »

Man nimmt nicht umsonst das Brutto zum vergleichen. Es kann 10 Leute mit dem gleichen Brutto geben die aber alle ein anderes Netto bekommen.

Stimmt natürlich, Netto-Gehälter sind nicht vergleichbar. Deshalb zur Erläuterung, ich bin vom Netto-Gehalt eines kinderlosen Singles ausgegangen, welcher sich jegliches Privatvergnügen wie z. B. Kirche oder VWL verkneift und in der VBL zusatzversichert ist.

Mannheim

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Antw:Tarifrunde 2018 - Rückblick
« Antwort #84 am: 12.02.2019 16:14 »
Es ist doch eigentlich ganz einfach.
Geht mal den wöchentlichen Einkauf im Supermarkt machen und danach kann mir keiner mehr sagen das es keine Preissteigerung gegeben hat. Wenn ich sparsam einkaufen gehe habe ich mindestens 100 € bis 125 € wöchentlich. 2 Erwachsene und 1 Kind (11).

JC83

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Antw:Tarifrunde 2018 - Rückblick
« Antwort #85 am: 13.02.2019 09:14 »
Schnell überflogen, nur eine Feststellung:

Die meisten haben hier offensichtlich kein Einnahme- sondern eine Ausgabeproblem; Ferndiagnose: Konsumopfer.

Kryne

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Antw:Tarifrunde 2018 - Rückblick
« Antwort #86 am: 13.02.2019 10:10 »
Schnell überflogen, nur eine Feststellung:

Die meisten haben hier offensichtlich kein Einnahme- sondern eine Ausgabeproblem; Ferndiagnose: Konsumopfer.

Gerade die von dir betitelten "Konsumopfer" haben eher weniger Probleme, denn viele Luxuskonsumgüter werden eher günstiger.

Elektrogeräte werden erschwinglicher (mal das iPhone aussen vor), Pauschalreisen sind günstiger uvm.

Das heißt wenn ich 2018 schon ein Konsumopfer war und es 2019 immer noch bin, dann trifft vermutlich die die Inlationsrate von ~1.9% tatsächlich auf mich zu.

Auf der anderen Seite haben gerade weniger verdienende Sparer eher Probleme, weil eben gerade alltägliche Güter teurer werden.

Das heißt das alle die eben eher sparsam Leben ohne viel Konsum eher nicht auf die 1.9% kommen, sondern darüber liegen.
« Last Edit: 13.02.2019 10:12 von Kryne »

tomk

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Antw:Tarifrunde 2018 - Rückblick
« Antwort #87 am: 13.02.2019 10:23 »
Es ist doch eigentlich ganz einfach.

Ist es halt nicht. Was du kaufst und was ich kaufe sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Mich persönlich interessiert z. B. die Preissteigerung von Kartoffeln nicht, ich kaufe vielleicht 5kg im Jahr.

Kaiser80

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Antw:Tarifrunde 2018 - Rückblick
« Antwort #88 am: 13.02.2019 10:57 »

Auf der anderen Seite haben gerade weniger verdienende Sparer eher Probleme, weil eben gerade alltägliche Güter teurer werden.


Da komm ich nicht mit klar..."weniger verdienende Sparer"... Wer ist das und in welchem Verhältnis zu wem?

Mannheim

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Antw:Tarifrunde 2018 - Rückblick
« Antwort #89 am: 13.02.2019 11:48 »
Es ist doch eigentlich ganz einfach.

Ist es halt nicht. Was du kaufst und was ich kaufe sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Mich persönlich interessiert z. B. die Preissteigerung von Kartoffeln nicht, ich kaufe vielleicht 5kg im Jahr.

öhm und die Nudeln wurden nicht teurer  :o , oder gibt's nur Gras ? :-)  ;D