Autor Thema: ITler: Was muss sich an der EGO Ändern aka Was ist Mist am aktuellen Abschluß?  (Read 4332 times)

MoinMoin

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Ich würde gern in eine Gewerkschaft eintreten, die meine Interessen auch wirklich vertritt. Gibt es eine Übersicht, wie viele IT-ler im TV-L-Bereich beschäftigt sind?
[...]
Wie wärs? Ich bin dabei...
Um wieder auf das Thread Thema von https://forum.oeffentlicher-dienst.info/index.php/topic,111493.0.html zurück zu kommen.
Das aktuelle Ergebnis kotzt mich auch richtig an und verstärkt meine Entscheidung umso mehr, eine andere Stelle zu suchen, die mehr als eine E11 ist.
Was an dem Ergebnis bezogen auf ITler sollte geändert werden?
Habt ihr euch die EGO VKA für ITler mal angeschaut und was daran sollte angepasst werden.

Bitte kein Pauschales: Ich will mehr Geld!
Auch nicht in Form von: Alle EGs für ITler sollen um eine EG erhöht werden.
Falls doch, dann bitte mal mit Begründung, warum die IT Ausbildung dauerhaft mehr Wert sein soll (außer die aktuelle höhere monetäre Wertschätzung in der pW), als die einer anderen Fachdisziplin (also betrachtet auf das Tarifgefüge).

Ich persönlich sehe primär nicht das Problem im Tarifgefüge, sondern eher daran, dass die AG Seite den aktuellen Engpass nicht mittels §16 Zulage oder aber via berufs- und/oder ortsspezifischen Zulagen abfedert.
Für letzteres braucht es keine Gewerkschaft oder tarifliche Einigung, dass können die AG ganz alleine machen (wie in Kommune/BUND es macht).

Spid

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Auch nicht in Form von: Alle EGs für ITler sollen um eine EG erhöht werden.
Falls doch, dann bitte mal mit Begründung, warum die IT Ausbildung dauerhaft mehr Wert sein soll (außer die aktuelle höhere monetäre Wertschätzung in der pW), als die einer anderen Fachdisziplin (also betrachtet auf das Tarifgefüge).

Strukturell ist es doch in der EGO VKA - und damit künftig wohl auch im TV-L - bereits so angelegt. TB mit Tätigkeiten, die eine dreijährige Berufsausbildung ohne weitere Heraushebung erfordern, sind regelmäßig in E5 eingruppiert, in der IT in der E6. Gleiches gilt für die Hochschulbildung und E9b/E10.

MoinMoin

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Och Spid: Du versaust mir den Spaß :( :'(

The Witch

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Strukturell ist es doch in der EGO VKA - und damit künftig wohl auch im TV-L - bereits so angelegt. TB mit Tätigkeiten, die eine dreijährige Berufsausbildung ohne weitere Heraushebung erfordern, sind regelmäßig in E5 eingruppiert, in der IT in der E6. Gleiches gilt für die Hochschulbildung und E9b/E10.

Was ich persönlich für ein Unding halte, das einzig und allein der in D besonders ausgeprägten Meinung geschuldet ist, IT bzw. allgemein MINT sei etwas, was "besonders schwer" sei und dem deshalb besondere Hochachtung entgegenzubringen sei. Weshalb man dann das Wechseln der Druckerpatrone der hauseigenen IT überlasst - was wiederum dazu führt, dass jemand, der schon mal ein Makro in Excel schreiben kann oder gar mehr, vor Kraft kaum laufen kann.

MoinMoin

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Interessante These: Deine Meinung ist also, weil in D die MINT Berufe "angesehener" sind als andere, sind sie besser bezahlt?
Werden die MINT Berufe in F, GB, USA etc. also nicht besser bezahlt, als die nicht MINT Berufe (BWL, Sozialpädagogen ...)!?
Klar für mich ist, dass der öD sich am allg. Arbeitsmarkt bedienen muss und in Konkurenz zur Privatwirtschaft steht.
Unabhängig davon, ob und warum diese für MINT Berufe in D mehr zahlen und unabhängig davon ob das gerechtfertigt ist, stellt sich die Frage wie geht der öD damit um.

(PS: Als Informatiker habe ich stets eine volle Studenten- und WiMi-Stelle gehabt, davon konnten idR die Chemiker, Biologen, ... nur träumen, die teilten sich gerne mal zu dritt eine Promotionsstelle), warum auch immer.

Gemeindefuzzi

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Antw:ITler: Was muss sich an der EGO Ändern ......
« Antwort #5 am: 13.03.2019 13:17 »
Die EGO ist nicht das Problem -egal ob Bund, VKA oder TV-L.
Das Problem ist, dass die Tätigkeiten ins "juristische" übersetzt werden müssen.

Natürlich ist jeder gefühlt mehr Wert, als seine Bezahlung. Das ist aber kein IT-Problem, das haben alle.

Auch werden die "Tonertauscher" oder "PC-Aufsteller",  wohl keine E10, oder gar mehr erhalten.

Die Tarifparteien WOLLTEN eine Verbesserung. Das heißt aber nicht, dass jeder Sonderschulabgänger eine E15 bekommen muss.

So bald die ersten Urteile kommen, wird das Klarheit bringen. Oder zumindest eine Tendenz.

Aber nur mal so aus der Praxis....
Schreiben wir eine Poststellenstelle E3 aus, haben wir 150 Bewerbungen.
Bauhofmitarbeiter, gelernt, E5; 70-80 Bewerbungen, wovon ein Drittel bis die Hälfte allein schon wegen der fehlenden Voraussetzungen in den Müll müssen.
Techniker E 9; 15-25 Bewerbungen, wovon die Hälfte bis zwei Drittel allein schon wegen der fehlenden Voraussetzungen in den Müll müssen.
Ingenieure E10-11 schreiben wir mittlerweile bis zu drei mal aus, um überhaupt was zu bekommen...
IT haben wir bisher noch nicht ausgeschrieben...

MoinMoin

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Antw:ITler: Was muss sich an der EGO Ändern ......
« Antwort #6 am: 13.03.2019 13:25 »
Die EGO ist nicht das Problem -egal ob Bund, VKA oder TV-L.
Das Problem ist, dass die Tätigkeiten ins "juristische" übersetzt werden müssen.
Heißt? Dass die Menschen nicht verstehen, wo sie eingruppiert sind?
Zitat
Ingenieure E10-11 schreiben wir mittlerweile bis zu drei mal aus, um überhaupt was zu bekommen...
IT haben wir bisher noch nicht ausgeschrieben...
Woran liegt das?
Wenn nicht über eine attraktivere EGO (was ich auch nciht als die Lösung erachte), sondern ??


Ach ja eigentlich hätte natürlich der Thread "MINTler: Was muss..." heißen müssen.

Bastel

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Antw:ITler: Was muss sich an der EGO Ändern aka ....
« Antwort #7 am: 13.03.2019 13:50 »
Bei uns bekommen alle Ings. eine Technikerzulage in Höhe von 23,01 welche noch aus DM Zeiten stammt. Meines Erachtens nach ist dieser Betrag ein schlechter Witz.

Ingenieure werden auch erstmal alle pauschal in die E10 eingruppiert und je nach Lust und Laune gibt's mal eine "Beförderung" auf E11 ohne das sich die Tätigkeiten ändern. Beamte halt...

Monetär sehe ich E11 als ein Mindestmaß an.

Gemeindefuzzi

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Antw:ITler: Was muss sich an der EGO Ändern ......
« Antwort #8 am: 13.03.2019 14:14 »
Heißt? Dass die Menschen nicht verstehen, wo sie eingruppiert sind?
Nicht nur die Betroffenen verstehen das zum Teil nicht, auch die "Profis" bei den Personalämtern sind überfordert!
Lies doch mal die Beiträge hier, das ist zum Teil zum Haare raufen!
Im angesprochenen Bereich liegt es aber hauptsächlich daran, dass es vollkommen neue Tätigkeitsmerkmale gibt, die eben noch NICHT ins "juristische" übersetzt wurden. Damit meinte ich, dass es noch keine richtungsweisende Rechtsprechung gibt.
Die allgemeinen Tätigkeitsmerkmale sind hingegen ausführlich und in den meisten Fällen auch ausreichend von den Gerichten beurteilt,


Woran liegt das?
Wenn nicht über eine attraktivere EGO (was ich auch nciht als die Lösung erachte), sondern ??
Nun ja...
Wenn man mit dem Markt konkurrieren will, muss man auch wie der Markt bezahlen.
Da müssten bei der EGO viel größere Schritte gemacht werden.
Das ist aber in unserem Umfeld schwierig. Es wird immer verglichen.
Da werden aber nicht Ingenieure mit Ingenieuren verglichen, sondern Kämmerer, Bauamtsleiter, oder Sachgebietsleiter mit dem Ingenieur...
Und da [Zitat] KANN ES DOCH NICHT SEIN(!), […]dass so ein dahergelaufener Techniker mehr bekommt, als ein E10-Kämmerer...

TheITGuy

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Ich hatte schon mal in einem anderen Thread geschrieben, dass Geld zwar ein wichtiges Merkmal ist (wahrscheinlich das erst, was Bewerber sich anschauen), am Ende aber auch nicht alles.

Zu einem "attraktiven" Arbeitgeber gehört noch deutlich mehr. Der ÖD allgemein und meine Behörde im speziellen sind da nicht gut aufgestellt. Teilweise werden echte Potentiale verschenkt, mit gutem Beispiel voran zu gehen:

Der Staat möchte gerne den ÖPNV und Fahrrad fördern? Das Jobticket ist ein Witz und die Fahrradständer bei uns auf dem Gelände hart an Sachbeschädigung.

E-Mobilität soll gefördert werden? Bis heute haben wir nicht mal Ladesäulen auf dem Gelände. Fahrradakkus können oft an einer normalen Steckdose geladen werden, es bräuchte halt nur eine formalle Genehmigung zur "Stromentnahme".

Betriebliches Gesundheitsmanagement -> weitgehend Fehlanzeige.

Familien/Kinderfreundliches Arbeiten -> ein abgeschottetes Büro in einem anderen Haus, dass kaum genutzt wird

Gar nicht erst darüber nachdenken will ich über andere Maßnahmen, die in der PW in Mangelberufen angeboten werden: Dienstwagen, Telefonnutzung, Fitnessstudio, Kindergarten, mobiles Arbeiten, usw. usf.

Klar kostet das Geld und klar sind es Steuermittel, aber mit dem Geld, was wir durch nicht besetzt Stellen sparen könnte man dem Rest meiner Leuten jemdem einen Dienstwagen schenken und es wäre immer noch ein Plus unter dem Strich für den Steuerzahler.

Am Ende spart man eben 100%, hat aber auch keine Leute mehr, die die Wünsche/Aufträge der Steuerzahler erfüllen. Will man diesen Exitus vermeiden, muss man mehr Geld in die Hand nehmen. Egal, ob direkt ins Gehalt oder die Besoldung oder in indirekte Arbeitsgebermaßnahmen.

Und die hier genannten Vergleiche kotzen mich auch an: Wir haben Wissenschaftler, bei den der Martk gesätigt ist und unsere Behörde sich auch noch gut im Lebenslauf macht. Da bewerben sich auf eine befriste Stelle E13 mit Promotion auch schon mal 100 Leute. Das uns die Techniker nicht die Bude einrennen und wir was für die vorhandenen Leute machen müssen, versteht man in der Verwaltung (leider auch manchmal im Personalrat) einfach gar nicht erst. Nein, für ITler ist es KEINE EHRE, in unserer Behörde zu arbeiten, wir müssen um jeden kämpfen.

(Pro forma: Unserem inneren Dienst mit Handwerken geht es übrigens kaum besser. Der Markt mit guten Handwerken ist so leer, die finden für E5 bis E8 und oft auch noch befristet, auch keine Leute mehr.)

Gemeindefuzzi

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Antw:ITler: Was muss sich an der EGO Ändern aka ...
« Antwort #10 am: 13.03.2019 14:35 »
(Pro forma: Unserem inneren Dienst mit Handwerken geht es übrigens kaum besser. Der Markt mit guten Handwerken ist so leer, die finden für E5 bis E8 und oft auch noch befristet, auch keine Leute mehr.)

DAS ist die nächste Baustelle!
Das hat nur noch keiner bemerkt, weil es halt immer noch einen gibt, der nicht mehr bei jedem Sauwetter draußen sein will und daher Gehaltseinbußen in Kauf nimmt.
Wir finden noch Gärtner, aber Heizungsbauer, Maurer, oder Elektriker sind auch hier schon Mangelware obwohl wir in der Behörde noch keine  unbesetzten Stellen haben. Das ist aber auch immer von der Region abhängig. Handwerker werden bei uns hier eher schlecht bezahlt.

Ich denke aber, dass hier absichtlich nichts getan wird.
Da wird immer noch mit der nächsten Wirtschaftsdepression gerechnet, bzw darauf gehofft. Dann wird der ÖD wieder interessant und man findet wieder Personal.

MoinMoin

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Antw:ITler: Was muss sich an der EGO Ändern ......
« Antwort #11 am: 13.03.2019 16:00 »
Wenn man mit dem Markt konkurrieren will, muss man auch wie der Markt bezahlen.
ja
Zitat
Da müssten bei der EGO viel größere Schritte gemacht werden.
Nein, individuelle Zulagen und gut ist. Es gibt Regionen, da ist eine ITler mit E10/E11 sehr zufrieden, weil er zuhause bleiben kann und andere Ballungszentren .....
 da hilft die EGO nicht wirklich.

MoinMoin

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Antw:ITler: Was muss sich an der EGO Ändern ......
« Antwort #12 am: 13.03.2019 16:03 »
Heißt? Dass die Menschen nicht verstehen, wo sie eingruppiert sind?
Nicht nur die Betroffenen verstehen das zum Teil nicht, auch die "Profis" bei den Personalämtern sind überfordert!
Lies doch mal die Beiträge hier, das ist zum Teil zum Haare raufen!
Dies könnte ja helfen: http://www.bkpv.de/ver/pdf/gb2017/schnitzenbaumer_koebler_hofmann.pdf

oder das:
https://www.bva.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Behoerden/Beratung/Eingruppierung/Eingruppierung/2018_Definitionen_u_Kommentier_Teil_III.pdf?__blob=publicationFile&v=4

Spid

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Antw:ITler: Was muss sich an der EGO Ändern ......
« Antwort #13 am: 13.03.2019 16:11 »
Heißt? Dass die Menschen nicht verstehen, wo sie eingruppiert sind?
Nicht nur die Betroffenen verstehen das zum Teil nicht, auch die "Profis" bei den Personalämtern sind überfordert!
Lies doch mal die Beiträge hier, das ist zum Teil zum Haare raufen!

Naja, wenn man "Profi" als jemanden versteht, der für seine Tätigkeit bezahlt wird, kann man das so sehen - wenn man es hingegen als Kompetenzlevel betrachtet, sehe ich nicht allzu viele Profis in Personalämtern.

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Eingruppierungsfragen sind doch meist bei den Orgaämtern angesiedelt. Lasst mir die armen Personaler in Ruhe.  :o