Autor Thema: Ballungsraumzulage/ÖPNV-Ticket in Berlin  (Read 10124 times)

JC83

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Antw:Ballungsraumzulage/ÖPNV-Ticket in Berlin
« Antwort #45 am: 08.07.2019 11:17 »
Die Hochschulen sind auf eigenen Wunsch nicht mal Mitglied eines Arbeitgeberverbandes der den TV-L unterzeichnet und erst recht nicht "Land Berlin". Das Land übt lediglich die "Staatsaufsicht" (also Rechtsaufsicht) aus. Da die HS aber tariffähig sind und auch eigene Tarifverträge in Anlehnung an den TV-L (außer HTW) aushandeln, könnten sie sowohl einseitig als AG als auch in einem Tarifvertrag 150 € drauflegen.

Fraglich ist, reichen hierfür die finanziellen Mittel der HS?

Bastel

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Antw:Ballungsraumzulage/ÖPNV-Ticket in Berlin
« Antwort #46 am: 08.07.2019 11:35 »
Ich finde es ist ein Witz, dass ein Failed State wie Berlin, welcher am Tropf des Länderfinanzausgleichs hängt, sich sowas leistet.

Die Lebensqualität ist (für mich) hier einzigartig. Insbesondere merkt man das, wenn man zwischenzeitlich mal wieder in einem der o.g. Käffer zugegen war.

Schon einmal daran gedacht dass diese einzigartige Lebensqualität mit mehreren Milliarden aus Bayern, BaWü und Hessen gesponsert wird? Mit den 4,4 Milliarden aus 2018 kann man schon schöne Dinge finanzieren.

JC83

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Antw:Ballungsraumzulage/ÖPNV-Ticket in Berlin
« Antwort #47 am: 08.07.2019 11:51 »
Ich finde es ist ein Witz, dass ein Failed State wie Berlin, welcher am Tropf des Länderfinanzausgleichs hängt, sich sowas leistet.

Die Lebensqualität ist (für mich) hier einzigartig. Insbesondere merkt man das, wenn man zwischenzeitlich mal wieder in einem der o.g. Käffer zugegen war.



Schon einmal daran gedacht dass diese einzigartige Lebensqualität mit mehreren Milliarden aus Bayern, BaWü und Hessen gesponsert wird?

Nein, da hier mMn kein Zusammenhang besteht.

Bringst du den Länderfinanzausgleich auch bei jenen ins Spiel, die der Meinung sind, Berlin sei die Hölle auf Erden? Wobei, eher nicht, um es mir selbst zu beantworten, da ihr vermutlich die gleichen geistigen Eltern habt.

Wastelandwarrior

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Antw:Ballungsraumzulage/ÖPNV-Ticket in Berlin
« Antwort #48 am: 08.07.2019 11:58 »
Schon einmal daran gedacht dass diese einzigartige Lebensqualität mit mehreren Milliarden aus Bayern, BaWü und Hessen gesponsert wird? Mit den 4,4 Milliarden aus 2018 kann man schon schöne Dinge finanzieren.

Das ist Ablasshandel... :D

Bastel

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BerlinBerlin1

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BStromberg

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Antw:Ballungsraumzulage/ÖPNV-Ticket in Berlin
« Antwort #51 am: 08.07.2019 12:51 »
In Stuttgart scheint ein Teil der Politik auch auf so eine Idee zu kommen.

https://www.spd-rathaus-stuttgart.de/meldungen/hohe-lebenshaltungskosten-in-stuttgart-spd-fraktion-stuttgart-beantragt-tarifliche-ballungsraumzulage/

Das war doch bloß einer von zahlreichen Testballons, die momentan zu Himmel gelassen werden!

Gibt kaum noch ein Quartalstreffen der kommunalen Spitzenverbände landauf/landab, wo das nicht auf der Agenda steht.

Ist m.M.n. die Vorstufe für den flächendeckenden "gratis"-ÖPNV (man sollte besser sagen: allgemein-steuerfinanzierten ÖPNV).

Klein-Greta und ihre sektenmäßig sympathisierenden Anhänger werden da schon ganz feucht im Schritt.  ;)

Dass z.B. noch nicht einmal ein Drittel der Gesamtbevölkerung der BRD in Städten/Metropolen der Größenklasse über 100T EW lebt, wird gerne mal ausgeblendet getreu dem Sankt-Florians-Prinzip: Was interessiert es mich, ob die "Dörfler" überhaupt 'ne Busanbindung haben, Hauptsache ich fahre für ümme!.

Wie so oft, werden die Schritte 2 und 3 (gratis Zugang) vor dem first-step (Infrastruktur: Bedarfsplanung und Angebotsoptimierung) gemacht.

Das geht am Ende genauso aus, wie bei der Energiewende im Allgemeinen:
Alle wollen "sauberen Strom", zahlen mittlerweile kollektiv ein Vielfaches der viel zitierten "Trittin-Eiskugel" doch an eine zukunftsfähige Netzinfrastruktur nebst Stromspeicherung ist in den nächsten 2 Jahrzehnten noch nicht zu denken!

So in etwa wird es auch bei der gratis-ÖPNV-Tickets kommen:
  • Einführen
  • Initiatoren lassen sich mit Lorbeeren schmücken
  • Die Kosten werden Dritten überantwortet
  • So richtig glücklich ist die Mehrheit nicht, weil es nur im innerstädtischen Bereich ein echter Mehrwert darstellt... der Rest braucht immer noch das gute alte Automobil oder ein gehyptes Derivat in Gestalt dieser eScooter (Stichwort: die letzten 10 Meilen bis zur Haustüre)
"Ich brauche Informationen.
Meine Meinung bilde ich mir selber."
(Charles Dickens)

JC83

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Antw:Ballungsraumzulage/ÖPNV-Ticket in Berlin
« Antwort #52 am: 08.07.2019 13:10 »
Die Rechnung eines Privathaushaltes, die einen "vielfachen" Strompreis ausweist würde mich interessieren.

Spid

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Antw:Ballungsraumzulage/ÖPNV-Ticket in Berlin
« Antwort #53 am: 08.07.2019 13:17 »
Davon hat @BStromberg ja auch nichts geschrieben.

Unimitarbeiter

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Antw:Ballungsraumzulage/ÖPNV-Ticket in Berlin
« Antwort #54 am: 08.07.2019 13:36 »
Trittin hatte auch nicht ganz Unrecht. Würden sich nicht die RWE-Freunde und der Rest vom Großunternehmerkonsortium die künstlich hoch gehaltene EEG-Umlage in die eigene Tasche stecken, dann wären die Strompreise auch nicht so hoch. Aber leider sind seit 2004 einige redefreudige Stromlobbyisten mit dicken Koffern in den Bundestag gelaufen und haben für den nachhaltigen Wohlstand im Energiesektor gesorgt. Damit hatten die Grünen dann allerdings wenig zu tun, sondern die Konzernfreunde von Schwarzgelb :)

JC83

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Antw:Ballungsraumzulage/ÖPNV-Ticket in Berlin
« Antwort #55 am: 08.07.2019 13:43 »
Davon hat @BStromberg ja auch nichts geschrieben.

Selbstverständlich, nur ist hier für mich fraglich, was BStromberg denn sonst herausstellen wollte, wenn nicht (höhere) Kosten (für den Privathaushalt) sprich das Einzige, womit Politik beim "kleinen Mann" idR punkten kann.

Zumal das Thema "Kosten" ja in der darauffolgenden Aufzählung gleich wieder als "Überhelfung an Dritte" mitaufgeführt wird.

JC83

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Antw:Ballungsraumzulage/ÖPNV-Ticket in Berlin
« Antwort #56 am: 08.07.2019 13:49 »
    • So richtig glücklich ist die Mehrheit nicht, weil es nur im innerstädtischen Bereich ein echter Mehrwert darstellt... der Rest braucht immer noch das gute alte Automobil oder ein gehyptes Derivat in Gestalt dieser eScooter (Stichwort: die letzten 10 Meilen bis zur Haustüre)

    Ob das (noch) Auto gebraucht wird, darüber lässt sich fast nicht streiten, da der ÖPNV in Kleinstädten gnadenlos unausgebaut ist. Was es aber zu diskutieren gilt, ist der alte Grundsatz "Jeder muss (s)ein Auto (einzeln) fahren".
    Selbst in Kleinstädten stauen sich die SUVs und übergroßen Kombis durch die Gegend bei minimaler Personenanzahl pro Auto. In Deutschland kann, rein rechnerisch, jeder Einwohner vorn sitzen, bei knapp 40 Mio. Autos. Das ist doch totaler Wahnsinn.

    Spid

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    Antw:Ballungsraumzulage/ÖPNV-Ticket in Berlin
    « Antwort #57 am: 08.07.2019 13:57 »
    Davon hat @BStromberg ja auch nichts geschrieben.

    Selbstverständlich, nur ist hier für mich fraglich, was BStromberg denn sonst herausstellen wollte, wenn nicht (höhere) Kosten (für den Privathaushalt) sprich das Einzige, womit Politik beim "kleinen Mann" idR punkten kann.

    Zumal das Thema "Kosten" ja in der darauffolgenden Aufzählung gleich wieder als "Überhelfung an Dritte" mitaufgeführt wird.

    Eine Kugel Eis sah Herr Trittin im Werte von 1€ - und führte aus, daß die Förderung sog. Erneuerbarer Energien einen durchschnittlichen Haushalt ebensoviel im Monat kosten würde. Ein Vielfaches davon - nämlich ca. 14€ - ist es tatsächlich - und dies hat @BStromberg zutreffend ausgeführt.

    JC83

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    Antw:Ballungsraumzulage/ÖPNV-Ticket in Berlin
    « Antwort #58 am: 08.07.2019 15:07 »
    Wer ein Spiegel Abo besitzt...

    https://www.spiegel.de/plus/berlin-sagt-danke-deutschland-kolumne-a-00000000-0002-0001-0000-000164759111

    Habe leider kein Abo, aber auch ohne ist es recht interessant: Berlin ist entweder "failed state" oder eine Stadt mit kostenlosem Wein, Weib und Gesang ("süße Leben der Hauptstadtbewohner").

    yamato

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    Antw:Ballungsraumzulage/ÖPNV-Ticket in Berlin
    « Antwort #59 am: 09.07.2019 06:48 »
    Als Bewohner von Berlin in dritter Generation sage ich, eindeutig ein failed state.
    Zumindest seit 1990, vorher war es in Westberlin zwar genauso desaströs wurde aber durch die großzügige Förderung aus dem Westen verdeckt. Damals gab es nämlich weit mehr Geld aus dem Westen als heute durch den Länderfinanzausgleich.
    NAch der Einheit wurde die Substanz dann langsam nach und nach verfrühstückt.
    Alle Senate, egal welche Parteien beteilgt waren, waren im wesentlichen unfähig auf den Strukturwandel zu reagieren. Erst der Wowereitsenat mit Herrn Sarazin als Finanzsenator unternahm ernsthafte Sparanstrengungen von denen auch der heutige RRG Senat noch teilweise profitiert.
    Nehmen wir den aktuellen Senat.
    Der BER ist immer noch nicht fertig (allerdings sind der Bund und Brandenburg da genauso Schuld dran)
    Dringend benötigter Wohnungsbau von bezahlbaren Wohnungen findet bisher nicht statt, stattdessen behindert man lieber private Bauherren oder bestraft Vermieter mit niedrigen Mieten
    Selbst Herzensprojekte wie mehr und besser geschützte Radwege oder eine Verbesserung des ÖPNV-Fehlanzeige
    Dem ÖPNV fehlen Busse, U-Bahnwagen und Fahrer, das Angebot hat sich sogar eher verschlechtert
    Ach ja um mit den paar bisher beschafften E-Bussen anzugeben hat man extra die recht kurze Buslinie 300 geschaffen, wozu es keinen BEdarf gab.
    M.W. wurde bisher ein neuer Radweg fertiggestellt, der die Radfahrer wirksam schützt und allzu lang ist der auch nicht

    Das einzig schöne an Berlin ist, dass die privaten Firmen hier immer das schnellste Internet usw. anbieten.