Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 527931 times)

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1245 am: 20.01.2020 08:26 »
Dann zeig mir doch mal, wo der Freibetrag o.ä. bei Rentenbezug steht. M.W.n. wird nämlich die Rente voll angerechnet.
Jain, die Erwerbsunfähigkeitsrente nicht, aber darum ging es hier ja auch nicht.
Zitat
Es ist nicht spekulativ, daß das Zwangsrentensystem in einer nicht unerheblichen Zahl von Fällen dieses Ergebnis produziert - und nur darauf kommt es an. Es geht ja um Abschaffung und nicht die Ausnahme Einzelner.
Doch es ist bezogen auf den Fall absolut spekulativ. Denn die Mehrheit der Rentenbezieher beziehen keine Grundsicherung.
Und wie viele davon zwischenzeitlich so wenig in die Zwangsversicherung zahlten, dass es nur zur Grundsicherung gereicht hätte, wenn sie nicht wieder mehr einzahlten, kann ich nicht beurteilen, zumindest gibt es mit Sicherheit auch welche, die danach so viel einzahlen, dass sie keine Grundsicherung bekommen (wg. Teilzeit oder Jobdelle oder what ever).
Weiterhin ist es genauso wenig spekulativ die aktuelle politsche Diskussion zu dieser "Ungerechtigkeit" und die daraus resultierenden Änderungen an dem System einfließen zu lassen.
Es wird mEn so kommen, dass diejenigen die mehr in die Zwangsversicherung zahlen auch mehr monatliches Geld zur Verfügung gestellt bekommen.
In sofern wird den schwächsten dieses Geld aus der Tasche gezogen, weil sie ja nicht unbedingt im späteren Erwerbsleben zu diesen gehören müssen, aber wenn sie nicht gezwungen wären in dieser Phase auch zu zahlen, würden sie dann in später wieder zu den schwächsten gehören, weil dann die Rente noch niedriger wäre.

Die Individualebene ist aber nur dann relevant, wenn ich untersuchen wollte, ob für einen individuellen AN die Zwangsversicherung individualrational Sinn machte. Es geht aber um das System an sich und somit um die Kollektivebene - die eben eine nicht unerhebliche Anzahl von Fällen produziert, in denen die Versicherungsleistung hinter der Grundsicherung zurückbleibt und somit Aufwand ohne Nutzen entsteht. Die aktuellen Bemühungen einschließlich des Erfindens toller Neusprechbezeichnungen ändert nichts an der Versicherungsleistung, sondern ist nur eine - in der Übergangszone ebenfalls erhebliche Verwerfungen verursachende - versicherungsfremde Leistung, die entweder die Beitragszahler insgesamt oder den Bundeshaushalt belastet.

Keeper83

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1246 am: 20.01.2020 09:04 »
Ich habe auch kein Interesse an einer mittelmäßigen Leitungsfunktion, eine Führungsposition ist in Deinem Beispiel nicht zu erkennen. Wer sowas anstrebt, mag mit E14 zufrieden sein - wobei ich das nicht für die zutreffende Eingruppierung halte.

Ein Entgelt wird für mich ab analog zu B9 (Bund) interessant - aber nur, wenn mich die Aufgabe reizt.

Darf ich denn mal fragen ob du dich zur Zeit in einem Angestellten- oder Beamtenverhältnis befindest?
Ich tippe mal eher auf Freiberufler, Selbstständig, Unternehmer? Das sollte man vielleicht ergänzen um die Zahlen richtig einordnen zu können denke ich.   

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1247 am: 20.01.2020 09:09 »
Ich bin leitender Angestellter eines großen Zuwendungsempfängers.

Keeper83

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1248 am: 20.01.2020 09:28 »
Ich bin leitender Angestellter eines großen Zuwendungsempfängers.

Ah, OK. Und die "B9" bezieht sich allein auf dieses Gehalt oder auf deine Einkünfte insgesamt? Ich vermute weiterhin, dass da noch welche sind.  :D

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1249 am: 20.01.2020 09:31 »
Natürlich habe ich noch weitere Einkünfte. Das berührt aber nicht den Gegenwert, den ich für eine Vollzeitbeschäftigung für interessant genug fände, um ihr nachzugehen.

Kat

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« Antwort #1250 am: 20.01.2020 09:38 »
Mehrarbeit muß nicht angeordnet werden oder sonstwas. DAs sind ja keine Überstunden.

WasDennNun

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« Antwort #1251 am: 20.01.2020 09:38 »
Deswegen finde ich zukünft mit den zu erwartenden Änderungen
Es zieht also den schwächsten abhängigen Beschäftigten das Geld aus der Tasche, um den allgemeinen Haushalt zu entlasten, während alle anderen aus der Zwangsversicherung einen Vorteil ziehen.
Worauf ich hinauswollte ist, dass zukünftig diese Aussage ja nicht mehr korrekt ist, da ja alle von der Zwangsversicherung einen Vorteil ziehen, weil sie mehr als nur das Minimum bekommen.

Keeper83

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« Antwort #1252 am: 20.01.2020 09:39 »
Natürlich habe ich noch weitere Einkünfte. Das berührt aber nicht den Gegenwert, den ich für eine Vollzeitbeschäftigung für interessant genug fände, um ihr nachzugehen.

Alles klar, danke.

WasDennNun

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« Antwort #1253 am: 20.01.2020 09:44 »
Mehrarbeit muß nicht angeordnet werden oder sonstwas. DAs sind ja keine Überstunden.
Stimmt.
Aber dann verstehe ich nicht was du damit sagen wolltest, denn das ist ja eine reine private Entscheidung und eigenes Vergnügen oder selbstgemachtes Leid, wenn sei Mehrarbeit leisten.

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« Antwort #1254 am: 20.01.2020 10:01 »
Worauf ich hinauswollte ist, dass zukünftig diese Aussage ja nicht mehr korrekt ist, da ja alle von der Zwangsversicherung einen Vorteil ziehen, weil sie mehr als nur das Minimum bekommen.
Das ist ja leider nicht wahr. Profitieren wird ein -relativ beliebig definierter - Personenkreis, der ungleich kleiner ist als die Gesamtheit der Sozialversicherten.

Kat

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« Antwort #1255 am: 20.01.2020 10:48 »
Mehrarbeit muß nicht angeordnet werden oder sonstwas. DAs sind ja keine Überstunden.
Stimmt.
Aber dann verstehe ich nicht was du damit sagen wolltest, denn das ist ja eine reine private Entscheidung und eigenes Vergnügen oder selbstgemachtes Leid, wenn sei Mehrarbeit leisten.

Wenn man im Sozialbereich mit Publikum arbeitet hat man die Wahl zwischen länger bleiben oder sich mit wütenden Hilfeempfängern auseinanderzusetzen, was auch Zeit kostet. Die "Mir egal"-Einstellung klappt nur in anderen Bereichen.

Spid

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« Antwort #1256 am: 20.01.2020 10:51 »
Nein, sie klappt auch dort. Es ist ja nicht Deine Zeit, es ist Arbeitszeit. Ob die für Aktenbearbeitung oder für das Rufen der Polizei/des Sicherheitsdienstes draufgeht, ist doch nicht Dein Problem.

Kaffeetassensucher

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« Antwort #1257 am: 20.01.2020 11:07 »
Wenn man im Sozialbereich mit Publikum arbeitet hat man die Wahl zwischen länger bleiben oder sich mit wütenden Hilfeempfängern auseinanderzusetzen, was auch Zeit kostet. Die "Mir egal"-Einstellung klappt nur in anderen Bereichen.

Wieso musst du dich da eigentlich so mit denen "auseinandersetzen", dass es bis in deinen (theoretischen) Feierabend hineinreicht?

Letzter Hilfsbedürftiger für diesen Tag raus, Sachen zusammenpacken, Tür auf, Tür zu, abschließen, nach Hause gehen. Alternativ Schild aufstellen "Schalter geschlossen" und ab nach Hause.

Oder stehen die vor deiner Bürotür Schlange und drängen hinein, sobald der vorherige Hilfsbedürftige aus der Türe kommt? Im Jobcenter musste ich z. B. bei meinem ersten Besuch eine Nummer ziehen und wurde dann aufgerufen. Später hatte ich jeweils einen Termin (und Termine kann man als Sachbearbeiter so planen, dass sie in die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit passen). Wäre ich ohne Termin hingegangen, hätte ich auch nicht damit gerechnet, dass "mein" Sachbearbeiter ausgerechnet dann vor Ort ist, wenn ich mich zufällig dorthin bequemt hätte.

Von daher denke ich, dass man das alles in einem gewissen Rahmen auch ganz gut selber steuern kann.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #1258 am: 20.01.2020 11:28 »
Wenn man im Sozialbereich mit Publikum arbeitet hat man die Wahl zwischen länger bleiben oder sich mit wütenden Hilfeempfängern auseinanderzusetzen, was auch Zeit kostet. Die "Mir egal"-Einstellung klappt nur in anderen Bereichen.
und nachdem ich deswegen mich 4 x 2h länger als meine reguläre Arbeitszeit mit denen auseinandergesetzt habe, bleibe ich einen Tag zuhause.
Von daher denke ich, dass man das alles in einem gewissen Rahmen auch ganz gut selber steuern kann.
Eben. Klar kann es sein, das an einem Tag plötzlich 100 Bedürftige eine Nummer ziehen.
Und wenn man will, kann man diese auch abarbeiten. Aber dann muss man halt dafür sorgen, dass am nächsten Tag halt nur noch 5 Nummern gezogen werden können und man geht dann nach hause.
Alles eine Frage der Orga (sicherlich hier und da "zu Lasten" der Bedürftigen, aber denen kann man ja die Durchwahl des dafür Verantwortlichen geben, damit die sich dort Beschwerene könne.)

WasDennNun

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« Antwort #1259 am: 20.01.2020 11:34 »
Worauf ich hinauswollte ist, dass zukünftig diese Aussage ja nicht mehr korrekt ist, da ja alle von der Zwangsversicherung einen Vorteil ziehen, weil sie mehr als nur das Minimum bekommen.
Das ist ja leider nicht wahr. Profitieren wird ein -relativ beliebig definierter - Personenkreis, der ungleich kleiner ist als die Gesamtheit der Sozialversicherten.
Verstehe ich nicht ganz.

Stand jetzt ist, dass es eine Menge Zwangsversicherten gibt, die am Ende nur Rente + Aufstockung durch Grundsicherung bekommen, egal ob sie 100€ oder 400€ Rente bekommen. Sie haben also nichts davon in das Zwangssystem eingezahlt zu haben.
Wenn ich die Pläne der Regierung richtig interpretiere, dann werden zukünftig diejenigen "Aufstocker" die 400€ Rente Zwangsrente haben mehr Geld im Monat zur Verfügung haben, als die die nur 100€ Zwangsrente und die mehr als die die 0 € Zwangsrente haben.