Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 206699 times)

JahrhundertwerkTVÖD

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #2445 am: 23.02.2020 16:49 »
@Otto1:
Vielen Dank für die Bestätigung. Ich habe die Hoffnung schon aufgegeben, dass trotz mehrfacher Post meinen Ansatz noch jemand versteht.
Es wird oft nur ein Teil gelesen und munter gepostet.

Schritt für Schritt:
1: Marktgerechte Vergütung (deutliche Erhöhung + 100% JSZ)
2: Arbeitszeitreduzierung
3: Benefits wie garantierte Kinderbetreuung in städtische Einrichtungen, Ermässigungen z.B. Freibad, Hallenbad, städtische Musikschulen, usw. Wie halt in der freien Wirtschaft schon lange üblich.

Dann besteht auch eine reelle Chance auf dem Arbeitsmarkt und Stellen werden wieder besetzt.
Danach spricht doch absolut nichts gegen Arbeirszeitreduzierungen.

Übrigens, die magische Grenze kann aufgehoben werden, wenn der Wille vorhanden ist.

Daher mein erneuter Wunsch nach Anpassung der TVÖD Tabelle an den TV-V. Hier sind es bei E13 rd 1.400€/Monat

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #2446 am: 23.02.2020 16:51 »
noch dazu ist die Entwicklung eine wesentlich bessere. Im öD gibts für die Bachelors und Diplom (FH) eine magische Mauer (E12).... egal wie gut und talentiert man ist.

Eine solche Beschränkung gibt es für TB schlicht nicht.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #2447 am: 23.02.2020 16:53 »
Und?

Es ist die Konsequenz, die daraus folgt, die für den öD problematisch ist.

Der öD muss mit dem Mittelstand, der Industrie und den Konzernen in Zeiten der Hochkonjunktur für die fraglichen Branchen konkurrieren. Hinzu kommt der demographische Wandel, sodass eine Besserung für die Arbeitgeber nicht in Sicht ist.

Was zum Henker soll denn einen Ingenieur/Informatiker/Techniker etc. in den öD locken? Die Privatwirtschaft hegt und pflegt seine Fachkräfte mittlerweile auch sehr gut ohne sie zu verbrennen, da sie die Lage schlichtweg begriffen haben und sich der Markt in diesem Bereich vom Arbeitgeber- hin zum Arbeitnehmermarkt gewendet hat.

Das Hauptargument „Sicherheit“ (was es nach deiner Aussage nach gar nicht gibt) zieht nicht mehr, wenn mehrere offene Stellen auf einen Arbeitnehmer kommen.

Also lieber spid, was tun? Wie kann der öD attraktiv für die gefragten Fachkräfte werden, ohne dass es für jeden eine Extrawurst gibt? Der öffentliche Dienst muss erstmal ins Bewusstsein der Menschen als Arbeitgeber kommen. Die großen und engagierten Unternehmen setzten schon direkt an den Hochschulen an. Nach dem 4ten Semster wissen die Nachwuchskräfte schon wo sie ihr Praxissemester machen und danach halten Sie schon den Arbeitsvertrag in den Händen. Der öD kommt erst gar nicht zum Zug.

Und das hat jetzt was mit der Aussage zu tun, auf die sich meine Nachfrage bezog?

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #2448 am: 23.02.2020 17:08 »
@Otto1:
Vielen Dank für die Bestätigung. Ich habe die Hoffnung schon aufgegeben, dass trotz mehrfacher Post meinen Ansatz noch jemand versteht.
Es wird oft nur ein Teil gelesen und munter gepostet.

Schritt für Schritt:
1: Marktgerechte Vergütung (deutliche Erhöhung + 100% JSZ)
2: Arbeitszeitreduzierung
3: Benefits wie garantierte Kinderbetreuung in städtische Einrichtungen, Ermässigungen z.B. Freibad, Hallenbad, städtische Musikschulen, usw. Wie halt in der freien Wirtschaft schon lange üblich.

Dann besteht auch eine reelle Chance auf dem Arbeitsmarkt und Stellen werden wieder besetzt.
Danach spricht doch absolut nichts gegen Arbeirszeitreduzierungen.

Übrigens, die magische Grenze kann aufgehoben werden, wenn der Wille vorhanden ist.

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Die meisten Menschen sollen durchaus in der Lage sein, die Lebenszeit, die ihnen durch Erwerbsarbeit verloren geht, in ein Verhältnis zur Entschädigung dafür zu setzen - und 4500€ bei 40h sind nunmal schlechter als 4500€ bei 35h. Das begreift sogar ein ziemlicher Simpel. Bei 5000€ bei 40h und 4500€ bei 35h wird es schon schwieriger und die Entscheidung wird von der persönlichen Präferenzordnung abhängen.


Wieso sollte man eine ebenso defekte Tabelle wie die des TV-V zum Vorbild nehmen? Weil die Zahlen besser aussehen? Man gerät immer noch in Erklärungsnöte, warum das 15 Jahre dauern soll, bis man das Entgelt erzielt, das die Arbeit wert ist. Zudem können die TVP in jeder Entgelttabelle nach Belieben die Entgelte festlegen, die sie wollen. Der TV-V ist strukturell nun wirklich kein Vorbild.


Welche Hebel man ansetzen muß, habe ich nun schon mehrfach ausgeführt. Wenn man das in Tarifverhandlungen nicht unterbringen kann, können Bund und Länder ohne rechtliche Probleme übertariflich zahlen. Und Kommunen können mit einer Gewerkschaft, die nicht hauptsächlich von Rentnern, Arbeitslosen, Postwagenschubsern und Spülhilfen getragen wird, eigene Tarifverträge abschließen.

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #2449 am: 23.02.2020 19:13 »
noch dazu ist die Entwicklung eine wesentlich bessere. Im öD gibts für die Bachelors und Diplom (FH) eine magische Mauer (E12).... egal wie gut und talentiert man ist.

Eine solche Beschränkung gibt es für TB schlicht nicht.

Richtig, aber in der gelebten Praxis werden die Stellen bis E12 mit Bachelor/Diplom FH und die ab E13 mit Master/Diplom ausgeschrieben.

Siehe auch hier https://de.wikipedia.org/wiki/Tarifvertrag_f%C3%BCr_den_%C3%B6ffentlichen_Dienst in der Tabellenspalte "Voraussetzung". Ja, ich weiß Wikipedia ist fürn A*, der Tarifvertrag zählt, aber es wird schlichtweg einfach überall so gemacht.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #2450 am: 23.02.2020 19:26 »
Nein, wird es nicht. Und dort, wo man es macht, ist man schlicht selbst schuld, wenn man dadurch Probleme hat.

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #2451 am: 23.02.2020 19:52 »
@Otto1:
Vielen Dank für die Bestätigung. Ich habe die Hoffnung schon aufgegeben, dass trotz mehrfacher Post meinen Ansatz noch jemand versteht.
Es wird oft nur ein Teil gelesen und munter gepostet.

Schritt für Schritt:
1: Marktgerechte Vergütung (deutliche Erhöhung + 100% JSZ)
2: Arbeitszeitreduzierung
3: Benefits wie garantierte Kinderbetreuung in städtische Einrichtungen, Ermässigungen z.B. Freibad, Hallenbad, städtische Musikschulen, usw. Wie halt in der freien Wirtschaft schon lange üblich.

Dann besteht auch eine reelle Chance auf dem Arbeitsmarkt und Stellen werden wieder besetzt.
Danach spricht doch absolut nichts gegen Arbeirszeitreduzierungen.

Übrigens, die magische Grenze kann aufgehoben werden, wenn der Wille vorhanden ist.

Daher mein erneuter Wunsch nach Anpassung der TVÖD Tabelle an den TV-V. Hier sind es bei E13 rd 1.400€/Monat


Die meisten Menschen sollen durchaus in der Lage sein, die Lebenszeit, die ihnen durch Erwerbsarbeit verloren geht, in ein Verhältnis zur Entschädigung dafür zu setzen - und 4500€ bei 40h sind nunmal schlechter als 4500€ bei 35h. Das begreift sogar ein ziemlicher Simpel. Bei 5000€ bei 40h und 4500€ bei 35h wird es schon schwieriger und die Entscheidung wird von der persönlichen Präferenzordnung abhängen.


Wieso sollte man eine ebenso defekte Tabelle wie die des TV-V zum Vorbild nehmen? Weil die Zahlen besser aussehen? Man gerät immer noch in Erklärungsnöte, warum das 15 Jahre dauern soll, bis man das Entgelt erzielt, das die Arbeit wert ist. Zudem können die TVP in jeder Entgelttabelle nach Belieben die Entgelte festlegen, die sie wollen. Der TV-V ist strukturell nun wirklich kein Vorbild.

[...]

Richtig bei 4.500 € zu 5.000 € reden wir von 10%, da kann man sich das mit der 35 Stundenwoche gut überlegen. Bei 5.400 € liegt die Differenz bei 900 €. Da reden wir schon von einem Gehaltseinbußen, dass wahrscheinlich die Lebensqualität verringert.

Hinzu kommt, ich zitiere jetzt einfach mal eine HR-Seite die ich durch ad-hoc googlen gefunden habe:

"Welche (freiwilligen) Sozialleistungen und Mitarbeiter-Benefits bieten Sie Ihrem Personal an?

Unsere Mitarbeiter erhalten neben einen überdurchschnittlichen Gehaltspaket (Fixgehalt plus Bonusregelung) zahlreiche Benefits:

Firmenwagen ab Senior-Level (frei konfigurierbar: Golf GTD, MB A-Klasse, BMW 1er, Skoda Octavia RS,…), PKW Stellplätze in der Tiefgarage, VVS-Jobticket mit Maximalzuschuss durch Arbeitgeber, Essenszulagen (Sodexo Essensgutscheine), regelmäßige intensive Coachings und Trainings, Gesundheitsmanagement (Sportkurse, Impfungen, Rückenschule), Mitarbeiter Events (Städtetrips in Deutschland, Wasen), Unfallversicherung, freie Getränke (Kaffeegetränke, Säfte, Mineralwasser), regelmäßig frisches Obst im Büro, Internetnutzung, sehr gute Verkehrsanbindung im Zentrum[..]."

Im öffentlichen Dienst gibts nen Schuhkarton als Büro und Möbel made in West Germany sowie "schicke" PVC-Bodenbeläge. Dazu viel Bürokratie, starre Hierachien und es fällt nicht auf wenn man jede E-Mail feinsäuberlich ausdruckt und abheftet. Von den Arbeitsmitteln selbst will ich schon gar nicht reden.

Welche Vorteile hat der öD also? Die Sicherheit gibt es ja laut deiner Aussage nicht für die Tarifbeschäftigten.

Wo du natürlich recht hast: Wenn man eine Stelle mit konkreten Aufgaben ausschreibt, macht es keinen Sinn eine solche "Stufenlandschaft" zu konstruieren. Ggf. kann man im ersten Jahr etwas weniger im Rahmen der Einarbeitung bezahlen, aber danach sollte es eine Basisstufe geben, die den zu erfüllenden Aufgaben gerecht wird. Im Anschluss sollte es nach vielleicht 3 Jahren noch eine Erfahrungsstufe geben, denn spätestens jetzt beherrscht man alles so, dass man sich das volle Endgelt verdient hat. 15 Jahre sind natürlich ein Witz, denn auch das sehen die Bewerber. Ggf. sollte man noch eine Leistungsstufe ermöglichen, die eine entsprechende Langzeitmotivation bietet.
In 15 Jahren ist man in der Privatwirtschaft vom Uniabsolventen zum Abteilungsleiter aufgestiegen. Im öD hat sitzt man immernoch auf dem gleichen Stuhl im gleichen Schuhkarton mit den gleichen Möbeln. Nur das in 15 Jahren der Sitznachbar in Rente ist und sein alter Stuhl leer bleibt!

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #2452 am: 23.02.2020 20:26 »
Der öD ist aber kein AG, er ist eine Gruppe von AG höchster Heterogenität. Ebenso wie es in der Privatwirtschaft kleine Klitschen mit Bürocontainern gibt, gibt es öffentliche AG mit exzellenter Büroausstattung und kostenlosem Kaffee - und umgekehrt. Es ist übrigens innerhalb wie außerhalb des öD üblich, daß beruflicher Aufstieg eigener Initiative bedarf - wer sich nicht bewegt, kommt auch in der Privatwirtschaft nicht voran.

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #2453 am: 23.02.2020 20:28 »
... Und Kommunen können mit einer Gewerkschaft, die nicht hauptsächlich von Rentnern, Arbeitslosen, Postwagenschubsern und Spülhilfen getragen wird, eigene Tarifverträge abschließen.

Gibt es die schon oder muß eine solche noch gegründet werden ?

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #2454 am: 23.02.2020 20:39 »
dbb, DHV, GÖD, GVV...

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #2455 am: 23.02.2020 21:05 »
Der öD ist aber kein AG, er ist eine Gruppe von AG höchster Heterogenität. Ebenso wie es in der Privatwirtschaft kleine Klitschen mit Bürocontainern gibt, gibt es öffentliche AG mit exzellenter Büroausstattung und kostenlosem Kaffee - und umgekehrt. Es ist übrigens innerhalb wie außerhalb des öD üblich, daß beruflicher Aufstieg eigener Initiative bedarf - wer sich nicht bewegt, kommt auch in der Privatwirtschaft nicht voran.

Dann muss ich das Einhorn ja nur noch ausfindig machen, nur war mein Eindruck bisher, dass es ein flächendeckendes Problem ist.

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #2456 am: 23.02.2020 21:07 »
dbb, DHV, GÖD, GVV...

Ich glaube er meint, ob die Kommune, die das macht noch gegründet werden muss....  8)

Gibt es denn eine?  :-X

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #2457 am: 23.02.2020 21:32 »
Ich bin mir sehr sicher, daß der verdi-Büttel das nicht meinte.

Es gibt zahlreiche Gemeinden, die Haustarifverträge aus unterschiedlichen Motiven, z.B. Beschäftigungssicherung, geschlossen haben. Bekanntestes Beispiel dürfte Hannover sein.

JahrhundertwerkTVÖD

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #2458 am: 24.02.2020 01:01 »
Es gibt auch zahlreiche Gemeinden die in Anlehnung an den TVÖD vergüten.

Wenn schon Verdi selbst nicht merkt was für ein Müll Sie produzieren, dann müssen wohl die Gemeinden aus dem TVÖD austreten.

Vielleicht sollten Streiks gegen Verdi organisiert werden.
Kann so eine Gewerkschaft und deren Oberen nicht auch mal zur Rechenschaft gezogen werden?

Miriam

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #2459 am: 24.02.2020 08:12 »
Vielen Dank für die schnelle Antwort!
Dann verstehe ich es so,  dass das Ausstellen von Pfändungsaufträgen und von Amtshilfeersuchen nicht unter schwierige buchhalterische Tätigkeiten fällt? Vollstreckungsangelegenheiten sind ja dann u.a. Gerichtsvollzieheraufträge
Wer sich das hat wohl einfallen lassen  ???

Wie meinst du das? Das die "Wertigkeit" von den Ausnahmetatbeständen höher oder niedriger sind als das eigentlich Merkmal?

Ich ordne die Wertigkeit niedriger ein. Man macht eine Ausnahme aber die Ausnahme taucht dann nirgendwo mehr auf, wo man sie einordnen könnte?