Autor Thema: Langeweile im Büroalltag  (Read 4261 times)

Labrador

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 11
  • Karma: +0/-0
Langeweile im Büroalltag
« am: 16.10.2019 08:53 »
Hallo zusammen,

ich arbeite nun seit 3 Jahren auf einer Zulassungsstelle.
Immer mehr wird mir bewusst, wie sehr mich diese Arbeit "unterfordert".
Jeder Kunde braucht im Prinzip das Gleiche, jeder Satz (z.B. brauchen Sie eine grüne Feinstaubplakette usw.)
wird ständig wiederholt. Zudem sind seit ein paar Wochen unsere Besucherzahlen so gering, dass wir kaum Arbeit haben (vielleicht 3 Kunden in der Stunde, welche einen aber nicht mal 10min beschäftigen). Außer Kundenkontakt gibt es nix zutun, wir haben keine Ablage, können nix neu sortieren usw.
Das hört sich jetzt zwar nach Luxus an, weil man viel privates erledigen kann, aber wir sind hier alle dermaßen unzufrieden und gelangweilt. Wir können auch niemand anderen Arbeit abnehmen, da wir als Außenstelle komplett alleine im Gebäude sind.
Im Internet surfen wird von der Leitung hier geduldet und selbst praktiziert, was ja aber auch nicht unbedingt Sinn der Sache ist.
Erfahrungsgemäß beginnt der Ansturm auch erst wieder im Frühjahr, also ab Februar oder März. Dann geht es bis ca. September, ab da ist dann Flaute...
Hatte jemand schon eine ähnliche Situation?
Was ratet ihr mir? (klar, kündigen und was neues suchen liegt nahe, aber so einfach ist das ja nicht)
« Last Edit: 16.10.2019 09:07 von Labrador »

Chrille1507

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 97
  • Karma: +7/-5
Antw:Langeweile im Büroalltag
« Antwort #1 am: 16.10.2019 09:21 »
Die Zeit lässt sich zum Beispiel wunderbar für ein Fernstudium nutzen.
Nicht für jeden von Interesse aber zumindest sinnvoll.

Spid

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4,877
  • Karma: +727/-682
Antw:Langeweile im Büroalltag
« Antwort #2 am: 16.10.2019 09:42 »
Naja, Zulassungsstelle ist halt eben wie an der Kasse von McDonalds. Es gibt Menschen, die sind damit ausgefüllt, es gibt welche, denen wird langweilig und dann machen sie Unsinn oder drangsalieren die Kunden - und dann gibt es diejenigen, die da rauswachsen und sich auf andere Stellen bewerben.

WasDennNun

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 666
  • Karma: +26/-28
Antw:Langeweile im Büroalltag
« Antwort #3 am: 16.10.2019 09:45 »
Personalabbau gepaart mit flexible Zeitkonten (für die Peakseason) wäre auch eine Lösung.

inter omnes

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 94
  • Karma: +9/-1
Antw:Langeweile im Büroalltag
« Antwort #4 am: 16.10.2019 09:50 »

Hatte jemand schon eine ähnliche Situation?
Was ratet ihr mir? (klar, kündigen und was neues suchen liegt nahe, aber so einfach ist das ja nicht)


Erst bewerben - dann kündigen. Warum ist das nicht einfach? Falls du eine VFA-Ausbildung hast, hast du nahezu freie Auswahl, die Stellensituation könnte kaum besser sein. Auf Dauer endest du sonst wie (leider) viel zu viele frustrierte Beschäftigte im öffentlichen Dienst, die dann irgendwann Gefallen daran finden, ihre eigene Frustration an den Bürgern abzuarbeiten.

Organisator

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 279
  • Karma: +16/-15
Antw:Langeweile im Büroalltag
« Antwort #5 am: 16.10.2019 10:17 »
Ich würde als erstes zu meiner Führungskraft gehen und auf das Problem hinweisen sowie eigene Ideen transportieren, was man in der Flaute so machen kann. z.B.:

- Längerfristige Fortbildung (wolltest Du nicht schon immer mal... Französisch lernen, Zulassungen für Spezialgeräte können, den TÜV unterstützen, Ersthelfer werden, nen bachelor in irgendwas machen)

- Zeitweise Tätigkeit woanders in der Behörde, was auch spannend ist?

- Zeitweise Tätigkeit in der Behörde, wo Not am Mann ist?

- Ideen einholen vom Chef, Führungskräfte haben eigentlich immer Ideen, wo man was tun kann

- Ideen einholen von der nächsthöheren Führungsebene

...

Bürohengst

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 7
  • Karma: +0/-6
Antw:Langeweile im Büroalltag
« Antwort #6 am: 16.10.2019 10:27 »
Drei Jahre Beschäftigungszeit sind ja noch nicht sonderlich viel. Wie lange herrscht denn schon arbeitsmäßig "Ebbe"? Falls noch nicht geschehen, dann frage doch mal dienstältere Kollegen, ob das dort schon immer so war. Ich kann es mir kaum vorstellen. Zumindest auf unserer Zulassungsstelle muss man Nummern ziehen und wartet oft eine halbe bis dreiviertel Stunde.
Ich kenne diese Phasen aber auch und bin schon 10 Jahre hier. Das Schlimmste ist, dass die Zeit einfach nicht rumgeht. In der freien Wirtschaft würde man wohl irgendwann Kurzarbeit anmelden. Wer sich für den Öffentlichen Dienst entscheidet, wird sowas in seiner beruflichen Laufbahn zu 99,999 % nie erleben. Das muss man halt vorher wissen, bevor man den Arbeitsvertrag unterschreibt. Aber es geht natürlich auch anders. Wenn ich z. B. an eine Freundin von mir beim Ausländeramt denke, da ist es genau umgekehrt. Viel zu viel Arbeit, der Kalender durchterminiert, man kommt kaum hinterher. Oder eine Bekannte beim Jobcenter, die haben da richtig Stress plus viel schwieriges Klientel und manche überlegen, wie lange sie sich das noch geben wollen. Die würden sofort mit Dir tauschen.

Ich würde den Job-Markt (intern wie extern) jedenfalls mal im Auge behalten. Eine gute Stelle im öD einfach so aufgeben würde ich mir inzwischen aber auch wieder gut überlegen. Die Wirtschaft kühlt derzeit spürbar ab und wer zuletzt kommt, der geht bekanntermaßen auch zuerst. Manches lernt man dann erst zu schätzen, wenn man es nicht mehr hat.  ;)

Labrador

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 11
  • Karma: +0/-0
Antw:Langeweile im Büroalltag
« Antwort #7 am: 16.10.2019 10:44 »
Drei Jahre Beschäftigungszeit sind ja noch nicht sonderlich viel. Wie lange herrscht denn schon arbeitsmäßig "Ebbe"? Falls noch nicht geschehen, dann frage doch mal dienstältere Kollegen, ob das dort schon immer so war. Ich kann es mir kaum vorstellen. Zumindest auf unserer Zulassungsstelle muss man Nummern ziehen und wartet oft eine halbe bis dreiviertel Stunde.
Ich kenne diese Phasen aber auch und bin schon 10 Jahre hier. Das Schlimmste ist, dass die Zeit einfach nicht rumgeht. In der freien Wirtschaft würde man wohl irgendwann Kurzarbeit anmelden. Wer sich für den Öffentlichen Dienst entscheidet, wird sowas in seiner beruflichen Laufbahn zu 99,999 % nie erleben. Das muss man halt vorher wissen, bevor man den Arbeitsvertrag unterschreibt. Aber es geht natürlich auch anders. Wenn ich z. B. an eine Freundin von mir beim Ausländeramt denke, da ist es genau umgekehrt. Viel zu viel Arbeit, der Kalender durchterminiert, man kommt kaum hinterher. Oder eine Bekannte beim Jobcenter, die haben da richtig Stress plus viel schwieriges Klientel und manche überlegen, wie lange sie sich das noch geben wollen. Die würden sofort mit Dir tauschen.

Ich würde den Job-Markt (intern wie extern) jedenfalls mal im Auge behalten. Eine gute Stelle im öD einfach so aufgeben würde ich mir inzwischen aber auch wieder gut überlegen. Die Wirtschaft kühlt derzeit spürbar ab und wer zuletzt kommt, der geht bekanntermaßen auch zuerst. Manches lernt man dann erst zu schätzen, wenn man es nicht mehr hat.  ;)

Klar gibt es bei uns im Frühjahr auch Phasen, da kommt man nicht mal dazu, kurz einen Schluck zu trinken, weil die Kunden dir auf die Finger glotzen (Wartebereich im gleichen Raum). Das ist mir aber ehrlich gesagt lieber, weil dann die Zeit so schnell vergeht.
Laut den älteren Kolleginnen ist es für diese Jahreszeit ganz normal, dass nichts los ist. Sie haben sich wohl damit abgefunden und beschäftigen sich sonst wie. Für mich ist das alles nicht zufriedenstellend.
In die freie Wirtschaft zu wechseln kommt im Moment nicht in Frage. Möchte eigentlich schon beim selben AG bleiben, dann bleibt mir wohl nichts übrig, als auf die passende Stelle zu warten.

Labrador

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 11
  • Karma: +0/-0
Antw:Langeweile im Büroalltag
« Antwort #8 am: 16.10.2019 10:49 »
Ich würde als erstes zu meiner Führungskraft gehen und auf das Problem hinweisen sowie eigene Ideen transportieren, was man in der Flaute so machen kann. z.B.:

- Längerfristige Fortbildung (wolltest Du nicht schon immer mal... Französisch lernen, Zulassungen für Spezialgeräte können, den TÜV unterstützen, Ersthelfer werden, nen bachelor in irgendwas machen)

- Zeitweise Tätigkeit woanders in der Behörde, was auch spannend ist?

- Zeitweise Tätigkeit in der Behörde, wo Not am Mann ist?

- Ideen einholen vom Chef, Führungskräfte haben eigentlich immer Ideen, wo man was tun kann

- Ideen einholen von der nächsthöheren Führungsebene

...

Den Vorgesetzten zu informieren ist eher nicht optimal, nachher werden tatsächlich noch Stellen abgebaut bzw. Kollegen zwangsweise auf Stellen versetzt, die sie nicht wollen.
Fortbildung wäre eine (für mich) tolle Option, allerdings wird das wohl kaum möglich sein, weil man ja dann doch gewisse Arbeitsmaterialien benötigt und dies etwas auffällig wäre, da die Kunden direkt im Raum warten.
Da bleibt für mich nur, abzuwarten, ob sich in nächster Zeit was anderes auftut.

Labrador

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 11
  • Karma: +0/-0
Antw:Langeweile im Büroalltag
« Antwort #9 am: 16.10.2019 10:51 »

Hatte jemand schon eine ähnliche Situation?
Was ratet ihr mir? (klar, kündigen und was neues suchen liegt nahe, aber so einfach ist das ja nicht)


Erst bewerben - dann kündigen. Warum ist das nicht einfach? Falls du eine VFA-Ausbildung hast, hast du nahezu freie Auswahl, die Stellensituation könnte kaum besser sein. Auf Dauer endest du sonst wie (leider) viel zu viele frustrierte Beschäftigte im öffentlichen Dienst, die dann irgendwann Gefallen daran finden, ihre eigene Frustration an den Bürgern abzuarbeiten.

So gesehen ist es natürlich einfach, ich habe nur etwas "Angst", dass es auf der nächsten Stelle nicht anders sein wird. Ja ich habe eine VFA-Ausbildung und halte natürlich Augen und Ohren offen. Bei uns werden zur Zeit viele Teilzeitstellen angeboten, was nicht in Frage kommt.

Spid

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4,877
  • Karma: +727/-682
Antw:Langeweile im Büroalltag
« Antwort #10 am: 16.10.2019 10:53 »
Ich würde als erstes zu meiner Führungskraft gehen und auf das Problem hinweisen sowie eigene Ideen transportieren, was man in der Flaute so machen kann. z.B.:

- Längerfristige Fortbildung (wolltest Du nicht schon immer mal... Französisch lernen, Zulassungen für Spezialgeräte können, den TÜV unterstützen, Ersthelfer werden, nen bachelor in irgendwas machen)

- Zeitweise Tätigkeit woanders in der Behörde, was auch spannend ist?

- Zeitweise Tätigkeit in der Behörde, wo Not am Mann ist?

- Ideen einholen vom Chef, Führungskräfte haben eigentlich immer Ideen, wo man was tun kann

- Ideen einholen von der nächsthöheren Führungsebene

...

Den Vorgesetzten zu informieren ist eher nicht optimal, nachher werden tatsächlich noch Stellen abgebaut bzw. Kollegen zwangsweise auf Stellen versetzt, die sie nicht wollen.
Fortbildung wäre eine (für mich) tolle Option, allerdings wird das wohl kaum möglich sein, weil man ja dann doch gewisse Arbeitsmaterialien benötigt und dies etwas auffällig wäre, da die Kunden direkt im Raum warten.
Da bleibt für mich nur, abzuwarten, ob sich in nächster Zeit was anderes auftut.

Warum sollte das nicht optimal sein? Wenn es mehr Personal gibt als erforderlich, ist es doch optimal, es abzubauen oder dort einzusetzen, wo es gebraucht wird.

Labrador

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 11
  • Karma: +0/-0
Antw:Langeweile im Büroalltag
« Antwort #11 am: 16.10.2019 11:05 »
Ich würde als erstes zu meiner Führungskraft gehen und auf das Problem hinweisen sowie eigene Ideen transportieren, was man in der Flaute so machen kann. z.B.:

- Längerfristige Fortbildung (wolltest Du nicht schon immer mal... Französisch lernen, Zulassungen für Spezialgeräte können, den TÜV unterstützen, Ersthelfer werden, nen bachelor in irgendwas machen)

- Zeitweise Tätigkeit woanders in der Behörde, was auch spannend ist?

- Zeitweise Tätigkeit in der Behörde, wo Not am Mann ist?

- Ideen einholen vom Chef, Führungskräfte haben eigentlich immer Ideen, wo man was tun kann

- Ideen einholen von der nächsthöheren Führungsebene

...

Den Vorgesetzten zu informieren ist eher nicht optimal, nachher werden tatsächlich noch Stellen abgebaut bzw. Kollegen zwangsweise auf Stellen versetzt, die sie nicht wollen.
Fortbildung wäre eine (für mich) tolle Option, allerdings wird das wohl kaum möglich sein, weil man ja dann doch gewisse Arbeitsmaterialien benötigt und dies etwas auffällig wäre, da die Kunden direkt im Raum warten.
Da bleibt für mich nur, abzuwarten, ob sich in nächster Zeit was anderes auftut.

Warum sollte das nicht optimal sein? Wenn es mehr Personal gibt als erforderlich, ist es doch optimal, es abzubauen oder dort einzusetzen, wo es gebraucht wird.

Für den AG mit Sicherheit, allerdings hat man dann wahrscheinlich kaum eine Wahl, wo man hin versetzt wird. D.h. auch örtlich, wir sind hier ca. 30km vom Haupthaus entfernt. Das könnte für den ein oder anderen schon ein Problem darstellen (ÖPNV hier katastrophal). Außerdem ist es ja wie gesagt nur zeitweise so total ruhig, im Frühjahr könnte man eher noch 1-2 Kollegen mehr gebrauchen...

Spid

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4,877
  • Karma: +727/-682
Antw:Langeweile im Büroalltag
« Antwort #12 am: 16.10.2019 11:09 »
Angesichts des Umstandes, daß aus dem allg. Steueraufkommen gezahlt wird, ist es nicht nur besser für den AG, sondern vielmehr für die Allgemeinheit.

Labrador

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 11
  • Karma: +0/-0
Antw:Langeweile im Büroalltag
« Antwort #13 am: 16.10.2019 11:21 »
Angesichts des Umstandes, daß aus dem allg. Steueraufkommen gezahlt wird, ist es nicht nur besser für den AG, sondern vielmehr für die Allgemeinheit.
Das sehe ich ja vollkommen ein. Es wird nur nicht möglich sein, einen AN von Sept-Feb auf Amt A zu stecken und von März-Aug auf Amt B. So flexibel sind unsere Chefs nicht...Außerdem wäre es wahrscheinlich auch schwierig, weil man ja trotzdem immer auf dem aktuellsten Stand bleiben sollte. Es ändert sich ja doch häufiger was und dann erst wieder wochenlang eingelernt zu werden, macht ja auch wenig Sinn.

Spid

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4,877
  • Karma: +727/-682
Antw:Langeweile im Büroalltag
« Antwort #14 am: 16.10.2019 11:23 »
Selbstverständlich ist das möglich, es scheitert nur an dem - zumindest von Dir behaupteten - Unwillen des AG, der anscheinend lieber öffentliche Gelder verschwendet.