Autor Thema: Einschätzung Eingruppierung  (Read 3030 times)

venue

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Antw:Einschätzung Eingruppierung
« Antwort #30 am: 10.01.2020 09:13 »
Und wie kommt es dann zur Diskrepanz bei o.g. Stellen?

Wieso ist erstere EG11, wenn "der Tarifvertrag" eindeutig eine niedrigere, wahrscheinlich EG9c vorsieht?

Spid

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Antw:Einschätzung Eingruppierung
« Antwort #31 am: 10.01.2020 09:16 »
Welche Diskrepanz? Und wer hätte behauptet, sie sei E11? Oder gehst Du trotz wiederholtem Hinweis davon aus, der Rechtsmeinung des AG käme hinsichtlich der Eingruppierung eine Relevanz zu?

venue

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Antw:Einschätzung Eingruppierung
« Antwort #32 am: 10.01.2020 09:30 »
Sie ist mit EG11 durch den AG ausgeschrieben. Und genau das ist doch relevant für den AN / Bewerber. Niemand wird sich auf eine Stelle bewerben, weil er meint, sie sei laut TVÖD eigentlich höher eingruppiert als ausgeschrieben. Und die erste Amtshandlung nach der Einstellung ist dann der Antrag auf Höhergruppierung... Realtitätsfern.

Wie gesagt, ich möchte mich nicht am rechtlichen/theoretischen Hintergrund aufhalten - mich interessiert die Praxis. Wenn wir uns an den Wortlauten des TVÖD aufhängen, gäbe es wahrscheinlich keine Stelle, die gerechtfertigt in EG12 eingruppiert ist.

Spid

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Antw:Einschätzung Eingruppierung
« Antwort #33 am: 10.01.2020 09:32 »
Die Ausschreibung des AG ist für die Eingruppierung unbeachtlich. Stellen sind überhaupt nicht eingruppiert, TB sind eingruppiert.

venue

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Antw:Einschätzung Eingruppierung
« Antwort #34 am: 10.01.2020 09:33 »
Das hatte ich noch editiert.

Und genau das ist doch relevant für den AN / Bewerber. Niemand wird sich auf eine Stelle bewerben, weil er meint, sie sei laut TVÖD eigentlich höher eingruppiert als ausgeschrieben. Und die erste Amtshandlung nach der Einstellung ist dann der Antrag auf Höhergruppierung... Realtitätsfern.

Wieso ist sie unbeachtlich? Sie ist das einzige, was in der Praxis beachtet wird.

Spid

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Antw:Einschätzung Eingruppierung
« Antwort #35 am: 10.01.2020 09:36 »
Weil sie für die Eingruppierung unbeachtlich ist. TB sind stets entsprechend ihrer nicht nur vorübergehend auszuübenden Tätigkeit eingruppiert, ein Antrag ist dafür weder vorgesehen noch erforderlich - weshalb es auch keinen Antrag auf Höhergruppierung gibt.

venue

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Antw:Einschätzung Eingruppierung
« Antwort #36 am: 10.01.2020 09:42 »
Okay, ich denke das Problem können wir jetzt einfach umgehen, indem ich die eingangs gestellte Frage umformuliere.

Wie wird eine wie oben beschrieben Stelle (den Erfahrungen nach) vom AG vergütet, sprich an welcher EG wird er sich beim Jahresbrutto orientieren? Oder auch: was ist eurer persönlichen Meinung nach die branchenübliche Eingruppierung / Bezahlung?

Denn das ist doch das, was mich (und die meisten Forenmitglieder möglicherweise auch) interessiert. Und nicht wie der TB nach tarifvertraglichen Regelungen eigentlich eingruppiert werden müsste.

Spid

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Antw:Einschätzung Eingruppierung
« Antwort #37 am: 10.01.2020 09:49 »
Übertarifliche Vergütung ist kein Regelungsgegenstand des TVÖD und somit nicht Thema dieses Unterforums.

venue

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Antw:Einschätzung Eingruppierung
« Antwort #38 am: 10.01.2020 09:52 »
Als kleine Ergänzung, warum, wenn man den tariflichen Regelungen bei der Eingruppierung von TB folgen müsste, niemand in den jeweils höheren EG eingruppiert wäre.

Jeder Arbeitnehmer (Bürojob) wird folgende Aufgaben zu seinen Tätigkeiten zählen:

- E-Mails schreiben (Privatkunden, Geschäftskunden, Mitarbeiter)
- Telefonieren
- Persönliche Gespräche zur Pflege der Geschäftsbeziehungen
- (passive) Teilnahme an Meetings
- Ablage und Organisation des Arbeitsplatzes
- Recherche
- Protokollierung
- Ausfüllen von Formularen
- Berechnung (Excel) von grundlegenden Kennzahlen und KPI
- Erstellen von Grafiken und Präsentation
- etc.

All diese Tätigkeiten könnte / müsste man mit einer sehr niedrigen EG bewerten, wenn man dem Wortlaut folgt. Trotzdem werden diese Tätigkeiten bei einem Großteil der AN im ÖD >50% der Arbeitszeit einnehmen. Auch wenn diese (E9c)/E10 bis E13 (E14) eingruppiert sind.

venue

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Antw:Einschätzung Eingruppierung
« Antwort #39 am: 10.01.2020 09:55 »
Übertarifliche Vergütung ist kein Regelungsgegenstand des TVÖD und somit nicht Thema dieses Unterforums.

Ich denke nicht, dass der AG aus Fallbeispiel 1 davon ausgeht, er vergütet außertariflich. Vielmehr wird er die Aufgaben des Jobs genau kennen und anschließend die Meinung vertreten, dass der TB mit EG11 vergütet werden muss. Die Lücke zwischen dem, was schwarz auf weiß in der Stellenbeschreibung steht und dem, was laut TVÖD für EG11 verlangt wird, bleibt implizit.

Spid

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Antw:Einschätzung Eingruppierung
« Antwort #40 am: 10.01.2020 10:16 »
Als kleine Ergänzung, warum, wenn man den tariflichen Regelungen bei der Eingruppierung von TB folgen müsste, niemand in den jeweils höheren EG eingruppiert wäre.

Jeder Arbeitnehmer (Bürojob) wird folgende Aufgaben zu seinen Tätigkeiten zählen:

- E-Mails schreiben (Privatkunden, Geschäftskunden, Mitarbeiter)
- Telefonieren
- Persönliche Gespräche zur Pflege der Geschäftsbeziehungen
- (passive) Teilnahme an Meetings
- Ablage und Organisation des Arbeitsplatzes
- Recherche
- Protokollierung
- Ausfüllen von Formularen
- Berechnung (Excel) von grundlegenden Kennzahlen und KPI
- Erstellen von Grafiken und Präsentation
- etc.

All diese Tätigkeiten könnte / müsste man mit einer sehr niedrigen EG bewerten, wenn man dem Wortlaut folgt. Trotzdem werden diese Tätigkeiten bei einem Großteil der AN im ÖD >50% der Arbeitszeit einnehmen. Auch wenn diese (E9c)/E10 bis E13 (E14) eingruppiert sind.

Dein völlig ungenügendes Fachwissen wird auch in dieser Vorbringung deutlich. Mach Dich doch mal kundig zu den Themen Arbeitsvorgang und Zusammenhangstätigkeiten. Ein mindestens durchschnittliches Verständnis vorausgesetzt, läßt Dich dies dann Dein Versagen schnell erkennen.

Spid

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Antw:Einschätzung Eingruppierung
« Antwort #41 am: 10.01.2020 10:17 »
Übertarifliche Vergütung ist kein Regelungsgegenstand des TVÖD und somit nicht Thema dieses Unterforums.

Ich denke nicht, dass der AG aus Fallbeispiel 1 davon ausgeht, er vergütet außertariflich. Vielmehr wird er die Aufgaben des Jobs genau kennen und anschließend die Meinung vertreten, dass der TB mit EG11 vergütet werden muss. Die Lücke zwischen dem, was schwarz auf weiß in der Stellenbeschreibung steht und dem, was laut TVÖD für EG11 verlangt wird, bleibt implizit.

Das ist ja noch ungünstiger. Wenn der AG nicht bewußt übertariflich vergütet, sondern über die Eingruppierung irrt, kann er diesen Irrtum auch nach Jahren noch korrigieren.

Lars73

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Antw:Einschätzung Eingruppierung
« Antwort #42 am: 10.01.2020 10:18 »
All diese Tätigkeiten könnte / müsste man mit einer sehr niedrigen EG bewerten, wenn man dem Wortlaut folgt. Trotzdem werden diese Tätigkeiten bei einem Großteil der AN im ÖD >50% der Arbeitszeit einnehmen. Auch wenn diese (E9c)/E10 bis E13 (E14) eingruppiert sind.

Dabei ist aber das Prinzip der Bildung von Arbeitsvorgängen zu beachten.
Eine Atomisierung der Aufgaben ist nicht zulässig. Deshalb bekomme ich fürs E-Mail schreiben E14. Aber das ist das was drin steht auch meist wert ;-)

Wegen der zu bildenden Arbeitsvorgänge ist deine Annahme unzutreffend.

venue

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Antw:Einschätzung Eingruppierung
« Antwort #43 am: 10.01.2020 10:44 »
Als kleine Ergänzung, warum, wenn man den tariflichen Regelungen bei der Eingruppierung von TB folgen müsste, niemand in den jeweils höheren EG eingruppiert wäre.

Jeder Arbeitnehmer (Bürojob) wird folgende Aufgaben zu seinen Tätigkeiten zählen:

- E-Mails schreiben (Privatkunden, Geschäftskunden, Mitarbeiter)
- Telefonieren
- Persönliche Gespräche zur Pflege der Geschäftsbeziehungen
- (passive) Teilnahme an Meetings
- Ablage und Organisation des Arbeitsplatzes
- Recherche
- Protokollierung
- Ausfüllen von Formularen
- Berechnung (Excel) von grundlegenden Kennzahlen und KPI
- Erstellen von Grafiken und Präsentation
- etc.

All diese Tätigkeiten könnte / müsste man mit einer sehr niedrigen EG bewerten, wenn man dem Wortlaut folgt. Trotzdem werden diese Tätigkeiten bei einem Großteil der AN im ÖD >50% der Arbeitszeit einnehmen. Auch wenn diese (E9c)/E10 bis E13 (E14) eingruppiert sind.

Dein völlig ungenügendes Fachwissen wird auch in dieser Vorbringung deutlich. Mach Dich doch mal kundig zu den Themen Arbeitsvorgang und Zusammenhangstätigkeiten. Ein mindestens durchschnittliches Verständnis vorausgesetzt, läßt Dich dies dann Dein Versagen schnell erkennen.

Ob mein Fachwissen jetzt ungenügend (Schulnote 6) ist, sei mal dahingestellt. Ich habe aber nie behauptet, Fachwissen in diesem Bereich zu haben und bin froh, wenn ich dieses durch Diskussionen aufwerten kann.

Mit dem Begriff der Zusammenhangstätigkeiten habe ich mich bisher tatsächlich nicht beschäftigt. Aber gut, dann kommt es letztendlich aus AN-Sicht darauf an, den am höchsten bewerteten Arbeitsvorgängen möglichst viele Zusammenhangstätigkeiten zuzuschreiben und schon haben wir eine Stelle, die eine Eingruppierung in EG12 rechtfertigt (da der zeitliche Anteil am höchsten ist). Aus AG-Sicht dann gegenteilig.

venue

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Antw:Einschätzung Eingruppierung
« Antwort #44 am: 10.01.2020 10:48 »
Übertarifliche Vergütung ist kein Regelungsgegenstand des TVÖD und somit nicht Thema dieses Unterforums.

Ich denke nicht, dass der AG aus Fallbeispiel 1 davon ausgeht, er vergütet außertariflich. Vielmehr wird er die Aufgaben des Jobs genau kennen und anschließend die Meinung vertreten, dass der TB mit EG11 vergütet werden muss. Die Lücke zwischen dem, was schwarz auf weiß in der Stellenbeschreibung steht und dem, was laut TVÖD für EG11 verlangt wird, bleibt implizit.

Das ist ja noch ungünstiger. Wenn der AG nicht bewußt übertariflich vergütet, sondern über die Eingruppierung irrt, kann er diesen Irrtum auch nach Jahren noch korrigieren.

Ich ging in meinen Ausführungen nicht von einem Irrtum aus, sondern von einer bewussten Entscheidung aufgrund der Kenntnis der tatsächlichen und nicht in der online abgebildeten Stellenausschreibung Tätigkeiten / Arbeitsvorgängen.

Und wie kann man das als Arbeitnehmer wissen, wie kann man sich davor schützen? Wie will der AG nachweisen, dass er sich irrte und nicht bewusst mehr zahlte?