Autor Thema: Vorstellungsgespräch zusammen mit anderen Bewerbern rechtens?  (Read 2300 times)

DiVO

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Ich finde das Verhalten nicht fragwürdig. Ich habe früher bei einer mittelgroßen Sparkasse gearbeitet und da war ein solches Gruppengespräch fester Bestandteil des Azubiauswahlverfahrens.

1. Schritt: Bewerbungen sichten
2. Schritt: 80 zu einem Eignungstes einladen
3. Schritt: 32 Bewerber zu Gruppengesprächen einladen (vier Gespräche mit je acht Personen)
4. Schritt: 16 Bewerber zu Einzelgesprächen einladen
5. Schritt: 8 Bewerber zum Probearbeiten einladen
6. Schritt: Mit diesen 8 Bewerbern nochmal ein EInzelgespräch führen und dann die vier Besten einstellen.

In dem Fall gibt es ja auch außerdem noch Einzelgespräche, in denen dann auch Dinge besprochen werden können, die andere Bewerber absolut nichts angehen.

Mein Fall wäre solch eine Assessment-Center-artiges Auswahlverfahren allerdings nach wie vor nicht, schon gar nicht, wenn es "nur" um eine Azubistelle geht.

Der Anspruch war eben damals die besten Bewerber zu finden, diese während der Ausbildung zu den Jahrgangsbesten im Bundesland zu machen und daraus anschließend Nachwuchsführungskräfte zu formen.

Kryne

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Die Azubi Stellen (Verwaltungsfachangestellte) haben bei uns auch ein größeres Verfahren, weil es da einfach Unmengen an Bewerbungen gibt. Glaube zuletzt knapp 100 Bewerbungen auf zwei Stellen die es jedes Jahr gibt.

Glaube die 30 "besten" Bewerbungen werden zu einem Eignungstest eingeladen. Die zehn besten davon werden dann zu Einzelgesprächen geladen und davon werden dann zwei eingestellt.

Trotzdem nicht vergleichbar mit einem affigen AC oder sowas.

 

Kaiser80

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Die Azubi Stellen (Verwaltungsfachangestellte) haben bei uns auch ein größeres Verfahren, weil es da einfach Unmengen an Bewerbungen gibt. Glaube zuletzt knapp 100 Bewerbungen auf zwei Stellen die es jedes Jahr gibt.

Alter, was ne Bewerberquote! Großstadt und/oder Bundesbehörde ? Da sag mir einer der öD sei unattraktiv

RsQ

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Alter, was ne Bewerberquote! Großstadt und/oder Bundesbehörde ? Da sag mir einer der öD sei unattraktiv

In der Tat. Lesen wir nicht (hier) immer, es gäbe keine VFA mehr? Also gibt es nur zu wenig Ausbildungsplätze, nicht aber zu wenig interessierte Bewerber?

Kaffeetassensucher

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Die Azubi Stellen (Verwaltungsfachangestellte) haben bei uns auch ein größeres Verfahren, weil es da einfach Unmengen an Bewerbungen gibt. Glaube zuletzt knapp 100 Bewerbungen auf zwei Stellen die es jedes Jahr gibt.

Alter, was ne Bewerberquote! Großstadt und/oder Bundesbehörde ? Da sag mir einer der öD sei unattraktiv

Also, was Banken und Sparkassen betrifft, heißt es doch seit jeher, dass die sich vor lauter Bewerbungen auf Azubiplätze kaum retten können. Das wundert mich also nicht (weshalb ich auch schon vermutet hatte, dass deshalb ein solch mehrstufiges Verfahren nötig ist).

Kryne

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Die Azubi Stellen (Verwaltungsfachangestellte) haben bei uns auch ein größeres Verfahren, weil es da einfach Unmengen an Bewerbungen gibt. Glaube zuletzt knapp 100 Bewerbungen auf zwei Stellen die es jedes Jahr gibt.

Alter, was ne Bewerberquote! Großstadt und/oder Bundesbehörde ? Da sag mir einer der öD sei unattraktiv

Weder noch. Kleinstadt, aber im Ballungsgebiet. Daher auch nur die zwei Stellen die es jedes Jahr gibt. Die 100 Bewerber hier, bewerben sich natürlich bei einer Vielzahl von Städten hier im Umkreis.

Dafür haben wir seit fast 2 Jahren pausenlos eine Bautechniker Stelle ausgeschrieben, ohne auch nur eine einzige Bewerbung drauf bekommen zu haben.

RisikoNRW

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Also, was Banken und Sparkassen betrifft, heißt es doch seit jeher, dass die sich vor lauter Bewerbungen auf Azubiplätze kaum retten können. Das wundert mich also nicht (weshalb ich auch schon vermutet hatte, dass deshalb ein solch mehrstufiges Verfahren nötig ist).

Diese Zeiten sind spätestens im Nachlauf von 2008 vorbei. Gab es in den späten 19xx Jahren sicherlich noch eine Quote von 10:1, spätestens 1 Jahr vor Ausbildungsbeginn waren die Stellen vergeben, dürften Sparkassen und Volksbanken heute froh sein, dass man die offenen Stellen heute drei Monate vor Ausbildungsbeginn überhaupt besetzt hat.

Die Anzahl der Bewerber, aber auch deren Qualität nimmt ab. Neben dem "Ruf" des Berufes hat auch das Interesse an einer kaufmännischen Ausbildung abgenommen. Der Studierendenanteil wird einfach größer. Und letzten Endes kann man damit heute keine Familie mehr ernähren, was vor 30 Jahren sicherlich noch möglich war.

Da leiden die kaufmännischen Berufe fast schon in ähnlicher Form, wie die handwerklichen Berufe. Aber damit kommen wir zu weit vom Thema ab und man könnte sich stundenlang darüber auslassen.

Zum Thema: Im Rahmen eines AC finde ich es vollkommen in Ordnung, dies in Gruppen zu lösen. Persönliche Dinge oder Werdegang gehören aber sicherlich nicht in ein Plenum mit anderen Bewerbern.

Ich kenne es auch nur von der Bewerbung als Azubi, dort wurde aber nur sehr eingeschränkt auf persönliche Dinge eingegangen, als vielmehr berufliche, perspektivische und fachliche Dinge erörtert.

Feidl

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VG in einer Gruppe hatte ich bei Azubistelle Vermessungstechniker.
Dabei gab es Vormittags ein Einstellungstest mit ca. 40-50 Leuten und am gleichen Tag noch (was gut war, da weit entfernt) nachmittags das VG mit jeweils 4er Gruppen. Dabei wurde offensichtlich die Gruppeneinteilung nach der Leistung im Einstellungstest gemacht. Denn bei unserer hieß es schon im Gespräch, dass wir höchstwahrscheinlich sowieso alle genommen werden (und so war es dann auch).
Es wurden 9 Azubis eingestellt (in drei unterschiedlichen Dienststellen).

Für mich war das Gruppengespräch zu der Zeit defintiv von Vorteil, denn bei anderen Stellen konnte ich mich zwar immer im Einstellungstest durchsetzen, dann aber jeweils im Einzelgespräch nicht mehr. Bei dem Gruppengespräch war das Gespräch kaum entscheidend (weil auch kurz, glaub 15min, also pro Bewerber keine 4 min), sondern hauptsächlich der Einstellungstest.

Anzumerken sei, das war 2006, also wo noch Überangebot an Bewerbern gab. Schon die Jahre darauf merkte man, dass Anzahl und Qualität der Bewerber sank.

idinahui

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Gruppen-VGs kenne ich von einer ehemaligen Behörde. Hauptgrund: Zeitersparnis bei Pflicht-VGs einhergehend mit bereits besetzter Stelle!

Wenn ich "Gast" einen solchen Gruppen-VGs wäre, würde ich auf den Datenschutz verweisen und mitteilen, dass ich ein Einzel-VG verlange, nicht wünsche und würde dann ein "lustiges" VG führen. ;-)


pavian

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Also insgesamt glaube ich, dass der öffentliche Dienst insgesamt sehr attraktiv  für junge Leute ist.
Natürlich kann ich nicht sagen, ob mir wirklich eine ehrliche Antwort gegeben wurde, aber ich habe in sämtlichen Vorstellungsgesprächen gefragt, wie hoch die Anzahl an Bewerbern gewesen ist.

Spitzenreiter war eine Großstadt im Ruhrgebiet mit über 1000 Bewerbungen für Ausbildungen in der Verwaltung. Es ging um 50 freie Plätze.
Da ich mich im Umkreis der Stadt beworben habe, war es da sicherlich nicht viel besser aus Sicht der Bewerber.

In diesem Fall hier, wurde mir gesagt, dass 3 Stellen besetzt werden und mehr als 150 Bewerbungen eingegangen sind. Hier wurde auch erst ein Onlinetest durchgeführt, dann ein Test Vorort und dann erst das Gespräch.
Trotzdem fand ich dieses Verfahren hier, für mich als Bewerber ziemlich schlecht. Ich habe als Außenstehender keine genaue Vorstellung, wie die Verfahren rechtlich ablaufen müssen. Aber aus meiner Sicht kann ich es nicht verstehen, warum erst zwei Tests durchführt und dann trotzdem noch so eine hohe Anzahl an Bewerben einlädt um die Leute im Endeffekt trotzdem nur halbherzig Kennenlernen möchte und anstatt das Einzelgespräch, lieber ein Gruppengespräch abhält.

Bastel

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Die 1000 Bewerber werden sich aber vermutlich auch alle auf ähnliche Berufe wie Bürokaufmann, Industriekaufmann... usw. bewerben. Die Guten haben zum Schluss die Auswahl und ob die sich dann noch für den Öff. Dienst entscheiden?

Kaffeetassensucher

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Aber aus meiner Sicht kann ich es nicht verstehen, warum erst zwei Tests durchführt und dann trotzdem noch so eine hohe Anzahl an Bewerben einlädt […]

Vielleicht waren die Ergebnisse der Tests nicht soo aussagekräftig bzw. lagen die Bewerber punktemäßig alle/viele gleichauf oder dicht beieinander?

Wenn ich so auf meine Erfahrungen mit Bewerbungsverfahren zurückblicke, waren das eh meist dieselben Tests und wenn nicht das, dann ähnliche Aufgaben. Bei AG im öffentlichen Dienst gab/gibt es sogar einen Standardtestbogen, den ich bei wirklich jedem Auswahlverfahren ausfüllen durfte. Nach dem dritten Mal kannte ich ihn auswendig ...

Philipp

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Ich habe sowas im ÖD noch nie erlebt und würde mich dessen auch verwehren.

Wohl noch nie bei einem Ministerium beworben?

Da war erst Gespräch zu zweit, dann Schreibtest (Beschwerdeschreiben an andere Behörde), dann Situation im Rollenspiel.

Bei einem öffentlichen Rundfunksender war es damals ein AC in dem alle Aufgaben in der Gruppe erledigt wurden, über den gesamten Tag, und alle zwei Stunden war Gruppendiskussion mit Jury.


Gioconda

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Hi

Letztens hatte ich bei einer größeren Stadtverwaltung ein Vorstellungsgespräch und das wurde in einer Gruppe mit 3 anderen Bewerbern geführt.
Gruppendiskussionen kenne ich, aber verstößt man bei dem eigentlichen Vorstellungsgespräch nicht gegen den Datenschutz? Ich meine persönliche Angelegenheiten und der Lebenslauf geht doch fremde Leute abseits des Gremiums niemanden etwas an?

Pseudonym

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Ich habe sowas im ÖD noch nie erlebt und würde mich dessen auch verwehren.

Wohl noch nie bei einem Ministerium beworben?

Nein, das hatte ich bisher nicht nötig.