Autor Thema: „Corona“- Maßnahmen in Sparkassen - Arbeitszeit - Hilfe -  (Read 4260 times)

Sparkassenmitarbeiter10

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Guten Abend zusammen,

kann uns jemand helfen? Es geht um die aktuellen Maßnahmen die in Sparkassen aufgrund des COVID-19 getroffen werden.

Wir haben nun für 4 Wochen 2-Schichtarbeit (6-13 Uhr und 13.30-21 Uhr). Freiwillige Samstage wurden aufgeteilt. Jede Schicht á 2 Samstage. Bei einer 39 Stunden Woche ist es uns nicht mehr möglich auf unsere Arbeitszeit zu kommen. (Auch wenn beide Samstage mit den möglichen 10h Höchstarbeitszeit gearbeitet werden). Die Sparkasse setzt  diese Maßnahme auf Kosten der Mitarbeiter um, die ihr Gleitzeitkonto zum Abbau ihrer Überstunden oder eben den Aufbau von Minusstunden benutzen. Der Geschäftsanfall ist weiter groß, es ist keineswegs zu  wenig Arbeit da um den Abbau von Überstunden zu erzwingen. Im Gegenteil durch diverse Maßnahmen und Stellenabbau im vergangenen Jahr ist die Arbeit rückständig.

Ist dies Arbeitsrechtlich möglich? Ist dies nicht eine Verletzung im Vertragsrecht für uns Angestellten?
Und darf die Sparkasse eine 6 Tage Woche anordnen?

In Rückspache mit Freunden und Bekannten in aktueller Lage hat absolut JEDER Betrieb Nachteile auf Kosten des Betriebs und nicht der Mitarbeiter veranlasst. Daher wurden wir aufmerksam und benötigen schnelle Hilfe.

Vielen Dank im Voraus.

Spid

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Welche Regelungen trifft denn die Dienst-/Betriebsvereinbarung bzw. einzelvertragliche Vereinbarung zum Arbeitszeitkonto zu Minusstunden und Verfügungsgewalt des AG über Zeitguthaben? Darauf kommt es nämlich an. Eine 6-Tage-Woche ist aus betrieblichen Gründen problemlos möglich.

Amtsschimmel

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Meine Frau ist Auszubildende bei der Sparkasse. Sie hat bis Ende April eigentlich Berufsschule, diese hat nun jedoch geschlossen (RLP).
Darf Sie einfordern, auf der Arbeit Stoff zu lernen? Sie erhält nämlich weiterhin Arbeitsmaterialien von der Berufsschule.

Spid

  • Gast
Fordern darf sie alles, einen Anspruch hat sie nicht.

Amtsschimmel

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Fordern darf sie alles, einen Anspruch hat sie nicht.

Soll durch die Zusammenarbeit von Ausbilder und Auszubildenden nicht der Abschluss der Ausbildung ermöglicht werden? Ich sehe das bei der Erwartungshaltung einer 39h Arbeitswoche plus vollem Berufsschulbetrieb via Selbststudium (inklusive Online-Klausuren, die bereits angesetzt worden sind) doch zumindest gefährdet.

Spid

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Das ist unbeachtlich. Anspruch auf Freistellung von der Leistung im Betrieb besteht für den Besuch der Berufsschule. Fällt die Berufsschule aus, fällt damit auch die Freistellung fort.

Amtsschimmel

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Das ist unbeachtlich. Anspruch auf Freistellung von der Leistung im Betrieb besteht für den Besuch der Berufsschule. Fällt die Berufsschule aus, fällt damit auch die Freistellung fort.

Das hatte ich beinahe befürchtet, danke für die Rückmeldung.
Hoffen wir mal auf Kulanz bei der Personalabteilung, da eine dogmatische Rechtsauslegung hier offensichtlich niemandem helfen dürfte.

RsQ

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Wir haben nun für 4 Wochen 2-Schichtarbeit (6-13 Uhr und 13.30-21 Uhr). Freiwillige Samstage wurden aufgeteilt. Jede Schicht á 2 Samstage.

Ich frage mal als interessierter Bürger: Welchen Grund gibt es denn (kurzfristig) für Mehrarbeit in den Sparkassen?  ???

Spid

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Wo siehst Du Mehrarbeit?

RsQ

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Na ja ...

Zitat
Wir haben nun für 4 Wochen 2-Schichtarbeit (6-13 Uhr und 13.30-21 Uhr)

klingt für mich schon nach (deutlich) mehr als nur nach "Wir müssen ein paar Kollegen vertreten, die erkrankt ausfallen" ...

Spid

  • Gast
Erstens kann Mehrarbeit nur von TZ-Beschäftigten geleistet werden und zweitens sind 6,5 bzw. 6 Stunden pro Tag selbst bei einer 6-Tage-Woche nicht bzw. so gerade eben ausreichend, um auf 39 Wochenstunden zu kommen.

Kryne

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Ich muss hier einfach mal kurz einhaken, um einfach mal festzustellen wie amüsiert ich generell bin. Man könnte fast lachen, wenn es nicht so traurig und ernst wäre.

Die "Wirtschaft" ist der eigentlich leidtragende dieser Krise, aber dort wird den Mitarbeitern wirklich geholfen. Bekannte der Familie ist Anwaltsgehilfin. 50+ und hat eine Vorerkrankung. Wurde von ihrem Chef jetzt erstmal bezahlt 4 Wochen freigestellt, damit ihr nichts passiert. Ähnliche Geschichten höre ich aus allen Richtungen und aus allen Branchen. Überall wird Mitarbeiterfürsorge getroffen auf Kosten des Betriebes.

Wer ist mal wieder total überfordert, bürokratisch bis zum letzten Atemzug und will Maßnahmen erstmal nur auf Kosten von Mitarbeitern treffen ? Der öffentliche Dienst.

Hätte es bei uns nicht eine Anweisung vom Kreis gegeben, dann würden auch Heute noch Besucher hier in die Dienststelle strömen.


MrRossi

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Ich muss hier einfach mal kurz einhaken, um einfach mal festzustellen wie amüsiert ich generell bin. Man könnte fast lachen, wenn es nicht so traurig und ernst wäre.

Die "Wirtschaft" ist der eigentlich leidtragende dieser Krise, aber dort wird den Mitarbeitern wirklich geholfen. Bekannte der Familie ist Anwaltsgehilfin. 50+ und hat eine Vorerkrankung. Wurde von ihrem Chef jetzt erstmal bezahlt 4 Wochen freigestellt, damit ihr nichts passiert. Ähnliche Geschichten höre ich aus allen Richtungen und aus allen Branchen. Überall wird Mitarbeiterfürsorge getroffen auf Kosten des Betriebes.

Wer ist mal wieder total überfordert, bürokratisch bis zum letzten Atemzug und will Maßnahmen erstmal nur auf Kosten von Mitarbeitern treffen ? Der öffentliche Dienst.

Hätte es bei uns nicht eine Anweisung vom Kreis gegeben, dann würden auch Heute noch Besucher hier in die Dienststelle strömen.

Du berichtest von euch, pauschalisierst das dann auf alle "ÖD". Bei uns läuft es gerade nicht so. Risikogruppen sind z.B. freigestellt.
Natürlich muss jede Dienststelle individuell betrachtet werden.

BAT

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Nun ja, die von Teilen der Belegschaft teils seit etlichen Jahren geforderten Rahmenbedingungen werden nun auch bei uns endlich mal umgesetzt, also nicht mehr mit drei Beschäftigten auf einem Büro, Ausweitung der Gleitzeiten, Ausweitung von Telearbeit, etc.

Einige Leute brauchen halt Druck, damit mal was passiert.


Lars73

  • Gast
@Kryne
Den Eindruck zum öffentlichen Dienst kann ich nicht teilen. In den Bundesbehörden und Ministerien mit denen ich zu tun habe und auch in den Ministerien der Bundesländer mit denen ich Kontakt habe sieht es anders aus. Es werden sachgerechte und auch großzügige Regelungen getroffen. Wenn es einzelne Behörden gibt die da anders Verfahren ist dies bedauerlich. Dies gibt es aber auch in "der Wirtschaft".