Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 184509 times)

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1845 am: 02.09.2020 13:36 »
Für die gilt nicht der Abschluss, für die gilt, was sie höchstselbst verhandelt haben.

Und warum genau lassen sich die Gewerkschaften von den AG Kosten für AN vorhalten, mit denen sie gar nichts zu tun haben?

Saggse

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« Antwort #1846 am: 02.09.2020 13:44 »
Für die gilt nicht der Abschluss, für die gilt, was sie höchstselbst verhandelt haben.

Und warum genau lassen sich die Gewerkschaften von den AG Kosten für AN vorhalten, mit denen sie gar nichts zu tun haben?
Ich gebe zu, das hat jetzt bei mir 'ne Weile gedauert, um komplett durchzusickern, aber die Argumentation ist verdammt gut. ;-)

KeuleMS

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« Antwort #1847 am: 02.09.2020 14:15 »
Dann ist es bei mir noch nicht durchgesickert.
Warum sie sich das vorhalten lassen weiß ich nicht und das ist dann ja auch deren Problem.

Für die gilt nicht der Abschluss, für die gilt, was sie höchstselbst verhandelt haben.
Sie haben nichts höchstselbst ausgehandelt. Sie haben einfach nur den gleichen Arbeitsvertrag unterschrieben.

Spid

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« Antwort #1848 am: 02.09.2020 14:18 »
Selbstverständlich haben sie den Arbeitsvertrag höchstselbst ausgehandelt. Der Arbeitsvertrag ist das Ergebnis von Verhandlungen der Parteien. Das gilt auch dann, wenn eine Partei das erste Angebot der anderen Partei annimmt.

BAT

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« Antwort #1849 am: 02.09.2020 14:37 »
Um es nochmal einzuwerfen, weil es immer wieder ausformuliert wird:
Die Kassenlage "der Kommunen" anzuführen ist totaler Unsinn, da es nicht "die Kommunen" gibt.
Meinem Arbeitgeber geht es finanziell blendend.
Der könnte auch eine Tariferhöhung um 10% im ersten Jahr locker mitgehen. Und würde dies im Sinne einer vernünftigen Fachkräftegewinnung auch gerne tun.

In meiner Wohnortkommune gibt es Gewerbesteuerausfälle von etwa 16 Mio. Euro (etwa 40 Prozent der im Haushalt veranschlagten Summe). Das fehlende Geld nehmen wir auch aus der "Portokasse".

MrRossi

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1850 am: 02.09.2020 14:43 »
Selbstverständlich haben sie den Arbeitsvertrag höchstselbst ausgehandelt. Der Arbeitsvertrag ist das Ergebnis von Verhandlungen der Parteien. Das gilt auch dann, wenn eine Partei das erste Angebot der anderen Partei annimmt.
In Bezug auf die Entgelterhöhungen haben sie faktisch nichts, rein garnichts ausgehandelt. Sie haben sich nur den Forderungen und Ergebnissen "der Verhandelnden" unterworfen, soweit Sie, wie in den meisten Fällen, keine außertarifliche Bezahlung vereinbart haben.

Spid

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« Antwort #1851 am: 02.09.2020 14:49 »
Selbstverständlich haben sie in Bezug auf die Entgelterhöhungen etwas ausgehandelt - und zwar dahingehend, als daß diese auf die Anwendung finden.

Arno-Nühm

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1852 am: 02.09.2020 14:58 »
was sollte einen nicht organisierten denn in die Gewerkschaft treiben? Es gibt überhaupt keinen vernünftigen Grund sich bei Verdi zu beteiligen !
Wenn ich 4,8 % fordere sollten auch 4,8 % in der Lohntüte sein. Die Gewerkschaften sollten den Verhandlungspartnern klar machen welche Konsequenz ein Warnstreik für die Kindergärten und Schulen mit sich bringen würde. Geld ist jede Menge vorhanden, machen wir uns mal nix vor... daran kann es ja nicht liegen. Die kommunen sollten sich mal Hinterfragen welch aufgeblähten Apparat sie die letzten Jahre aufgebaut haben (Selbstreflektion).

Wer bei DIESEN Tarifabschlüssen noch 1% seines Bruttomonatsgehaltes zu Verdi trägt, dem ist nicht mehr zu helfen...

Saggse

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1853 am: 02.09.2020 14:58 »
Dann ist es bei mir noch nicht durchgesickert.
Warum sie sich das vorhalten lassen weiß ich nicht und das ist dann ja auch deren Problem.

Für die gilt nicht der Abschluss, für die gilt, was sie höchstselbst verhandelt haben.
Sie haben nichts höchstselbst ausgehandelt. Sie haben einfach nur den gleichen Arbeitsvertrag unterschrieben.
Was Spid sagen will, ist, dass es die Arbeitgeber sind und waren, die dafür verantwortlich sind, haufenweise Nicht-Gewerkschaftsmitglieder an der Backe zu haben, auf die das mit den Gewerkschaften ausgehandelte Tarifergebnis ebenfalls anzuwenden ist. Das kann den Gewerkschaften aber schnurzpiepegal sein, da sie mit dieser Entscheidung rein gar nichts zu tun haben. Ich versuche mal eine Analogie:

Mein Nachbar hat sich - aus welchen Gründen auch immer - gegenüber unserem gemeinsamen Autohändler verpflichtet, stets exakt das gleiche Auto zu erwerben, was ich erwerbe. Wenn ich jetzt im Lotto gewinne und mir einen Ferrari kaufe, hat mir gefälligst niemand einen Vorwurf zu machen, weil mein armer Nachbar jetzt vor dem Bankrott steht.

DiVO

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« Antwort #1854 am: 02.09.2020 15:05 »
Um es nochmal einzuwerfen, weil es immer wieder ausformuliert wird:
Die Kassenlage "der Kommunen" anzuführen ist totaler Unsinn, da es nicht "die Kommunen" gibt.
Meinem Arbeitgeber geht es finanziell blendend.
Der könnte auch eine Tariferhöhung um 10% im ersten Jahr locker mitgehen. Und würde dies im Sinne einer vernünftigen Fachkräftegewinnung auch gerne tun.

In meiner Wohnortkommune gibt es Gewerbesteuerausfälle von etwa 16 Mio. Euro (etwa 40 Prozent der im Haushalt veranschlagten Summe). Das fehlende Geld nehmen wir auch aus der "Portokasse".

Und was genau hat das mit den Gehältern im TVöD zu tun? Als die Gewerbesteuereinnahmen in den vergangenen Jahren gesprudelt sind, wurde dieses Geld doch auch nicht die Mitarbeiter weitergegeben. Ganz im Gegenteil: der Geldsack wurde eher noch zugehalten. Wenn in schlechten Zeiten mit der Höhe der Gewerbesteuer argumentiert wird, dann bitte auch in den guten - alles andere ist Rosinenpickerei.

Wenn die Kommunen nicht mehr in der Lage sein sollten die Gehälter zu bezahlen, dann sollen sie eben betriebsbedingte Kündigungen aussprechen und die Personalkosten senken, indem sie Mitarbeiter ausstellen oder Personalüberhang abbauen. Reduktion der Fixkosten und Umstruktierung im Stile großer Unternehmen wäre da angebracht.

So lange aber nichts in dieser Richtung passiert, die Digitalisierung weiter verschlafen wird, Prozesse nicht optimiert werden, kann es um die Finanzen nicht schlimm stehen.

öfföff

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1855 am: 02.09.2020 15:16 »
Falls der TVöD Abschlsus jetzt mager ausfällt, und der TV-L Ende 2021 dann einigermaßen gut ausfällt, könnte die Lücke zw. beiden Sparten wieder etwas geschlossen werden.

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1856 am: 02.09.2020 15:18 »
Und das wäre in wessen Interesse?

daseinsvorsorge

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« Antwort #1857 am: 02.09.2020 15:29 »

Was Spid sagen will, ist, dass es die Arbeitgeber sind und waren, die dafür verantwortlich sind, haufenweise Nicht-Gewerkschaftsmitglieder an der Backe zu haben, auf die das mit den Gewerkschaften ausgehandelte Tarifergebnis ebenfalls anzuwenden ist.

Wenn die Arbeitgeber von der Gleichstellungsabrede abweichen wollen, können Sie dies sofort mit den Gewerkschaften vereinbaren. Wollen Sie aber nicht- obschon sie so viel Geld sparen könnten.

Donnerpferd

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #1858 am: 02.09.2020 15:31 »
...weil dann die AN massenweise in die Gewerkschaften rennen würden, diese Stärke der Gewerkschaften wollen die gar nicht haben - verständlicherweise.

Spid

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« Antwort #1859 am: 02.09.2020 15:34 »

Was Spid sagen will, ist, dass es die Arbeitgeber sind und waren, die dafür verantwortlich sind, haufenweise Nicht-Gewerkschaftsmitglieder an der Backe zu haben, auf die das mit den Gewerkschaften ausgehandelte Tarifergebnis ebenfalls anzuwenden ist.

Wenn die Arbeitgeber von der Gleichstellungsabrede abweichen wollen, können Sie dies sofort mit den Gewerkschaften vereinbaren. Wollen Sie aber nicht- obschon sie so viel Geld sparen könnten.

Es handelt sich zumeist nicht um Gleichstellungsabreden, sondern um Bezugnahmeklauseln. Beide sind nicht zwischen AG und Gewerkschaften, sondern zwischen den Arbeitsvertragsparteien geschlossen. Mithin könnten AG und Gewerkschaften derlei nicht vereinbaren. Wie wäre es, wenn Du Dir vor Diskussionsteilnahme wenigstens die allernötigsten Grundkenntnisse zum Diskussionsgegenstand aneignest?