Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 591806 times)

CmdrMichael

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2595 am: 22.09.2020 18:33 »


Ist das so ? Hast du Zahlen dazu?



Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD)
Beschäftigte:   2.140.000 - Kommunen
147.000 - Bund

Die Kommunen bestehen aus mehreren Tausend AG.
Und das ist, was zählt:
Es verhandeln ja auch nicht 10.000 AG einzeln die Tarifverträge, sondern jetzt wird gesammelt für fast 2,3 Millionen Menschen verhandelt, mit direkten Auswirkungen auf eine Vielzahl weiterer, z.B. Beamte.

Aber es ist wieder mal eines von Spids Ablenkungsmanövern, wo er sich einen kleinen unsauber formulierten Satz irgendwo rausreißt und alle dann wieder 3 Seiten mit ihm über eine totale Nebensächlichkeit diskutieren.

Die Webseite stellt dar, dass im öffentlichen Dienst "unverzichtbare Tätigkeiten" geleistet werden. Und das im ÖD mehr Menschen arbeiten, als bei einem beliebigen anderen Arbeitgeber. Für das Zielpublikum, der gemeine Bürger, wird das einfach dargestellt, der kennt nur den "Staat" und schafft es noch nicht mal zwischen Kommune, Land und Bund zu trennen.

Und btw:
Selbst Haufe formuliert es so:
https://www.haufe.de/oeffentlicher-dienst/personal-tarifrecht/statistik-oeffentlicher-dienst-bleibt-groesster-arbeitgeber_144_515266.html
Und wenn man auf Destatits schaut, sieht es auf den ersten Blick auch so aus:
https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Oeffentlicher-Dienst/_inhalt.html
Öffentlicher Dienst: 4,9 Mill. Beschäftigte

Und hier mal als Primarquelle die Bundesregierung:
https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/jetzt-durchstaaten-de/arbeiten-im-oeffentlichen-dienst-316724
Zitat:
"Ob mit Studium, Ausbildung oder direkt nach der Schule in den Beruf: Bund, Länder und Kommunen beschäftigen mehr als 4,6 Millionen Menschen im öffentlichen Dienst. Damit ist er nicht nur der größte Arbeitgeber in Deutschland, sondern auch der mit den meisten Standorten"

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2596 am: 22.09.2020 18:50 »
Fake News bleiben Fake News - egal aus welcher Quelle. Der öD ist numal kein AG, er besteht vielmehr aus deutlich mehr als 10.000 AG - und es wird auch nicht für „den öD“ verhandelt, sondern ausschließlich für die Mitglieder der Mitgliedsverbände der VKA und den Bund. Unter ersteren gibt es hunderte von AG, die nicht zum öD gehören. Andererseits sind hunderte AG im öD nicht tarifgebunden. Und die Gewerkschaften verhandeln ausschließlich für ihre Mitglieder, die bei den Mitgliedern der Mitgliedsverbände der VKA und beim Bund beschäftigt sind - für alles andere haben sie kein Mandat.

CmdrMichael

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2597 am: 22.09.2020 21:00 »
Hier sind wir genau im Fall de jure versus de facto.

De jure hast du recht, de facto verhandeln bei den Tarifverhandlungen aber nicht tausende Arbeitgeber sondern sie bilden eine Gemeinschaft, stehen der Gegenseite also als wie ein einzelner AG gegenüber.  Und auch wenn die Gewerkschaften de jure kein Mandat für Nicht-Mitglieder haben, de facto wird das Ergebnis auf alle AN im Tarifvertrag übertragen.

DSGVO

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2598 am: 22.09.2020 21:14 »
Hier sind wir genau im Fall de jure versus de facto.

De jure hast du recht, de facto verhandeln bei den Tarifverhandlungen aber nicht tausende Arbeitgeber sondern sie bilden eine Gemeinschaft, stehen der Gegenseite also als wie ein einzelner AG gegenüber.  Und auch wenn die Gewerkschaften de jure kein Mandat für Nicht-Mitglieder haben, de facto wird das Ergebnis auf alle AN im Tarifvertrag übertragen.

Was einzig und allein der Verhandlung zwischen AN und AG zu verdanken ist.

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2599 am: 22.09.2020 21:29 »
Hier sind wir genau im Fall de jure versus de facto.

De jure hast du recht, de facto verhandeln bei den Tarifverhandlungen aber nicht tausende Arbeitgeber sondern sie bilden eine Gemeinschaft, stehen der Gegenseite also als wie ein einzelner AG gegenüber.  Und auch wenn die Gewerkschaften de jure kein Mandat für Nicht-Mitglieder haben, de facto wird das Ergebnis auf alle AN im Tarifvertrag übertragen.

Auch de facto ist der öD kein AG, etwas, was ohnehin auch nicht dadurch berührt wird, daß sich AG in AG-Verbänden zusammenschließen - oder sind die im Gesamtverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie e. V. organisierten Unternehmen ein AG?

Die einzelvertraglichen Verpflichtungen der AG sind keine Angelegenheit der Gewerkschaften, sonder ein reines AG-Problem, das in keinem Zusammenhang zu den Tarifverhandlungen steht. Es ist mir ohnehin ein Rätsel, warum die Gewerkschaften sich das immer unterschieben lassen.

Kryne

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2600 am: 22.09.2020 21:58 »
Gibt’s Hinweise ob der Bund auch knausern will? Seehofer könnte doch mal mit gutem Beispiel voran gehen. 38h Woche , +4% und 100% JSZ.

Warum sollte der Bund das tun ? Der Bund hat doch den Luxus sich hinter den ständig finanziell schlecht aufgestellten Kommunen zu verstecken.

TheKarlos

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2601 am: 22.09.2020 22:19 »
Gibt’s Hinweise ob der Bund auch knausern will? Seehofer könnte doch mal mit gutem Beispiel voran gehen. 38h Woche , +4% und 100% JSZ.

Warum sollte der Bund das tun ? Der Bund hat doch den Luxus sich hinter den ständig finanziell schlecht aufgestellten Kommunen zu verstecken.

Was waren eigentlich die Hintergründe, warum der Bund immer zusammen mit den Kommunen verhandelt?

Bastel

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2602 am: 22.09.2020 22:22 »
Gibt’s Hinweise ob der Bund auch knausern will? Seehofer könnte doch mal mit gutem Beispiel voran gehen. 38h Woche , +4% und 100% JSZ.

Warum sollte der Bund das tun ? Der Bund hat doch den Luxus sich hinter den ständig finanziell schlecht aufgestellten Kommunen zu verstecken.

Nächstes Jahr sind Wahlen  ;D

@Karlos: Früher waren Bund, Länder und Kommunen zusammen. Irgendwann sind die Länder ausgeschert. Das ist der Grund...

CmdrMichael

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2603 am: 22.09.2020 23:45 »
Hier sind wir genau im Fall de jure versus de facto.

De jure hast du recht, de facto verhandeln bei den Tarifverhandlungen aber nicht tausende Arbeitgeber sondern sie bilden eine Gemeinschaft, stehen der Gegenseite also als wie ein einzelner AG gegenüber.  Und auch wenn die Gewerkschaften de jure kein Mandat für Nicht-Mitglieder haben, de facto wird das Ergebnis auf alle AN im Tarifvertrag übertragen.

Auch de facto ist der öD kein AG, etwas, was ohnehin auch nicht dadurch berührt wird, daß sich AG in AG-Verbänden zusammenschließen - oder sind die im Gesamtverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie e. V. organisierten Unternehmen ein AG?

Die einzelvertraglichen Verpflichtungen der AG sind keine Angelegenheit der Gewerkschaften, sonder ein reines AG-Problem, das in keinem Zusammenhang zu den Tarifverhandlungen steht. Es ist mir ohnehin ein Rätsel, warum die Gewerkschaften sich das immer unterschieben lassen.
Beide Seiten sprechen in der Außenkommunikation vom öffentlichen Dienst im Singular als "Arbeitgeber" Natürlich wissen die Beteiligten, dass es im rechtlichen Sinne viele verschiedene Arbeitgeber sind.
Aber einschlägig für die Kommunikation, sowohl beim Bund als auch bei den Gewerkschaften ist "Arbeitgeber" im Singular. Und können wir die Diskussion damit beenden. Denn die wurde ja nur gestartet, weil du keine sachlichen Gegenargumente gegen "https://www.die-unverzichtbaren.de/" hattest, außer damit abzulenken, dass die vom ÖD als größten Arbeitgeber (wie auch die Bundesregierung es tut) sprechen.

Insider2

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2604 am: 23.09.2020 06:34 »
Gibt’s Hinweise ob der Bund auch knausern will? Seehofer könnte doch mal mit gutem Beispiel voran gehen. 38h Woche , +4% und 100% JSZ.

Warum sollte der Bund das tun ? Der Bund hat doch den Luxus sich hinter den ständig finanziell schlecht aufgestellten Kommunen zu verstecken.

Dem Bund ist es doch de facto relativ wurscht bzw. er hat ein Interesse, dass nicht allzu doll geknausert wird. Schließlich ist es in der Regel so, dass das Tarifergebnis auf die Beamten des Bundes übertragen wird. In den letzten Runden war der Bund nicht der treiben Keil um alles "klein" zu halten. Das waren die Kommunen. Deren Beamten im übrigen indirekt an den Tarifabschlüssen des TV-L hängen. Was dort beschlossen wird, wird auf die Beamten der jeweiligen Bundesländer übertragen. Nach deren Besoldungsordnungen werden auch die Beamten der Kommunen alimentiert. Eigentlich ist es an der Zeit, dass sich die Kommunen (VKA) in Richtung TdL orientieren. Dann man sich gegenseitig die Taschentücher reichen und der Bund macht sein eigenes Ding. Würde schneller gehen und auch mit höheren Abschlüssen einher gehen.

Otto1

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« Antwort #2605 am: 23.09.2020 06:52 »
Gibt’s Hinweise ob der Bund auch knausern will? Seehofer könnte doch mal mit gutem Beispiel voran gehen. 38h Woche , +4% und 100% JSZ.

Warum sollte der Bund das tun ? Der Bund hat doch den Luxus sich hinter den ständig finanziell schlecht aufgestellten Kommunen zu verstecken.

Dem Bund ist es doch de facto relativ wurscht bzw. er hat ein Interesse, dass nicht allzu doll geknausert wird. Schließlich ist es in der Regel so, dass das Tarifergebnis auf die Beamten des Bundes übertragen wird. In den letzten Runden war der Bund nicht der treiben Keil um alles "klein" zu halten. Das waren die Kommunen. Deren Beamten im übrigen indirekt an den Tarifabschlüssen des TV-L hängen. Was dort beschlossen wird, wird auf die Beamten der jeweiligen Bundesländer übertragen. Nach deren Besoldungsordnungen werden auch die Beamten der Kommunen alimentiert. Eigentlich ist es an der Zeit, dass sich die Kommunen (VKA) in Richtung TdL orientieren. Dann man sich gegenseitig die Taschentücher reichen und der Bund macht sein eigenes Ding. Würde schneller gehen und auch mit höheren Abschlüssen einher gehen.

Oder die Länder kommen zurück und es wird wieder ein einheitliches Konstrukt...

Kryne

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« Antwort #2606 am: 23.09.2020 06:52 »
Gibt’s Hinweise ob der Bund auch knausern will? Seehofer könnte doch mal mit gutem Beispiel voran gehen. 38h Woche , +4% und 100% JSZ.

Warum sollte der Bund das tun ? Der Bund hat doch den Luxus sich hinter den ständig finanziell schlecht aufgestellten Kommunen zu verstecken.

Dem Bund ist es doch de facto relativ wurscht bzw. er hat ein Interesse, dass nicht allzu doll geknausert wird. Schließlich ist es in der Regel so, dass das Tarifergebnis auf die Beamten des Bundes übertragen wird. In den letzten Runden war der Bund nicht der treiben Keil um alles "klein" zu halten. Das waren die Kommunen. Deren Beamten im übrigen indirekt an den Tarifabschlüssen des TV-L hängen. Was dort beschlossen wird, wird auf die Beamten der jeweiligen Bundesländer übertragen. Nach deren Besoldungsordnungen werden auch die Beamten der Kommunen alimentiert. Eigentlich ist es an der Zeit, dass sich die Kommunen (VKA) in Richtung TdL orientieren. Dann man sich gegenseitig die Taschentücher reichen und der Bund macht sein eigenes Ding. Würde schneller gehen und auch mit höheren Abschlüssen einher gehen.

Ich frage nochmal, warum sollte der Bund daran interesse haben ?

Der Bund kann in der aktuellen Konstellation die ganzen miesen Abschlüsse auf die Kommunen schieben und fährt damit doch ganz gut.

Mir ist klar, dass der Bund nicht treibende Kraft ist bei den Verhandlungen und das bringt ihn eben in eine äußerst angenehme Situation.

Insider2

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« Antwort #2607 am: 23.09.2020 07:03 »
Gibt’s Hinweise ob der Bund auch knausern will? Seehofer könnte doch mal mit gutem Beispiel voran gehen. 38h Woche , +4% und 100% JSZ.

Warum sollte der Bund das tun ? Der Bund hat doch den Luxus sich hinter den ständig finanziell schlecht aufgestellten Kommunen zu verstecken.

Dem Bund ist es doch de facto relativ wurscht bzw. er hat ein Interesse, dass nicht allzu doll geknausert wird. Schließlich ist es in der Regel so, dass das Tarifergebnis auf die Beamten des Bundes übertragen wird. In den letzten Runden war der Bund nicht der treiben Keil um alles "klein" zu halten. Das waren die Kommunen. Deren Beamten im übrigen indirekt an den Tarifabschlüssen des TV-L hängen. Was dort beschlossen wird, wird auf die Beamten der jeweiligen Bundesländer übertragen. Nach deren Besoldungsordnungen werden auch die Beamten der Kommunen alimentiert. Eigentlich ist es an der Zeit, dass sich die Kommunen (VKA) in Richtung TdL orientieren. Dann man sich gegenseitig die Taschentücher reichen und der Bund macht sein eigenes Ding. Würde schneller gehen und auch mit höheren Abschlüssen einher gehen.

Oder die Länder kommen zurück und es wird wieder ein einheitliches Konstrukt...

Dann müsste die Föderalismusreform wohl gekippt werden  :D ;D

Insider2

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« Antwort #2608 am: 23.09.2020 07:06 »
Gibt’s Hinweise ob der Bund auch knausern will? Seehofer könnte doch mal mit gutem Beispiel voran gehen. 38h Woche , +4% und 100% JSZ.

Warum sollte der Bund das tun ? Der Bund hat doch den Luxus sich hinter den ständig finanziell schlecht aufgestellten Kommunen zu verstecken.

Dem Bund ist es doch de facto relativ wurscht bzw. er hat ein Interesse, dass nicht allzu doll geknausert wird. Schließlich ist es in der Regel so, dass das Tarifergebnis auf die Beamten des Bundes übertragen wird. In den letzten Runden war der Bund nicht der treiben Keil um alles "klein" zu halten. Das waren die Kommunen. Deren Beamten im übrigen indirekt an den Tarifabschlüssen des TV-L hängen. Was dort beschlossen wird, wird auf die Beamten der jeweiligen Bundesländer übertragen. Nach deren Besoldungsordnungen werden auch die Beamten der Kommunen alimentiert. Eigentlich ist es an der Zeit, dass sich die Kommunen (VKA) in Richtung TdL orientieren. Dann man sich gegenseitig die Taschentücher reichen und der Bund macht sein eigenes Ding. Würde schneller gehen und auch mit höheren Abschlüssen einher gehen.

Ich frage nochmal, warum sollte der Bund daran interesse haben ?

Der Bund kann in der aktuellen Konstellation die ganzen miesen Abschlüsse auf die Kommunen schieben und fährt damit doch ganz gut.

Mir ist klar, dass der Bund nicht treibende Kraft ist bei den Verhandlungen und das bringt ihn eben in eine äußerst angenehme Situation.

Sofern beim Bund mal jemand Weitblick walten lässt und erkennt, dass Daseinsvorsorge (kritische Infrastrukturen, Verkehrswege, IT, Medizin, .....) wirkliche Experten erfordert und diese entsprechend bezahlt werden müssen, wäre es ein kluger Schachzug sich abzugrenzen und Alleinstellungsmerkmale in Form einen echten "TV-Bund" zu schaffen.

Aber vllt. ist ja der Leidensdruck noch nicht allzu groß.....

Spid

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« Antwort #2609 am: 23.09.2020 07:18 »
Hier sind wir genau im Fall de jure versus de facto.

De jure hast du recht, de facto verhandeln bei den Tarifverhandlungen aber nicht tausende Arbeitgeber sondern sie bilden eine Gemeinschaft, stehen der Gegenseite also als wie ein einzelner AG gegenüber.  Und auch wenn die Gewerkschaften de jure kein Mandat für Nicht-Mitglieder haben, de facto wird das Ergebnis auf alle AN im Tarifvertrag übertragen.

Auch de facto ist der öD kein AG, etwas, was ohnehin auch nicht dadurch berührt wird, daß sich AG in AG-Verbänden zusammenschließen - oder sind die im Gesamtverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie e. V. organisierten Unternehmen ein AG?

Die einzelvertraglichen Verpflichtungen der AG sind keine Angelegenheit der Gewerkschaften, sonder ein reines AG-Problem, das in keinem Zusammenhang zu den Tarifverhandlungen steht. Es ist mir ohnehin ein Rätsel, warum die Gewerkschaften sich das immer unterschieben lassen.
Beide Seiten sprechen in der Außenkommunikation vom öffentlichen Dienst im Singular als "Arbeitgeber" Natürlich wissen die Beteiligten, dass es im rechtlichen Sinne viele verschiedene Arbeitgeber sind.
Aber einschlägig für die Kommunikation, sowohl beim Bund als auch bei den Gewerkschaften ist "Arbeitgeber" im Singular. Und können wir die Diskussion damit beenden. Denn die wurde ja nur gestartet, weil du keine sachlichen Gegenargumente gegen "https://www.die-unverzichtbaren.de/" hattest, außer damit abzulenken, dass die vom ÖD als größten Arbeitgeber (wie auch die Bundesregierung es tut) sprechen.

Es bleibt dabei, daß Fake News Fake News bleiben, ganz gleich, aus welcher Quelle sie stammen. Ich muß nicht ablenken, die absolut unterirdische Güte der Seite ist damit hinreichend belegt. Unglaublich, daß Akteure des öD nicht davor zurückschrecken, sich einer Agentur zu bedienen, um gezielt Fake News zu verbreiten. Zudem wird - wie bereits ausgeführt - nicht für den öD verhandelt, selbst wenn man großzügig darüber hinwegsieht, daß die Länder ohnehin nicht dabei sind. Die KAV haben massig Mitglieder in privater Rechtsform, während längst nicht alle Kommunen Mitglied in einem KAV sind.