Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 285751 times)

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2730 am: 24.09.2020 15:48 »
Warum sollte ich kündigen? Ich verlange einfach mehr Geld und bekomme es.

Max

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2731 am: 24.09.2020 15:51 »
Dann fällst du ja in die "Bleibeverhandlungs-Kategorie" und brauchst kein Verdi-Tariferhöhungsgedöns

Philipp

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2732 am: 24.09.2020 15:52 »
Ach, Spid ist in der Privatwirtschaft tätig? also doch nur ein Troll in diesem Forum?

Spid

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« Antwort #2733 am: 24.09.2020 15:54 »
Dann fällst du ja in die "Bleibeverhandlungs-Kategorie" und brauchst kein Verdi-Tariferhöhungsgedöns

Niemand braucht Verdi.

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2734 am: 24.09.2020 15:57 »
Ach, Spid ist in der Privatwirtschaft tätig? also doch nur ein Troll in diesem Forum?

Abgesehen davon, daß ich nie ein Geheimnis daraus gemacht habe, daß ich nicht im öD arbeite, ist ein gutes Drittel der KAV-Mitglieder privatrechtlich organisiert. Wußtest Du nicht? Hat auch niemand erwartet. Hauptsache, Du bist stets bemüht, an Diskussionen teilzunehmen. Irgendwer muß ja den Simpel machen...

Bastel

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2735 am: 24.09.2020 16:21 »
...
Dementsprechend hoffe ich hier auf den Bund. Verdi ist ja nur Statist in der Komödie.

Das ist auch meine letzte Hoffnung, aber ich glaube auch da brauchen wir uns nix vormachen diesmal.

Der Bund wird diese Gelegenheit sicher nutzen mal alle Probleme etwas vor sich herzuschieben und sich hinter den Kommunen zu verstecken in dieser Runde.

Alle Probleme kann man die nächsten 2 Jahren eh noch auf Corona schieben.

Könnte mir eine überproportionale Erhöhung der ersten drei Stufen vorstellen. Man wird attraktiver für Fachkräfte und die "alten" ANs werden nicht viel teurer. In den Endstufen sieht es ja meist gar nicht sooo schlecht aus. Nur bis man da hin kommt...

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2736 am: 24.09.2020 16:45 »
Inwiefern wird man dadurch attraktiv für Fachkräfte? Das ist doch genauso Augenwischerei wie die überproportionale Erhöhung der Stufe 1 letztes Mal. Wer fängt denn in Stufe 1 an? Nur Berufsanfänger oder Leute, die zu dämlich zum Verhandeln sind. Stufe 2 und 3 sind doch auch nur was für Leute mit weniger als 6 Jahren Berufserfahrung gleich welcher Güte, ansonsten verhandelt man Stufe 4 oder geht woanders hin.

Meteor

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2737 am: 24.09.2020 17:07 »
Inwiefern wird man dadurch attraktiv für Fachkräfte? Das ist doch genauso Augenwischerei wie die überproportionale Erhöhung der Stufe 1 letztes Mal. Wer fängt denn in Stufe 1 an? Nur Berufsanfänger oder Leute, die zu dämlich zum Verhandeln sind. Stufe 2 und 3 sind doch auch nur was für Leute mit weniger als 6 Jahren Berufserfahrung gleich welcher Güte, ansonsten verhandelt man Stufe 4 oder geht woanders hin.

Scheinbar haben Sie noch nicht mir harten konservativen Verwaltungsstrukturen zu kämpfen gehabt, die nahezu jede Kommune unterhalb einer Großstadt mit sich bringt. Sie sind halt kein Verwaltungsmensch!  ;D

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2738 am: 24.09.2020 17:15 »
Konservativ hat weder etwas mit unbeweglich noch etwas mit dämlich zu tun - ganz im Gegenteil. Die implizierte Verhaltensweise wäre beides - und ist definitiv nicht auf alle kleineren Gemeinden zu verallgemeinern.

Fast Eddie

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« Antwort #2739 am: 24.09.2020 17:28 »
Die AG hätten dazu ja den notwendigen Druck ausüben können, indem sie §12 zum Jahresende kündigen. Die Möglichkeit dazu haben sie verstreichen lassen. Könnten sie nunmehr zum 31.12.21 tun, dann dürften die Tarifverhandlungen zu den gekündigten Entgelttabellen aber lange abgeschlossen sein. Da die Kündigung von §12 TVÖD für die AG deutlich nachteiliger ist als für die Gewerkschaften, sehe ich diesbezüglich aber nicht einmal eine Drohkulisse.
Bedeutet dies:
- Bei der Kündigung des $12 zum 31.12.2021 sind künftige Eingruppierungen vorläufig, bis zur Einigung der AG/AN Seite,  im Bezug auf eine neue EGO?
Also das gleiche Szenario wie bei der Ablösung des BAT durch den TVÖD im Jahre 2005?
Die Einführung der EGO hat schließlich nur schlappe 12 Jahre gedauert. ;)

CmdrMichael

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« Antwort #2740 am: 24.09.2020 17:38 »
Die Tatsache, daß jemand seine Arbeitsleistung in der Vergangenheit erbracht hat, ist keines. Daß jemand in der Vergangenheit seine Arbeitsleistung auch unter vorgeblich oder tatsächlich schwierigeren Umständen erbracht hat, zeigt hingegen eher, daß das Entgelt ausreichend ist, um auch besondere Belastungen auszugleichen.
Halte ich so für nicht haltbar. Wieso gibt es dann z.B. das Element von Prämien, bzw. LOB bei TBs?
Was du dabei vergisst, ist, dass AN auch mal in Vorleistung gehen können, bzw. bei in besonderen Situationen, auch mal mehr leisten als sie eigentlich müssten.
Das sollte von einem guten Arbeitgeber auch honoriert werden, das nennt sich Wertschätzung und fehlende Wertschätzung ist Kündigungsgrund Nummer 1. (https://www.karriere.de/mein-naechster-job/jobwechsel-warum-beschaeftigte-wirklich-kuendigen/24197480.html)

Bei LOB wird vorher eine Leistung vereinbart, die bei Erfüllung eine Zahlung auslöst.

Wertschätzung drückt sich in Geld oder sonstigen materiellen Gütern aus - alles andere ist ohne Wert, siehe Balkonklatschertum, also der moderne "Held der Arbeit".

Dein Argument ist also, weil während Corona Leute getan haben, wofür sie bezahlt wurden, stünde dies in irgendeinem Zusammenhang zur zukünftigen tariflichen Entgeltentwicklung oder bedürfte gar selbst einer zusätzlichen Entlohnung? Wofür wurden sie dann bezahlt?
Nein, das ist nicht mein Argument, auch wenn du dir gerne die Aussagen der anderen so zu Recht drehst, wie es dir in deine Argumentation am besten passt. Meine Aussage ist, dass während Corona einige Teile des ÖD, (und extra damit du es auch verstehst: nicht in allen) besonders gefordert waren und die Mitarbeiter dort in der Regel auch besondere Leistungen erbracht haben. Genau solche Leistungen, die man bislang von AG Seite mit einem "Balkonklatschertum" abtat. Da ja Corona nicht vorbei ist und nach Schätzungen uns diese besondere Arbeitssituation auch noch bis Ende nächsten Jahres begleiten kann, kann man fordern, dass die hohe Einsatzbereitschaft in schwierigen Zeiten auch vom Arbeitgeber zukünftig monetär wertgeschätzt wird.

Platten

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« Antwort #2741 am: 24.09.2020 18:12 »
Die Tatsache, daß jemand seine Arbeitsleistung in der Vergangenheit erbracht hat, ist keines. Daß jemand in der Vergangenheit seine Arbeitsleistung auch unter vorgeblich oder tatsächlich schwierigeren Umständen erbracht hat, zeigt hingegen eher, daß das Entgelt ausreichend ist, um auch besondere Belastungen auszugleichen.
Halte ich so für nicht haltbar. Wieso gibt es dann z.B. das Element von Prämien, bzw. LOB bei TBs?
Was du dabei vergisst, ist, dass AN auch mal in Vorleistung gehen können, bzw. bei in besonderen Situationen, auch mal mehr leisten als sie eigentlich müssten.
Das sollte von einem guten Arbeitgeber auch honoriert werden, das nennt sich Wertschätzung und fehlende Wertschätzung ist Kündigungsgrund Nummer 1. (https://www.karriere.de/mein-naechster-job/jobwechsel-warum-beschaeftigte-wirklich-kuendigen/24197480.html)

Bei LOB wird vorher eine Leistung vereinbart, die bei Erfüllung eine Zahlung auslöst.

Wertschätzung drückt sich in Geld oder sonstigen materiellen Gütern aus - alles andere ist ohne Wert, siehe Balkonklatschertum, also der moderne "Held der Arbeit".

Dein Argument ist also, weil während Corona Leute getan haben, wofür sie bezahlt wurden, stünde dies in irgendeinem Zusammenhang zur zukünftigen tariflichen Entgeltentwicklung oder bedürfte gar selbst einer zusätzlichen Entlohnung? Wofür wurden sie dann bezahlt?
Nein, das ist nicht mein Argument, auch wenn du dir gerne die Aussagen der anderen so zu Recht drehst, wie es dir in deine Argumentation am besten passt. Meine Aussage ist, dass während Corona einige Teile des ÖD, (und extra damit du es auch verstehst: nicht in allen) besonders gefordert waren und die Mitarbeiter dort in der Regel auch besondere Leistungen erbracht haben. Genau solche Leistungen, die man bislang von AG Seite mit einem "Balkonklatschertum" abtat. Da ja Corona nicht vorbei ist und nach Schätzungen uns diese besondere Arbeitssituation auch noch bis Ende nächsten Jahres begleiten kann, kann man fordern, dass die hohe Einsatzbereitschaft in schwierigen Zeiten auch vom Arbeitgeber zukünftig monetär wertgeschätzt wird.

Welche Bereiche wären das so gewesen? In den Krankenhäusern in meiner Region war selbst im heißen Frühjahr Eierschaukeln angesagt. Mitten in Bayern, dem Corona-Wunderland, nicht auf Rügen oder so...

Manche erzählen hier was von Müllwerkern oder ähnlichem. Bei mir ist die Abfuhr aber nicht vier mal so oft gekommen, sondern zu den normalen Terminen. Was daran jetzt außerordentlich? Dass man überhaupt seiner Tätigkeit nachgegangen ist, oder wie?

Die einzigen, die mir richtig leid getan haben, waren die armen DHL Zusteller. Mehr Onlineshopping als zu Weihnachten, aber ohne die dort sonst üblichen Saisonkräfte. Bei mir ist der Postmann über Monate hinweg teilweise erst am Abend gegen 20 Uhr eingetrudelt, während normal spätestens um 14 Uhr die Post am Ablageort gemeldet wird..

WasDennNun

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« Antwort #2742 am: 24.09.2020 18:13 »
Welche Bereiche wären das so gewesen?
Gesundheitsämter und Altenpflege fällt mir da als erstes ein.
« Last Edit: 24.09.2020 18:19 von WasDennNun »

Spid

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« Antwort #2743 am: 24.09.2020 18:17 »
Die AG hätten dazu ja den notwendigen Druck ausüben können, indem sie §12 zum Jahresende kündigen. Die Möglichkeit dazu haben sie verstreichen lassen. Könnten sie nunmehr zum 31.12.21 tun, dann dürften die Tarifverhandlungen zu den gekündigten Entgelttabellen aber lange abgeschlossen sein. Da die Kündigung von §12 TVÖD für die AG deutlich nachteiliger ist als für die Gewerkschaften, sehe ich diesbezüglich aber nicht einmal eine Drohkulisse.
Bedeutet dies:
- Bei der Kündigung des $12 zum 31.12.2021 sind künftige Eingruppierungen vorläufig, bis zur Einigung der AG/AN Seite,  im Bezug auf eine neue EGO?
Also das gleiche Szenario wie bei der Ablösung des BAT durch den TVÖD im Jahre 2005?
Die Einführung der EGO hat schließlich nur schlappe 12 Jahre gedauert. ;)

Es gäbe dann keine Eingruppierungen mehr.

Spid

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« Antwort #2744 am: 24.09.2020 18:22 »
Die Tatsache, daß jemand seine Arbeitsleistung in der Vergangenheit erbracht hat, ist keines. Daß jemand in der Vergangenheit seine Arbeitsleistung auch unter vorgeblich oder tatsächlich schwierigeren Umständen erbracht hat, zeigt hingegen eher, daß das Entgelt ausreichend ist, um auch besondere Belastungen auszugleichen.
Halte ich so für nicht haltbar. Wieso gibt es dann z.B. das Element von Prämien, bzw. LOB bei TBs?
Was du dabei vergisst, ist, dass AN auch mal in Vorleistung gehen können, bzw. bei in besonderen Situationen, auch mal mehr leisten als sie eigentlich müssten.
Das sollte von einem guten Arbeitgeber auch honoriert werden, das nennt sich Wertschätzung und fehlende Wertschätzung ist Kündigungsgrund Nummer 1. (https://www.karriere.de/mein-naechster-job/jobwechsel-warum-beschaeftigte-wirklich-kuendigen/24197480.html)

Bei LOB wird vorher eine Leistung vereinbart, die bei Erfüllung eine Zahlung auslöst.

Wertschätzung drückt sich in Geld oder sonstigen materiellen Gütern aus - alles andere ist ohne Wert, siehe Balkonklatschertum, also der moderne "Held der Arbeit".

Dein Argument ist also, weil während Corona Leute getan haben, wofür sie bezahlt wurden, stünde dies in irgendeinem Zusammenhang zur zukünftigen tariflichen Entgeltentwicklung oder bedürfte gar selbst einer zusätzlichen Entlohnung? Wofür wurden sie dann bezahlt?
Nein, das ist nicht mein Argument, auch wenn du dir gerne die Aussagen der anderen so zu Recht drehst, wie es dir in deine Argumentation am besten passt. Meine Aussage ist, dass während Corona einige Teile des ÖD, (und extra damit du es auch verstehst: nicht in allen) besonders gefordert waren und die Mitarbeiter dort in der Regel auch besondere Leistungen erbracht haben. Genau solche Leistungen, die man bislang von AG Seite mit einem "Balkonklatschertum" abtat. Da ja Corona nicht vorbei ist und nach Schätzungen uns diese besondere Arbeitssituation auch noch bis Ende nächsten Jahres begleiten kann, kann man fordern, dass die hohe Einsatzbereitschaft in schwierigen Zeiten auch vom Arbeitgeber zukünftig monetär wertgeschätzt wird.

Wenn sie besondere Leistungen erbracht haben und diese eingruppierungsrelevant waren, bestand entweder Anspruch auf eine Zulage oder eine höhere Eingruppierung. Ansonsten haben sie einfach gemacht, wofür sie bezahlt werden.