Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 486894 times)

BAT

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2940 am: 02.10.2020 11:49 »
Potemkinsche Arbeitszeitverhandlungen? Wo finden solche im Bereich der Kommunen statt in den letzten Jahrzehnten?

Insider2

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« Antwort #2941 am: 02.10.2020 11:52 »
Was sind „faire“ Arbeitszeiten? Mutmaßlich ja wohl jene, auf die sich die Arbeitsvertragsparteien geeinigt haben.

Ich vermute "faire" Arbeitszeiten sind solche, welche keinen Beteiligten übervorteilen.

Also jene, auf die die Arbeitsvertragsparteien sich geeinigt haben? Ansonsten ist die "faire" Arbeitszeit wohl eine eher subjektive Einschätzung des Einzelnen.

Nur wenn und soweit beide Parteien tatsächlich auf Augenhöhe verhandeln konnten.

Können sie aber nicht, solange die AN für ihre "schlechtere" Ausgangslage selbst verantwortlich sind

Pakart

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2942 am: 02.10.2020 11:55 »
Was sind „faire“ Arbeitszeiten? Mutmaßlich ja wohl jene, auf die sich die Arbeitsvertragsparteien geeinigt haben.

Ich vermute "faire" Arbeitszeiten sind solche, welche keinen Beteiligten übervorteilen.

Also jene, auf die die Arbeitsvertragsparteien sich geeinigt haben? Ansonsten ist die "faire" Arbeitszeit wohl eine eher subjektive Einschätzung des Einzelnen.

Nur wenn und soweit beide Parteien tatsächlich auf Augenhöhe verhandeln konnten.

Können sie aber nicht, solange die AN für ihre "schlechtere" Ausgangslage selbst verantwortlich sind

Wenn es keine Verhandlung auf Augenhöhe gibt, ergibt sich das Problem, dass "faire" Arbeitszeit eine subjektive Einschätzung ist.

Zudem, wenn es wirklich auf Augenhöhe wäre, bräuchte man Dinge wie ein Arbeitszeitgesetz, Urlaubsgesetz usw. nicht.

Insider2

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« Antwort #2943 am: 02.10.2020 11:58 »
Was sind „faire“ Arbeitszeiten? Mutmaßlich ja wohl jene, auf die sich die Arbeitsvertragsparteien geeinigt haben.

Ich vermute "faire" Arbeitszeiten sind solche, welche keinen Beteiligten übervorteilen.

Also jene, auf die die Arbeitsvertragsparteien sich geeinigt haben? Ansonsten ist die "faire" Arbeitszeit wohl eine eher subjektive Einschätzung des Einzelnen.

Nur wenn und soweit beide Parteien tatsächlich auf Augenhöhe verhandeln konnten.

Können sie aber nicht, solange die AN für ihre "schlechtere" Ausgangslage selbst verantwortlich sind

Wenn es keine Verhandlung auf Augenhöhe gibt, ergibt sich das Problem, dass "faire" Arbeitszeit eine subjektive Einschätzung ist.


Mein Reden...Aber was ist eigentlich diese angesprochene "Augenhöhe"?  ;D

BAT

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« Antwort #2944 am: 02.10.2020 12:02 »

Mein Reden...Aber was ist eigentlich diese angesprochene "Augenhöhe"?  ;D

Eine Möglichkeit wäre zu prüfen, ob die Arbeitgeber absehbar wieder auf die Augenhöhe der Arbeitnehmer kommen könnten. Aufgrund des eklatanten Personalmangels sind die AG schlicht erpressbar geworden. Konzentration auf die Kernaufgaben eines Staates könnte hier zielführend sein.

Insider2

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« Antwort #2945 am: 02.10.2020 12:04 »

Mein Reden...Aber was ist eigentlich diese angesprochene "Augenhöhe"?  ;D

Eine Möglichkeit wäre zu prüfen, ob die Arbeitgeber absehbar wieder auf die Augenhöhe der Arbeitnehmer kommen könnten. Aufgrund des eklatanten Personalmangels sind die AG schlicht erpressbar geworden. Konzentration auf die Kernaufgaben eines Staates könnte hier zielführend sein.

Richtig, sie sind erpressbar geworden! Aber solange sie nicht erpresst werden, wird sich nichts ändern!

BAT

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« Antwort #2946 am: 02.10.2020 12:07 »
Wird bei uns laufend. Gerade im Bereich der Neueinstellungen. Schwangerschaft, Beschäftigungsverbot. Mitarbeiter, die über ein Jahr lange volle Zahlung erhalten und noch nie gesehen wurden. Diese haben gleichzeitig zwei oder drei weitere Arbeitsplatzzusagen in der Tasche.

Bei der Verwaltung geht das noch. Aber Handwerker werden inzwischen auf Teufel komm raus im Betrieb gehalten, selbst mit Pfändung, Kaffeekassenklau und Verführung der Frau des Inhabers :D

Da hat sich in den letzten 10 bis 20 Jahren stark was geändert.

Insider2

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« Antwort #2947 am: 02.10.2020 12:09 »
Wird bei uns laufend. Gerade im Bereich der Neueinstellungen. Schwangerschaft, Beschäftigungsverbot. Mitarbeiter, die über ein Jahr lange volle Zahlung erhalten und noch nie gesehen wurden. Diese haben gleichzeitig zwei oder drei weitere Arbeitsplatzzusagen in der Tasche.

Bei der Verwaltung geht das noch. Aber Handwerker werden inzwischen auf Teufel komm raus im Betrieb gehalten, selbst mit Pfändung, Kaffeekassenklau und Verführung der Frau des Inhabers :D

Da hat sich in den letzten 10 bis 20 Jahren stark was geändert.

Welche Auswirkungen hat die Verführung der Frau des Inhabers auf Tarifverhandlungen?  ;)

Mal ehrlich, interessant wird's doch erst, wenn komplette Kernverwaltungen mal geschlossen Druck aufbauen und diese "Erpressung" in Angriff nehmen

Spid

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« Antwort #2948 am: 02.10.2020 12:33 »
Was sind „faire“ Arbeitszeiten? Mutmaßlich ja wohl jene, auf die sich die Arbeitsvertragsparteien geeinigt haben.

Ich vermute "faire" Arbeitszeiten sind solche, welche keinen Beteiligten übervorteilen.

Also jene, auf die die Arbeitsvertragsparteien sich geeinigt haben? Ansonsten ist die "faire" Arbeitszeit wohl eine eher subjektive Einschätzung des Einzelnen.

Nur wenn und soweit beide Parteien tatsächlich auf Augenhöhe verhandeln konnten.

Das tun sie doch. In Deutschland herrscht Vertragsfreiheit, man schließt die Verträge, die man schließen möchte, ansonsten läßt man es.

Pakart

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« Antwort #2949 am: 02.10.2020 13:55 »
Was sind „faire“ Arbeitszeiten? Mutmaßlich ja wohl jene, auf die sich die Arbeitsvertragsparteien geeinigt haben.

Ich vermute "faire" Arbeitszeiten sind solche, welche keinen Beteiligten übervorteilen.

Also jene, auf die die Arbeitsvertragsparteien sich geeinigt haben? Ansonsten ist die "faire" Arbeitszeit wohl eine eher subjektive Einschätzung des Einzelnen.

Nur wenn und soweit beide Parteien tatsächlich auf Augenhöhe verhandeln konnten.

Das tun sie doch. In Deutschland herrscht Vertragsfreiheit, man schließt die Verträge, die man schließen möchte, ansonsten läßt man es.

Hmm... und wozu gibt es dann Dinge wie ein Arbeitszeitgesetz? Verbraucherschutzregeln, Kartellrecht etc.?

Nur weil es eine grundsätzliche Vertragsfreiheit gibt, heißt es nicht das jeder gleich mächtig ist und keinerlei Abhängigkeiten existieren.

Spid

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« Antwort #2950 am: 02.10.2020 14:04 »
Die Notwendigkeit gesetzlicher Regelungen mit ihrer Existenz zu begründen, ist etatistischer Unfug.

Pakart

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« Antwort #2951 am: 02.10.2020 14:05 »
Die Notwendigkeit gesetzlicher Regelungen mit ihrer Existenz zu begründen, ist etatistischer Unfug.

Nur weil es eine grundsätzliche Vertragsfreiheit gibt, heißt es nicht das jeder gleich mächtig ist und keinerlei Abhängigkeiten existieren.

Pakart

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« Antwort #2952 am: 02.10.2020 14:07 »
Die Notwendigkeit gesetzlicher Regelungen mit ihrer Existenz zu begründen, ist etatistischer Unfug.

Das gleiche gilt für deinen Verweis auf die Vertragsfreiheit.

Spid

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« Antwort #2953 am: 02.10.2020 14:09 »
Nein - oder welchen Bezug zum Etatismus siehst Du bei einem Verweis auf die Vertragsfreiheit?

Spid

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« Antwort #2954 am: 02.10.2020 14:10 »
Die Notwendigkeit gesetzlicher Regelungen mit ihrer Existenz zu begründen, ist etatistischer Unfug.

Nur weil es eine grundsätzliche Vertragsfreiheit gibt, heißt es nicht das jeder gleich mächtig ist und keinerlei Abhängigkeiten existieren.

Eine gleiche Mächtigkeit  oder fehlende Abhängigkeit ist für Augenhöhe beim Vertragsschluss auch keine Voraussetzung.