Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 431012 times)

Sozialarbeiter

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3105 am: 09.10.2020 18:11 »
Berlin hat bisher 120.000€ eingenommen. Hamburg hat im Vergleich 900.000€ und München 1,2 Mio eingenommen


Gibt es eigentlich genaue Daten, wann die extra Verhandlungstage für Sparkassen und den Gesundheitssektor stattfinden?

Detlev

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« Antwort #3106 am: 09.10.2020 18:15 »
Laut verdi-Mitteilung hat vor allem die VKA eine Gegenforderung gestellt: Der Arbeitsvorgang im Rahmen des Eingruppierungsrechts soll nach ihrem Willen neu definiert werden, sodass in vielen Bereichen die Stellenbewertungen niedriger ausfallen würden.

Quelle:
https://bund-laender-nrw.verdi.de/tarif/kampagne-arbeitszeit-oed/++co++9f83dee0-07ab-11eb-9bf7-001a4a160100

BeamterBR

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« Antwort #3107 am: 10.10.2020 09:05 »
Vielleicht sollten die Gesundheitsämter streiken.  :-[

Das habe ich seit Beginn der Tarifverhandlungen gesagt. Ich weiß ja nicht wie es in anderen Gesundheitsämtern läuft, aber hier wird den Mitarbeitern das absolute Maximum abgefordert und viele Überstunden und teilweise tarifrechtswidriger Einsatz, aber nur weil die Mitarbeiter so engagiert sind und wissen wie viel davon abhängt. Es besteht vollständiges Organisationsversagen auf Führungsebene bei uns. Es würde 1 Tag Streik reichen und hier würde alles komplett zusammenbrechen. Ist schon traurig anzusehen, was manche Mitarbeiter mit sich machen lassen.

Bastel

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« Antwort #3108 am: 10.10.2020 09:13 »
Laut verdi-Mitteilung hat vor allem die VKA eine Gegenforderung gestellt: Der Arbeitsvorgang im Rahmen des Eingruppierungsrechts soll nach ihrem Willen neu definiert werden, sodass in vielen Bereichen die Stellenbewertungen niedriger ausfallen würden.

Quelle:
https://bund-laender-nrw.verdi.de/tarif/kampagne-arbeitszeit-oed/++co++9f83dee0-07ab-11eb-9bf7-001a4a160100

Kam das ganze nicht aufgrund eines Gerichtsurteils auf den Tisch?

Spid

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« Antwort #3109 am: 10.10.2020 09:17 »
Vielleicht sollten die Gesundheitsämter streiken.  :-[

Das habe ich seit Beginn der Tarifverhandlungen gesagt. Ich weiß ja nicht wie es in anderen Gesundheitsämtern läuft, aber hier wird den Mitarbeitern das absolute Maximum abgefordert und viele Überstunden und teilweise tarifrechtswidriger Einsatz, aber nur weil die Mitarbeiter so engagiert sind und wissen wie viel davon abhängt. Es besteht vollständiges Organisationsversagen auf Führungsebene bei uns. Es würde 1 Tag Streik reichen und hier würde alles komplett zusammenbrechen. Ist schon traurig anzusehen, was manche Mitarbeiter mit sich machen lassen.
Es würde gemäß der Schilderung doch bereits genügen, auf Arbeits- und Tarifrecht zu beharren und dem zuwiderlaufende Anweisungen des AG im Wege des vorläufigen Rechtsschutzes anzugreifen.

Unknown

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3110 am: 10.10.2020 13:57 »
Letztendlich wird soviel von den Tarifbeschäftigten gemeckert, dass man sich ungerecht behandelt fühlt und dass das ganze System für den Müll ist, aber meistens bleibt es nur beim jammern. Das wird zwar über die Jahre immer lautet, aber viele sind viel zu feige, den Gang zu Gericht zu gehen und sich das Recht zu erkämpfen, was ihnen zu steht. Würden viel mehr Tarifbeschäftigten die Eier haben, sich ihr Recht gerichtlich durchzusetzen, kämen viele AG gar nicht auf die Idee irgendwelche krummen Sachen abzuziehen.
Aber so bleibt es halt beim jammern...

PersonOfInterest

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« Antwort #3111 am: 10.10.2020 15:18 »
Interessant ist, dass sogar ein Wirtschaftsweiser sagt, der Staat könne sich höhere Tariflöhne im öffentlichen Dienst leisten ...

(https://www.rnd.de/wirtschaft/verdi-streiks-im-offentlichen-dienst-wirtschaftsexperte-achim-truger-befurwortet-lohnerhohungen-CRMGU4FQEJH7DATEL3N56I3X3Y.html)

...und dass sogar SPD-Oberbürgermeister aus klammen NRW-Städten den Beschäftigten mehr Geld zahlen wollen.

(https://www.welt.de/wirtschaft/article216047146/Oeffentlicher-Dienst-Hochverschuldete-Buergermeister-wollen-wegen-Corona-mehr-bezahlen.html)

Vielleicht war Letzteres aber auch nur ein Wahlkampf-Trick für die NRW-Kommunalwahlen im September...

nichts_tun

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« Antwort #3112 am: 10.10.2020 17:52 »
Laut verdi-Mitteilung hat vor allem die VKA eine Gegenforderung gestellt: Der Arbeitsvorgang im Rahmen des Eingruppierungsrechts soll nach ihrem Willen neu definiert werden, sodass in vielen Bereichen die Stellenbewertungen niedriger ausfallen würden.

Quelle:
https://bund-laender-nrw.verdi.de/tarif/kampagne-arbeitszeit-oed/++co++9f83dee0-07ab-11eb-9bf7-001a4a160100

Das Problem, dass die AG-Seite sieht, liegt darin, dass die Rechtsprechung oftmals vom zeitlichen Umfang her große Arbeitsvorgänge bildetet, sodass 1/5- bzw. 1/3-Tätigkeitsmerkmale (bspw. bei selbstständigen Leistungen) oftmals "übersprungen" werden und damit zugleich Entgeltgruppen (z. B. EG 9a und nicht nur EG 7). Dazu habe ich mal einen Aufsatz in der ZTR gelesen bzw. wird dies teilweise auch in der Rechtsprechung kritisch gesehen (LAG Berlin-Brandenburg, Urt. v. 12.02.2020, 15 Sa 1261/19, Rdnr. 39 ff. - https://tinyurl.com/yyc9d8bz -). Da es allerdings bislang eine eindeutige Definition in § 12 TVöD zum Arbeitsvorgang gibt und die Rechtsprechung eine andere Auslegung als die TVP haben, vermag mich die Forderung dies im Rahmen der Tarifverhandlung zu ändern eher zu amüsieren...

Spid

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« Antwort #3113 am: 10.10.2020 18:30 »
Nein, die Rechtsprechung bildet keine Arbeitsvorgänge - sie entscheidet, welche vorliegen, und zwar auf Basis dessen, was die TVP festgelegt haben. Wenn man vor dem Hintergrund der gefestigten BAG-Rechtsprechung zum Arbeitsvorgang im BAT für den TVÖD dann Beispiele wählt, die von kleinteilig (Erstellung eines EKG) über groß (Planung einer Brücke) bis hin zu solchen, die die gesamte Tätigkeit umfassen (Betreuung einer Person) wählt, ergibt sich daraus zwangsläufig eine Fortsetzung der Rechtsprechung und nicht etwa eine Auslegung des Arbeitsvorgang als kleinteilige Einheit wie ein Arbeitsschritt.

nichts_tun

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« Antwort #3114 am: 10.10.2020 21:11 »
Das ist korrekt. Allerdings, und das wird jedenfalls seitens der AG-Seite kritisch gesehen, neigt die Rechtsprechung dazu, vom Zeitumfang her große Arbeitsvorgänge festzustellen.

Inwieweit eine Änderung des Tarifrechts möglich wäre, weiß ich nicht, zumal die von dir benannten Grundsätze gefestigt sind. Es ist bekannt, dass solche grundlegenden Änderungen eine gewisse Zeit benötigen, immerhin dauerte es über 10 Jahre, bevor die EGO zum TVöD, zumindest im kommunalen Bereich, eingeführt wurde...

Otto1

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« Antwort #3115 am: 11.10.2020 09:39 »
Interessant ist, dass sogar ein Wirtschaftsweiser sagt, der Staat könne sich höhere Tariflöhne im öffentlichen Dienst leisten ...

(https://www.rnd.de/wirtschaft/verdi-streiks-im-offentlichen-dienst-wirtschaftsexperte-achim-truger-befurwortet-lohnerhohungen-CRMGU4FQEJH7DATEL3N56I3X3Y.html)

...und dass sogar SPD-Oberbürgermeister aus klammen NRW-Städten den Beschäftigten mehr Geld zahlen wollen.

(https://www.welt.de/wirtschaft/article216047146/Oeffentlicher-Dienst-Hochverschuldete-Buergermeister-wollen-wegen-Corona-mehr-bezahlen.html)

Vielleicht war Letzteres aber auch nur ein Wahlkampf-Trick für die NRW-Kommunalwahlen im September...

Mittlerweile frage ich mich sowieso, ob die AG überhaupt ein Interesse an einem funktionierenden öD haben...

Britta2

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« Antwort #3116 am: 11.10.2020 13:17 »
https://www1.wdr.de/daserste/presseclub/sendungen/arbeitskampf-100.html 
Habe vorhin nicht die ganze Sendung geschaut. Mir reicht aber schon das, was ich dort sah.
OT:  Forderung nach ungleicher Bezahlung je nach Bundesland ("weil Mieten in München höher sind als in Dessau" ...), Empörung über Streiks im ÖPNV trotz Corona, Empörung über Höhe Forderung und Laufzeit, schrecklich arme Kommunen ... plus Aussage "ÖD ist sicher an nunmehr raschem Beschluss gelegen da bei Fortsetzung Streiks in Herbst und Winter gerade im Nahverkehr bzw Kitas Wegfall Verständnis Bevölkerung.
Na dann ...

BAT

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« Antwort #3117 am: 11.10.2020 15:38 »
https://www.ardmediathek.de/daserste/video/presseclub/streiken-trotz-corona-legitim-oder-verantwortungslos/das-erste/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTMzZDlhZTFiLTJiOGItNDVkOS1iNGRiLThiZjdmZDExOGJkMQ/

Viele Probleme wurden in der Sendung erkannt, u. a. zu den Fachkräften, aber auch teils zur Überbezahlung von so einigen Berufsgruppen.

GenerationY

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« Antwort #3118 am: 12.10.2020 06:56 »
https://www.ardmediathek.de/daserste/video/presseclub/streiken-trotz-corona-legitim-oder-verantwortungslos/das-erste/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTMzZDlhZTFiLTJiOGItNDVkOS1iNGRiLThiZjdmZDExOGJkMQ/

Viele Probleme wurden in der Sendung erkannt, u. a. zu den Fachkräften, aber auch teils zur Überbezahlung von so einigen Berufsgruppen.

Es hätte der Sendung dennoch gut getan, wenn wenigstens EINE Person mit Ahnung vom öffentlichen Dienst und Tarifrecht anwesend gewesen wäre...

heike2106

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« Antwort #3119 am: 12.10.2020 08:13 »
Mir geht dieses ganze Rumgereite auf Corona eh auf den Sack.
Es wird in der Tarifverhandlung mehr darüber debattiert, wer nun ein "Held" war und wer nicht. Anstatt darüber, ob der öD allgemein noch attraktiv ist, bzw. die eigentlichen Argumente einer Tarifverhandlung.

Was du arbeitest im Umweltamt? Sorry, Heldenstatus nicht erreicht, Tariferhöhung nicht verdient. Sei doch froh das du Arbeit hast.