Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 586919 times)

Schreinersepp

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3375 am: 19.10.2020 08:53 »

Zum VKA-Vorschlag:
Warum schlägt man nicht wenigstens vor, jedem AN zwei Wochenstunden abzunehmen - das in Kombination mit einer Steigerung über ca.3,5% bei Laufzeit über drei Jahre ließe sich verschmerzen.
[/quote]

Dieser Kompensationsmöglichkeit kann ich uneingeschränkt zustimmen. Gerne kann die SSZ sogar um 50% abgesenkt werden, bei angemessener Reduzierung der WAZ. Anschließend dann den "normalen" Tarifabschluss übernehmen und fertig. So einfach könnte es gehen. Aber einfach ist wohl nicht gewünscht. Leider.

Verdi ist ja hier anscheinend (Wahlmöglichkeiten, WAZ-Reduzierung, e.t.c.) überhaupt nicht auf Zack.
Wenn mich nicht täusche, geht die IG-Metall im Dezember mit einer 32 Stunden-Woche bei (teilweisen) Lohnausgleich, in die Tarifrunde. Hier sollten mal die Verdi-Menschen ins Coaching gehen...

xirot

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« Antwort #3376 am: 19.10.2020 08:56 »
Die Gewerkschaften haben doch überproportionale Erhöhungen für das Beitrittsgebiet gefordert - ohne daß es dafür Anlaß oder gar Grund gibt.

Die Rücknahme des Soli ist für dich wahrscheinlich auch eine überproportionale Besserstellung von Vielverdienern oder?

Spid

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« Antwort #3377 am: 19.10.2020 08:59 »
Besteuerung ist insgesamt eine Schlechterstellung von Leistungsträgern. Das Abpressen von Steuern ist auf das absolute Minimumzu begrenzen - denn nur so zähmt man den sich gleich eines gallertartigen Monsters in alle Lebensbereiche hineindrängenden Staat.

Bastel

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« Antwort #3378 am: 19.10.2020 09:05 »
Wie lange soll das Thema deutsche Teilung denn noch durchgenuddelt werden? Da müssen wohl noch einige Generationen von Holzköpfen eingesargt werden...

Die AGs und ANs im Westen interessiert das Thema nicht. Warum sollte es auch? Im TV-L gibt es auch unterschiedliche Arbeitszeiten.

Keeper83

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« Antwort #3379 am: 19.10.2020 09:08 »

Eine Straße muss auch geplant werden und gebaut werden. Für den Job braucht es allerdings einen Ingenieur, der davon Ahnung hat und davon gibt es eben auf dem Arbeitsmarkt weniger als potentielle Empfangsdamen (oder Empfangsherren, bevor jetzt wieder die Genderpolizei kommt :D )....


Dafür gibt es (hier) in der Regel Planungsbüros, die Ingenieure der Verwaltungen machen seltenst etwas ausser mal  Kontrolle der Ausführung , und bauen schon garnicht.

Also ich mache seit ich im ÖD (Kommune) bin nichts anderes als Planen und bauen. Ich habe genau einmal für Ausführungsplanung und Bauleitung ein Ing.-Büro hinzugezogen und das nur weil ein Kollege uns verlassen hat und ich die Maßnahme ansonsten in dem Jahr nicht mehr geschafft hätte.
Sollten sich meine Tätigkeiten mal in die von dir gechilderte Richtung verändern, bin ich hier ganz schnell wieder verschwunden.

Kat

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3380 am: 19.10.2020 09:21 »
Die Gewerkschaften haben doch überproportionale Erhöhungen für das Beitrittsgebiet gefordert - ohne daß es dafür Anlaß oder gar Grund gibt.

Die Rücknahme des Soli ist für dich wahrscheinlich auch eine überproportionale Besserstellung von Vielverdienern oder?

Nee, die wird ja zur verkappten Vermögenssteuer, da diejenigen, die viel verdienen, den nicht zurückgenommen bekommen sondern weiterhin zahlen dürfen.

Otto1

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« Antwort #3381 am: 19.10.2020 09:34 »
Mal davon abgesehen, dass die AGs die Tarifrunde nutzen möchten, um die Lohnsteigerungen möglichst moderat zu halten, verstehe ich mittlerweile nicht mehr wie die bereits offenen Stellen und zukünftigen Abgänge (nach-) besetzt werden sollen. Vielleicht ist das bei uns ein Sonderfall, aber mit knapp 40 gehöre ich hier zu den Jungspunden. Vielleicht liegt es daran, dass wir eine „techniklastige“ Behörde sind? Unsere Personaler würden wohl gern mehr bezahlen, aber die Gesamtheit der AG will den öD wahrscheinlich abwickeln... anders kann man dieses Angebot der AG nicht verstehen.

Bastel

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« Antwort #3382 am: 19.10.2020 09:41 »
Mal davon abgesehen, dass die AGs die Tarifrunde nutzen möchten, um die Lohnsteigerungen möglichst moderat zu halten, verstehe ich mittlerweile nicht mehr wie die bereits offenen Stellen und zukünftigen Abgänge (nach-) besetzt werden sollen. Vielleicht ist das bei uns ein Sonderfall, aber mit knapp 40 gehöre ich hier zu den Jungspunden. Vielleicht liegt es daran, dass wir eine „techniklastige“ Behörde sind? Unsere Personaler würden wohl gern mehr bezahlen, aber die Gesamtheit der AG will den öD wahrscheinlich abwickeln... anders kann man dieses Angebot der AG nicht verstehen.

Es interessiert einfach keine Sau und es wird munter weiter ausgeschrieben. Irgendwann wird dann irgendeine verirrte Existenz eingestellt.

Otto1

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« Antwort #3383 am: 19.10.2020 09:55 »
So kann man einen Staat auch zugrunde richten...

Philipp

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3384 am: 19.10.2020 10:43 »
Der Fisch stinkt trotzdem vom Kopf.

Ich war erst in der Privatwirtschaft und bin dann in eine Behörde gewechselt. Nachdem ich die Kennzahlen und Prozesse verinnerlicht hatte, hätte ich den Laden komplett umkrempeln können - so wäre es wahrscheinlich in der freien Wirtschaft gelaufen:

- Aufgaben anders verteilen
- Zusätzliche Mitarbeiter einstellen
- Prozesse entschlacken und deutlich effizienter gestalten

Der Irrwitz an der Sache: Die Aufgaben die liegen geblieben sind mangels Stellen, waren einträgliche Dinge (zum Beispiel das Eintragen von Baulasten oder durchführen gebührenpflichtiger, gesetzlich vorgeschriebener Kontrollen). Die Stellen hätten sogar ein deutliches Plus erwirtschaftet - langfristig, aber sogar das war für die Obrigkeit kein Anlass, hier auch nur über Planstellen nachzudenken.
Stattdessen standen auf den verfügbaren Etagen aber mehrere Büros leer und wurden trotzdem beheizt und waren möbliert.

Im weiteren Sinne lässt sich diese Verbohrtheit und Unflexibilität auf weite Teil des ÖD übertragen. Bei vielen wichtigen Dingen - auch aktuell aufgrund Corona - habe nicht nur ich die Auffassung, dass grundlegende Entscheidungen an irgendeiner Stelle ganz weit oben im System aus Trotz oder persönlichem Gusto blockiert oder konterkariert werden, und zwar solange es geht.


Max

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3385 am: 19.10.2020 11:18 »

Zum VKA-Vorschlag:
Warum schlägt man nicht wenigstens vor, jedem AN zwei Wochenstunden abzunehmen - das in Kombination mit einer Steigerung über ca.3,5% bei Laufzeit über drei Jahre ließe sich verschmerzen.

Dieser Kompensationsmöglichkeit kann ich uneingeschränkt zustimmen. Gerne kann die SSZ sogar um 50% abgesenkt werden, bei angemessener Reduzierung der WAZ. Anschließend dann den "normalen" Tarifabschluss übernehmen und fertig. So einfach könnte es gehen. Aber einfach ist wohl nicht gewünscht. Leider.

Verdi ist ja hier anscheinend (Wahlmöglichkeiten, WAZ-Reduzierung, e.t.c.) überhaupt nicht auf Zack.
Wenn mich nicht täusche, geht die IG-Metall im Dezember mit einer 32 Stunden-Woche bei (teilweisen) Lohnausgleich, in die Tarifrunde. Hier sollten mal die Verdi-Menschen ins Coaching gehen...
Hast du schon einmal einen Antrag auf Stundenreduzierung gestellt?
Ich habe persönlich kein Interesse an einer reduzierten Wochenarbeitszeit. So geht es auch den meisten meiner Vollzeitkollegen. Wenn jemand eine kürzere Wochenarbeitszeit will kann ich die Forderung nur ernst nehmen wenn bereits einem Antrag auf Reduzierung nicht zugestimmt wurde. Dann sollte man aber lieber den individuellen Anspruch auf Teilzeit stärken als alle da mit reinzuziehen.

LeKai

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« Antwort #3386 am: 19.10.2020 11:30 »
Genug Geld ist vorhanden.

Madame Lagarde will die Drucker wieder anwerfen (falls sie überhaupt noch stillstehen).

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.corona-krise-ezb-praesidentin-deutet-weitere-konjunkturhilfe-an.f63e9400-d078-4cf7-b631-bde757db971f.html

Kryne

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3387 am: 19.10.2020 11:43 »

Hast du schon einmal einen Antrag auf Stundenreduzierung gestellt?
Ich habe persönlich kein Interesse an einer reduzierten Wochenarbeitszeit. So geht es auch den meisten meiner Vollzeitkollegen. Wenn jemand eine kürzere Wochenarbeitszeit will kann ich die Forderung nur ernst nehmen wenn bereits einem Antrag auf Reduzierung nicht zugestimmt wurde. Dann sollte man aber lieber den individuellen Anspruch auf Teilzeit stärken als alle da mit reinzuziehen.

Also ich habe zumindest mal mündlich "vorangefragt" und mir wurde direkt mitgeteilt, dass man einem solchen Antrag (2 Stunden weniger) bei mir nicht zustimmen würde, begründet durch betriebliche Gründe. Ich kann mir und allen anderen den Papierkram sparen.

Der Rechtsweg würde mir natürlich offen stehen.

Sorry aber dieses "Teilzeit" gelaber geht mir total auf den Sack. Das kann vielleicht der 0815 Sachbearbeiter machen wie er will, weil er einfach zu ersetzen ist und man einfach im riesen Pool an Angestellten die Aufgaben anders verteilen kann.

Wenn es aber z.B. nur zwei Ingenieure gibt und einer davon will 2 Stunden weniger arbeiten, dann ist das eben nicht so einfach, denn der andere ist bereits bei 39 Stunden und kann die zwei Stunden nicht ausgleichen und man wird auch keinen 3. Ingenieur mit 2 Wochenstunden einstellen.

Mir wurde gesagt, dass man drüber reden könnte wenn ich auf 50% gehen wollte (was ich ja absolut nicht will), denn dann könnte man die Stelle einfach teilen, aber solche krummen Zahlen wie 2 Stunden werden abgelehnt.



Warum "Ihr" kein Interesse an weniger Wochenstunden habt, erschließt sich mir auch nicht oder sind eure Frauen/Männer Zuhause so schrecklich, dass Ihr lieber auf der Arbeit seid ?

Initial hat der von dir Zitierte nämlich die 2 Stunden "on top" vorgeschlagen und nicht anstatt irgendwas anderem. Erst im Nachgang erwähnte er, dass er persönlich auch 50% weniger SSZ hinnehmen würde für eine Reduzierung der WAZ.

Aber gut solange es Leute wie dich gibt, bleibt der ÖD eben mit seinen 39/40 Stunden Wochen in der Steinzeit hängen.

In 10-20 Jahren, wenn es dann quasi flächendeckend 4 Tage Wochen gibt, wird man vielleicht mal auf 36 runtergehen im ÖD.


BAT

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« Antwort #3388 am: 19.10.2020 12:06 »
Ich habe letztes Jahr auf 34 Stunden reduziert, fordere dennoch eine allgemein Stundenreduzierung, um den Stundenlohn für uns alle anzuheben, bei der Anhebung der absoluten Zahlen haben die Tarifparteien offensichtlich so einige Probleme. ;)

Max

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« Antwort #3389 am: 19.10.2020 12:30 »

Sorry aber dieses "Teilzeit" gelaber geht mir total auf den Sack. Das kann vielleicht der 0815 Sachbearbeiter machen wie er will, weil er einfach zu ersetzen ist und man einfach im riesen Pool an Angestellten die Aufgaben anders verteilen kann.

Wenn es aber z.B. nur zwei Ingenieure gibt und einer davon will 2 Stunden weniger arbeiten, dann ist das eben nicht so einfach, denn der andere ist bereits bei 39 Stunden und kann die zwei Stunden nicht ausgleichen und man wird auch keinen 3. Ingenieur mit 2 Wochenstunden einstellen.


Warum "Ihr" kein Interesse an weniger Wochenstunden habt, erschließt sich mir auch nicht oder sind eure Frauen/Männer Zuhause so schrecklich, dass Ihr lieber auf der Arbeit seid ?
Wie soll es denn dann bei euch funktionieren wenn die Arbeitszeit allgemein um 2 Stunden reduziert wird?

Unsere Männer,  Frauen und Freunde arbeiten halt auch über 40 Stunden.