Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 370924 times)

Torstenausdorsten

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3990 am: 26.10.2020 07:06 »
Naja sowas führt dann in der Regel zu irgendwelchen Problemen, die man dann selbst wieder lösen muss.... Stichwort Bumerang.

Theoretisch richtig, aber was befürchtet du, wenn sich jemand ein wenig zurücknimmt? Gibt's dann den dicken Jahresbonus nicht mehr oder gar einen enttäuschten Blick des Vorgesetzten im Jahresgespräch oder wird man bei der nächsten Beförderung übergangen? Wird man das Elektrorad zurückgeben müssen? Oder denkst du dabei an die enttäuschten Kollegen, die nun in ihren Grundfesten erschüttert sein werden, wenn Dienst nach Vorschrift verrichtet wird?
Ich glaube dass der Bumerang im öD in dem Maße zuschlägt, wenn man sich nicht anstrengt, so wie auch Leistung im öD honoriert wird.

Otto1

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3991 am: 26.10.2020 07:26 »
Wie kommt man als jemand, der nicht Postwagenschubser, Gemüseputzer oder Spülhilfe ist, dazu, Mitglied bei Verdi zu werden?

Wie bekommt man eine andere Gewerkschaft als Vertragspartner für die Arbeitgeber?

Spid

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« Antwort #3992 am: 26.10.2020 07:30 »
Braucht man die?

Bastel

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3993 am: 26.10.2020 07:35 »
Wenn ich mich recht erinnere, wird ja 2021 der Solidaritätszuschlag (für die meisten) abgeschafft...
Das dürften 5,5% mehr Nettogehalt sein...
Hat mit dem Tarifabschluss nichts zu tun, hebt aber das Netto-Einkommen noch ein wenig.
Kann man ja als „Schmerzensgeld“ für den miesen Tarifabschluss sehen ^^

Also wen ich am 31.01.2021 nicht 5,5% mehr habe, melde ich mich bei dir!

Allgemeinbildung ade?

Philipp

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3994 am: 26.10.2020 08:06 »
Die Krankenkassen deuten doch schon jetzt an, dass der Zusatzbeitrag bis zu 100% steigen kann - dann sind wir auch ohne Inflation bei einer Nullrunde.

Wieso beschäftigt man sich eigentlich immer mit so vielen Baustellen gleichzeitig? Für mich wäre es attraktiv, würde Verdi einfach mal über eine vernünftige und gesunde prozentuale Lohnsteigerung verhandeln, und nicht über Soziale Komponente XY hier, Änderung der Formulierung Z da, Sonderbedingungen für Berufsgruppe V usw...

stefan77

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3995 am: 26.10.2020 08:37 »
Vernünftige Tariferhöhung in Zeiten von Corona.
Und richtig finde ich es, dass die Pflegekräfte noch eine extra Zulage erhalten.

Als Arbeitnehmer bin ich natürlich enttäuscht, die Erhöhung ist ziemlich gering.
Für 2020 jetzt insgesamt nur durchschnittlich 1,06 %, hatte mit 1,5 % - 2 % für diese Jahr gerechnet.
Danach nur kleine Erhöhungen für die folgenden 2 Jahre.
Und Einmalzahlungen sind die Arbeitnehmer-Verarsche. Die kommt nämlich nur einmal, die Prozente hat man jährlich bis zur Rente.


Aber als Hobby-Volkswirt und aus Arbeitgebersicht aktuell auch nicht anders darstellbar.
Da finde ich die Tariferhöhung richtig.
Aus Arbeitgebersicht wären aktuell tatsächlich 0 % angemessen gewesen.

Britta2

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« Antwort #3996 am: 26.10.2020 08:37 »
Warum müssen die AG überhaupt mit Verdi einen Tarifvertrag aushandeln? Hat sich kein anderer gefunden?

Einen besseren Verhandlungspartner würden die AG nie wieder bekommen.

Naja, den gabs ja mal. Die AG hätten sicher lieber mit Bsirske verhandelt.
So gesehen ist der aktuelle Abschluss der beste, den wir bekommen konnten. Besser.

Wobei -  hat die Politik nicht erst letzte Woche wieder wegen Corona DEUTLICHE Erhöhung der Krankenkassenbeiträge ab 2021 gefordert?  Das wäre dann unterm Strich eine fast-Nullnummer. Aber immer noch besser so als anders.

Britta2

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« Antwort #3997 am: 26.10.2020 08:40 »
Die Krankenkassen deuten doch schon jetzt an, dass der Zusatzbeitrag bis zu 100% steigen kann - dann sind wir auch ohne Inflation bei einer Nullrunde.

Nope. Nicht der Zusatzbeitrag sondern der gesetzliche Beitrag.
Meine KK hat schriftlich angekündigt "Zusatzbeitrag bleibt bis 31.12.2021 unverändert"  ???

Schokobon

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #3998 am: 26.10.2020 08:42 »
Und wieso hat sich die Gewerkschaft auf die lange Laufzeit eingelassen?
Wenn ich meine Forderungen ums Verrecken (ohne Streiks) nicht durchkriege schließ ich den vereinbarten Mist doch nicht auch noch über 2 Jahre ab?!

Gibt es schon EG die summa summarum mehr Einkommen generieren als die EG darüber?
Ich denke bei EG 8 vs. EG 9a könnte das ne enge Kiste werden...

HSVOstfriese

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« Antwort #3999 am: 26.10.2020 08:48 »
Ich bin jetzt mal ketzerisch und vielleicht etwas überrascht. Ich werde nach dem TV-L bezahlt. Armer Beschäftigter beim Land also. Für uns sind solche Abschlüsse normal. Klar, das ist nicht das Gelbe vom Ei, aber der Staat muss unglaublich investieren und einige andere Branchen kämpfen komplett ums überleben. Da kann man auch im öffentlichen Dienst mal mit weniger zufrieden sein. Bei uns wird es im nächsten Jahr noch weniger geben.

Aber mal ganz ehrlich, womit haben Beschäftigte, die einfach im Büro arbeiten und während der Coronakrise keine Einbußen haben, eine steuerfreie Einmalzahlung verdient? Wäre das nicht eher Geld, dass man den Menschen zukommen lassen sollte, die wirklich Einbußen hatten oder haben? Zum Beispiel Alleinerziehende, die in Kurzarbeit waren? Versteht mich nicht falsch, Pflegekräfte, Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern usw. steht das absolut zu, aber dem normalen Beschäftigten im Büro doch nicht. Und wenn es für den Zeitraum der Nullrunde eine Einmalzahlung geben soll, dann kann man die auch normal versteuern.

DerLustigeOpa

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« Antwort #4000 am: 26.10.2020 09:13 »
Was wurde nun eigentlich aus dem zuvor diskutierten Punkt Arbeitsvorgang?

Bastel

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« Antwort #4001 am: 26.10.2020 09:20 »
Ich bin jetzt mal ketzerisch und vielleicht etwas überrascht. Ich werde nach dem TV-L bezahlt. Armer Beschäftigter beim Land also. Für uns sind solche Abschlüsse normal. Klar, das ist nicht das Gelbe vom Ei, aber der Staat muss unglaublich investieren und einige andere Branchen kämpfen komplett ums überleben. Da kann man auch im öffentlichen Dienst mal mit weniger zufrieden sein. Bei uns wird es im nächsten Jahr noch weniger geben.

Erstens ist Geld für alles und jeden da. Das Argument kein Geld und Investitionen kommt nur bei Gehaltsverhandlungen oder Steuerkürzungen. Anderen Branchen geht es jetzt etwas schlechter, aber die letzten Jahren haben viele geboomt und es wurde fett Reibach gemacht.

Philipp

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« Antwort #4002 am: 26.10.2020 09:23 »
...aber der Staat muss unglaublich investieren und einige andere Branchen kämpfen komplett ums überleben.

Du meinst, der Staat muss Milliarden ausgeben? Investition ist für mich ein Tausch von Geld gegen etwas, das einen Nutzen bringt.
Bisher werden doch Milliarden in Beratungsfirmen und Fehlplanungen versenkt. Beispiel: Statt Milliarden für die Bankenrettung könnte man Milliarden in die Schulen stecken, aber da braucht es erst einen Konsens in Form eines wasserdichten Planes, und bis der im Förderalismus bundesweit steht, sind zwei Wahlen um und Bundes- wie Landesregierungen haben wieder alles umgeworfen nach eigenem Dünken.

Geld ist einfach nicht gleich Geld - für die eigenen Beschäftigten wird um die einzelne Stelle hinterm Komma gekämpft, wohingegen auf anderen Ebenen eine Milliarde Fehlplanung nicht mal ein Stirnrunzeln wert ist.

xirot

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« Antwort #4003 am: 26.10.2020 09:23 »
Was wurde nun eigentlich aus dem zuvor diskutierten Punkt Arbeitsvorgang?

Nichts.

AndreasG

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« Antwort #4004 am: 26.10.2020 09:26 »
Klar, das ist nicht das Gelbe vom Ei, aber der Staat muss unglaublich investieren und einige andere Branchen kämpfen komplett ums überleben. Da kann man auch im öffentlichen Dienst mal mit weniger zufrieden sein. Bei uns wird es im nächsten Jahr noch weniger geben.

Der ÖD ist mittlerweile so zusammengespart worden das der Staat die Investitionen doch überhaupt nicht mehr tätigen kann.

Wieviele Mrd liegen auf Halde und können nicht umgesetzt werden weil das Personal fehlt?