Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 377892 times)

SpotJ

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #4245 am: 27.10.2020 23:59 »

2. Ja, ein Studium soll sich finanziell auszahlen. Ich persönlich halte jedoch den Gehaltsunterschied zwischen Studierten und Nicht-Studierten für defnitiv zu groß und meine deshalb, dass hier gegengesteuert werden muss.

Aus Interesse, würdest du vielleicht ein ein paar Zahlen nennen, bei denen du denkst so sei es gerechter?

Maiden

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« Antwort #4246 am: 28.10.2020 00:00 »
Doch, das ist völlig unerheblich - eben weil Arbeit gegen Geld getauscht wird und die persönlichen Lebensverhältnisse dafür völlig unbeachtlich sind.

Ach? Du kannst dir also mit 3000 € immer gleich viel Essen kaufen, egal ob du dich allein versorgen oder auch noch x Kinder mit durchfüttern musst?

Die Mathematik ist überlistet. Bitte erklär mir den Trick.

SpotJ

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« Antwort #4247 am: 28.10.2020 00:02 »
Doch, das ist völlig unerheblich - eben weil Arbeit gegen Geld getauscht wird und die persönlichen Lebensverhältnisse dafür völlig unbeachtlich sind.

Ach? Du kannst dir also mit 3000 € immer gleich viel Essen kaufen, egal ob du dich allein versorgen oder auch noch x Kinder mit durchfüttern musst?

Die Mathematik ist überlistet. Bitte erklär mir den Trick.

Naja..Tatsächlich kann man sich von 3000€ immer gleich viel essen kaufen

AndreasG

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #4248 am: 28.10.2020 00:03 »
Du vermischst hier gerade ein paar Punkte. Was ich sagen will ist folgendes:

1. Auch wenn man z. B. jetzt für Berufseinsteiger die von der Uni kommen die Gehälter raufsetzt hat man das Problem nicht gelöst, weil sich dann wieder wer anders benachteiligt fühlt. Das ist wie die hier gebrachten Beispiele der Angestellten mit E10+, die sich auch fragen, warum sie für das bisschen mehr Geld so viel mehr Arbeit/Verantwortung an der Backe haben.Es braucht wenn dann eine komplette Reform.
2. Ja, ein Studium soll sich finanziell auszahlen. Ich persönlich halte jedoch den Gehaltsunterschied zwischen Studierten und Nicht-Studierten für defnitiv zu groß und meine deshalb, dass hier gegengesteuert werden muss.

Das Problem für Akademiker im öD ist nicht das Einstiegsgehalt. Das liegt "ein bisschen" unter der fW.
Das Problem für Akademiker im öD ist die ungenügende Progression im Vergleich zur fW.

Und der Gehaltsunterschied ist keine Sache von persönlichen Meinungen sondern das ist folge der Marktsituation.

Gute Akademiker sind gefragt. Sogar so gefragt dass die Nachfrage das Angebot übersteigt.
Aus dem Grund sind die Gehälter für Reinigungskräfte auch sehr niedrig. Das potentielle Angebot übersteigt die Nachfrage bei weiten.

Deswegen kommen im öD auch auf die unteren EG körbeweise Bewerbungen während man bei den Stellen für höhere EG froh sein kann wenn sich jemand bewirbt.

Angebot und Nachfrage.

Und da kann man in Deutschland rein garnichts daran ändern es sei denn man will eine Mauer ums Land ziehen.

Denn international gesuchte Fachkräfte mit Hochschulabschluss gehen notfalls dahin wo sie das beste Paket aus Lohn und Benefits vs Lebenshaltungskosten bekommen.

Diese Mobilität hat man bei den unteren Entgeltgruppen eher nicht denn da besteht keine wirkliche Nachfrage.


Jetzt kann man über die "unmöglichen Gehaltsvorstellungen" der Akademiker schimpfen und fordern dass diese noch weiter runtergeschraubt werden oder man kann die Realität akzeptieren.

Man gewinnt den Zuschlag nicht indem man dem potentiellen Verkäufer sagt dass seine Preisvorstellungen gemein sind.
Der lacht, dreht sich rum und verkauft dort wo er das beste Angebot bekommt.

Amtsschimmel

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #4249 am: 28.10.2020 00:03 »
Doch, das ist völlig unerheblich - eben weil Arbeit gegen Geld getauscht wird und die persönlichen Lebensverhältnisse dafür völlig unbeachtlich sind.

Ach? Du kannst dir also mit 3000 € immer gleich viel Essen kaufen, egal ob du dich allein versorgen oder auch noch x Kinder mit durchfüttern musst?



Wie bitte? Eigentlich ja, genau so ist es. Alles andere ist dann staatliche Umverteilung, die in Teilen ja auch in Ordnung ist.

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #4250 am: 28.10.2020 00:05 »
Doch, das ist völlig unerheblich - eben weil Arbeit gegen Geld getauscht wird und die persönlichen Lebensverhältnisse dafür völlig unbeachtlich sind.

Ach? Du kannst dir also mit 3000 € immer gleich viel Essen kaufen, egal ob du dich allein versorgen oder auch noch x Kinder mit durchfüttern musst?

Die Mathematik ist überlistet. Bitte erklär mir den Trick.

Ja, mit 3000€ kann ich immer gleich viel Essen kaufen, egal wie viele andere ich versorgen muß. Das ist aber auch völlig unbeachtlich, denn abhängige Beschäftigung ist der Tausch von Arbeit gegen Geld - und der Wert der Arbeit wird durch die Zahl der Kinder nicht beeinflußt.

Wo bleiben denn jetzt die klaren Fakten?

Maiden

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« Antwort #4251 am: 28.10.2020 00:13 »
Aus Interesse, würdest du vielleicht ein ein paar Zahlen nennen, bei denen du denkst so sei es gerechter?

Ich zieh das mal von hinten auf. Hier mal ein Beispiel wo man sieht, dass sich das Studium definitiv finanziell lohnt und der Unterschied sich in einem vernünftigen Rahmen bewegt.

Nehmen wir doch mal einen Fachinformatiker (3 Jahre Ausbildung) und einen studierten Informatiker (6 bis 8 Semester für den Bachelor). Wenn ich mir diese Entgeltordnung hier so ansehe (https://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/tarifvertraege/2017_TVoeD_Entgeltordnung_VKA.pdf), sieht das höchstwahrscheinlich so aus:

Fachinformatiker: E6 = 1691 € bei SK1
Informatiker = E10 = 2087 € bei SK1

Macht so schon einen Unterschied von fast 400 € Netto im Monat (fast 4800 Euro, also über 2 Monatsgehälter des Fachinformatikers). Wenn der Informatiker jetzt wie in manchen Bereich der Wirtschaft 50.000 Brutto im Jahr bekäme (~ E13; 2400 Netto), läge der monatliche Unterschied schon bei über 700 €. Das halte ich persönlich für zu viel Unterschied, weil es den Fachinformatiker abwertet.

Maiden

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« Antwort #4252 am: 28.10.2020 00:16 »

Ach?  Wenn du mit 3000 € Essen einkaufen gehst, bleibt immer dieselbe Menge Essen für dich übrig - egal, ob du dich selbst versorgst oder zusätzlich noch x Kinder satt bekommen musst?

Die Mathematik ist überlistet. Bitte erklär mir den Trick.


Ja, mit 3000€ kann ich immer gleich viel Essen kaufen, egal wie viele andere ich versorgen muß. Das ist aber auch völlig unbeachtlich, denn abhängige Beschäftigung ist der Tausch von Arbeit gegen Geld - und der Wert der Arbeit wird durch die Zahl der Kinder nicht beeinflußt.

Du (und auch der Amtsschimmel) hast es nicht verstanden. Habe es dir noch mal umgeschrieben, vielleicht klappt es ja jetzt.

SpotJ

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« Antwort #4253 am: 28.10.2020 00:16 »
Doch, das ist völlig unerheblich - eben weil Arbeit gegen Geld getauscht wird und die persönlichen Lebensverhältnisse dafür völlig unbeachtlich sind.

Ach? Du kannst dir also mit 3000 € immer gleich viel Essen kaufen, egal ob du dich allein versorgen oder auch noch x Kinder mit durchfüttern musst?

Die Mathematik ist überlistet. Bitte erklär mir den Trick.

Ja, mit 3000€ kann ich immer gleich viel Essen kaufen, egal wie viele andere ich versorgen muß. Das ist aber auch völlig unbeachtlich, denn abhängige Beschäftigung ist der Tausch von Arbeit gegen Geld - und der Wert der Arbeit wird durch die Zahl der Kinder nicht beeinflußt.

Wo bleiben denn jetzt die klaren Fakten?

Ist halt eine andere Perspektive. Man kann der Meinung sein, dass sich das Gehalt nach der Marktsituation als Folge von Qualifikation und Arbeitsleistung richtet oder man befürwortet eine Bezahlung, die sich nach persönlichen Umständen richtet. Dem AG interessiert eigentlich nicht wieviel Alimente jemand zu zahlen hat, ihm gehts um Leistung. Der Staat sieht es was anders, hier kommen die SKs ins Spiel und man wird quasi als Single bestraft genauso wie man als Gutverdienender bestraft wird.
Und dann kommen Hardcore Marxisten die zusätzlich noch weniger Brutto fordern..

SpotJ

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« Antwort #4254 am: 28.10.2020 00:17 »
Aus Interesse, würdest du vielleicht ein ein paar Zahlen nennen, bei denen du denkst so sei es gerechter?

Ich zieh das mal von hinten auf. Hier mal ein Beispiel wo man sieht, dass sich das Studium definitiv finanziell lohnt und der Unterschied sich in einem vernünftigen Rahmen bewegt.

Nehmen wir doch mal einen Fachinformatiker (3 Jahre Ausbildung) und einen studierten Informatiker (6 bis 8 Semester für den Bachelor). Wenn ich mir diese Entgeltordnung hier so ansehe (https://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/tarifvertraege/2017_TVoeD_Entgeltordnung_VKA.pdf), sieht das höchstwahrscheinlich so aus:

Fachinformatiker: E6 = 1691 € bei SK1
Informatiker = E10 = 2087 € bei SK1

Macht so schon einen Unterschied von fast 400 € Netto im Monat (fast 4800 Euro, also über 2 Monatsgehälter des Fachinformatikers). Wenn der Informatiker jetzt wie in manchen Bereich der Wirtschaft 50.000 Brutto im Jahr bekäme (~ E13; 2400 Netto), läge der monatliche Unterschied schon bei über 700 €. Das halte ich persönlich für zu viel Unterschied, weil es den Fachinformatiker abwertet.

Danke für Deine Ausführung!

Amtsschimmel

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« Antwort #4255 am: 28.10.2020 00:17 »

Du (und auch der Amtsschimmel) hast es nicht verstanden. Habe es dir noch mal umgeschrieben, vielleicht klappt es ja jetzt.

Du hast Käse geschrieben. Mit Verständnis hat das nichts zu tun, gesteh Dir das halt mal ein.

Spid

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« Antwort #4256 am: 28.10.2020 00:19 »
Aus Interesse, würdest du vielleicht ein ein paar Zahlen nennen, bei denen du denkst so sei es gerechter?

Ich zieh das mal von hinten auf. Hier mal ein Beispiel wo man sieht, dass sich das Studium definitiv finanziell lohnt und der Unterschied sich in einem vernünftigen Rahmen bewegt.

Nehmen wir doch mal einen Fachinformatiker (3 Jahre Ausbildung) und einen studierten Informatiker (6 bis 8 Semester für den Bachelor). Wenn ich mir diese Entgeltordnung hier so ansehe (https://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/tarifvertraege/2017_TVoeD_Entgeltordnung_VKA.pdf), sieht das höchstwahrscheinlich so aus:

Fachinformatiker: E6 = 1691 € bei SK1
Informatiker = E10 = 2087 € bei SK1

Macht so schon einen Unterschied von fast 400 € Netto im Monat (fast 4800 Euro, also über 2 Monatsgehälter des Fachinformatikers). Wenn der Informatiker jetzt wie in manchen Bereich der Wirtschaft 50.000 Brutto im Jahr bekäme (~ E13; 2400 Netto), läge der monatliche Unterschied schon bei über 700 €. Das halte ich persönlich für zu viel Unterschied, weil es den Fachinformatiker abwertet.

Inwiefern wertet es den Fachinformatiker ab? Bekommt er weniger, weil der studierte Informatiker mehr bekommt? Nein. Was Du ausführst, ist schlicht der Inbegriff von Neid und Mißgunst!

Wo bleiben jetzt die klaren Fakten?

Maiden

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« Antwort #4257 am: 28.10.2020 00:20 »
@SpotJ

Deine Interpretation ist gut und schön, geht aber an meiner Aussage vorbei. Was ich meine ist, dass 3000 € für einen Single in meinen Augen einfach übertrieben sind.

Spid

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« Antwort #4258 am: 28.10.2020 00:21 »
Doch, das ist völlig unerheblich - eben weil Arbeit gegen Geld getauscht wird und die persönlichen Lebensverhältnisse dafür völlig unbeachtlich sind.

Ach? Du kannst dir also mit 3000 € immer gleich viel Essen kaufen, egal ob du dich allein versorgen oder auch noch x Kinder mit durchfüttern musst?

Die Mathematik ist überlistet. Bitte erklär mir den Trick.

Ja, mit 3000€ kann ich immer gleich viel Essen kaufen, egal wie viele andere ich versorgen muß. Das ist aber auch völlig unbeachtlich, denn abhängige Beschäftigung ist der Tausch von Arbeit gegen Geld - und der Wert der Arbeit wird durch die Zahl der Kinder nicht beeinflußt.

Wo bleiben denn jetzt die klaren Fakten?

Ist halt eine andere Perspektive. Man kann der Meinung sein, dass sich das Gehalt nach der Marktsituation als Folge von Qualifikation und Arbeitsleistung richtet oder man befürwortet eine Bezahlung, die sich nach persönlichen Umständen richtet. Dem AG interessiert eigentlich nicht wieviel Alimente jemand zu zahlen hat, ihm gehts um Leistung. Der Staat sieht es was anders, hier kommen die SKs ins Spiel und man wird quasi als Single bestraft genauso wie man als Gutverdienender bestraft wird.
Und dann kommen Hardcore Marxisten die zusätzlich noch weniger Brutto fordern..

Arbeitsverhältnis und Besteuerung sind ja nunmal zwei unterschiedliche Sachverhalte.

Amtsschimmel

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« Antwort #4259 am: 28.10.2020 00:23 »
@SpotJ

Deine Interpretation ist gut und schön, geht aber an meiner Aussage vorbei. Was ich meine ist, dass 3000 € für einen Single in meinen Augen einfach übertrieben sind.

Diese Aussage ist in ihrer Pauschalität doch nicht sinnvoll zu vertreten.
Zudem: geht es Dir jetzt um Abstände zwischen Ausgebildeten und Studierten, oder um Obergrenzen?