Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 490799 times)

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #750 am: 03.07.2020 15:09 »
Ab E10 wird das Entgelt im Vergleich dann eher lächerlich - und Entgelte, die man gut als Witz in der Kneipe erzählen kann, können nur dann mit Work-Life-Balance punkten, wenn die noch gegeben ist, wenn man zwei davon macht.
Zwei was? Witze?

Also meine Work-Life-Balance kompensiert meine niedriges öD Salär.(edit)
Aber ich habe halt auch vorher genug verdient, so dass Geld inzwischen nicht mehr das entscheidende Kriterium ist.
Wir können gute ITler nur durch unseren Aufgaben und dem Arbeitsumfeld an uns binden.
(Und natürlich unter Ausnutzung der gesamten tariflichen Bandbreite, unterhalb eines Entgelts in höher Stufe vier fängt hier keine an)

Zwei Entgelte - wenn meine Work-Life-Balance im öD nicht berührt würde, wenn ich zwei Vollzeitjobs im öD ausübte und somit zwei Entgelte bekäme...

Warumdendas

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #751 am: 03.07.2020 15:23 »
In meiner Wahrnehmung mangelt es an einer hinreichenden Spreizung der Entgelttabelle, die derzeit zu den wohl bestbezahltesten Gemüseputzern, Garderobenaufsichten und Postwagenschubsern führt. Denen fehlt tatsächlich kein Geld - und ob deren Work-Life-Balance haben oder nicht, ist egal, da sie jederzeit ersetzbar sind. Auch die Verwaltungstätigkeiten, die auf einer Berufsausbildung aufbauen, sind gut genug bezahlt. Ab E10 wird das Entgelt im Vergleich dann eher lächerlich - und Entgelte, die man gut als Witz in der Kneipe erzählen kann, können nur dann mit Work-Life-Balance punkten, wenn die noch gegeben ist, wenn man zwei davon macht.

Gemüseputzer und Postwagenschubser in dem Sinne gibt es nicht mehr die Aufgaben sind im laufe der Jahrzehnte doch deutlich komplexer geworden. Weiterführend müsstest du die TB´s ab E 10 als Arschplattsitzer bezeichnen.
Ich gebe dir allerdings recht, dass Küchenhilfen in E2 ab Stufe 2 im Vergleich zur fW gut dastehen ab Stufe 5 sind sie besser bezahlt als mancher Koch in der Gastronomie.

Beide Tätigkeitsbilder gibt es noch. Eines davon ist von den TVP genanntes Tätigkeitsbeispiel für E1. Zudem muß ich Sauerstoff metabolisieren, Nährstoffe und Wasser aufnehmen und defäkieren - alles andere ist optional. Ich müßte also nicht verfahren, wie von Dir beschrieben - zumal mich das ja als Crétin outen.

Die Tätigkeitsbeispiele der TVP gibt es noch, als Beispiel, aber nicht i. d. Praxis. Wenn du glaubst das E1 im Lebensmittelbereich noch gelebt wird bist du tatsächlich der von dir vorgebrachte défavorisés.
Tipp: Zum besseren Verständnis für uns Leser könnte es helfen wenn du in Zukunft wieder vollständige Sätze verwendest.

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #752 am: 03.07.2020 15:29 »
Selbstverständlich gibt es sie in der Praxis. Der Vorgang des Gemüseputzens hat über die Jahrtausende seinen maximalen Komplexitätsgrad bereits vor geraumer Zeit erreicht und läßt sich in der Praxis nicht mehr steigern. Du kannst gerne anderes annehmen oder behaupten, was dann maßgeblichen Einfluß auf Werturteile über Deine Person hat.

Warumdendas

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #753 am: 03.07.2020 15:49 »
Selbstverständlich gibt es sie in der Praxis. Der Vorgang des Gemüseputzens hat über die Jahrtausende seinen maximalen Komplexitätsgrad bereits vor geraumer Zeit erreicht und läßt sich in der Praxis nicht mehr steigern. Du kannst gerne anderes annehmen oder behaupten, was dann maßgeblichen Einfluß auf Werturteile über Deine Person hat.

Die wertende Beurteilung von unbekannten Personen, vorzugsweise in herabwürdigender Weise, soll doch gern in deiner Verantwortung bleiben.
Es ändert jedoch nichts daran das auch der Komplexitätsgrad des Gemüseputzens, so wie bei nahezu jeder anderen Tätigkeit, niemals erreicht sein wird. Auch wenn manche alten Menschen es sich nicht vorstellen wollen oder können: Fast alles wird weiterentwickelt.
Davon abgesehen ändert dein...Blubbb... nichts an der Tatsache das es den ausschließlich gemüseputzenden MA im Lebensmittelbereich nicht mehr gibt. Auch nicht im öD. Diese Aufgaben, wie vorangehend beschrieben, sind sehr viel komplexer geworden und werden in E2 vergütet dies ist im Vergleich zur pW sehr gut bezahlt. Dies war meine Kernaussage und die hast du negiert.

Otto1

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« Antwort #754 am: 03.07.2020 19:09 »
Ab E10 wird das Entgelt im Vergleich dann eher lächerlich - und Entgelte, die man gut als Witz in der Kneipe erzählen kann, können nur dann mit Work-Life-Balance punkten, wenn die noch gegeben ist, wenn man zwei davon macht.
Zwei was? Witze?

Also meine Work-Life-Balance kompensiert meine niedriges öD Salär.(edit)
Aber ich habe halt auch vorher genug verdient, so dass Geld inzwischen nicht mehr das entscheidende Kriterium ist.
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(Und natürlich unter Ausnutzung der gesamten tariflichen Bandbreite, unterhalb eines Entgelts in höher Stufe vier fängt hier keine an)

Das Modell „ ich habe vorher genug verdient“ funktioniert jedoch bei Absolventen und jungen Familienväter nur schwierig, da die in der Regel das Geld brauchen noch nicht genug verdient haben, um es sich leisten zu können im öD zu arbeiten.

Thiesi

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #755 am: 03.07.2020 19:37 »
An dieser Stelle haben wir einfach eine komplett unterschiedliche Sichtweise: in meiner Wahrnehmung mangelt es den Mitarbeitern im öffentlichen Dienst nämlich weder an bezahlbaren Wohnungen, Dönern, oder sonst irgendeinem für Geld zu erwerbenden Konsumgut. Es mangelt dagegen sehr an einer vernünftigen Work-Life-Balance.

Auch glaube ich dass die jungen guten Leute zukünftig eher abwandern weil woanders bessere Arbeitsbedingungen geboten werden und nicht aufgrund von zu geringen Gehältern.
Sorry, mir kann niemand weismachen, dass sich seine Work-Life-Balance spürbar verbessert, wenn er jeden Tag zwölf Minuten früher zu Hause ist. Bekommt er aber 150 € mehr aufs Konto, kann er damit sogar als Familienvater dreimal (mehr) pro Monat essen gehen. Oder viermal (mehr) ins Kino. Oder sonstwas. Aber zwölf Minuten mehr pro Tag mit der Familie dürfte wohl im Grundrauschen untergehen.

Wenn schon eine Verbesserung der Work-Life-Balance, dann konsequent mehr Urlaub gewähren. An einem "echten" freien Tag kann man nämlich tatsächlich entspannen und ggfs. was mit der Familie unternehmen.
"We're with you all the way, mostly"

Thiesi

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« Antwort #756 am: 03.07.2020 19:52 »
Das Modell „ ich habe vorher genug verdient“ funktioniert jedoch bei Absolventen und jungen Familienväter nur schwierig, da die in der Regel das Geld brauchen noch nicht genug verdient haben, um es sich leisten zu können im öD zu arbeiten.
Zudem sollte ja jeder Job für sich ein hinreichendes Einkommen generieren und nicht nur in Verbindung mit etwaigen besserbezahlten vorherigen funktionieren.
"We're with you all the way, mostly"

Kaiser80

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« Antwort #757 am: 03.07.2020 20:33 »
Ab E10 wird das Entgelt im Vergleich dann eher lächerlich - und Entgelte, die man gut als Witz in der Kneipe erzählen kann, können nur dann mit Work-Life-Balance punkten, wenn die noch gegeben ist, wenn man zwei davon macht.
Zwei was? Witze?

Also meine Work-Life-Balance kompensiert meine niedriges öD Salär.(edit)
Aber ich habe halt auch vorher genug verdient, so dass Geld inzwischen nicht mehr das entscheidende Kriterium ist.
Wir können gute ITler nur durch unseren Aufgaben und dem Arbeitsumfeld an uns binden.
(Und natürlich unter Ausnutzung der gesamten tariflichen Bandbreite, unterhalb eines Entgelts in höher Stufe vier fängt hier keine an)

Das Modell „ ich habe vorher genug verdient“ funktioniert jedoch bei Absolventen und jungen Familienväter nur schwierig, da die in der Regel das Geld brauchen noch nicht genug verdient haben, um es sich leisten zu können im öD zu arbeiten.
Aber dann  sollte für "junge Familienväter" (was auch immer das per Definition sein soll) der Staat im Allgemeinen Reproduktion finanziell attraktiv bzw auskömmlich gestalten. Und wir reden hoffentlich beide von erwerbstätigen "jungen Familienvätern". Gilt selbstredend auch für Mamas oder?
Ich meine es ist nicht Aufgabe der TVP das zu regeln. Das müssen wir als Staat wollen oder eben nicht!
« Last Edit: 03.07.2020 20:40 von Kaiser80 »

Spid

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« Antwort #758 am: 03.07.2020 20:55 »
Nein, aber es ist Aufgabe der TVP sich über Entgelte zu einigen. Hierbei kann nicht das Argument sein, man bräuchte keine attraktiven Entgelte, weil TB ja bereits vorher genug verdient haben könnten, um sich eine Anstellung unter TVÖD-Konstellationen zu leisten.

WasDennNun

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« Antwort #759 am: 04.07.2020 08:33 »
Nein, aber es ist Aufgabe der TVP sich über Entgelte zu einigen. Hierbei kann nicht das Argument sein, man bräuchte keine attraktiven Entgelte, weil TB ja bereits vorher genug verdient haben könnten, um sich eine Anstellung unter TVÖD-Konstellationen zu leisten.
Ist ja auch bisher noch nicht als Argument aufgetaucht.

WasDennNun

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« Antwort #760 am: 04.07.2020 08:41 »
Das Modell „ ich habe vorher genug verdient“ funktioniert jedoch bei Absolventen und jungen Familienväter nur schwierig, da die in der Regel das Geld brauchen noch nicht genug verdient haben, um es sich leisten zu können im öD zu arbeiten.
Zudem sollte ja jeder Job für sich ein hinreichendes Einkommen generieren und nicht nur in Verbindung mit etwaigen besserbezahlten vorherigen funktionieren.
Absolut richtig, wir schaffen es mit den lausigen E13 Gehältern Absolventen und junge Familienväter/mütter für uns zu interessieren, denn damit sollte man doch durchaus eine Familie ernähren können und zusätzlich auch noch durch die Flexibilität Zeit mit seinen Kinder verbringen können.
Bei dem Gehalt muss halt das Umfeld und die Inhalte stimmig sein.
Allerdings als Universitätsstadt und entsprechenden Kontakten kann man auch gezielter werben.
Ansonsten muss man halt schauen, dass man E11-E12er Stellen vom Zuschnitt schafft auf die man dann einen FI setzt.

Spid

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« Antwort #761 am: 04.07.2020 09:27 »
Nein, aber es ist Aufgabe der TVP sich über Entgelte zu einigen. Hierbei kann nicht das Argument sein, man bräuchte keine attraktiven Entgelte, weil TB ja bereits vorher genug verdient haben könnten, um sich eine Anstellung unter TVÖD-Konstellationen zu leisten.
Ist ja auch bisher noch nicht als Argument aufgetaucht.

Und wie war Dein dahingehender Einwurf zu verstehen? Als Schwank aus Deinem Leben? Als Nicht-Argument?

Spid

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« Antwort #762 am: 04.07.2020 09:31 »
Das Modell „ ich habe vorher genug verdient“ funktioniert jedoch bei Absolventen und jungen Familienväter nur schwierig, da die in der Regel das Geld brauchen noch nicht genug verdient haben, um es sich leisten zu können im öD zu arbeiten.
Zudem sollte ja jeder Job für sich ein hinreichendes Einkommen generieren und nicht nur in Verbindung mit etwaigen besserbezahlten vorherigen funktionieren.
Absolut richtig, wir schaffen es mit den lausigen E13 Gehältern Absolventen und junge Familienväter/mütter für uns zu interessieren, denn damit sollte man doch durchaus eine Familie ernähren können und zusätzlich auch noch durch die Flexibilität Zeit mit seinen Kinder verbringen können.
Bei dem Gehalt muss halt das Umfeld und die Inhalte stimmig sein.
Allerdings als Universitätsstadt und entsprechenden Kontakten kann man auch gezielter werben.
Ansonsten muss man halt schauen, dass man E11-E12er Stellen vom Zuschnitt schafft auf die man dann einen FI setzt.

Also reicht das Entgelt nicht für Profis, die einfach ihren Job machen, egal wie sie zur konkreten Aufgabe stehen, sondern nur für Gesinnungstäter und Rosinenpicker.

WasDennNun

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« Antwort #763 am: 04.07.2020 13:03 »
Das Geld reicht für Profis, die freiwillig mehr machen, als sie sie dem AG schulden und das aufgrund nicht monetärer Anreize.
(Auch wenn du verneinen wirst, dass das dann Profis sein können  8))

WasDennNun

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« Antwort #764 am: 04.07.2020 13:06 »
Und wie war Dein dahingehender Einwurf zu verstehen? Als Schwank aus Deinem Leben? Als Nicht-Argument?
So wie er dort steht, als exemplarisches Beispiel, was ohne rein monetär ausgerichtete Möglichkeiten bestehen, um gute Profis zu binden. (Und natürlich ist es auch ein Schwank aus meinem Leben)