Autor Thema: Mögliche Verbeamtung - Empfehlung als E11er  (Read 2165 times)

EiTee

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Antw:Mögliche Verbeamtung - Empfehlung als E11er
« Antwort #30 am: 20.08.2020 14:25 »
Das vergessen viele gern.
Mit der JSZ sind es nämlich 2770 netto (inkl. 350 Zulage). Selbst mit A11/3 (3062 - ca. 250PKV=2812) nur knapp drüber, aber er braucht selbst im besten Fall 2 Jahre (1 Jahr auf Probe, 1 Jahr bis zur Beförderung), bis er A11 bekommt.

Wenn man noch die Wöchentliche Arbeitszeit berücksichtigt 39 vs. 41 Stunden, ist selbst der etwas bessere Verdienst hinfällig.

Asperatus

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Antw:Mögliche Verbeamtung - Empfehlung als E11er
« Antwort #31 am: 20.08.2020 17:20 »
Einen Antrag auf Verbeamtung würde ich, wenn ich du wäre, stellen. Die Prüfung der beamtenrechtlichen Veraussetzungen obliegt dann der Dienststelle. Der Antragsteller muss sich darüber erstmal keine Gedanken machen. Den Antrag zurückziehen oder die Verbeamtung ablehnen (mitwirkungsbedürftiger Verwaltungsakt) kann man dann immer noch.

Bei der Frage, ob es für einen persönlich günstiger wäre, würde ich noch an die Altersversorgung denken. Da bist du meines Erachtens später als Beamter wesentlich besser gestellt, außer, du sorgst privat massiv vor, was dann aber den mutmaßlichen Gehaltsvorteil des TB ins Negative verkehren dürfte.

Zur Frage der lebenslangen Bindung: Das wäre für mich kein Kriterium. Ein Beamter kann seine Entlassung beantragen. Das Altersgeld nach dem Altersgeldgesetz sorgt dafür, dass der Verzicht auf Pension im Falle der Entlassung abgemildert wird. Das Altersgeld ist immer noch höher als eine Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Ich würde bei der Entscheidung TB oder Beamter noch abklären, ob evtl. Vorerkrankungen einen Risikozuschlag in der PKV bedeuten würden. Allerdings ist dieser auf 1/3 begrenzt und es gibt ein Zugangsrecht in den ersten sechs Monaten nach Verbeamtung.

Je mehr Kinder geplant sind, desto finanziell attraktiver wird das Beamtenverhältnis aufgrund des Familienzuschlages, für den es als Tarifbeschäftigter keine Entsprechung gibt.

Zur Beförderungssituation können schwer allgemeingültige Aussagen getroffen werden. Das ist von Behörde zu Behörde unterschiedlich. Ich würde mich da bei den verbeamteten Kollegen in der angestrebten Laufbahngruppe umhören. Grundsätzlich sollte die Situation im technischen Verwaltungsdienst oder naturwissenschaftlichen Dienst (die für dich infrage kommenden Bereiche) besser sein als im nichttechnischen Verwaltungsdienst.

WasDennNun

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Antw:Mögliche Verbeamtung - Empfehlung als E11er
« Antwort #32 am: 20.08.2020 17:33 »
Zur Frage der lebenslangen Bindung: Das wäre für mich kein Kriterium. Ein Beamter kann seine Entlassung beantragen. Das Altersgeld nach dem Altersgeldgesetz sorgt dafür, dass der Verzicht auf Pension im Falle der Entlassung abgemildert wird. Das Altersgeld ist immer noch höher als eine Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung.
Hätte doch aber weniger Rente als wenn er weiterhin TB geblieben wäre, oder?

Desweiteren, kann man als Angestellter im Bereich IT (auch ohne Studium) gut und gerne mehr als eine A12/A13er verdienen.
Glaube aber nicht, dass der TE ein solcher ist, der in der pW sich dahin arbeiten wird, bzw. möchte, wollte es nur erwähnen.

Für mich war stets eben jene Fixierung auf lebenslange Bindung, damit es sich monetär lohnt, ausschlaggebend darauf zu verzichten.

Asperatus

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Antw:Mögliche Verbeamtung - Empfehlung als E11er
« Antwort #33 am: 20.08.2020 18:00 »
Zur Frage der lebenslangen Bindung: Das wäre für mich kein Kriterium. Ein Beamter kann seine Entlassung beantragen. Das Altersgeld nach dem Altersgeldgesetz sorgt dafür, dass der Verzicht auf Pension im Falle der Entlassung abgemildert wird. Das Altersgeld ist immer noch höher als eine Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung.
Hätte doch aber weniger Rente als wenn er weiterhin TB geblieben wäre, oder?

Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Ich gehe von einem Jahresbrutto von 53.533,31 Euro bei TVöD 11 Stufe 3 aus. Das vorläufig ermittelte Durchschnittseinkommen beträgt in Deutschland 2020 40.551 Euro. Demnach werden 2020 in der GKV 53.533,31 Euro / 40.511 Euro = 1,32 Entgeltpunkte erworben. Der aktuelle Rentenwert beträgt 33,23 Euro seit 1. Juli 2020. Also würde man als Tarifbeschäftigter 33,23 * 1,32 = 43,86 Euro (monatlich) für das Jahr 2020 als Rente bekommen.

Bei A11 Stufe 3 verheiratet beträgt das Jahresbrutto 49.113,72 Euro. Dieses wird mit dem Faktor 0,9901 multipliziert und dann mit dem Faktor 0,0179375. Dieser Jahreswert geteilt durch 12 Monate, hätte der Beamte 72,69 Euro im Monat Pension unter der Voraussetzung, das Besoldungsgruppe und Stufe gleich blieben (letzteres zumindest unrealistisch).

Beim Altersgeld sind die letzten Dienstbezüge maßgeblich, also zum Zeitpunkt der Entlassung. Die Höhe wird wie beim Ruhegehalt der Beamten berechnet, jedoch mit einem "Altersgeldabschlagsfaktor" von 0,85. Folglich wäre der Altersgeldanspruch 72,69 Euro * 0,85 = 61,78 Euro. Allerdings muss man min. 7 Jahre Beamter gewesen sein, bindet sich also eine gewisse Zeit, wenn man die Nachteile durch die Nachversicherung entgehen will.

Gäbe es das Altersgeld nicht, wären die Bezüge im Alter natürlich niedriger, weil die Nachversicherung nach dem verhältnismäßig niedrigen Bruttogehalt der Beamten berechnet wird. Durch das Altersgeld jedoch sind die Bezüge im Alter wie gezeigt höher (61,78 Euro zu 43,86 Euro), in vorliegenden Beispielrechnung um knapp 41 Prozent. Der Vorteil dürfte sich auch nicht aufheben, wenn man E12 und eine höhere Stufe annimmt.

Organisator

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Antw:Mögliche Verbeamtung - Empfehlung als E11er
« Antwort #34 am: 21.08.2020 08:08 »
Zur Rente kommt noch die VBL, die bei dem Beispiel:
53.533,31 / 12 / 1000 = 4,46 x 2,2 = 9,812 Punkte x 4 € = 39,24 € Betriebsrente ausmachen würde.

Als Tarifbeschäftigter würde man also 43,86 € Rente + 39,24 € Betriebsrente = 83,10 € insgesamt erwirtschaften.
Mehr als die Pension ;)

Bastel

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Antw:Mögliche Verbeamtung - Empfehlung als E11er
« Antwort #35 am: 21.08.2020 08:21 »
Aber nur in jungen Jahren. Sobald der Altersfaktor der VBL sinkt, dreht sich die Rechnung wieder...

K

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Antw:Mögliche Verbeamtung - Empfehlung als E11er
« Antwort #36 am: 22.08.2020 22:51 »
Hallo zusammen,

ich bin seit drei Jahren in der IT im öffentlichen Dienst (Bund : Dienstposten E11/A11) und bin derzeit als E11/3, ab November E11/4 eingestuft.
Bekomme noch eine IT-Fachkräftezulage, die die Differenz E11-E12 abdeckt.
Studiert habe ich jedoch nicht und bin als sonstiger Beschäftigter eingestellt.
E11/4 + Fachkräftezulage, toll!! Und das ohne Studium!
Meine Gratulation! Wie schwer war es eigentlich die Stelle zu bekommen?
P.S. ich kann mir jetzt die Enttäuschung der IT-Kollegen vorstellen, die ein schwieriges Studium geschafft haben, aber kriegen bloß E10.   :o

Zitat
Bekomme noch eine IT-Fachkräftezulage
Kannst du bitte mitteilen, wie man die Zulage bekommt/beantragt? Und welche Voraussetzungen? Danke.
**Elektroingenieur aus Stuttgart (beschäftigt im Hochbauamt).** Reiner Mazedonier!!

Tagelöhner

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Antw:Mögliche Verbeamtung - Empfehlung als E11er
« Antwort #37 am: 23.08.2020 07:51 »
Auch wenn das Beamtensystem mit den heutigen Möglichkeiten bzw. Errungenschaften bei manchen Dienstherren wie dem Altersgeld eine bessere Ausstiegsmöglichkeit als früher erlaubt, soll es weiterhin ein auf Lebenszeit angelegtes besonderes Dienst- und Treueverhältnis sein. Ich sage hier bewusst soll, weil es das in vielerlei Bereichen nur auf dem Papier ist (siehe z.B. die kürzlich aufgeflammte Debatte um verbeamtete Lehrer, die sich wegen Corona in Heerscharen vom Dienst drücken und auch die letzten Monate nicht wirklich dafür genutzt haben, Konzepte zu entwickeln, um Kinder/Jugendliche möglichst situationsbezogen ideal zu beschulen...die hinzugewonnene Freizeit bei vollen Bezügen war halt doch angenehmer). Die mit dem Status verbundenen Privilegien werden schnell zur Selbstverständlichkeit, die damit eigentlich verbundenen Pflichten werden schnell zu Makulatur bzw. einem Lippenbekenntnis.

Auch nicht außer Acht lassen darf man die eigene charakterliche Eignung! Wer sich dem System nicht konsequent unterordnet und es schafft seine eigene Meinung für sich zu behalten, hat meist keine besseren Aufstiegschancen und Entwicklungsmöglichkeiten als ein vergleichbarer Angestellter. Es ist also mitspielen und funktionieren angesagt, was eine gewisse Leidensfähigkeit voraussetzt.

Im Öffentlichen Dienst sind die höheren Stellen, die über entsprechende Entscheidungsgewalt für das eigene Vorankommen haben, nun mal in aller Regel mit verbeamtetem Personal besetzt. Und da wird dann schon geschaut, dass die eigenen Schäfchen möglichst nicht zu kurz kommen...sofern sie loyal sind.
« Last Edit: 23.08.2020 07:59 von Tagelöhner »

Tagelöhner

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Antw:Mögliche Verbeamtung - Empfehlung als E11er
« Antwort #38 am: 23.08.2020 08:01 »
Aber nur in jungen Jahren. Sobald der Altersfaktor der VBL sinkt, dreht sich die Rechnung wieder...

Dem wirken aber die Gehaltssteigerungen im Laufe des Berufslebens in gewissen Maßen wieder entgegen, wie stark müsste ich allerdings erst selber recherchieren.

Pepper2012

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« Antwort #39 am: 23.08.2020 08:51 »
Hallo zusammen,

ich bin seit drei Jahren in der IT im öffentlichen Dienst (Bund : Dienstposten E11/A11) und bin derzeit als E11/3, ab November E11/4 eingestuft.
Bekomme noch eine IT-Fachkräftezulage, die die Differenz E11-E12 abdeckt.
Studiert habe ich jedoch nicht und bin als sonstiger Beschäftigter eingestellt.
E11/4 + Fachkräftezulage, toll!! Und das ohne Studium!
Meine Gratulation! Wie schwer war es eigentlich die Stelle zu bekommen?
P.S. ich kann mir jetzt die Enttäuschung der IT-Kollegen vorstellen, die ein schwieriges Studium geschafft haben, aber kriegen bloß E10.   :o

Zitat
Bekomme noch eine IT-Fachkräftezulage
Kannst du bitte mitteilen, wie man die Zulage bekommt/beantragt? Und welche Voraussetzungen? Danke.

Es ist interessant, bei wem gibt's solche Möglichkeit.

Bastel

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Antw:Mögliche Verbeamtung - Empfehlung als E11er
« Antwort #40 am: 23.08.2020 09:06 »
Aber nur in jungen Jahren. Sobald der Altersfaktor der VBL sinkt, dreht sich die Rechnung wieder...

Dem wirken aber die Gehaltssteigerungen im Laufe des Berufslebens in gewissen Maßen wieder entgegen, wie stark müsste ich allerdings erst selber recherchieren.

Ich hab es mal ausgerechnet und das gesteigerte Gehalt kompensiert NICHT den Altersfaktor. Der liegt bei jungen Jahren bei ca. 2, im Alter bei unter 1. Der Rest ist ganz einfach...

BlackHawX02

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Antw:Mögliche Verbeamtung - Empfehlung als E11er
« Antwort #41 am: 23.08.2020 12:18 »
Wow, vielen Dank für die ganzen Antworten!  :)

Ich habe über die Thematik nochmal mit meinem Vorgesetzten gesprochen.
Beurteilen, ob es überhaupt ohne Studium klappt, kann er jedoch nicht.
Er hat nur mal über eine Verbeamtung mit seinem Vorgesetzten gesprochen und dieser befürwortet das.

Da ich in unmittelbarer Zeit auf eine E12 mit oder ohne Zulage rutschen werde, soll ich laut Vorgesetzten den Schritt der Verbeamtung gut überdenken, da ich ja auch aufs Weihnachtsgeld verzichte.
Auf jeden Fall würde ich mich in den ersten Jahren gegenüber meiner E11/4+Zulage verschlechtern.

Die VBL als Angestellter sollte meine Rente ja auch gut unterstützen. Und mit der E12 kann auch auch sehr gut leben, selbst wenn ich auf die Zulage verzichten würde.


@K:
Die IT-Zulage reichst du direkt bei deiner Personalabteilung sein. Diese steht einem jedoch nur im gehobenen Dienst zu. Die Behörde muss diese Zulage aber auch wollen. Es gibt viele Behörden, die gar keine Zulage zahlen.

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Antw:Mögliche Verbeamtung - Empfehlung als E11er
« Antwort #42 am: 23.08.2020 12:44 »

@K:
Die IT-Zulage reichst du direkt bei deiner Personalabteilung sein. Diese steht einem jedoch nur im gehobenen Dienst zu. Die Behörde muss diese Zulage aber auch wollen. Es gibt viele Behörden, die gar keine Zulage zahlen.

Also niemals nicht, denn Angestellte sind nicht „im gehobenen Dienst“?!

WasDennNun

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« Antwort #43 am: 23.08.2020 13:31 »
P.S. ich kann mir jetzt die Enttäuschung der IT-Kollegen vorstellen, die ein schwieriges Studium geschafft haben, aber kriegen bloß E10.   :o
ICH kann mir keine studierten Kollegen vorstellen, der bei mir eine E10 Stelle bekommt,
da setze ich lieber Fachinformatiker und Selfmade Wissende drauf.

BlackHawX02

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« Antwort #44 am: 23.08.2020 14:13 »

@K:
Die IT-Zulage reichst du direkt bei deiner Personalabteilung sein. Diese steht einem jedoch nur im gehobenen Dienst zu. Die Behörde muss diese Zulage aber auch wollen. Es gibt viele Behörden, die gar keine Zulage zahlen.

Also niemals nicht, denn Angestellte sind nicht „im gehobenen Dienst“?!

Bitte nicht so kleinlich sein!
Umgangssprachlich redet man im TVöD vom gehobenen Dienst von Mitarbeitern in der Entgeltgruppe E9-E12.

Die IT-Zulage steht jeden IT-Mitarbeiter in diesen Entgeltgruppen oder höher zu, sofern er diese Begründen kann.
Die Entscheidung darüber hat die Amtsleitung.