Austritt aus dem Beamtenverhältnis/ Wechsel in die freie Wirtschaft

Begonnen von Neufindung, 07.04.2026 12:27

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Neufindung

Hallo zusammen,

ich schreibe hier, weil ich seit längerem schon überlege in die freie Wirtschaft zu wechseln. Ich bin aktuell 28 Jahre alt und seit 2017 in der Bundesverwaltung als Beamtin (mittlerweile auf Lebenszeit) tätig.
Ich hatte das Glück nach meinem Vorbereitungsdienst in einem tollen Bereich und einem tollen Team gelandet zu sein, den ich leider eines Umzuges wegen verlassen musste. Seitdem habe ich noch ein weiteres Mal den Bereich gewechselt und stelle fest dass es im öffentlichen Dienst sehr wenige Bereiche gibt die mich wirklich interessieren und mir Spaß machen. Ich möchte in meinem Beruf motiviert sein und ohne Bauchschmerzen zur Arbeit gehen können weil mir die grundsätzliche Arbeit gefällt.

Hat hier jemand Erfahrungen mit dem Austritt aus dem öffentlichen Dienst als Beamter/Beamtin gemacht und möchte diese mit mir teilen?
Ich habe leider keinen Ansprechpartner, dem ich in der Behörde genug vertraue um es intern zu klären und erhoffe mir hier Antworten und einen Rat zu finden.

Danke und liebe Grüße!

Bastel

Zitat von: Neufindung in 07.04.2026 12:27Hallo zusammen,

ich schreibe hier, weil ich seit längerem schon überlege in die freie Wirtschaft zu wechseln. Ich bin aktuell 28 Jahre alt und seit 2017 in der Bundesverwaltung als Beamtin (mittlerweile auf Lebenszeit) tätig.
Ich hatte das Glück nach meinem Vorbereitungsdienst in einem tollen Bereich und einem tollen Team gelandet zu sein, den ich leider eines Umzuges wegen verlassen musste. Seitdem habe ich noch ein weiteres Mal den Bereich gewechselt und stelle fest dass es im öffentlichen Dienst sehr wenige Bereiche gibt die mich wirklich interessieren und mir Spaß machen. Ich möchte in meinem Beruf motiviert sein und ohne Bauchschmerzen zur Arbeit gehen können weil mir die grundsätzliche Arbeit gefällt.

Hat hier jemand Erfahrungen mit dem Austritt aus dem öffentlichen Dienst als Beamter/Beamtin gemacht und möchte diese mit mir teilen?
Ich habe leider keinen Ansprechpartner, dem ich in der Behörde genug vertraue um es intern zu klären und erhoffe mir hier Antworten und einen Rat zu finden.

Danke und liebe Grüße!

Ja.

1. Schritt: Stelle suchen
2. Schritt: Genommen werden
3. Schritt: Antrag auf Entlassung stellen
4. Schritt: Bei Arbeitgeber anfangen.

Hampelmann720

Ich vermute doch stark es geht um etwaige Nachteile.
Würde mich auch interessieren.
Wechsel von Beamter zu Angestellter im öD ist ja leider aufgrund der Nichtanerkennung absolut unattraktiv :(

Teetrinker

Mit der Unterstellung, dass du nahezu dein ganzes bisheriges Arbeitsleben im öD verbracht hast, kann ich mir vorstellen, dass das grüne Gras der anderen Seite verlockend wirken mag. :-D

Habe selber den öD mal verlassen und bin zurückgekehrt. Inzwischen auch auf Lebenszeit verbeamtet. Es ist wie in der Familie oder Freundeskreis, es steht und fällt mit den Leuten. Die schönste und aufregendste Stadt der Welt ist ziemlich öde, wenn man dort niemanden kennt oder gut leiden kann.

Wäre ich du, würde ich mich zuerst innerhalb des öD umschauen, vielleicht kommt ja ein Behördenwechsel dem Wunschumfeld näher? Was versprichst du dir denn eigentlich an anderen Umständen? Gibt es keine andere Regelung wie Teilzeit in Kombination mit einem Nebenjob oder einer Selbstständigkeit die dir den Alltag erträglicher macht?

Kann nur noch ergänzen, dass es ein enormer Nachteil ist, dass man nach Austritt in der Rentenversicherung "nur" von der Arbeitergeberseite nachversichert wird. Es fehlen dann schon einige Jahre der Arbeitnehmeranteil, den man natürlich freiwillig nachleisten kann, wenn man das Geld gerade rumliegen hat.
Und weitere Anekdote, von den vielen Leuten, die bei uns durch Quereinstieg hinzugekommen sind, sind nahezu alle dankbar für ihren "neuen" Job. Natürlich hilft es dir nichts, aber wollte nur darauf hinaus, dass der Weg andersrum vielen Menschen auch helfen konnte.

MeTe

Zitatdass es ein enormer Nachteil ist, dass man nach Austritt in der Rentenversicherung "nur" von der Arbeitergeberseite nachversichert wird. Es fehlen dann schon einige Jahre der Arbeitnehmerantei
Um den Nachteil auszugleichen gibt es ja das "Altersgeld", eine Arte Pension für ehemalige/ausgeschiedene Beamte -> Altersgeld
Wie es sich da mit dem Anspruch usw. genau verhält weiß ich aber nicht. Dürfte aber häufig die deutlich attraktivere Alternative zur Nachversicherugn sein.


Rentenonkel

Zum Thema Altersgeld und Nachversicherung habe ich schon mal was sehr ausführlich geschrieben:

https://forum.oeffentlicher-dienst.info/index.php?msg=440535

GoodBye

Die Frage ist ja eher, was du zu bieten hast. Darüber sollte man sich Gedanken machen.

Nach Alter und Einstieg tippe ich auf gD und damit Duales Studium. Entscheidend ist aber auch, was du fachlich/inhaltlich gemacht hast. Es ist ja nicht alles gefragt in der Wirtschaft.

Ggf. bedeutet das dann auch, ggf. Ausbildungstechnisch nachzulegen, Master zu machen, etc.




FGL

Zitat von: Neufindung in 07.04.2026 12:27Hallo zusammen,

ich schreibe hier, weil ich seit längerem schon überlege in die freie Wirtschaft zu wechseln.
So etwas haben wir in Deutschland nicht. Wir haben nur gegängelte Wirtschaft.

MeTe

ZitatDie Frage ist ja eher, was du zu bieten hast. Darüber sollte man sich Gedanken machen.

Naja, solange man nicht gerade nur ganz speziell öffentliche Verwaltung gemacht hat (oder öffentliche Verwaltung studiert, wie auch immer das jetzt genau heißt), dürfte das eher kein Problem sein.

Ist zumindest meine Beobachtung aus dem technisch-naturwissenschaftlichen Sektor (läuft auch unter "Verwaltung"), da ist bis jetzt jeder irgendwo (i.d.R. auch gut bezahlt und relativ problemlos) untergekommen der aus dem öD raus wollte. Üblicherweise sucht man sich ja erst ne neue Stelle und dann verlässt man den öD.

GoodBye

Wenn man mit 28 Jahren seit 2017 dabei ist... woher soll da jetzt was Technisches oder Naturwissenschaftliches kommen.

Zoll, BZSt etc. könnte für die Privatwirtschaft spannend sein. Beim Rest sehe ich das eher kritisch.

wieauchimmer

Zitat von: GoodBye in Gestern um 19:49Wenn man mit 28 Jahren seit 2017 dabei ist... woher soll da jetzt was Technisches oder Naturwissenschaftliches kommen.

Zoll, BZSt etc. könnte für die Privatwirtschaft spannend sein. Beim Rest sehe ich das eher kritisch.

Es gibt tatsächlich auch Beamte, die nebenbei entweder dienstlich oder privat studieren, Zertifikate machen usw. !?! Ich schätze, dass trifft mindestens auf jeden 4. Beamten zu.

MeTe

Ja gut, im Kern kommt es natürlich drauf an, welche bzw. ob man eine wirtschaftlich verwertbare Qualifikation hat.

Wenn man jetzt nur die Laufbahnausbildung im mittleren Dienst gemacht, damit auch keinen anerkannten Berufsabschluss hat, wäre man im Zweifel in der zivilen Wirtschaft erstmal ne ungelernte Hilfskraft. Hart gesagt. Aber selbst dann kann man auch mit 28 noch ne Ausbildung absolvieren.

Wenn man in den 10 Jahren nebenbei etwas gemacht hat oder z.B. ein duales Studium im gehobenen Dienst (Informatik, Maschinenbau, was weiß ich) sieht die Welt wieder ganz anders aus.

Aber ich denke das wird die Fragestellerin selbst am Besten beurteilen können.

Greif

@wieauchimmer
In manchen Laufbahnen des gD ist spätestens seit Corona jeder Zweite mit einem Fernstudium dabei einen Masterabschluss zu erwerben.

AltStrG

Zitat von: Greif in Gestern um 21:20@wieauchimmer
In manchen Laufbahnen des gD ist spätestens seit Corona jeder Zweite mit einem Fernstudium dabei einen Masterabschluss zu erwerben.


Die Frage ist, was für ein Master das ist und welchen "Wert" er auf dem Arbeitsmarkt hat. Volljurist kann man beispielsweise nicht über BoA und Master erlangen. Und ich sage das im vollem Bewusstsein: wir haben genug Juristen in Deutschland, aber zu wenig Spitzenjuristen im ö.D., die sitzen nämlich in der Privatwirtschaft und verdienen da gutes Geld :)

GoodBye

Zitat von: AltStrG in Heute um 00:54Die Frage ist, was für ein Master das ist und welchen "Wert" er auf dem Arbeitsmarkt hat. Volljurist kann man beispielsweise nicht über BoA und Master erlangen. Und ich sage das im vollem Bewusstsein: wir haben genug Juristen in Deutschland, aber zu wenig Spitzenjuristen im ö.D., die sitzen nämlich in der Privatwirtschaft und verdienen da gutes Geld :)

Vor allem sitzen die Wenigen dann selten an den entsprechenden Positionen.