Autor Thema: Arbeitnehmerverhältnis oder Verbeamten lassen?  (Read 1829 times)

Dave8466

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Hallo zusammen,

ich stehe vor einem kleinen Problem und Rechne wie ein Irrer und überlege seit Wochen was zu tun ist.
Mich würde eure Meinung sehr interessieren.

Zu mir selbst:
Ich bin staatlich geprüfter Wirtschaftsinformatiker über eine Fortbildung die 2 Jahre Vollzeit dauerte.
Etwaige Zeiten die anrechenbar scheinen ist nur die Bundeswehr mit 4 Jahren.
Ich bin verheiratet, momentan noch keine Kinder und 37 Jahre alt.

Angestellt seit 02/2019 im IT-Bereich, seit 06/2020 entfristet. TV-L E9a Stufe 3 vorweggewährt
Theoretisch könnte ich eine Verbeamtung durch meinen Vorgesetzten beantragen.
Allerdings würde ich, da meine Fortbildung nicht voll anerkannt wird auf A7 zurückfallen.

Was würdet Ihr tun? Als Angestellter bleiben mit Aussicht auf die A10 in den nächsten Jahren oder sich verbeamten lassen?

Vielen Dank vorab für eure Meinungen.

Viele Grüße
Dave
« Last Edit: 09.09.2020 19:57 von Dave8466 »

Bastel

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Antw:Arbeitnehmerverhältnis oder Verbeamten lassen?
« Antwort #1 am: 09.09.2020 20:07 »
Warum solltest du A10 in den nächsten Jahren bekommen? Bist doch kein Beamter.

Dave8466

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Antw:Arbeitnehmerverhältnis oder Verbeamten lassen?
« Antwort #2 am: 09.09.2020 20:12 »
Entschuldigung ich meinte natürlich Höhergruppierung auf E10 im Angestelltenverhältnis. Danke für den Hinweis :)

Isie

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Antw:Arbeitnehmerverhältnis oder Verbeamten lassen?
« Antwort #3 am: 09.09.2020 20:39 »
Wie sind denn die Chancen bei euch, als Beamter in den gehobenen Dienst zu wechseln? Falls praktisch nicht vorhanden, aber Aussicht auf E 10 als Tarifbeschäftigter, einfach mal die Beträge gegenüberstellen. Denk an die private Krankenversicherung als Beamter, die bei deinem Lebensalter schon etwas teurer sein könnte.

WasDennNun

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Antw:Arbeitnehmerverhältnis oder Verbeamten lassen?
« Antwort #4 am: 10.09.2020 10:47 »
Entschuldigung ich meinte natürlich Höhergruppierung auf E10 im Angestelltenverhältnis. Danke für den Hinweis :)
Wieso nur E10?
kannst doch locker auch die E11,E12,E13 bekommen, wenn du entsprechende Jobs ergatterst.
Aufgaben dieser höhe sind überall in der Verwaltung ja vorhanden.
Bei uns werden gibt es keine IT Stellen die kleiner E11 sind.
Und als Beamter würde ich ja nicht unter A9 gD anfangen überhaupt darüber nachzudenken.

DiVO

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Antw:Arbeitnehmerverhältnis oder Verbeamten lassen?
« Antwort #5 am: 11.09.2020 09:13 »
Beamtentum ist ja schön und gut, aber willst du für den Rest deines Arbeitslebens an ein und denselben Dienstgeber gebunden sein? Wenn du Pech hast sitzt du bis zur Pension auf der gleichen Stelle mit der gleichen Tätigkeit - das stelle ich mir dann doch eher öde vor. Als Tarifbeschäftigter hast du aus meiner Sicht mehr Entwicklungsmöglichkeiten und kannst ohne Probleme ja auch wieder in die Privatwirtschaft wechseln, wo im IT-Bereich z.T. deutlich höhere Gehälter und spannendere Jobs vorhanden sind.

Pseudonym

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Antw:Arbeitnehmerverhältnis oder Verbeamten lassen?
« Antwort #6 am: 11.09.2020 12:10 »
Entschuldigung ich meinte natürlich Höhergruppierung auf E10 im Angestelltenverhältnis. Danke für den Hinweis :)
Und als Beamter würde ich ja nicht unter A9 gD anfangen überhaupt darüber nachzudenken.

Korrekt. Die PKV wird dermaßen teuer, dass sich das - zumal kinderlos - monetär sonst nicht rechnet. Die PKV ist in z.B. BW auch in der Pension mit nur 50% Beihilfe zu tragen. Das geht ins Geld.

A11 ITler gibt es häufiger. Somit stehen die Chancen nicht schlecht. Wer sich dem ÖD verchrieben hat, kann auch Beamter werden. Wer die Privatwirschaft als ernsthaftes Ziel hat, sollte das mit der Verbeamtung eher lassen.

totoughtotame

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Antw:Arbeitnehmerverhältnis oder Verbeamten lassen?
« Antwort #7 am: 11.09.2020 12:21 »
Wenn es dein Ziel ist, bis zur Rente im öffentlichen Dienst zu bleiben, liegen nach m.E. die Voraussetzungen auf der Hand, wenn man allein schon an die Absicherung im Alter und für den Fall der längeren Krankheit denkt. Auch sonst kann ich mir fast keinen Fall denken, wo nicht der Angestellte mittel- bis langfristig monetär, als auch statusrechtlich  nicht den kürzeren ziehen würde.  Falls der öffentliche Dienst "nur so eine Phase" ist, ergibt eine derart starke Bindung keinen Sinn.

Pseudonym

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Antw:Arbeitnehmerverhältnis oder Verbeamten lassen?
« Antwort #8 am: 11.09.2020 12:34 »
Auch sonst kann ich mir fast keinen Fall denken, wo nicht der Angestellte mittel- bis langfristig monetär, als auch statusrechtlich  nicht den kürzeren ziehen würde.

Immer genau dann, wenn jemand nicht im gD durchbefördert wird und hohe PKV-kosten hat. Mit einer A8 oder A9m und Eintrittsalter 37 in die PKV lohnt sich das hinten und vorne nicht. Er kann von vornerein mal 300 Euro Eintrittsbeitrag kalkulieren.

Statt einer E9a eine A10 auf einem A11 Dienstposten sieht anders aus.  Aber wie gesagt: die Stellendichte A11 ist für ITler recht hoch. Da lässt sich was machen.

Landsknecht

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Antw:Arbeitnehmerverhältnis oder Verbeamten lassen?
« Antwort #9 am: 11.09.2020 12:37 »
Zitat
Und als Beamter würde ich ja nicht unter A9 gD anfangen überhaupt darüber nachzudenken.

Korrekt. Die PKV wird dermaßen teuer, dass sich das - zumal kinderlos - monetär sonst nicht rechnet. Die PKV ist in z.B. BW auch in der Pension mit nur 50% Beihilfe zu tragen. Das geht ins Geld.

A11 ITler gibt es häufiger. Somit stehen die Chancen nicht schlecht. Wer sich dem ÖD verchrieben hat, kann auch Beamter werden. Wer die Privatwirschaft als ernsthaftes Ziel hat, sollte das mit der Verbeamtung eher lassen.

Die GKV in E10 Stufe 3 schlägt auch mit 314,-- € zu, kann mir nicht vorstellen das die PKV für die 50 % recht viel mehr kostet. Ansonsten geb ich Dir recht, ein Einstieg unter A9 ist in dem Alter nicht mehr zu empfehlen. Kommt halt auf die persönlichen Ziele an.

Pseudonym

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Antw:Arbeitnehmerverhältnis oder Verbeamten lassen?
« Antwort #10 am: 11.09.2020 12:45 »
Zitat
Und als Beamter würde ich ja nicht unter A9 gD anfangen überhaupt darüber nachzudenken.

Korrekt. Die PKV wird dermaßen teuer, dass sich das - zumal kinderlos - monetär sonst nicht rechnet. Die PKV ist in z.B. BW auch in der Pension mit nur 50% Beihilfe zu tragen. Das geht ins Geld.

A11 ITler gibt es häufiger. Somit stehen die Chancen nicht schlecht. Wer sich dem ÖD verchrieben hat, kann auch Beamter werden. Wer die Privatwirschaft als ernsthaftes Ziel hat, sollte das mit der Verbeamtung eher lassen.

Die GKV in E10 Stufe 3 schlägt auch mit 314,-- € zu, kann mir nicht vorstellen das die PKV für die 50 % recht viel mehr kostet.

Die Jahre bis zur Pension sind überschaubar. Es läuft also auf höhere Beiträge in der Pension hinaus, die mangels Vorzeiten aber ganz sicher nicht 71,75 % betragen wird. Seine GKV-Beiträge als Rentner wären entsprechend geringer. Irgendwo hatte ich mal darüber gelesen, dass der auf "GKV-Niveau" verringerte Leistungsumfang doch nicht derselbe ist und trotzdem mehr kostet. Damit habe ich mich aber nicht näher beschäftigt und es bei diesem Informationsstand belassen.

In Summe: lohnt nicht. Zumal er wöchentlich noch 1,5/2 Stunden länger dienen muss.


clarion

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Antw:Arbeitnehmerverhältnis oder Verbeamten lassen?
« Antwort #11 am: 11.09.2020 23:16 »
Selten soviel Bullshit wie von Pseudonym gelesen. Wer bei Einstieg Ü40 ist, eine Beihilfeberechtigung von 50% hat und die Öffnungsaktion wegen der Gesundheit  in Anspruch  nehmen  muss, zahlt knapp über 300 Euro für die PKV, alle anderen weniger. Dieser Tarif ist dann auch der normale Tarif ohne Chefarzt und Zweibettzimmer. Es ist NICHT der Basistarif. In den meisten Bundesländern  müssen Beamte auch nicht  wesentlich länger als Beamte arbeiten.

2strong

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Antw:Arbeitnehmerverhältnis oder Verbeamten lassen?
« Antwort #12 am: 12.09.2020 02:32 »
Solange sich das Angestelltenverhältnis im Bereich E 9a bleibt, ist die Verbeamtung in jeder Hinsicht wirtschaftlich vorteilhaft. Sollte E 10 tatsächlich absehbar sein, müsste das Beamtenverhältnis Dich in vergleichbarer Zeit bis A 9 führen, um gleichziehen zu können.

Ungeachtet dessen bleibt für Beamte die deutlich bessere Krankenversicherung und das höhere Versorgungsniveau, dass Dir in Kombination mit Deiner gesetzlichen Rente vermutlich in etwa die Höchstversorgung von rd. 70% Deiner letzten Beamtenbezüge sichert.

Pseudonym

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Antw:Arbeitnehmerverhältnis oder Verbeamten lassen?
« Antwort #13 am: 18.09.2020 17:53 »
Selten soviel Bullshit wie von Pseudonym gelesen.

Nix Bullshit! Mit der Höhe der PKV steht und fällt der monetäre Vorteil der Verbeamtung. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, erhöht sich der Beitrag bei der DEBEKA nächstes Jahr kräftig und noch dazu gehen sie an die Beitragsrückerstattung. Aber dazu sollte noch was schriftlich kommen.

Ich habe im Haus einen A8er mit rund 350 Euro PKV-Anteil in Pension gehen sehen. Da mangelte es an Zeit zur Bildung höherer Altersrückstellungen. Bis zu meiner Pension kann ich mal locker mit 400 Euro rechnen . So der aktuelle Stand der Progonse.

Es ist mir unterm Strich auch völlig egal ob Du es für Bullshit hältst oder nicht. Dem TE sei dringend eine umfassende Beratung bei mehreren PKVen empfohlen und dringend angeraten, sich auf keine knappen Kalkulationen einzulassen. Im Zweifel wird die KV teurer und ich würde + 100 auf den genannten Betrag kalkulieren.







Muenchner82

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Antw:Arbeitnehmerverhältnis oder Verbeamten lassen?
« Antwort #14 am: 18.09.2020 18:32 »
Beamtentum lohnt sich schon aufgrund der Familienzuschläge sofern Beförderung bis A9Z in überschaubarer Zeit möglich ist.