Autor Thema: Warum (angeblich) Ehrenamt sooo wichtig? Kann das DEN Unterschied machen?  (Read 1852 times)

karla

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Hallo,

in Stellenausschreibungen ist ja immer mal zu lesen, dass Ehrenämter gerne gesehen werden oder so. Kenne jetzt nicht die entsprechenden Formulierungen.

Aber warum? Warum ist das so wichtig?

Wir haben im Team einen Kollegen, der ist jetzt Schöffe und das wohl dann vier Jahre und ist in der Frewilligen Feuerwehr im Ort. Alles gut, keine Frage. Ich ziehe besonders vor Letzteren den Hut. Der ist dann noch in einer Partei sehr aktiv, dann noch in einem Verein. Beide letzten Dinge sind rein privat. Die beiden ersten aber insofern nicht, da der Kollege regelmäßig fehlt, wenn er als Schöffe tätig wird oder im Ort die Sirene geht. In dem ersten Fall ist er immer einen ganzen Tag weg und bei Einsätzen oft nur mal eine halbe Stunde, weil oft Fehlalarm, aber eben auch mal länger. Im letztgenannte n Fall dürfte das wohl niemanden stören, wenn man seine Arbeit mitmachen muss, aber im ersten leider schon.

Der Arbeitgeber hat doch nichts davon, wenn ein Arbeitnehmer Ehrenämter ausübt, oder!? Die direkten Kollegen haben halt zu den Fehlzeiten z. T. deutlich mehr zu tun.

Ich frage nich auch, ob solche Ehrenämter den Unterschied in Stellenbesetzungsverfahren ausmachen darf. Mal angenommen Zwillinge bewerben sich auf eine Stelle. Beide haben und können alles gleich gut, auch die Antworten auf die Fragen sind dieselben. Beide sind exakt gleich gekleidet. Der eine hat aber nun ein Ehrenamt und der andere nicht. Hat der Zwilling mit dem Ehrenamt deswegen einen Vorteil?

Danke.

LG

Sozialarbeiter

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Moin,

ich stelle mal die These auf, dass Menschen, die Ehrenämtern nachgehen, die Eigenschaft zugesprochen wird, auch für den Arbeitgeber Ehrenämter, über ihre orginären Aufgaben für diese sie bezahlt werden, zu übernehmen und hierdurch ein Mehrwert für den Arbeitgeber entstehen kann. Vielleicht spricht man solchen Menschen auch die Eigenschaft zu eher unentgeltliche Mehrarbeit zu leisten. Nichts anderes ist ja ein Ehrenamt in der Regel, ein unentgeltlicher Dienst.

Bei uns im Haus gibt es ehrenamtliche für Wahlen, Katastrophenschutz, "IT"-Ehrenamtler (damit nicht für jeden Mist älterer Kollegen der Dienstleister gerufen werden muss), Brandschutz, Erste-Hilfe etc.

Sind aber nur Hypothesen. Ich weiß es auch nicht ;)

Kat

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ist ja immer zu lesen stimmt nicht.

blondie

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Sooo wichtig ist es nicht, aber es schadet nicht trifft es eher. Wenn sich ein mir völlig unbekannter Mensch auf eine Stelle bewirbt und dieser nebenher ein Ehrenamt bekleidet, dann macht das auf mich nur den Eindruck, dass dieser Mensch sich zumindest der Gesellschaft gegenüber verpflichtet fühlt(da mag es bessere Formulierungen geben) und darum etwas Sinnvolles macht, statt nach Feierabend nur vorm PC oder der Glotze abzuhängen.
Ob das zutrifft, wird man erst später erkennen.

Kommunalgenie

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Also wenn wir Stellen auf dem Bauhof ausschreiben, dann werden Kameraden der Feuerwehr "bevorzugt" um zum einen die Tagesbereitschaft abzusichern und zum anderen die Ersatzzahlungen an andere AG während der Zeit des Einsatzes zu minimieren.

AlterOtter

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Zumindest das Amt des Schöffen ist nicht mit dem Ehrenamt in Vereinen oder Parteien zu vergleichen. So weit ich das verstanden habe, kann man eine Berufung zum Schöffen nur unter ganz bestimmten Vorraussetzungen ablehnen. Man ist quasi "zwangsverpflichtet" dieses Amt auszuüben wenn man berufen wurde.

Für Kommunale Arbeitgeber ist es natürlich positiv, wenn die Mitarbeiter ehrenamtlich in Vereinen, Kirchen, Parteien usw. ehrenamtlich tätig sind. Viele Dienstleistungen wären sonst nicht bezahlbar und ein breites kulturelles und soziales Angebot macht einen Ort (neben anderen Aspekten) als Wohnort oder für Firmen die sich ansiedeln atraktiv. Davon profitiert dann wieder die Kommune aufgrund höherer Steuereinnahmen durch größere Bevölkerung und mehr Gewerbe.

Das ein Ehrenamt aber bei einer Bewerbung den Ausschlag für eine Einstellung gibt kann ich mir jedoch nicht vorstellen.

dregonfleischer

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sehr witzig auch ich wurde vor 4 jahren zum schöffen ausgesucht angeblich ergab eine verlosung das ich jetzt Schöffe sein soll ich habe aber auch gehört das wen sich keine freiwilligen melden gerne mal Leute aus dem öffentlichen dienst genommen werden . ich habe die schreiben einfach ignoriert und nicht beantwortet und was ist passiert nichts

Eleon

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Das zeigt lediglich an, dass jemand auch gerne ohne zusätzliche Vergütung/Zeitausgleich einsatzbereit ist. Das berühmte Mädchen für Alles.

Keeper83

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Hallo,

in Stellenausschreibungen ist ja immer mal zu lesen, dass Ehrenämter gerne gesehen werden oder so. Kenne jetzt nicht die entsprechenden Formulierungen.

Aber warum? Warum ist das so wichtig?

Wir haben im Team einen Kollegen, der ist jetzt Schöffe und das wohl dann vier Jahre und ist in der Frewilligen Feuerwehr im Ort. Alles gut, keine Frage. Ich ziehe besonders vor Letzteren den Hut. Der ist dann noch in einer Partei sehr aktiv, dann noch in einem Verein. Beide letzten Dinge sind rein privat. Die beiden ersten aber insofern nicht, da der Kollege regelmäßig fehlt, wenn er als Schöffe tätig wird oder im Ort die Sirene geht. In dem ersten Fall ist er immer einen ganzen Tag weg und bei Einsätzen oft nur mal eine halbe Stunde, weil oft Fehlalarm, aber eben auch mal länger. Im letztgenannte n Fall dürfte das wohl niemanden stören, wenn man seine Arbeit mitmachen muss, aber im ersten leider schon.

Der Arbeitgeber hat doch nichts davon, wenn ein Arbeitnehmer Ehrenämter ausübt, oder!? Die direkten Kollegen haben halt zu den Fehlzeiten z. T. deutlich mehr zu tun.

Ich frage nich auch, ob solche Ehrenämter den Unterschied in Stellenbesetzungsverfahren ausmachen darf. Mal angenommen Zwillinge bewerben sich auf eine Stelle. Beide haben und können alles gleich gut, auch die Antworten auf die Fragen sind dieselben. Beide sind exakt gleich gekleidet. Der eine hat aber nun ein Ehrenamt und der andere nicht. Hat der Zwilling mit dem Ehrenamt deswegen einen Vorteil?

Danke.

LG

Im Bereich der Feuerwehr ist es schlicht und einfach der verzweifelte Versuch der Kommunen Ihrer Aufgabe der Gefahrenabwehr, der Technischen Hilfeleistung und des Brandschutzes nachzukommen. Alternative zu den Freiwlligen (die in überwältigender Anzahl diese Aufgaben stemmen) wäre eben eine Berufs-, bzw. eine Pflichtfeuerwehr. Die Einrichtung einer solchen, dürfte einen Großteil der Kommunen vor ziemliche Schwierigkeiten stellen, und auch in den größeren Städten mit Berufsfeuerwehr ist die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben zu Gefahrenabwehr, Technischer Hlfeleistung und Brandschutz ohne die Freiwilligen nicht zu leisten.

Aufgrund der sich stetig ändernden Arbeitsstruktur (Trennung von Arbeits- und Wohnort) ist die Sicherstellung der Tagesbereitschaft und die Einhaltung der vorgeschriebenen Ausrückezeiten für viele Kommune mittlerweile eine echte Herausforderung.

Darf ich mal Fragen in welcher Kommune die örtliche Feuerwehr im Alarmfall noch mittels Sirene alarmiert wird?
Damit ich nicht ausversehen dort lang fahre und womöglich auf Hilfe angewiesen bin.
 

ike

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"Der ist dann noch in einer Partei sehr aktiv."

Wenn es in Bayern ist, hilft als Partei die CSU;
in Berlin ist das sicher eine Partei in einer Farbe, die zur Feuerwehr passt.

Schmitti

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Darf ich mal Fragen in welcher Kommune die örtliche Feuerwehr im Alarmfall noch mittels Sirene alarmiert wird?
Damit ich nicht ausversehen dort lang fahre und womöglich auf Hilfe angewiesen bin.
Damit hast du deinen Bewegungsraum in D vermutlich auf 20-30% reduziert.

Yvonne

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Darf ich mal Fragen in welcher Kommune die örtliche Feuerwehr im Alarmfall noch mittels Sirene alarmiert wird?
Damit ich nicht ausversehen dort lang fahre und womöglich auf Hilfe angewiesen bin.
Damit hast du deinen Bewegungsraum in D vermutlich auf 20-30% reduziert.
In vielen Gemeinden in NRW werden Sirenen in Kombination mit Funkrufmeldeempfängern bei der FF verwendet. Das ist sicherer, als nur einen Alarmierungsweg zu nutzen.