Autor Thema: Sich besser in das Team integrieren  (Read 4862 times)

Farbenschön

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Antw:Sich besser in das Team integrieren
« Antwort #15 am: 19.10.2020 05:08 »
Kurz vor dem erneuten Anstieg der Corona-Zahlen hatten wir in der Behörde ein Fest für das ganze Haus. Wegen der Pandemie wurden uns die Sitzplätze fest zugeteilt, alle Mitarbeiter saßen mit ihren eigenen Teams zusammen. Auch bei dieser Feier waren wir Sekretärinnen irgendwie außen vor. Ich habe zwar versucht, mit den anderen ins Gespräch zu kommen, aber irgendwie hat sich nichts daraus ergeben. Sie wirkten schon überrascht, dass eine Sekretärin die Initiative ergriff und machten nicht den Eindruck, als ob es sie interessierte, was ich zu sagen hatte.

Ich bin hyperaktiv. Gespräche mit anderen Menschen sind das, was mich glücklich macht. Leider muss ich mich während der Arbeitszeit stark einschränken, weil die Leute bei uns recht empfindlich sind und sich schnell in der Konzentration gestört fühlen. Bei uns kommt es nicht selten vor, dass es auf der gesamten Etage stundenlang so still wie auf einem Friedhof zugeht. Das ist für eine hyperaktive Person die Hölle. Also bleiben mir nur die Pausen. Und wenn keiner diese Zeit mit mir verbringen will, komme ich nicht auf meine Kosten.

Wegen meiner Hyperaktivität rede ich ziemlich viel und habe dazu noch eine kräftige Stimme. Das hemmt mich bei der Kontaktsuche noch mehr.

AndreasG

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Antw:Sich besser in das Team integrieren
« Antwort #16 am: 19.10.2020 10:05 »
Vielleicht arbeiten die Anderen aber genau wegen der Ruhe dort.
Die mögen vielleicht garkein geschnatter auf der Arbeit sondern wollen ihre Arbeit möglichst ungestört machen und dann nach Hause.

In einen solchen Betrieb würde eine Person die sich selbst als "hyperaktiv" und "redet gern" eher nicht wirklich hineinpassen.

Denn die "integration ins Team" würde bedeuten sein eigenes Verhalten dem Team anzugleichen und da die Leute dort anscheinend eher ruhig und introvertiert sind...

Wenn das tatsächlich der Fall ist wird da keine Seite glücklich werden.

Weder die Person mit Freude am Reden noch die Mitarbeiter mit Freude an Ruhe.

heike2106

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Antw:Sich besser in das Team integrieren
« Antwort #17 am: 19.10.2020 10:36 »
gibt es denn einen Pausenraum oder gehen deine Kollegen gemeinsam in die Kantine/Imbiss?
Einfach mal fragen, ob du mitkommen kannst oder im Pausenraum dazu gesellen.
Das du sonst allein Pause machen musst, dafür sollte man Verständnis aufbringen.

Bei uns gibt es kein Teamgelage... es sind 1-2 ganz bestimmte Kollegen, mit denen man Mittag macht oder jeder für sich. In größerer Gruppe sitzen wir dann mal zusammen, wenn Geburtstag war oder dergleichen.
Ich mache übrigens mit unserer Sekretärin Mittag, meist zu zweit. Weil sie nett ist, nicht rumlästert und nicht permanent auf Diät ist, also auch tatsächlich etwas isst auf Arbeit und ich mich damit wohl fühle. Wir gehören nicht mal der selben Abteilung an.

Da ich hier immer die jüngste war und bis heute noch bin, lag es mir auch nie so, von mir aus das "Du" anzubieten. Wenn die Kollegen im Alter meiner Eltern sind, dann finde ich, sollte das anders rum geschehen.
Mit einigen bin ich bis heute, 13 Jahre später, per Sie. 

Max

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Antw:Sich besser in das Team integrieren
« Antwort #18 am: 19.10.2020 11:10 »

Ich bin hyperaktiv. Gespräche mit anderen Menschen sind das, was mich glücklich macht. Leider muss ich mich während der Arbeitszeit stark einschränken, weil die Leute bei uns recht empfindlich sind und sich schnell in der Konzentration gestört fühlen.

Wegen meiner Hyperaktivität rede ich ziemlich viel und habe dazu noch eine kräftige Stimme.
Schon mal überlegt in den Vertrieb, Kundensupport oder anderen Bereich mit viel Personenkontakt zu wechseln? 
Wenn dir das so wichtig ist bietet sich an eine Stelle zu suchen wo das "reden"  Teil der Aufgabe ist.

K

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Antw:Sich besser in das Team integrieren
« Antwort #19 am: 19.10.2020 15:23 »
Mich würde mal interessieren, wie man sich in einer Behörde in ein Team integrieren kann. Ich bin freundlich, hilfsbereit und erledige sämtliche Aufgaben so, wie es gewünscht wird. Fachlich läuft alles bestens, menschlich bin ich aber noch nicht ganz zufrieden.

Mir ist es superwichtig, ein Teil des Ganzen zu sein und mit meinen Vorgesetzten und Kollegen ein gutes Verhältnis auf Augenhöhe zu pflegen. Ich habe die Stelle u. a. angenommen, weil bei uns viele jüngere Leute arbeiten und ich mich in einem lockeren, modernen Umfeld wohler fühle. Leider ist es anders, als ich dachte. Zwar ist das Arbeitsklima in meiner Abteilung wirklich gut, die Vorgesetzten und Kollegen sind alle untereinander per Du und verbringen gemeinsam die Mittagspausen. Das gilt aber nicht für meine Kollegin im Sekretariat und mich, wir müssen die anderen Leute siezen und werden nicht gefragt, ob wir mit den anderen essen gehen möchten. Weil meine Kollegin auf mich neidisch ist, muss ich sämtliche Pausen alleine verbringen  :(.

Mich zieht das total runter, weil ich ein aufgeschlossener Mensch bin und mir auf der Arbeit neben dem Fachlichen auch das Menschliche sehr wichtig ist. Wenn sich die Menschen, mit denen ich täglich eng zusammenarbeite, zu einer Gruppe zusammenschließen, möchte ich dazugehören. Ausgegrenzt zu werden ist für mich das schlimmste Gefühl überhaupt. Ich leide sehr darunter und muss nach Feierabend oft heulen, weil es mich so fertig macht.

Wie kann ich mich besser in das Team integrieren, damit sie mich nicht mehr ausgrenzen? Ich bin wirklich enttäuscht, weil ich mir das Ganze komplett anders vorgestellt hatte.
Was möchtest du von arroganten Idioten? Bei denen zählt nur wie lange du schon dabei bist...
Manche von denen schaffen nicht mal "Hallo" den Kollegen zu sagen...


Farbenschön

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Antw:Sich besser in das Team integrieren
« Antwort #20 am: 19.10.2020 18:33 »
@AndreasG: Ich kann mich damit arrangieren, mich am Arbeitsplatz still zu verhalten, wenn meine Kollegen in Ruhe arbeiten wollen. Es ist zwar nicht das, was ich gerne hätte, aber man kann halt nicht alles haben und muss sich sporadisch auch anpassen.
Aber in den Pausen hätte ich schon gerne jemanden zum Reden. Wenn ich mittags in der Stadt unterwegs bin, sehe ich manchmal einige Kolleginnen/Kollegen, wie sie zu zweit oder zu dritt durch die Fußgängerzone schlendern oder in einem Café sitzen. Die unterhalten sich dann selbstverständlich und schweigen sich nicht gegenseitig an.


@heike2106: Einen Pausenraum oder eine Kantine haben wir nicht. Die Kollegen, die gemeinsam zum Essen gehen, laufen in durch die Stadt, setzen sich in ein Café oder kaufen sich was beim Bäcker und essen dann, während sie durch die City laufen.
Was du über deine Mittagspausen schreibst, scheint sehr typisch für den ÖD zu sein. Auch bei uns gibt es viele Leute, die ihre Pausen immer mit den gleichen 1-2 Personen verbringen. Das kenne ich aus der freien Wirtschaft ganz anders. Meistens war es so, dass ich mit den Leuten aus meiner Abteilung gegangen bin, manchmal aber auch mit dem Chef oder mit einzelnen Personen aus anderen Abteilungen, mit denen ich mich gut verstand und sporadisch verabredete.


@Max: Es ist nicht so, dass ich auf meinem Arbeitsplatz generell wenig reden muss. Als Sekretärin muss ich z. B. auch die Telefonate für meine Chefin annehmen.
Mir fehlen die privaten Gespräche über Hobbys, Interessen, vergangene Urlaube, Wochenenden, usw. Kommunikation mit Bezug zum Job ist für mich etwas ganz anderes als ein privates Gespräch.

Im Büro nebenan sitzt eine Frau, die ich sehr nett finde. Mit ihr unterhalte ich mich hier und da mal ein bisschen, aber nie zu lange (sie kommt immer recht schnell zum Ende und behauptet, sehr viel zu tun zu haben - das ist ein Standardspruch von Leuten, die keinen Bock auf lange Gespräche haben). Manchmal ergreift auch sie die Initiative, aber so richtig lange will sie nie reden und für die Mittagspause hat sie andere Leute, mit denen sie sich trifft. Sie gehört halt auch zu den Führungskräften (obwohl sie noch sehr jung ist, unter 30) und trifft sich mittags immer mit anderen Führungskräften.

Im Vorstellungsgespräch habe ich übrigens mit offenen Karten gespielt und den Leuten ehrlich gesagt, was für ein Typ Mensch ich bin: aufgeschlossen, kommunikativ und nicht nur an der Arbeit, sondern auch an den Menschen interessiert. Sie haben sich bewusst für mich entschieden und wussten, worauf sie sich einließen.

Dakmer

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Antw:Sich besser in das Team integrieren
« Antwort #21 am: 19.10.2020 19:01 »
Na ja, das Büro ist nicht zum "lange reden" da. Es gibt nur 30 min. Mittagspause. Wann willst du da immer zwischendurch noch lange reden?

Badener

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Antw:Sich besser in das Team integrieren
« Antwort #22 am: 19.10.2020 19:16 »
Dir ist schon klar, dass deine Kollegen zum arbeiten da sind und nicht für deine persönliche Unterhaltung?

Wenn mir jemand während der Arbeitszeit schon auf die Nerven geht, würde ich sicher nicht noch in meiner Pause Zeit mit dieser Person verbringen. Mal drüber nachdenken.

Farbenschön

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« Antwort #23 am: 19.10.2020 19:43 »
Glaubt ihr denn ernsthaft, dass die Leute bei uns die ganze Zeit nur arbeiten? Von wegen! Sie unterhalten sich auch gerne mal länger - nur eben nicht mit uns Sekretärinnen.

Ich kann viele Leute sehr schwer einschätzen, weil es bei uns viel Geheimniskrämerei gibt. Das bin ich nicht gewohnt. Als Sekretärin kannte ich in früheren Jobs die Terminkalender meiner Vorgesetzten in- und auswendig. Ich hatte Zugriff auf ihre E-Mails und wusste den Inhalt sämtlicher Gespräche, welche sie in ihren Büros führten. Das ist jetzt anders. Ich habe weder Zugriff auf den Kalender meiner Chefin, noch auf ihre E-Mails. Es kommt immer mal wieder vor, dass ich frage ob sie kurz 2 Minuten Zeit für mich hat und sie dann meint, dass sie gerade auf dem Weg zu einer 2-stündigen Besprechung ist.

Es kommt auch oft vor, dass irgendwelche Kollegen zu ihr oder einem der anderen Vorgesetzten ins Büro gehen und dann ewig lange bei verschlossenen Türen diskutiert wird. Z. B. die Frau, die meine Kollegin und mich einarbeitet, rennt superoft zur Chefin und zu anderen Führungskräften ins Büro und redet dann ewig lange mit ihnen. Nur erfahren meine Kollegin und ich weder von ihr, noch von den Führungskräften, was da alles besprochen wird. Im Umgang mit meinen früheren Chefs war ich als Sekretärin immer die Erste, die erfuhr, wenn es etwas Neues gab. Das ist jetzt gar nicht der Fall, meine Chefin teilt viele Informationen nicht mit mir.

Diese ständige Geheimniskrämerei verunsichert mich und ist sicher auch ein Grund, warum ich mich nicht traue, andere Leute zu fragen ob sie mit mir in die Pause gehen wollen.

Spid

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« Antwort #24 am: 19.10.2020 19:58 »
Kenntnis nur, wenn nötig.

Badener

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« Antwort #25 am: 19.10.2020 21:30 »
Sollte es für deine Arbeit wichtig sein, wird dich deine Chefin sicher informieren. Ansonsten geht es dich schlicht nichts an.

Ich glaube du überschätzt deine Stellung als Sekretärin etwas.

Farbenschön

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« Antwort #26 am: 20.10.2020 05:10 »
Hier geht es nicht um mich und schon gar nicht um Selbstüberschätzung. Geheimniskrämerei im Büro ist generell unschön. So ein Verhalten fördert doch nur Misstrauen.

Badener, du kannst dir deinen arroganten Unterton sparen. Sekretärinnen sind nicht weniger wertvoll als andere Arbeitskräfte. Nur weil jemand studiert hat, ist er noch längst kein besserer Mensch.

Isie

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« Antwort #27 am: 20.10.2020 07:02 »
Kenntnis nur, wenn nötig.

Dem stimme ich in vollem Umfang zu. Ich finde es unmöglich, wenn z. B. Personalien mit anderen Personen, die nichts damit zu tun haben, besprochen werden.

AndreasG

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« Antwort #28 am: 20.10.2020 07:30 »
Zitat
Geheimniskrämerei im Büro ist generell unschön. So ein Verhalten fördert doch nur Misstrauen.


Wie Spid schon anmerkte: "Kenntnis nur, wenn nötig.".

Wenn man in ein Gespräch nicht involviert wird dann weil es einen schlicht nichts angeht.

Aufgabe einer Sekretärin ist es nicht über alles bescheid zu wissen sondern die zugewiesenen Aufgaben zu erledigen.

Und das man vorher schön Einsicht in den Kalender des Chefs hatte... sorry aber das ist nunmal nicht die Regel. Auch im Kalender stehen Termine (zb Kündigungsgespräche) die das Personal im Sekretariat absolut nichts angehen.

Kat

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« Antwort #29 am: 20.10.2020 07:48 »

Es kommt auch oft vor, dass irgendwelche Kollegen zu ihr oder einem der anderen Vorgesetzten ins Büro gehen und dann ewig lange bei verschlossenen Türen diskutiert wird. Z. B. die Frau, die meine Kollegin und mich einarbeitet, rennt superoft zur Chefin und zu anderen Führungskräften ins Büro und redet dann ewig lange mit ihnen. Nur erfahren meine Kollegin und ich weder von ihr, noch von den Führungskräften, was da alles besprochen wird. Im Umgang mit meinen früheren Chefs war ich als Sekretärin immer die Erste, die erfuhr, wenn es etwas Neues gab. Das ist jetzt gar nicht der Fall, meine Chefin teilt viele Informationen nicht mit mir.


Sollte das anders sein wäre es das letzte mal, daß ich ein Gespräch mit meiner Vorgesetzten geführt hätte, wenn sie gleich zu ihrer Sekretärin rennt und tratscht. Es gibt nunmal Sachen zu besprechen, die niemanden was angehen. Schon gar nicht eine scheinbar sehr redebedürftige Sekretärin.