Autor Thema: Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche  (Read 187006 times)

Isi

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #1170 am: 30.07.2021 11:00 »
Die Auswirkungen der Inflation sind dann jedoch subjektiv - Wer zu Miete wohnt hat hier echt Pech - die Mietpreise sind hier vor Ort statistisch um 7,9% gestiegen,
Dürfte sogar noch höher liegen, wenn man alle 2 Jahre umzieht.
Also was willst du damit zum Ausdruck bringen?
Individuelle Lohnerhöhung?

Nein, aber es sollten regionale Zuschläge oder Lohnkorrekturen möglich sein.
Obst, gerade leicht verderbliches wie Kirschen, haben Tagespreise. Kaufst du jedes Jahr zum Bestpreis Zeitpunkt?
Die Mietpreise sind innerhalb eines Jahres um statistische 7,9% gestiegen?

Ich kaufe jedes Jahr Mitte Juli Kirschen zum einkochen - HEUTE gab es GAR KEINE Kirschen z.B. Ernte ist großteils vernichtet durch die starken Regenfälle. Dann müsste ich spanische Kirschen im Supermarkt kaufen...

Innerhalb der letzten 18 Monate, hier in der Region, ja. Grundsteuern sind drin; sonstige gestiegene Nebenkosten natürlich nicht.

Wenn ich halt nicht in Brandenburg, Sachsen oder Thüringen wohne (wohnen will) wirds stets teurer von Region zu Region. Was hat ein Stuttgarter oder Würzburger von 2% Reallohnerhöhung wenn die Preise in seiner Region nicht der statistischen Größe der Infaltion entsprechen?
Landesangestellte brauchts da leider auch.
« Last Edit: 30.07.2021 11:08 von Isi »

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #1171 am: 30.07.2021 11:09 »
Nein, aber es sollten regionale Zuschläge oder Lohnkorrekturen möglich sein.
mein Reden seit anno tuk
allerdings nicht nur regionale, sondern auch individuelle.


sebbo83

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #1172 am: 30.07.2021 11:09 »
Die Auswirkungen der Inflation sind dann jedoch subjektiv - Wer zu Miete wohnt hat hier echt Pech - die Mietpreise sind hier vor Ort statistisch um 7,9% gestiegen,
Dürfte sogar noch höher liegen, wenn man alle 2 Jahre umzieht.
Also was willst du damit zum Ausdruck bringen?
Individuelle Lohnerhöhung?

Nein, aber es sollten regionale Zuschläge oder Lohnkorrekturen möglich sein.
Obst, gerade leicht verderbliches wie Kirschen, haben Tagespreise. Kaufst du jedes Jahr zum Bestpreis Zeitpunkt?
Die Mietpreise sind innerhalb eines Jahres um statistische 7,9% gestiegen?

Ich kaufe jedes Jahr Mitte Juli Kirschen zum einkochen - HEUTE gab es GAR KEINE Kirschen z.B. Ernte ist großteils vernichtet durch die starken Regenfälle. Dann müsste ich spanische Kirschen im Supermarkt kaufen...

Innerhalb der letzten 18 Monate, hier in der Region, ja. Grundsteuern sind drin; sonstige gestiegene Nebenkosten natürlich nicht.

Wenn ich halt nicht in Brandenburg, Sachsen oder Thüringen wohne (wohnen will) wirds stets teurer von Region zu Region. Was hat ein Stuttgarter oder Würzburger von 2% Reallohnerhöhung wenn die Preise in seiner Region nicht der statistischen Größe der Infaltion entsprechen?
Landesangestellte brauchts da leider auch.

Da nennst du ausgerechnet die 3 Bundesländer in Osten, die wohl am teuersten geworden sind  :D

Isi

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #1173 am: 30.07.2021 11:18 »
Und uns fehlt es an Personal an allen Ecken und Enden, auch in den von spid immer als überbezahlt angepriesenen Berufsgruppen:
Haus- und Küchenhilfen - 1 Vollzeit bzw. 2 Halbtagsstellen seit 1 Jahr ohne geeignete Bewerber
Hausmeister - 1 volle Stelle 7 Monate
Sekretariat - halbe Stelle 5 Monate
Vermessungstechniker 1 Vollzeitstelle, seit 3 Jahren unbesetzt derzeit an PW vergeben
Elektriker - haben wir aufgegeben

Dazu kommen 2 Erzieherstellen für die Kinderbetreuung, aber die schnappen uns die Kommunen und vor allem die Betriebskindergärten weg (die Zahlen 3500€ Einstiegsgehalt + kostenlose Abholung und fahrt zur Arbeitsstelle + ÖPNV Tiket + 36 Stunden Woche)

Das liegt halt an der Dichte erfolgreicher Firmen in unserer Region aber wir gehen als Landesbetrieb schlicht den Bach runter. Wir wollten 2016 einen BauIng. einstellen um die Sanierung unserer Gebäude (altes Schloss + Nebengebäude & Gelände) zu leiten. Wäre eine Großartige Aufgabe gewesen, Wohnung vor Ort 140m² ware als PU kostenfrei gestellt worden.

Es gab keinen Bewerber

Isi

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« Antwort #1174 am: 30.07.2021 11:21 »
Da nennst du ausgerechnet die 3 Bundesländer in Osten, die wohl am teuersten geworden sind  :D

Wo ich aber (die Familie meiner Frau wohnt dort, genau genommen Saalfeld) für weniger als die Hälfte eine gleichwertige Wohnung kaufen/mieten kann als in unserem Kreis.
Wobei das Häuser kaufen hier schon unmöglich ist, Abbruchhäuser gehen hier für 250.000€ über den Tisch und werden dann für das doppelte saniert um für 1.2 Millionen weiterverkauft zu werden.

Jockel

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« Antwort #1175 am: 30.07.2021 11:26 »
Grundstückspreise in Brandenburg Umlandgemeinde Berlin (da wo relevant Leute wohnen):
2003 qm  70€,
2021 qm 300€

Pädi07

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« Antwort #1176 am: 30.07.2021 11:30 »

Das liegt halt an der Dichte erfolgreicher Firmen in unserer Region aber wir gehen als Landesbetrieb schlicht den Bach runter. Wir wollten 2016 einen BauIng. einstellen um die Sanierung unserer Gebäude (altes Schloss + Nebengebäude & Gelände) zu leiten. Wäre eine Großartige Aufgabe gewesen, Wohnung vor Ort 140m² ware als PU kostenfrei gestellt worden.

Es gab keinen Bewerber

Dann liegt es aber nicht am Geld: die kostenfreie Wohnung ist doch sicherlich 1000 netto monatlich "wert". Da zahlt doch auch die PW nicht mehr, verglichen mit dem ÖD-Gehalt!

sebbo83

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« Antwort #1177 am: 30.07.2021 11:47 »
Grundstückspreise in Brandenburg Umlandgemeinde Berlin (da wo relevant Leute wohnen):
2003 qm  70€,
2021 qm 300€

Ja, das meine ich. In Erfurt, Weimar oder Jena ähnlich. Vielleicht nicht in Saalfeld, aber da ist jetzt auch keine Landesbehörde?! Ich glaube nur in Rudolstadt der Rechnungshof?!
So und in Hof, wo einige Bayrische Landesbehörden liegen, kosten die Grundstücke nicht mal 100 €.  ;D
Und geh mal im Fränkischen oder in Thüringischen ein Schnitzel essen. Da liegen auch locker 30-40% Preisunterschied dazwischen.

Isi

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« Antwort #1178 am: 30.07.2021 11:55 »

Das liegt halt an der Dichte erfolgreicher Firmen in unserer Region aber wir gehen als Landesbetrieb schlicht den Bach runter. Wir wollten 2016 einen BauIng. einstellen um die Sanierung unserer Gebäude (altes Schloss + Nebengebäude & Gelände) zu leiten. Wäre eine Großartige Aufgabe gewesen, Wohnung vor Ort 140m² ware als PU kostenfrei gestellt worden.

Es gab keinen Bewerber


Dann liegt es aber nicht am Geld: die kostenfreie Wohnung ist doch sicherlich 1000 netto monatlich "wert". Da zahlt doch auch die PW nicht mehr, verglichen mit dem ÖD-Gehalt!

Eine vergleichbare 140m² Wohnung zu mieten kostet hier im Umkreis von 25km etwa 1600KM; deshalb orientiert man sich langfristig und erwirbt, wenn irgend möglich, ein Eigenheim oder beschränkt sich auf kleine Wohnungen. Hier sind dann für 63qm (vermieten wir selbst) 620€ KM fällig.

Natürlich könnte man weiter aufs Land ziehen... ist ja auch der Tarifvertrag Länder? :D

Das alles sind doch Argumente regionale Unterschiede in der Bezahlung zu machen...

WasDennNun

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« Antwort #1179 am: 30.07.2021 12:00 »
Und uns fehlt es an Personal an allen Ecken und Enden, auch in den von spid immer als überbezahlt angepriesenen Berufsgruppen:
Haus- und Küchenhilfen - 1 Vollzeit bzw. 2 Halbtagsstellen seit 1 Jahr ohne geeignete Bewerber
Hausmeister - 1 volle Stelle 7 Monate
Sekretariat - halbe Stelle 5 Monate
Vermessungstechniker 1 Vollzeitstelle, seit 3 Jahren unbesetzt derzeit an PW vergeben
Elektriker - haben wir aufgegeben

Dazu kommen 2 Erzieherstellen für die Kinderbetreuung, aber die schnappen uns die Kommunen und vor allem die Betriebskindergärten weg (die Zahlen 3500€ Einstiegsgehalt + kostenlose Abholung und fahrt zur Arbeitsstelle + ÖPNV Tiket + 36 Stunden Woche)

Das liegt halt an der Dichte erfolgreicher Firmen in unserer Region aber wir gehen als Landesbetrieb schlicht den Bach runter. Wir wollten 2016 einen BauIng. einstellen um die Sanierung unserer Gebäude (altes Schloss + Nebengebäude & Gelände) zu leiten. Wäre eine Großartige Aufgabe gewesen, Wohnung vor Ort 140m² ware als PU kostenfrei gestellt worden.

Es gab keinen Bewerber
kann an der Art des Marketings liegen, kann aber auch an der Konkurenz vor Ort liegen.
Deswegen bin ich ja für eine Erweiterung Zulage nach 16.5 auf 30% der Stufe 6.

Denn wir besetzen solche Posten alle und zwar mit geeignete Bewerber und mit mehr als 5 Bewerbungsgespräche pro Posten.
Darum bin ich strikt dagegen, dass wir hier mehr Geld für diese Posten ausgeben sollten.

Spid

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« Antwort #1180 am: 30.07.2021 12:05 »
Eben. Alle Arbeitsplätze für Ungerlernte oder für solche mit Büroberufsausbildung besetzen wir ebenso problemlos wie solche für Angelernte - und zwar bundesweit.

Im Arbeiter-/Handwerkerbereich läßt sich ja an der EGO ein wenig was drehen, Handwerker sind tatsächlich vielerorts knapp.

Isi

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« Antwort #1181 am: 30.07.2021 12:24 »
Eben. Alle Arbeitsplätze für Ungerlernte oder für solche mit Büroberufsausbildung besetzen wir ebenso problemlos wie solche für Angelernte - und zwar bundesweit.

Im Arbeiter-/Handwerkerbereich läßt sich ja an der EGO ein wenig was drehen, Handwerker sind tatsächlich vielerorts knapp.

Wir haben über 1.000m² hölzerne, unter Denkmalschuz stehende, Dachstühle. Fast alle Gebäude sind Fachwerk mit Holzkernen auf Gewölbekellern.
Als ich 2004 vor Ort anfing gab es 4 Hausmeister, einen Elektriker, einen Zimmermann und 26 Hauswirtschafterinnen bzw. Haus- und Küchenhilfen.

Jetzt sind es 3 Hausmeister, KEIN Elektriker, KEIN Zimmermann (wir hätten Arbeit für einen Vermessungstechniker, gibts aber nicht) und "nur" noch 22 Haus- und Küchenhilfen bzw. Hauswirtschafterinnen. Manches Personal wurde abgebaut, aber die Meisten Stellen wären noch da, die Arbeit auch, allerdings fehlt es schlicht an Bewerbern. Und das Bestandspersonal wird älter. Bis Ende 2024 gehen mehr als 50% in Rente. Dann schauts echt düster aus.

Geld allein mag da nicht helfen. Aber es muss sich was tun. Wir müssen Gehältertechnisch ÜBER den Kommunen landen damit wenigstens die keine direkte Konkurenz darstellen.

WasDennNun

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« Antwort #1182 am: 30.07.2021 12:45 »
Geld allein mag da nicht helfen. Aber es muss sich was tun. Wir müssen Gehältertechnisch ÜBER den Kommunen landen damit wenigstens die keine direkte Konkurenz darstellen.
TV-L ist was das auszahlbare Entgelt angeht ÜBER dem TVöD Kommune!

Das übliche Problem ist doch:
Kommune hat keine Zulage Möglichkeit wie wir im TV-L mit dem §16.5
Der 16.5 ist ja genau für solche Situationen geschaffen und anwendbar
(regionale Differenzierung, Bindung q Personal,...)

Ihr wendet §16.5 nicht an und bewirbt eure Stellen nicht damit

Also liegt es - was diesen Bereich angeht - nur am Marketing des AGs und nicht am TV-L

Isi

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« Antwort #1183 am: 30.07.2021 13:48 »
Das ausbezahlbare ja, das Grundentgelt aber nicht. Wir können nicht damit "werben", ich weis nicht wie das bei euch ist, aber Zulagen nach 16. sind bei uns genehmigungspflichtig durch das Finanzministerium. Die genehmigen nur aus Antrag wenn eine PN vorliegt, bei Einstellungen sind wir per Erlass auf die Stufe 4 als Höchstwert beschränkt.

WasDennNun

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« Antwort #1184 am: 30.07.2021 13:52 »
Das ausbezahlbare ja, das Grundentgelt aber nicht. Wir können nicht damit "werben", ich weis nicht wie das bei euch ist, aber Zulagen nach 16. sind bei uns genehmigungspflichtig durch das Finanzministerium. Die genehmigen nur aus Antrag wenn eine PN vorliegt, bei Einstellungen sind wir per Erlass auf die Stufe 4 als Höchstwert beschränkt.
Bei uns auch will das FM auch mitreden, aber so what?

Tja, wie gesagt: Schlechtes Marketing vom AG und selbst gemachte Beschränkung des AGs.