Autor Thema: Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche  (Read 231881 times)

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #1290 am: 04.08.2021 10:12 »
Für die Tätigkeit, der ich nachgehe, halte ich beispielsweise das Gehalt in Entgeltgruppe 11 Stufe 6 für nicht unangemessen. Allerdings je weiter man die Stufen runter geht, desto unangemessener finde ich das Gehalt für die Tätigkeit. Daher sehe ich dennoch ein tarifliches Problem. Ich müsste nicht bitten und betteln, wenn es erstens weniger Stufen gäbe oder die Spreizung beim Gehalt viel geringer wäre, noch wenn es derart lange reguläre Stufenlaufzeiten erst gar nicht gäbe. Da sich scheinbar eine große Mehrheit der Arbeitgeber aus vermeintlicher Kosteneffizienz scheut vorzeitig hochzustufen, scheint das jetzige Entgeltsystem nicht mehr zeitgemäß. Und das jetzige System erst nach 15 Jahren voll zu vergüten entbehrt sich meiner Meinung nach selbst vom postwagen Schubser bis zum IT fachmann jeglicher Grundlage. Das müsste aus meiner Sicht dringend reformiert werden. Weiterhin ist die nicht vorhandene stufengleiche Höhergruppierung ein Hemmnis mehr Verantwortung zu übernehmen. Meinetwegen können die Zulagen ja auch für die absoluten Perlen weiter bestehen bleiben. Aber das dem zugrundeliegende System finde ich in seinen jetzigen Auswüchsen dennoch daneben.
Grundsätzlich hast da da Recht.
Allerdings wenn man diese Stufen als Belohnung für Treue und Leistung ansieht und sich trauen würde den Minderleistenden den Stufenanstieg zu verwehren, so dass der TBler sich nicht sicher sein kann, dass er durch absitzen die Stufen hochklettert, wäre es durchaus eine modernes System.
Weil dann eine - hier immer wieder gefordert - leistungsbasierte Bezahlung möglich wäre.

Bastel

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #1291 am: 04.08.2021 10:28 »
Für die Tätigkeit, der ich nachgehe, halte ich beispielsweise das Gehalt in Entgeltgruppe 11 Stufe 6 für nicht unangemessen. Allerdings je weiter man die Stufen runter geht, desto unangemessener finde ich das Gehalt für die Tätigkeit. Daher sehe ich dennoch ein tarifliches Problem. Ich müsste nicht bitten und betteln, wenn es erstens weniger Stufen gäbe oder die Spreizung beim Gehalt viel geringer wäre, noch wenn es derart lange reguläre Stufenlaufzeiten erst gar nicht gäbe. Da sich scheinbar eine große Mehrheit der Arbeitgeber aus vermeintlicher Kosteneffizienz scheut vorzeitig hochzustufen, scheint das jetzige Entgeltsystem nicht mehr zeitgemäß. Und das jetzige System erst nach 15 Jahren voll zu vergüten entbehrt sich meiner Meinung nach selbst vom postwagen Schubser bis zum IT fachmann jeglicher Grundlage. Das müsste aus meiner Sicht dringend reformiert werden. Weiterhin ist die nicht vorhandene stufengleiche Höhergruppierung ein Hemmnis mehr Verantwortung zu übernehmen. Meinetwegen können die Zulagen ja auch für die absoluten Perlen weiter bestehen bleiben. Aber das dem zugrundeliegende System finde ich in seinen jetzigen Auswüchsen dennoch daneben.
Grundsätzlich hast da da Recht.
Allerdings wenn man diese Stufen als Belohnung für Treue und Leistung ansieht und sich trauen würde den Minderleistenden den Stufenanstieg zu verwehren, so dass der TBler sich nicht sicher sein kann, dass er durch absitzen die Stufen hochklettert, wäre es durchaus eine modernes System.
Weil dann eine - hier immer wieder gefordert - leistungsbasierte Bezahlung möglich wäre.

"Wenn wir nicht mit Ihnen zufrieden sind oder uns Ihre Nase nicht passt, kommen Sie nie über die Stufe 3 hinaus" Bei Stufe 3 fängt z.T. erst einmal die Marktgerechte Bezahlung an ::) Zumindest für Einsteiger...

Spid

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #1292 am: 04.08.2021 10:31 »
Und? Dann laufen dem AG die AN weg. Es ist nunmal ein Arbeitsmarkt, der Tarifvertrag ist lediglich Teil des Marktrahmens. Tarifverträge legen Mindestarbeitsbedingungen fest, sie sollen nicht schlechte AG dazu zwingen, innerhalb des Marktrahmens bessere Personalpolitik zu betreiben. Niemand ist gezwungenb, bei einem miserablen AG anzufangen oder zu bleiben. Das ist eine individuelle Entscheidung.

WasDennNun

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« Antwort #1293 am: 04.08.2021 10:32 »
"Wenn wir nicht mit Ihnen zufrieden sind oder uns Ihre Nase nicht passt, kommen Sie nie über die Stufe 3 hinaus" Bei Stufe 3 fängt z.T. erst einmal die Marktgerechte Bezahlung an ::) Zumindest für Einsteiger...
Bei uns etwas adaptiert:
Sie bekommen als Einsteiger die Stufe 3 bezahlt, aber
"Wenn wir nicht mit Ihnen zufrieden sind oder uns Ihre Nase nicht passt, fallen Sie auf Stufe 1 zurück und kommen Sie nie über die Stufe 3 hinaus" 

WasDennNun

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« Antwort #1294 am: 04.08.2021 10:37 »
Und? Dann laufen dem AG die AN weg. Es ist nunmal ein Arbeitsmarkt, der Tarifvertrag ist lediglich Teil des Marktrahmens. Tarifverträge legen Mindestarbeitsbedingungen fest, sie sollen nicht schlechte AG dazu zwingen, innerhalb des Marktrahmens bessere Personalpolitik zu betreiben. Niemand ist gezwungenb, bei einem miserablen AG anzufangen oder zu bleiben. Das ist eine individuelle Entscheidung.
Richtig.
Deswegen plädiere ich ja für eine Anpassung des §16.5
a) Stufe 6 anstelle Stufe 2
b) 50% anstelle 20%
und damit die Personaler weniger Angst haben müssen evtl
c) zur Förderung, Anwerbung oder Bindung von qualifizierten Personals, anstelle zur Bindung ...


Meine individuelle Entscheidung war, hier dem AG zu helfen, marktgerecht gutes Personal zu bekommen.
Muss allerdings eingestehen, dass ich vor 4 Jahren kurz davor war zu wechseln, weil ich mich wie Don Quichotte fühlte, aber dann kam doch die wende in den Köpfen

TVWaldschrat

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« Antwort #1295 am: 04.08.2021 12:18 »
Und? Dann laufen dem AG die AN weg. Es ist nunmal ein Arbeitsmarkt, der Tarifvertrag ist lediglich Teil des Marktrahmens. Tarifverträge legen Mindestarbeitsbedingungen fest, sie sollen nicht schlechte AG dazu zwingen, innerhalb des Marktrahmens bessere Personalpolitik zu betreiben. Niemand ist gezwungenb, bei einem miserablen AG anzufangen oder zu bleiben. Das ist eine individuelle Entscheidung.
Richtig.
Deswegen plädiere ich ja für eine Anpassung des §16.5
a) Stufe 6 anstelle Stufe 2
b) 50% anstelle 20%
und damit die Personaler weniger Angst haben müssen evtl
c) zur Förderung, Anwerbung oder Bindung von qualifizierten Personals, anstelle zur Bindung ...


Meine individuelle Entscheidung war, hier dem AG zu helfen, marktgerecht gutes Personal zu bekommen.
Muss allerdings eingestehen, dass ich vor 4 Jahren kurz davor war zu wechseln, weil ich mich wie Don Quichotte fühlte, aber dann kam doch die wende in den Köpfen

Die Anpassung des §16.5 gefällt mir.



Ich habe heute auch mitbekommen, dass die Sachbearbeiterin für EDV-Personal auf eine TV-L 2021 EDV-Fortbildung gehen soll... Passiert jetzt auch was bei uns? :O

Wdd3

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« Antwort #1296 am: 04.08.2021 12:44 »
Daher sehe ich dennoch ein tarifliches Problem. Ich müsste nicht bitten und betteln, wenn es erstens weniger Stufen gäbe oder die Spreizung beim Gehalt viel geringer wäre, noch wenn es derart lange reguläre Stufenlaufzeiten erst gar nicht gäbe.

Das die Zeit bis zum Erhalt des vollen Entgelts deutlich zu lang ist ist unstrittig. Ebenso die Auslegung vieler AG zu anrechenbaren Zeiten aber was du bitten und betteln nennst bezeichne ich als "Gehaltsverhandlung"  ;) Es geht doch darum den potenziellen AG davon zu überzeugen wie wertvoll man für ihn ist.
Ich bin seinerzeit mit 11 Jahren anrechenbaren Zeiten in Stufe 6 eingestiegen.

WasDennNun

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« Antwort #1297 am: 04.08.2021 13:12 »
Die Anpassung des §16.5 gefällt mir.
Nicht zu vergessen, es kann auch weiterhin nur 10% von Stufe 2 ausgezahlt werden, dass wäre auch dann ja nur die Max Grenze.  8)

TVWaldschrat

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« Antwort #1298 am: 04.08.2021 13:24 »
Die Anpassung des §16.5 gefällt mir.
Nicht zu vergessen, es kann auch weiterhin nur 10% von Stufe 2 ausgezahlt werden, dass wäre auch dann ja nur die Max Grenze.  8)

Oder 0%, weil ne Zulage ja begründet werden muss, und das wäre Arbeit.

WasDennNun

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« Antwort #1299 am: 04.08.2021 13:42 »
Die Anpassung des §16.5 gefällt mir.
Nicht zu vergessen, es kann auch weiterhin nur 10% von Stufe 2 ausgezahlt werden, dass wäre auch dann ja nur die Max Grenze.  8)

Oder 0%, weil ne Zulage ja begründet werden muss, und das wäre Arbeit.
Der Personaler muss nur stempeln, lochen und abheften. Die Begründungen müssen die Vorgesetzten schreiben die jemanden haben/halten wollen.
Und/Oder der AN der eine Zulage haben will.
Das ist ja nicht zu viel Verlangt  ::)

öfföff

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« Antwort #1300 am: 04.08.2021 14:26 »
Hab das Gefühl die Wunschdiskussion geht in eine Richtung die für die allermeisten TV-L Angestellten und auch für ver.di nicht relevant ist... Der Personalmangel in den paar Nischen wird sich kaum negativ auswirken in Zukunft. Der öD kann immer extern vergeben und dann wird das Projekt erledigt. Notfalls wird die gesamte IT fremdvergeben und es werden gar keine ITler mehr neu eingestellt. Geldmittel sind dank Steuerzahler immer genug da. Und die regionale Wirtschaft wird auch unterstützt, was ja auch immer wieder dem öD angetragen wird so zu tun.

WasDennNun

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« Antwort #1301 am: 04.08.2021 16:58 »
Und die regionale Wirtschaft wird auch unterstützt, was ja auch immer wieder dem öD angetragen wird so zu tun.
Da irrst du.
Die Fremdvergaben werden oftmals an nicht regionaler Wirtschaft vergeben.

Ich rede nicht von der Mausanschliessern und Grafikkartenauswechslern. Die Stelle kriegen wir immer besetzt mit verkrachten FI, die eine überbezahlte EG8 dafür erhalten.

Es geht im IT! Nicht um Basisarbeitsmittel.

Spid

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« Antwort #1302 am: 04.08.2021 17:08 »
Das kommt mutmaßlich aber auch darauf an, was man unter „Region“ versteht.

TVWaldschrat

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« Antwort #1303 am: 04.08.2021 18:31 »
Notfalls wird die gesamte IT fremdvergeben und es werden gar keine ITler mehr neu eingestellt. Geldmittel sind dank Steuerzahler immer genug da. Und die regionale Wirtschaft wird auch unterstützt, was ja auch immer wieder dem öD angetragen wird so zu tun.

Das wird allerdings nicht in allen Bereichen des öD funktionieren. In Niedersachsen gibt es ja schon eine zentrale IT (IT.Niedersachsen) für viele Landes-Behörden, die besser bezahlt als die meisten Behörden (innerhalb des mickrigen TV-L-Rahmens), aber die kommt vor lauter Prozessen nicht voran, wenn man was von ihr möchte.
Die Tätigkeiten, die WasDennNun erwähnt hat, wären am einfachsten extern in die pW zu vergeben. Da tut es auch nicht weh, wenn man diese Tätigkeiten alle 3 bis 5 Jahre neu ausschreibt und an eine IT-Firma in Polen vergibt, da das Know-How für spezifische Dinge in dem Bereich sehr gering sein muss... aber da ist die eigene Zucht willig genug es für E7 bis E8 zu tun...

Tätigkeiten für E11 aufwärts, da wirds interessanter... und da wird es auch immer schwieriger Personal zu finden und externe Firmen zu akzeptablen Preisen. Stundensätze von 150€ sind da noch nett...
« Last Edit: 04.08.2021 18:39 von TVWaldschrat »

Otto1

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #1304 am: 04.08.2021 19:10 »
Du stehst also kurz vor der Rente?

Ne, Endstufe und 75m Arbeitsweg.
Nur Endstufe? Oder auch Zulage?

Oder geht es Dir bei der Diskussion nur um mehr Geld für Dich, ohne das du was dafür tun musst?

Dir ist schon klar das ich Folgendes gefordert habe: 100% jsz, strukturelle Änderungen ab 9b aufwärts und weniger Stufen damit wir wieder junge Leute in die Bauverwaltung bekommen, da wir in den nächsten 5-10 Jahren einfach ausbluten. Der Alterschnitt liegt bei uns bei 54,x!

Natürlich ist das ein AG Problem, aber wenn man sich jahrelang engagiert und Dinge aufbaut möchte man in der Regel nicht sehen wie sie zerbröseln nur weil es für „Mindler“ keine angemessene Entlohnung gibt.