Autor Thema: Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche  (Read 233475 times)

teclis22

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #1440 am: 18.08.2021 12:47 »
Naja wer gerade Zeit hat und fix mit Excel ist kann das ja mal Vergleichen.
Was denn nun hatte glaube ich mit Excel mal rumgespielt.
Gefunden zur Lohnentwicklung habe ich:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/75731/umfrage/entwicklung-der-bruttoloehne-in-deutschland/

öfföff

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« Antwort #1441 am: 18.08.2021 13:18 »

Ganz persönlich könnte ich mit 3x 0% leben, wenn die Entgelttabelle auf 3 Stufen reduziert wird. 2-4-6. Einstieg ist die 2. Nach 1 Jahr die 4 und nach 2 Jahren dann die 6. Somit würde es 3 Jahre dauern die Endstufe zu erreichen.

Zusätzlich: Stufengleiche Höhergruppierung und zwar rückwirkend.


1) Ich bin strikt gegen die Abschaffung der 6 Stufen. Sie sind fundamentale Basis für die Arbeitgeber/Steuerzahler die Kosten überschaubar zu halten, v.a. für jene Mitarbeiter die nur kurzzeitig im öD arbeiten (projektbezogen oder zur persönlichen Ausbildung). Für Dauerbeschäftigte sind die Stufen eine fortlaufende Auftiegsleiter, die nicht schon mit 30 beendet ist sondern viel weitergeht. Im übrigen sind diese regelmäßigen Gehaltserhöhung gut planbar und vorher  bekannt, ohne dass irgendwer beim Chef betteln muss. Viele schätzen das. (Nobelpreisträger und prämierte IT-Supergenies haben das natürlich nicht nötig, ich weiss....)

2) Wie weit rückwirkend denn? Der TV-L ist seit 2006 in Kraft.

Spid

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« Antwort #1442 am: 18.08.2021 13:30 »
Welchen Wert mißt Du AN zu, die sich anscheinend weder bewegen noch begehrt sind noch verstehen, daß ihnen Geld vorenthalten wird? Idealerweise identifiziert man doch diesen Personenkreis, kürzt dort und zahlt ansonsten konkurrenzfähige Gehälter. Damit würden die Kosten für den AG überschaubar.

Bastel

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #1443 am: 18.08.2021 13:48 »
1) Ich bin strikt gegen die Abschaffung der 6 Stufen. Sie sind fundamentale Basis für die Arbeitgeber/Steuerzahler die Kosten überschaubar zu halten, v.a. für jene Mitarbeiter die nur kurzzeitig im öD arbeiten (projektbezogen oder zur persönlichen Ausbildung). Für Dauerbeschäftigte sind die Stufen eine fortlaufende Auftiegsleiter, die nicht schon mit 30 beendet ist sondern viel weitergeht. Im übrigen sind diese regelmäßigen Gehaltserhöhung gut planbar und vorher  bekannt, ohne dass irgendwer beim Chef betteln muss. Viele schätzen das. (Nobelpreisträger und prämierte IT-Supergenies haben das natürlich nicht nötig, ich weiss....)


Hast du den von dir zitierten Post überhaupt gelesen und verstanden? Der AN muss nicht mehr 15 Jahre auf das Gehalt der Stufe sechs warten, sondern bekommt es nach drei Jahren. Es muss also niemand etwas planen oder betteln gehen.

PS: Ist es in deinem Sinne kurzzeitig Beschäftigte möglichst wenig zu bezahlen?

Muenchner82

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« Antwort #1444 am: 18.08.2021 13:56 »
Hast du den von dir zitierten Post überhaupt gelesen und verstanden? Der AN muss nicht mehr 15 Jahre auf das Gehalt der Stufe sechs warten, sondern bekommt es nach drei Jahren. Es muss also niemand etwas planen oder betteln gehen.

PS: Ist es in deinem Sinne kurzzeitig Beschäftigte möglichst wenig zu bezahlen?

Ich denke das ist keine Gute Idee, denn das hätte eher den Effekt dass nach einigen Jahren wieder mehr Stufen gefordert werden, weil die Leute keine Enwicklungsperspektive mehr sehen!

Spid

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« Antwort #1445 am: 18.08.2021 13:59 »
Inwiefern würde man sich durch Stufen "entwickeln"?

Organisator

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« Antwort #1446 am: 18.08.2021 14:17 »
Bei der Diskussion um die Stufen würde es sich doch mal anbieten, auf andere Tarifverträge außerhalb des öD zu schauen:
Gibts da Stufen?
Wie viele?
über welche Zeiträume?
Mit welcher Begründung?
Vielleicht kann man ja was lernen...

Bastel

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« Antwort #1447 am: 18.08.2021 15:14 »
Inwiefern würde man sich durch Stufen "entwickeln"?

Die Küchenhilfe lernt die Zahlen eins bis sechs...

teclis22

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« Antwort #1448 am: 18.08.2021 15:32 »
Naja wer gerade Zeit hat und fix mit Excel ist kann das ja mal Vergleichen.
Was denn nun hatte glaube ich mit Excel mal rumgespielt.
Gefunden zur Lohnentwicklung habe ich:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/75731/umfrage/entwicklung-der-bruttoloehne-in-deutschland/

So nun war ich selber mal neugierig.
Ich habe *nur* für E13S1 gerechnet. Folgendes ergebnis von 2006 bis 2020

2006      E13S1   2817
2007   3,50%      2915,595
2008   4,10%      3035,134395
2009   0,20%      3041,204664
2010   3%              3132,440804
2011   4,90%      3285,930403
2012   4,20%      3423,93948
2013   3,20%      3533,505543
2014   4%              3674,845765
2015   4,20%      3829,189287
2016   4%              3982,356859
2017   4,20%      4149,615847
2018   4,80%      4348,797407
2019   4,10%      4527,098101
2020   -0,80%      4490,881316
         
TVL2020      E13S1   4002,26


Es fehlen der E13S1 in 2020 also ca 11% gegenüber der Lohnentwicklung in dem Zeitraum
Ich lasse mich gerne korrigieren was die Rechnung oder deren Interpretation betrifft.

Hinweis: Gerechnet ohne Jahressonderzahlung, sondern rein auf das Monatsgehalt. Könnte man noch mal mit dem Jahresbrutto durchspielen.
« Last Edit: 18.08.2021 15:39 von teclis22 »

teclis22

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« Antwort #1449 am: 18.08.2021 15:58 »
Ach verdammt.. nun spiele ich mit Excel rum, statt einen Workshop vorzubereiten. Buhh.

Aber:

E13S5 in 2020 wäre etwa 14% unter der Lohnentwicklung
E6 S1 in 2020 wäre etwa 8% unter der Lohnentwicklung

Gerechnet mit Jahresbrutto (Standardeinstellung der Tabelle, nicht verheiratet, keine Kinder) ist es noch mal ca. 1% schlechter im Vergleich zum Monatsbrutto

Es ließe sich also interpretieren:
Die E6 hat sich besser an die lohnentwicklung in Deutschland gehalten als die E13 und steht im Vergleich besser da. Konsequenz: Organisiert sein lohnt sich.

Also.. das wäre doch mal eine Forderung:
Angleichen der TV-L Entwicklung an die Bruttolohnentwicklung in Deutschland seit 2006. :)


Jockel

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« Antwort #1450 am: 18.08.2021 16:16 »
bei  Mio Kurzarbeitern in 2020 wird das wohl ein Eigentor werden.

Lothar57

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« Antwort #1451 am: 18.08.2021 16:24 »

1) Ich bin strikt gegen die Abschaffung der 6 Stufen. Sie sind fundamentale Basis für die Arbeitgeber/Steuerzahler die Kosten überschaubar zu halten, v.a. für jene Mitarbeiter die nur kurzzeitig im öD arbeiten (projektbezogen oder zur persönlichen Ausbildung). Für Dauerbeschäftigte sind die Stufen eine fortlaufende Auftiegsleiter, die nicht schon mit 30 beendet ist sondern viel weitergeht. Im übrigen sind diese regelmäßigen Gehaltserhöhung gut planbar und vorher  bekannt, ohne dass irgendwer beim Chef betteln muss. Viele schätzen das. (Nobelpreisträger und prämierte IT-Supergenies haben das natürlich nicht nötig, ich weiss....)


In wieweit haben die Stufen etwas mit Aufstieg zu tun? Ich dachte Aufstieg sollte an Leistung gekoppelt sein und nicht an das Sitzfleisch. Im ungünstigsten Fall behindert die Stufenregelung sogar den Ehrgeiz.
Ceterum censeo paralleltabellum esse einzufuehrendam.

Organisator

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« Antwort #1452 am: 18.08.2021 16:53 »
In wieweit haben die Stufen etwas mit Aufstieg zu tun? Ich dachte Aufstieg sollte an Leistung gekoppelt sein und nicht an das Sitzfleisch. Im ungünstigsten Fall behindert die Stufenregelung sogar den Ehrgeiz.

Tarifvertraglich gibt es ja die Möglichkeit, die Verweildauer in den Stufen zu verkürzen bzw. zu verlängern und somit einen Anreiz zu schaffen. Leider machen nur nach meiner Erfahrung die meisten Arbeitgeber davon kaum Gebrauch, da es ja einerseits Arbeit macht und bei den von der Verlängerung Betroffenen für Unmut sorgt, der auszuhalten wäre.

teclis22

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« Antwort #1453 am: 18.08.2021 17:25 »
bei  Mio Kurzarbeitern in 2020 wird das wohl ein Eigentor werden.

Das wäre ja eine sehr interessante Frage, ob dem so ist.
Lohnentwickling in 2020 war -0,8%. 2021 ist natürlich noch nicht bekannt.

Und ja - eine Kopplung an die Bruttolohnentwicklung bedeutet das es auch mal schlechte Jahre geben kann und mit einer Gehaltskürzung zu rechnen wäre.
Für mich wäre das okay, denn:

1) ich glaube in Summe wäre das immernoch besser als das Theater der Tarifverhandlungen und deren ERgebnisse
2) eine höhere Akzeptanz in der Gesellschaft (wir haben weniger, der ÖD hat weniger), und eine Reduizierung des Gruppendenkens "wird gegen die"
3) eine höhere Motivation der Mitarbeiter des ÖD etwas für die Menschen zu tun, da es einen direkten Bezug zwischen Wirtschaft und dem eigenen Gehalt gibt.
4) der ÖD wäre absolut Konkurrenz fähig (ca 11% höheres Tabellenentgelt im Vergleich zum aktuellen Wert, das ist ein gutes Argument für neue Mitarbeiter)
5) man könnte ja sogar sowas machen wie: Änderungen sind 2 Jahre versetzt. Heißt (Beispiel 2020 mit -0,8%) das ist in 2021 bekannt und in 2022 wird es umgesetzt. Jeder kann dann für sich vorplanen etwas Geld beiseite zu legen. Das würde sogar die vielbeschworene Selbstverantwortung der MA fördern.

thesisko

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« Antwort #1454 am: 18.08.2021 19:41 »
14% unter der Lohnentwicklung? Das ist krass und hätte ich nicht hat erwartet.
Da muss dringend angesetzt werden.
Von den Stufen in der Form halte ich auch nichts.
Worin soll hier die Motivation liegen? Das besonders breites Sitzfleisch gefördert wird?
Für mich persönlich kann ich nur sprechen, dass das nur frustrierend ist. Mein Kollege und ich entwickeln unseren Fachbereich enorm weiter und zeigen wirklich mehr Einsatz als erwartbar ist und bekommen deutlich weniger als Mitarbeiter die einfach nur länger körperlich anwesend sind.
Erst in 6 Jahren ist es so, dass ich den meiner Meinung nach vollen Lohn erhalte.
Ja ich weiß, theoretisch könnte mein AG. Macht er aber nicht.