Autor Thema: Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche  (Read 231853 times)

Amtsdenker

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Antw:Ein Klassiker
« Antwort #1515 am: 23.08.2021 09:19 »
Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.

Kurt Tucholsky

Welche Schlüsse lassen sich daraus konkret für den TV-L und Personalpolitik an sich im ÖD ziehen? Alte Kollegen besser oder schlechter bezahlen? Wie mit leistungsgeminderte Kollegen (Krankheit, Schwerbehinderung etc.) umgehen die oft gleiche Bezahlung erhalten? Und wie soll der TV-L künftig im Wettbewerb um gute Köpfe weiter bestehen?

Sitzfleisch mag in der Verwaltung gang und gäbe sein. Aus dem Ingenieurbereich weiß ich anderes zu berichten. Mehrere Ingenieure mit 50+ haben uns in die freie Wirtschaft oder andere Ämter verlassen wegen besserer Bezahlung. Abwerbeversuche sind bei uns nicht unüblich (ältere Kollegen), kommt auch bei mir wiederholt vor. Der TV-L muss dem mehr entgegensetzen, auch bei der Entgelttabelle ansich.

WasDennNun

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Antw:Ein Klassiker
« Antwort #1516 am: 23.08.2021 09:24 »
Der TV-L muss dem mehr entgegensetzen, auch bei der Entgelttabelle ansich.
Insbesondere bei der Eingruppierung der Personaler. Damit damit sich da mal mehr Menschen mit Sachverstand hin bewerben. 8)

Lothar57

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Antw:Ein Klassiker
« Antwort #1517 am: 23.08.2021 10:22 »
Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.

Kurt Tucholsky

Welche Schlüsse lassen sich daraus konkret für den TV-L und Personalpolitik an sich im ÖD ziehen? Alte Kollegen besser oder schlechter bezahlen? Wie mit leistungsgeminderte Kollegen (Krankheit, Schwerbehinderung etc.) umgehen die oft gleiche Bezahlung erhalten? Und wie soll der TV-L künftig im Wettbewerb um gute Köpfe weiter bestehen?

Sitzfleisch mag in der Verwaltung gang und gäbe sein. Aus dem Ingenieurbereich weiß ich anderes zu berichten. Mehrere Ingenieure mit 50+ haben uns in die freie Wirtschaft oder andere Ämter verlassen wegen besserer Bezahlung. Abwerbeversuche sind bei uns nicht unüblich (ältere Kollegen), kommt auch bei mir wiederholt vor. Der TV-L muss dem mehr entgegensetzen, auch bei der Entgelttabelle ansich.

Daraus folgt, dass Leistung nichts unmittelbar mit dem Alter zu tun hat. Junge Menschen können zwar schneller laufen als ältere, aber kennen sie auch die Abkürzungen, die den älteren bekannt sind? Leistung ist – außer in der Physik vielleicht - kein absoluter Wert. Die Bewertung einer Leistung orientiert sich an variablen Maßstäben, die von Autoritäten innerhalb einer Gruppe definiert werden. Dabei ist die eigene Leistung bzw. Leistungsbereitschaft ein wesentlicher Faktor für die Bewertung anderer. Konkret: Bewertet ein Vorgesetzter die Leistung eines Mitarbeiters, setzt er damit gleichzeitig Maßstäbe für die eigene Leistung. Er wird darum vorrangig Leistung würdigen, die seiner eigenen Leistung- bzw. Leistungsbereitschaft entspricht. In vielen Bereichen des ÖD hat sich in der Folge Mittelmäßigkeit als Standard etabliert, die sich durch die Strukturen hindurch quasi vererbt. Doch wie kommt man da wieder raus?
Ceterum censeo paralleltabellum esse einzufuehrendam.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #1518 am: 23.08.2021 10:42 »
Nein. Sie ändert sich allein schon durch den permanenten geistigen und körperlichen Verfall vulgo Altern.
Und lässt sich durch Anreizsysteme nicht steigern?

Spid

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #1519 am: 23.08.2021 10:44 »
Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.

Kurt Tucholsky

Welche Schlüsse lassen sich daraus konkret für den TV-L und Personalpolitik an sich im ÖD ziehen? Alte Kollegen besser oder schlechter bezahlen? Wie mit leistungsgeminderte Kollegen (Krankheit, Schwerbehinderung etc.) umgehen die oft gleiche Bezahlung erhalten? Und wie soll der TV-L künftig im Wettbewerb um gute Köpfe weiter bestehen?

Sitzfleisch mag in der Verwaltung gang und gäbe sein. Aus dem Ingenieurbereich weiß ich anderes zu berichten. Mehrere Ingenieure mit 50+ haben uns in die freie Wirtschaft oder andere Ämter verlassen wegen besserer Bezahlung. Abwerbeversuche sind bei uns nicht unüblich (ältere Kollegen), kommt auch bei mir wiederholt vor. Der TV-L muss dem mehr entgegensetzen, auch bei der Entgelttabelle ansich.

Daraus folgt, dass Leistung nichts unmittelbar mit dem Alter zu tun hat. Junge Menschen können zwar schneller laufen als ältere, aber kennen sie auch die Abkürzungen, die den älteren bekannt sind? Leistung ist – außer in der Physik vielleicht - kein absoluter Wert. Die Bewertung einer Leistung orientiert sich an variablen Maßstäben, die von Autoritäten innerhalb einer Gruppe definiert werden. Dabei ist die eigene Leistung bzw. Leistungsbereitschaft ein wesentlicher Faktor für die Bewertung anderer. Konkret: Bewertet ein Vorgesetzter die Leistung eines Mitarbeiters, setzt er damit gleichzeitig Maßstäbe für die eigene Leistung. Er wird darum vorrangig Leistung würdigen, die seiner eigenen Leistung- bzw. Leistungsbereitschaft entspricht. In vielen Bereichen des ÖD hat sich in der Folge Mittelmäßigkeit als Standard etabliert, die sich durch die Strukturen hindurch quasi vererbt. Doch wie kommt man da wieder raus?
Bereits die Annahme, einem älteren könne etwas relevantes bekannt sein, das ein jüngerer nicht kennt, ist eher ein Mythos.

Spid

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #1520 am: 23.08.2021 10:46 »
Nein. Sie ändert sich allein schon durch den permanenten geistigen und körperlichen Verfall vulgo Altern.
Und lässt sich durch Anreizsysteme nicht steigern?

Wie sollte das bei der Leistungsfähigkeit an sich gehen? Anreizsysteme setzen Anreize, wirken also auf das Wollen - und genau darum geht es bei der Leistungsfähigkeit eben nicht.

Amtsdenker

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« Antwort #1521 am: 23.08.2021 11:05 »
Nein. Sie ändert sich allein schon durch den permanenten geistigen und körperlichen Verfall vulgo Altern.
Und lässt sich durch Anreizsysteme nicht steigern?

Wie sollte das bei der Leistungsfähigkeit an sich gehen? Anreizsysteme setzen Anreize, wirken also auf das Wollen - und genau darum geht es bei der Leistungsfähigkeit eben nicht.

Welche Schlussfolgerung bzw. Instrumente wären demnach für die Praxis sinnvoll?

Spid

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« Antwort #1522 am: 23.08.2021 11:07 »
Für was?

Amtsdenker

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« Antwort #1523 am: 23.08.2021 11:12 »
Beispielsweise bzgl. Umgang mit der benannten veränderlichen Leistungsfähigkeit. Braucht es dafür Veränderungen oder neue Instrumente im TV-L? Weiter sowie bisher? Wo konkret könnte was verändert/verbessert/optimiert werden, z.B. im Rahmen anstehender Tarifverhandlungen?

Spid

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« Antwort #1524 am: 23.08.2021 11:19 »
Die Veränderung der Leistungsfähigkeit durch körperlichen und geistigen Verfall ist jetzt keine neue Erkenntnis. Der Umstand, daß nach einem Jahr auf einem neuen Arbeitsplatz die Lernkurve zu einer Waagerechten wird, auch nicht. Und unabhängig vom Altern läßt man auch nach 10 Jahren in unveränderter Tätigkeit nach. Wenn man was bahnbrechendes machen möchte, reduziert man auf Stufen. Stufe 1 für 1 Jahr, Stufe 2 für 10 Jahre, dann wieder Stufe 1, es sei denn, man bewegt sich.

WasDennNun

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« Antwort #1525 am: 23.08.2021 11:24 »
Nein. Sie ändert sich allein schon durch den permanenten geistigen und körperlichen Verfall vulgo Altern.
Und lässt sich durch Anreizsysteme nicht steigern?

Wie sollte das bei der Leistungsfähigkeit an sich gehen? Anreizsysteme setzen Anreize, wirken also auf das Wollen - und genau darum geht es bei der Leistungsfähigkeit eben nicht.
Leistungsfähigkeit lässt sich also nicht steigern?

Amtsdenker

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« Antwort #1526 am: 23.08.2021 11:28 »
Nein. Sie ändert sich allein schon durch den permanenten geistigen und körperlichen Verfall vulgo Altern.
Und lässt sich durch Anreizsysteme nicht steigern?

Wie sollte das bei der Leistungsfähigkeit an sich gehen? Anreizsysteme setzen Anreize, wirken also auf das Wollen - und genau darum geht es bei der Leistungsfähigkeit eben nicht.
Leistungsfähigkeit lässt sich also nicht steigern?

Nach dieser Sichtweise offensichtlich nicht....

Spid

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« Antwort #1527 am: 23.08.2021 11:45 »
Nein. Sie ändert sich allein schon durch den permanenten geistigen und körperlichen Verfall vulgo Altern.
Und lässt sich durch Anreizsysteme nicht steigern?

Wie sollte das bei der Leistungsfähigkeit an sich gehen? Anreizsysteme setzen Anreize, wirken also auf das Wollen - und genau darum geht es bei der Leistungsfähigkeit eben nicht.
Leistungsfähigkeit lässt sich also nicht steigern?

Durchaus läßt sich Leistungsfähigkeit steigern - aber nicht durch Anreizsysteme. Diese wirken auf die Motivation, nicht auf die Leistungsfähigkeit.

Lothar57

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« Antwort #1528 am: 23.08.2021 11:46 »
Nein. Sie ändert sich allein schon durch den permanenten geistigen und körperlichen Verfall vulgo Altern.
Und lässt sich durch Anreizsysteme nicht steigern?

Wie sollte das bei der Leistungsfähigkeit an sich gehen? Anreizsysteme setzen Anreize, wirken also auf das Wollen - und genau darum geht es bei der Leistungsfähigkeit eben nicht.
Leistungsfähigkeit lässt sich also nicht steigern?

Die absolute Leistungsfähigkeit lässt sich in der Tat nicht steigern, wohl aber die Bereitschaft, eine höhere Leistungsfähigkeit zu offenbaren.
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Amtsdenker

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« Antwort #1529 am: 23.08.2021 12:00 »
Nein. Sie ändert sich allein schon durch den permanenten geistigen und körperlichen Verfall vulgo Altern.
Und lässt sich durch Anreizsysteme nicht steigern?

Wie sollte das bei der Leistungsfähigkeit an sich gehen? Anreizsysteme setzen Anreize, wirken also auf das Wollen - und genau darum geht es bei der Leistungsfähigkeit eben nicht.
Leistungsfähigkeit lässt sich also nicht steigern?

Durchaus läßt sich Leistungsfähigkeit steigern - aber nicht durch Anreizsysteme. Diese wirken auf die Motivation, nicht auf die Leistungsfähigkeit.

Gibt es evtl. sinnvolle Stellschrauben zur Steigerung der Leistungsfähigkeit im Rahmen anstehender TV-L Verhandlungen? Und wenn ja, welche wären konkret zielführend?