Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche

Begonnen von Franch, 21.10.2020 11:51

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TVWaldschrat

Zitat von: Amtsdenker in 06.09.2021 19:38
Eigentlich wollte ich einen erneuten Arbeitsplatzwechsel vermeiden. Sollten die anstehenden TV-L Verhandlungen aber zu mies verlaufen, ist eine Kündigung fast unvermeidlich. Zu groß sind mittlerweile die Verlockungen durch Abwerbeversuche (u.a. aus der Schweiz und interessante Homeoffice-Angebote).

Schade dass die Arbeitgeber und Gewerkschaften Themen wie "Brain Drain" oder auch Ingenieure/ITler an sich nicht deutlicher in den Fokus rücken. Wird sich noch massiv auswirken angesichts vieler Herausforderungen (Sanierungsstau Infrastruktur, Digitalisierung etc.) und kann in Summe teurer kommen als vernünftig zu bezahlen.

Das ist eindeutig ein AG und kein AN-Vertreter-Thema

was_guckst_du

Zitat von: Spid in 06.09.2021 16:09
Meine Frau verfolgt mit Leidenschaft eine vorabendliche Seifenoper, deren simple und farblose Figuren vielfach mit logischen Fehlern (die dem aufmerksamen Beobachter sehr wohl auffallen, deren Erkennen aber besser nicht mit der Fangemeinschaft der Serie im allgemeinen und meiner Frau im speziellen thematisiert werden sollte) versehen ähnliche Handlungen nachzubilden versuchen, aber dabei was faszinierende Wendungen und Spannungsbögen angeht, deutlich hinter der Realität zurckbleiben.
;D...kenne ich ebenso von meiner Frau...mit TVNow hatte ich gehofft, dass diese Sendungen zu anderen Tageszeiten in meiner Abwesenheit geschaut werden...hat aber nichts gebracht...die Folgen werden zur gewohnten Sendezeit geschaut, nur eben eine Woche im Voraus 8)
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

Jockel

Zitat von: TVWaldschrat in 06.09.2021 19:59
Zitat von: Amtsdenker in 06.09.2021 19:38
Eigentlich wollte ich einen erneuten Arbeitsplatzwechsel vermeiden. Sollten die anstehenden TV-L Verhandlungen aber zu mies verlaufen, ist eine Kündigung fast unvermeidlich. Zu groß sind mittlerweile die Verlockungen durch Abwerbeversuche (u.a. aus der Schweiz und interessante Homeoffice-Angebote).

Schade dass die Arbeitgeber und Gewerkschaften Themen wie "Brain Drain" oder auch Ingenieure/ITler an sich nicht deutlicher in den Fokus rücken. Wird sich noch massiv auswirken angesichts vieler Herausforderungen (Sanierungsstau Infrastruktur, Digitalisierung etc.) und kann in Summe teurer kommen als vernünftig zu bezahlen.

Das ist eindeutig ein AG und kein AN-Vertreter-Thema
Es ist KEIN Tarifthema, sondern ein kulturelles in den Dienststellen. IT, Ingenieure und Co könnten -sofern Daseinsvorsorge-Infrastruktur betroffen ist- unproblematisch verbeamtet werden, was unmittelbar Nettogehälter im Marktbereich erzeugen würde + höhere Sicherheit. Die Not ist anscheinend nicht groß genug.

Spid

Wer möchte denn überhaupt verbeamtet werden? Und ist jemand, mit so einem Mindset überhaupt geeignet, Zukunftsfragen gestaltend zu bearbeiten?

Organisator

Zitat von: Jockel in 07.09.2021 09:42
Es ist KEIN Tarifthema, sondern ein kulturelles in den Dienststellen. IT, Ingenieure und Co könnten -sofern Daseinsvorsorge-Infrastruktur betroffen ist- unproblematisch verbeamtet werden, was unmittelbar Nettogehälter im Marktbereich erzeugen würde + höhere Sicherheit. Die Not ist anscheinend nicht groß genug.

Verbeamtung wäre dann aber auch kein Tarifthema. Ein Wechsel in ein anderes Bezahlungssystem kann doch keine Lösung für tarifliche Probleme sein. Zumal gerade in diesen Bereichen häufig kein Interesse an einer lebenslangen Bindung besteht. Falls doch, sinds in der Regel ohnehin nicht die passenden Mitarbeiter.

wossen

In der Praxis ist aber häufig die Verbeamtung DIE Lösung für tarifliche Probleme bei der Gewinnung von Fachkräften.

Paradebeispiel ist die wieder eingeführte Verbeamtung von Lehrkräften in allen ostdeutschen Flächenländer. Die TdL sieht auch keinen größeren Bedarf für Kompensationszahlungen an tätigkeitsgleiche tarifliche Beschäftigte (für diejenigen, welche die Voraussetzungen nicht erfüllen, v.a. Lebensalter), da das Instrument und die Anreize bei Verbeamtung hinreichend sind. 

Lebenslange Bindung ist ja nun auch eine Mär....(kann ja von Seiten des Beamten recht einfach aufgelöst werden - neue Instrumente wie Altersgeld erleichtern das noch erheblich). Im gehobenen/höheren Dienst steht man sicherlich als entlassener Beamter i.d.R. besser da als wenn man die ganze Zeit als Tarifbeschäftigter gearbeitet hätte (Netto-Differenz ist einfach enorm)

Bastel

Zitat von: Jockel in 07.09.2021 09:42
Zitat von: TVWaldschrat in 06.09.2021 19:59
Zitat von: Amtsdenker in 06.09.2021 19:38
Eigentlich wollte ich einen erneuten Arbeitsplatzwechsel vermeiden. Sollten die anstehenden TV-L Verhandlungen aber zu mies verlaufen, ist eine Kündigung fast unvermeidlich. Zu groß sind mittlerweile die Verlockungen durch Abwerbeversuche (u.a. aus der Schweiz und interessante Homeoffice-Angebote).

Schade dass die Arbeitgeber und Gewerkschaften Themen wie "Brain Drain" oder auch Ingenieure/ITler an sich nicht deutlicher in den Fokus rücken. Wird sich noch massiv auswirken angesichts vieler Herausforderungen (Sanierungsstau Infrastruktur, Digitalisierung etc.) und kann in Summe teurer kommen als vernünftig zu bezahlen.

Das ist eindeutig ein AG und kein AN-Vertreter-Thema
Es ist KEIN Tarifthema, sondern ein kulturelles in den Dienststellen. IT, Ingenieure und Co könnten -sofern Daseinsvorsorge-Infrastruktur betroffen ist- unproblematisch verbeamtet werden, was unmittelbar Nettogehälter im Marktbereich erzeugen würde + höhere Sicherheit. Die Not ist anscheinend nicht groß genug.

Als ob A10 oder A11 marktgerecht wären ::)

2strong

Zumal im gehobenen Dienst ja zunächst auch nur in A 9 bzw. A 10 eingestellt wird und längere Probezeiten zu durchlaufen sind. Insbesondere für Quereinsteiger scheint das oftmals nicht verlockend zu sein.

Jockel

Zitat von: Bastel in 07.09.2021 15:05
Zitat von: Jockel in 07.09.2021 09:42
Zitat von: TVWaldschrat in 06.09.2021 19:59
Zitat von: Amtsdenker in 06.09.2021 19:38
Eigentlich wollte ich einen erneuten Arbeitsplatzwechsel vermeiden. Sollten die anstehenden TV-L Verhandlungen aber zu mies verlaufen, ist eine Kündigung fast unvermeidlich. Zu groß sind mittlerweile die Verlockungen durch Abwerbeversuche (u.a. aus der Schweiz und interessante Homeoffice-Angebote).

Schade dass die Arbeitgeber und Gewerkschaften Themen wie "Brain Drain" oder auch Ingenieure/ITler an sich nicht deutlicher in den Fokus rücken. Wird sich noch massiv auswirken angesichts vieler Herausforderungen (Sanierungsstau Infrastruktur, Digitalisierung etc.) und kann in Summe teurer kommen als vernünftig zu bezahlen.

Das ist eindeutig ein AG und kein AN-Vertreter-Thema
Es ist KEIN Tarifthema, sondern ein kulturelles in den Dienststellen. IT, Ingenieure und Co könnten -sofern Daseinsvorsorge-Infrastruktur betroffen ist- unproblematisch verbeamtet werden, was unmittelbar Nettogehälter im Marktbereich erzeugen würde + höhere Sicherheit. Die Not ist anscheinend nicht groß genug.

Als ob A10 oder A11 marktgerecht wären ::)
BaWü: A11 Stufe 8 (von 12) , verh., 1 Kind, StKl. III, KirchSt. = 3940,50 € NETTO.

Das sind ca. 1.000 € netto mehr als EG 11 Stufe 5 /Stkl III, KirchST. = 2987,41 NETTO

A: Wer glaubt, dass dieses Delta jemals tariflich auch nur annähernd geschlossen wird, sollte woanders arbeiten. Das wird niemals passieren.
B: Wer eine monatliche Netto-Zahlung von fast 4.000 € für einen Ingenieur (Hochbau, Tiefbau, HKS, nicht Luft- und Raumfahrt) für nicht marktgerecht hält, hat ein Koordinatensystem-Problem. :-)

Tagelöhner

Sieht nicht so aus, als ob die Jahressonderzahlung in das Angestelltennetto eingerechnet wurde (dürften nochmal etwa 150€ netto im Monat zusätzlich sein), außerdem muss beim Beamtennetto noch die PKV (300-400€ monatlich) abgezogen werden.

Normalerweise lohnt sich am Ende dann die Verbeamtung immer noch deutlich, aber dafür verkauft man ja on top auch noch seine Seele an den Teufel, Verzeihung...Dienstherr.
Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

Organisator

Tarifliche Probleme sollten im Tarif gelöst werden. Aktuell ist dies auch kein Problem der Arbeitnehmer, sondern der Arbeitgeber, die aus ihrer Sicht kein geeignetes Personal bekommen.
Warum sollte sich eine Gewerkschaft der AG-Probleme annehmen? Zumal die AG diese auch leicht selber lösen könnten.

Eine Verbeamtung zur Gehaltssteigerung ist ebenso Kwatsch. Einerseits zwingt das starre Laufbahnrecht zu jahrelangen Gehaltseinbußen bis beispielsweise eine adäquat erscheinende A 12 erreicht ist, außerdem passt dies auch nicht zum flexiblen Arbeiten außerhalb von Verwaltungsstrukturen.

z.B. IT-ler erwarten nach meiner Erfahrung eine Bezahlung, die zur Tätigkeit passt und nicht irgendwann nach vielen Jahren und Probezeiten irgendwann mal erreicht werden könnte. Zumal das Beamtentum auch noch weitere Eigentümlichkeiten beinhaltet, die nicht so recht zu Ingenieuren, IT-lern usw. passen wollen.

Organisator

Zitat von: Jockel in 07.09.2021 15:56

BaWü: A11 Stufe 8 (von 12) , verh., 1 Kind, StKl. III, KirchSt. = 3940,50 € NETTO.

Das sind ca. 1.000 € netto mehr als EG 11 Stufe 5 /Stkl III, KirchST. = 2987,41 NETTO

A: Wer glaubt, dass dieses Delta jemals tariflich auch nur annähernd geschlossen wird, sollte woanders arbeiten. Das wird niemals passieren.
B: Wer eine monatliche Netto-Zahlung von fast 4.000 € für einen Ingenieur (Hochbau, Tiefbau, HKS, nicht Luft- und Raumfahrt) für nicht marktgerecht hält, hat ein Koordinatensystem-Problem. :-)

Da steht es dem Arbeitgeber doch frei, ein höheres Entgelt zu bezahlen. Ansonsten beginnt der Ingenieur auch nicht in A11.

Spid

Was hätten jetzt A11 und E11 miteinander zu tun?

Organisator

Zitat von: Spid in 07.09.2021 16:32
Was hätten jetzt A11 und E11 miteinander zu tun?
Sind beides die gleichen Zahlen hinter den Buchstaben. Ansonsten eher wenig.

Spid

Also ist ein solcher Vergleich eher sinnfrei.