Autor Thema: Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche  (Read 231883 times)

thesisko

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #900 am: 10.07.2021 14:02 »
Wie Spid ständig schreibt, ergibt sich die Eingruppierung anhand der übertragenden Tätigkeiten.
Mir ist schleierhaft, warum man den Wert der Tätigkeiten nach Standort unterschiedlich bemessen solle.

Ein ITler der in Kiel Verantwortlich für 10 Untergebene ist oder einer in München. Wenn einer davon Bockmist baut, dann muss er sich dafür verantworten. Egal ob in München oder Kiel.
Der Wohnort ist immer noch freie Entscheidung und nicht im Verantwortungsbereich des AG.
Es sei denn man will diesen Miethaien noch mehr in den Rachen werfen und ihnen jedes Jahr 10% mehr für ihre abgeschriebenen Immobilien geben.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #901 am: 10.07.2021 15:00 »
Wie Spid ständig schreibt, ergibt sich die Eingruppierung anhand der übertragenden Tätigkeiten.
Mir ist schleierhaft, warum man den Wert der Tätigkeiten nach Standort unterschiedlich bemessen solle.
Weil die Mitbewerber um die Ressource es tun.
Dann forderst du auch, dass die Wohnung in FFM soviel kostet wie in Kiel und die Banane auch.
Bis dahin gibt es offensichtlich und ohne Schleier eben den oben genannt Grund, warum der Wert der Tätigkeiten nach Standort unterschiedlich bemessen werden muss.

Mir ist allerdings schleierhaft, warum der Wert der Tätigkeit nach 15 Jahren anders bemessen wird als nach 3 Jahren. Aber dafür kannst du mir ja evtl. eine Antwort geben.
Zitat
Ein ITler der in Kiel Verantwortlich für 10 Untergebene ist oder einer in München. Wenn einer davon Bockmist baut, dann muss er sich dafür verantworten. Egal ob in München oder Kiel.
Was hat das mit einer regional konkurrenzfähigen Bezahlung zu tun?
Zitat
Der Wohnort ist immer noch freie Entscheidung und nicht im Verantwortungsbereich des AG.
Was hat das mit nicht besetztbaren Stellen im öD zu tun, weil sie monetär nicht attraktiv sind?
Du wolltest wohl sagen, der Arbeitsort ist doch die freie Entscheidung des AGs.
Ich sage nur Zwiesel.
Zitat
Es sei denn man will diesen Miethaien noch mehr in den Rachen werfen und ihnen jedes Jahr 10% mehr für ihre abgeschriebenen Immobilien geben.
Stimmt, wenn jemand alle zwei Jahre umzieht, dann kann das passieren. Wenn einer in seiner Wohnung bleibt, dann ist das rechtlich nicht möglich.
Und was das mit der Abschreibung einer Immobilie zu tun hat ist mir schleierhaft.
Aber davon abgesehen:
Zitat
Der Wohnort ist immer noch freie Entscheidung und nicht im Verantwortungsbereich des AG.

Spid

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #902 am: 10.07.2021 15:18 »
Es ist eine Besonderheit der drei großen Tarifregime im öD in der Gesamtheit der Tarifregime in Deutschland, daß die Entgelttabellen bundesweit undifferenziert gelten. Es ist also gerade kein Automatismus, daß die gleiche Tätigkeit innerhalb eines Tarifregime bundesweit gleich vergütet wird. Vielmehr ist es dumm - und hat auch nichts mit dem Wohnort des AN zu tun, sondern mit der Konkurrenz am Standort des AG.

Amtsdenker

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #903 am: 10.07.2021 15:21 »
Die ausführlichen Beiträge mit teils sehr bürokratischem Blickwinkel ändern nichts am Grundproblem des TV-L: Die sehr schlechte Entgelttabelle aus MINTler-Sicht. Falls hier jemand mitliest der etwas bewirken kann, bitte vor allem bei den EG 11-13 kräftig aufsatteln und die Eingruppierungsregeln optimieren  :)

Zulagen könnt ihr gerne zusätzlich aushandeln für Spezialfälle. Zunächst muss die Tabelle ansich mal viel besser werden im benannten Bereich. Wir brauchen für die vielen Herausforderungen gutes Personal und das kostet. Egal ob in Zwiesel, Kiel, München oder Heidelberg. Die Standortfrage stellt sich erst dann wenn der TV-L wettbewerbsfähiger wir, derzeit sehe ich das nicht.

Wer das nicht kapiert, wird die Folgen für D in den nächsten Jahren drastisch verspüren. Wir stehen vor großen Herausforderungen. Viel Erfolg bei den Verhandlungen, eine IGM wäre mir lieber als eine Verdi am Verhandlungstisch.

Spid

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #904 am: 10.07.2021 15:30 »
Was an der Tabelle soll denn bitte „schlecht“ sein? Es gibt ja bspw. überhaupt keinen Grund, warum das fragliche Personal überhaupt den genannten Entgeltgruppen zugeordnet werden sollten.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #905 am: 10.07.2021 17:21 »
Die sehr schlechte Entgelttabelle aus MINTler-Sicht.
Kannst du bitte mal konkret sagen, was z.B. eine BauIngs in der pW bekommt?
Wenn man googlet, dann bekommt man sowas zu lesen:
Berufserfahrung Gehalt
< 3 Jahre Berufserfahrung 50.293
3 - 6 Jahre Berufserfahrung 52.082 Euro
7 - 9 Jahre Berufserfahrung 54.394 Euro
> 9 Jahre Berufserfahrung 60.952 Euro

Quelle: Stepstone, Stand 06/2021

Sind diese Wert falsch? Hast du andere Erfahrungen gemacht? Hast du bessere Quellen?
Selbst wenn diese Daten um 10T€ zu niedrig sind, ist es im Rahmen dessen, was man aktuell in der Entgelttabelle wiederfindet / abbilden kann.
EG10 Einstiegsgehalt: 50T€
EG12 Spitzengehalt: 80T€
Wir brauchen für die vielen Herausforderungen gutes Personal und das kostet.
Richtig, deswegen kaspern wir nicht rum und geben die Zulage und erkennen förderliche Zeiten an.
Und oh Wunder für 70-80T€ bekommt man durchaus gute Leute.
Was glaubst du denn, was da passiert:
Einem BauIng mit 10-15 Jahre Erfahrung wird gesagt: och wir geben dir die Stufe 3 genauso wie dem Greenhorn der mit eingestellt wird.
Wer nicht kapiert, dass die Personaler im öD das Kernproblem sind, der träumt halt einen Sozialisten alle sind gleich Traum.
Zitat
Wer das nicht kapiert, wird die Folgen für D in den nächsten Jahren drastisch verspüren. Wir stehen vor großen Herausforderungen. Viel Erfolg bei den Verhandlungen, eine IGM wäre mir lieber als eine Verdi am Verhandlungstisch.
Da haben wir das Problem, ver.di vertritt nicht die Interessen der MINT Berufe!!
Die die das Problem lösen könnten, sind alleinig die AG, in dem sie großzügig Zulagen gewähren.
Wer das nicht kapiert hat weder Marktwirtschaft noch die TV Kasper verstanden.
Eine Anhebung um zwei EG für die MINT wird da nicht viel ausrichten.
(Dann wären wir bei eine Einstiegsgehalt von 45T€ für den EX EG10er und 77T€ beim Spitzen ExEG12er)

Und eine Umbettung an die TV-V Tabelle und EGO bringt einem nur was, wenn die Personaler einen halt falsch eingruppieren (Siehe Spids Darstellung zu deinem falschen Glaube TV-L EG = TV-V EG)
Was stimmt ist, dass dann da die Luft nach oben mehr hergibt. Dafür gibt es aber glaube ich keine Zulage Möglichkeit mehr

Also:
Eine pauschale Anhebung für die jetzt schon im öD verbliebenden und nicht wechselwilligen MINTler sehe ich als rausgeschmissenes Geld an. Diese Geld würde ich lieber für gutes Personal das was kosten darf ausgeben.

M1805E

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #906 am: 10.07.2021 19:18 »
Also:
Eine pauschale Anhebung für die jetzt schon im öD verbliebenden und nicht wechselwilligen MINTler sehe ich als rausgeschmissenes Geld an. Diese Geld würde ich lieber für gutes Personal das was kosten darf ausgeben.

Eben! Und eine engagierte und vernünftige Arbeit für das Geld sehe ich als Verschwendung meiner persönlichen Kompetenzen an und halte mich entsprechend zurück.  8)
Ich teile die Einschätzung, dass wir so in Deutschland stellenweise nicht voran kommen werden... Deshalb wie gesagt: ob es jetzt +2 oder 3% für die oberen EG werden ist eigentlich längst egal...

Hinz

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #907 am: 10.07.2021 21:11 »
Wie Spid ständig schreibt, ergibt sich die Eingruppierung anhand der übertragenden Tätigkeiten.
Mir ist schleierhaft, warum man den Wert der Tätigkeiten nach Standort unterschiedlich bemessen solle.

Ein ITler der in Kiel Verantwortlich für 10 Untergebene ist oder einer in München. Wenn einer davon Bockmist baut, dann muss er sich dafür verantworten. Egal ob in München oder Kiel.
Der Wohnort ist immer noch freie Entscheidung und nicht im Verantwortungsbereich des AG.
Es sei denn man will diesen Miethaien noch mehr in den Rachen werfen und ihnen jedes Jahr 10% mehr für ihre abgeschriebenen Immobilien geben.

Guter Gedanke... Vielleicht erzählst Du das all jenen die in diversen Berufen tätig sind und in den Ballungsräumen arbeiten. Vielleicht sollten Polizisten, Müllmänner, Bäckereifachverkäufer, Kioskmitarbeiter, Kassierer usw. Alle kündigen und wo anders hin ziehen.

Ob eine Stadt noch funktioniert wenn nur Doktoren, Anwälte und andere gut Verdiener da bleiben? Vielleicht der letzte Gemüseputzer der dann 550 € Stundenlohn verlangt...

thesisko

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #908 am: 11.07.2021 00:35 »
Wenn die Mieten rechtlich nicht stark steigen könnten, dann können die Lebenshaltungskosten ja nicht höher sein.
Wohnen ist nunmal der Faktor.
Der Rest dürfte in Großstädten eher günstiger sein.
Mein braucht nicht zwingend ein Auto, gut ausgebauter ÖPNV vor der Tür, riesige Auswahl an Geschäften und mithin der Auswahl an Angeboten…

Vielleicht liegt es auch dran, dass man wesentlich mehr Möglichkeiten vor der Tür hat Geld auszukaufen. Das Lebensmittel in der Stadt teurer sind, dass ist mir nicht bekannt.

Ich bin auch der Meinung, dass der TV-L grundsätzlich eine Menge hergeben könnte. Für ein Nichtwollen oder Können kann er nichts.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #909 am: 11.07.2021 10:00 »
Also:
Eine pauschale Anhebung für die jetzt schon im öD verbliebenden und nicht wechselwilligen MINTler sehe ich als rausgeschmissenes Geld an. Diese Geld würde ich lieber für gutes Personal das was kosten darf ausgeben.

Eben! Und eine engagierte und vernünftige Arbeit für das Geld sehe ich als Verschwendung meiner persönlichen Kompetenzen an und halte mich entsprechend zurück.  8)
Zum einen kann ich dir da nur raten, die eine Arbeitsstelle zu suchen bei der du nicht das Gefühl hast dass deine persönlichen Kompetenzen verschwendet werden - ich persönlich habe mich stets von solchen Arbeitsstellen ferngehalten, aber auch schon Einkommenseinbußen in Kauf genommen, weil mich der Job interessierte, aber so eine "irrationale" Haltung hat nicht jeder  - zum anderen würdest du als Bestandsangestellter bei uns auch nicht in den Genuss einer 20%tige Gehaltsanhebung kommen.  :o
leider fällt mein derzeitige AG nicht unter §40 da waren es 25% Aufschlag.
Zitat
Ich teile die Einschätzung, dass wir so in Deutschland stellenweise nicht voran kommen werden... Deshalb wie gesagt: ob es jetzt +2 oder 3% für die oberen EG werden ist eigentlich längst egal...
Stimmt, aber wie gesagt wir haben einige erfolge dadurch, dass wir inzwischen die Personaler und leitungsebene soweit getrimmt haben, dass sie §16 und förderliche Zeiten kennen (war tatsächlich vorher nicht der Fall  :o ::) :-[ ) und auch anwenden (wenn nötig)  ;D

Es gibt zwar noch immer ein paar, die wollen einen Nachweis zur Anwendung der Bindungs "Klausel" haben.
Also was zum abheften, kommen aber nicht mehr auf den Gedanken einen AV sehen zu wollen. Einladung zum Gespräch ist inzwischen ausreichend (bei denen die wir halten wollen).
Und seit kurzen wird bei uns (so wie es perfekt bei Spid gemacht wird) im Vorfeld schon abgeklopft, was man den potentiellen MA anbieten kann und will.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #910 am: 11.07.2021 10:10 »
Wenn die Mieten rechtlich nicht stark steigen könnten, dann können die Lebenshaltungskosten ja nicht höher sein.
15% in 3 Jahren ist doch die Kappungsgrenze.

Das Problem ist ja die "ungezügelte" Neuvermietung.

Schauen wir mal was das jetzt wird mit dem verpflichtenden Mietspiegel der Gemeinden und hoffentlich fließt da auch ausreichend die Bestandsmiete ein.
Frage mich sowieso warum das (was ja eh in der VuV der ESt zu erklären ist) nicht hierfür erhoben wird.

Zitat
Ich bin auch der Meinung, dass der TV-L grundsätzlich eine Menge hergeben könnte. Für ein Nichtwollen oder Können kann er nichts.
Freut mich das du das auch so siehst.

Hinz

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #911 am: 11.07.2021 13:14 »
Wenn die Mieten rechtlich nicht stark steigen könnten, dann können die Lebenshaltungskosten ja nicht höher sein.
Wohnen ist nunmal der Faktor.
Der Rest dürfte in Großstädten eher günstiger sein.
Mein braucht nicht zwingend ein Auto, gut ausgebauter ÖPNV vor der Tür, riesige Auswahl an Geschäften und mithin der Auswahl an Angeboten…

Vielleicht liegt es auch dran, dass man wesentlich mehr Möglichkeiten vor der Tür hat Geld auszukaufen. Das Lebensmittel in der Stadt teurer sind, dass ist mir nicht bekannt.

Ich bin auch der Meinung, dass der TV-L grundsätzlich eine Menge hergeben könnte. Für ein Nichtwollen oder Können kann er nichts.

Mit steigenden Mieten steigen auch die Preise für Produkte für den Endverbraucher. Der Händler muss ja auch Miete zahlen.

Es sollen ja min. 400.000 Wohnungen pro Jahr gebaut werden um die Preisspirale Einhalt zu gebieten. Hier müssten kommunale Wohnbauflächen nicht verkauft und Flächen zurückgekauft werden. Genossenschaften und kommunaler Wohnungsbau Anteile vergrößern. Um die Spekulation mit Wohnraum einzudämmen. Aber wer bei sich im Ort mal bisschen aufpasst. Sieht das eigentlich die Kommunen / regionale Politik stark am mitwirken ist, dass die Probleme eben da sind. Und die selben Parteien starten in den Bundestagswahlkampf mit dem Thema....

Um die Kurve zurück zum TV-L. Zu bekommen. Die Verhandlungspartner dürften vom gleichen Schlag sein.... Also Änderungen dürften sich keine ergeben. D.h. 1 bis 2 % Gießkanne und alle feiern das als Erfolg.

Spid

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« Antwort #912 am: 11.07.2021 13:35 »
Eigentlich hat sich gezeigt, daß Etatismus und Regulierungswahn gepaart mit staatlichem Kontrollverlust bei der Zuwanderung zur Preisspirale bei Mietwohnungen geführt haben. Wenn der Staat sich endlich aus dem Wohnungsmarkt raushält und sich auf seine Kernaufgaben konzentriert, man zudem keine sozialistischen Masturbationsfantasien fürchten muß, klappt das auch wieder mit dem Wohnraum.

Otto1

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« Antwort #913 am: 11.07.2021 19:40 »
Nein. Eher 10-11. 13 nur bei Führungsverantwortung. Willkommen in der Tarifpraxis die es in der Eingruppierung sehr wohl gibt....


Die Realität in den Ämtern ist ebenfalls eine andere.
Ja die Realität ist eine andere:
Fehlerhaft zu niedrige Eingruppierung durch TV-L Personalern zum einen, feige TBler die das mit sich machen lassen zum anderen, freudige Externe die den Karren aus den Dreck ziehen sollen und den Staat verarschen zum dritten.
Warum?
Primär durch den unwillen der TV-L Personalern die Möglichkeiten des TVs zu nutzen (§16.5) auf der einen und depperte TBler die es mit sich machen lassen und nicht zur pW gehen wo sie ja angeblich 100T€ verdienen zum anderen.

Wenn man also die Zulage nach §16 auf 30% der Stufe 6 erhöht, wäre das Tarifsystem doch Konkurrenzfähig gegenüber den Mitbewerbern, oder?
Oder verdient der BauIng Bundesweit wirklich überall locker mehr als 70T€ (was ja aktuell das ist, was man im TV-L Realisieren könnte, wenn der AG nur wollte)
Wohl doch eher in Mü als in Kleckersdorf.

FAZIT:

Eine Änderung der EGO so das ein EG11 automatisch 80T€ bekommt führt doch wegen der Looser An und Oberdepperten Personaler dazu, dass zukünftig der BauIng halt E9x oder EG10 bekommt.
Bzw, dass in München immer noch keiner gefunden wird, aber in Kleckerdorf er überbezahlt ist.

Hier vertrete ich eine völlig andere Auffassung und halte es so nicht für richtig.Der kleine Diskurs zeigt aus meiner Sicht aber exemplarisch auch den Spannungsbogen von Theorie und Praxis. Und warum auch viele wichtige Projekte in D scheitern. Diskussionen die oft auch zwischen Verwaltung und Technik Gang und gäbe sind.
Und das Problem ist kein tarifliches  >:( ::)

Nur so mal am Rande: Klar werden in meinem Umfeld (IT) z.B. FFM die Informatiker nicht mit EG13 sondern EG14 eingestellt (inkl. Anerkennung förderlicher Zeiten / Zulage), ob das tarifkonform ist, weil die ausgeübten Tätigkeiten es von den Zeitanteilen nicht hergibt? Das ist da allen egal, weil sie die Wertigkeit sehen und die übertragenden Tätigkeiten für eine EG14 auszureichen erscheinen.

Deswegen muss man aber dem Informatiker in Kiel nicht eine EG14 anbieten um gute zu bekommen.

Das Problem ist also nicht das Tarifsystem, sondern die Anwendung derselben und die fehlende noch größere Flexibilität bei Zulagen und das fehlende fähige Personal in der Personalverwaltung, die dazu in der Lage sind diese anzuwenden
Und dieses Problem wollt ihr lösen in dem unnötigerweise das Füllhorn über alle Schnarchnasen ausgeschüttet wird?

Warum sollte man im FFM als Informatiker für eine e14 arbeiten? Dort werden für solche Fachkräfte deutschlandweit mit die höchsten Löhne gezeigt, da bilden die 6.000 € mit ein paar Jahren Erfahrung die Regel ab und danach geht es schnell nach oben. In Leitungsfunktionen sind locker 130-180k drin.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #914 am: 12.07.2021 09:45 »
Warum sollte man im FFM als Informatiker für eine e14 arbeiten? Dort werden für solche Fachkräfte deutschlandweit mit die höchsten Löhne gezeigt, da bilden die 6.000 € mit ein paar Jahren Erfahrung die Regel ab und danach geht es schnell nach oben. In Leitungsfunktionen sind locker 130-180k drin.
Weil das Gehalt von e14 bei den damit verbunden Aufwänden und Inhalten und den Randbedingungen des Arbeitsplatzes für diese Menschen in Ordnung ist.
Ich theoretisiere ja nicht, sondern Berichte von aktuell stattgefundenen Einstellungen, die ich begleitet habe.

Es geht also, wenn man die Ausschreibungen attraktiv gestaltet und den MA im VG nicht so ein Scheiß erzählt, das sie maximal nur Stufe 3 bekommen dürfen und man selbst dieses aber noch prüfen müsse.
Und Ihnen die Inhalte und Randbedingungen schmackhaft macht, dann sind die 75-80T€ durchaus auch für einen pWler attraktiv genug.
Es sind nicht Leitungspositionen, die wir dort so besetzen, sondern Informatik"handwerker" die wir benötigen.

Und ich kann nicht erkennen, dass ein BauIng oder ein Informatiker ohne Leitungsfunktion oder Management aufgaben in D flächendeckend 80-100T€ verdient in der pW, so wie es von dir hier immer behauptet wird.

Wenn wir tariflich noch besser und einfacher die Möglichkeit bekommen 80T+€ anzubieten, dann findet man auch wieder BauIngs, aber oftmals reicht da auch 60-70T€, wenn man auf den Stufenquatsch verzichtet und bei S3 einsteigt und in 3 Jahren die S5 zahlt.

Es bleibt also dabei: Es ist nicht die Höhe des Entgeltes was primär den Mangel an Bewerbern verursacht, sondern das Image der Unterbezahlung, und der Verkrustung im öD, was ja stimmt, da die miserablen Personaler keine Anreize schaffen und Beamtenkalkriesel Gehirne auch bei den TBler sich festgesetzt haben. Das zeigt sich ja auch in deine Haltung zu glauben, dass man mit einer Gießkanne was erreichen können.

BTW:
Die sehr schlechte Entgelttabelle aus MINTler-Sicht.
Kannst du bitte mal konkret sagen, was z.B. eine BauIngs in der pW bekommt?
Wenn man googlet, dann bekommt man sowas zu lesen:
Berufserfahrung Gehalt
< 3 Jahre Berufserfahrung 50.293
3 - 6 Jahre Berufserfahrung 52.082 Euro
7 - 9 Jahre Berufserfahrung 54.394 Euro
> 9 Jahre Berufserfahrung 60.952 Euro

Quelle: Stepstone, Stand 06/2021

Sind diese Wert falsch? Hast du andere Erfahrungen gemacht? Hast du bessere Quellen?
Selbst wenn diese Daten um 10T€ zu niedrig sind, ist es im Rahmen dessen, was man aktuell in der Entgelttabelle wiederfindet / abbilden kann.
EG10 Einstiegsgehalt: 50T€
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