Autor Thema: Einstufung - Erfahrung aus dem Ausland  (Read 294 times)

DerForscher

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Einstufung - Erfahrung aus dem Ausland
« am: 13.11.2020 14:00 »
Hallo, ich fange bald meine erste Arbeitsstelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Forschungsinstitution an. Seit Anfang 2020 war ich als Doktorand in Schweden tätig (im gleichen Arbeitsfeld), die Stelle habe ich zum 31.10.2020 gekündigt, als ich die Zusage aus Deutschland bekommen habe. Im Vorstellungsgespräch habe ich mich mit meinem künftigen Chef geeinigt, dass ich direkt mit E13 Stufe 2 einsteige. Heute beim Unterzeichnung des Arbeitsvertrages wurde mir ein Schreiben ausgehändigt, welches sagt, dass ich in die Stufe 1 eingruppiert wurde. Als Erklärung hat mir die Personalabteilung nicht genügend Arbeitserfahrung genannt. Auf die Frage ob ich nach 2 Monaten in die Stufe 2 komme oder erst nach einem Jahr habe ich keine Antwort bekommen. Wenn man in die Stufe 1 eingruppiert wird, muss immer ein volles Jahr laufen bevor man in die Stufe 2 kommt oder muss der Arbeitgeber meine Arbeitserfahrung aus Schweden anerkennen?
Danke für Eure Antworten.

Spid

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Antw:Einstufung - Erfahrung aus dem Ausland
« Antwort #1 am: 13.11.2020 14:03 »
Die beiden erfragten Alternativen stellen keine einander ausschließenden Optionen dar.

Wie viel Berufserfahrung liegt vor? Wie viel davon ist einschlägig?

WasDennNun

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Antw:Einstufung - Erfahrung aus dem Ausland
« Antwort #2 am: 13.11.2020 14:16 »
Wenn ich es richtig verstehe hast du 10 Monate  Berufserfahrung? Die deiner Meinung nach einschlägig ist?

Dies führt zur Stufe 1, da dir dann 2 Monate fehlen.

Allerdings könnte dein AG dir diese 10 Monate als förderliche Zeiten anerkennen, so dass du dann nach 2 Monaten in die Stufe 2 kommst.
Er muss es nicht und er kann (wird) es auch nicht mehr anerkenne, wenn der AV schon unterschrieben ist, da er dann ja nicht mehr nachweisen kann, dass du ansonsten nicht kommen würdest.


DerForscher

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Antw:Einstufung - Erfahrung aus dem Ausland
« Antwort #3 am: 13.11.2020 14:29 »
Ja, ich habe 10 Monate im gleichen Fachbereich geforscht. Den Vertrag habe ich schon unterschrieben... bin deswegen über 1000km gefahren. Ich habe das Gefühl, dass die Personalabteilung es ausnutzt, dass ich die deutsche Gesetzlage nicht ganz verstehe. Die Bitte meines Chefs mich in die Stufe 2 einzugruppieren wurde ignoriert, er sagte aber er wird sich kümmern, dass es klappt. Aber kann er da überhaupt was machen wenn die PA dagegen ist?

AndreasG

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Antw:Einstufung - Erfahrung aus dem Ausland
« Antwort #4 am: 13.11.2020 14:34 »
Ich habe das Gefühl, dass die Personalabteilung es ausnutzt, dass ich die deutsche Gesetzlage nicht ganz verstehe.

Es ist nicht notwendigerweise Vorsatz.

Desinteresse oder Unkenntnis sind auch möglich.

Spid

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Antw:Einstufung - Erfahrung aus dem Ausland
« Antwort #5 am: 13.11.2020 14:38 »
Ja, ich habe 10 Monate im gleichen Fachbereich geforscht. Den Vertrag habe ich schon unterschrieben... bin deswegen über 1000km gefahren. Ich habe das Gefühl, dass die Personalabteilung es ausnutzt, dass ich die deutsche Gesetzlage nicht ganz verstehe. Die Bitte meines Chefs mich in die Stufe 2 einzugruppieren wurde ignoriert, er sagte aber er wird sich kümmern, dass es klappt. Aber kann er da überhaupt was machen wenn die PA dagegen ist?

Anspruch besteht lediglich auf eine Stufenzuordnung in Stufe 2 bzw. 3 bei mindestens einem bzw. drei Jahren einschlägiger Beruserfahrung. Gem. Sachverhaltsschilderung hast Du kein Jahr und somit keinen Anspruch. Du hättest vor Vertragsschluß eine Anrechnung der 10 Monate verhandeln können. Wer Verträge schließt, mit denen er nicht zufrieden ist, oder sich nicht hinreichend mit den Rechtsgrundlagen auseinandersetzt, ist selbst Schuld. Das ist in Schweden in keinster Weise anders als in Deutschland.

DerForscher

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Antw:Einstufung - Erfahrung aus dem Ausland
« Antwort #6 am: 13.11.2020 14:51 »
Habe ja verhandelt und die Anerkennung meiner Erfahrung wurde mir mündlich zugesichert. Im Vertrag den ich unterschrieben habe steht nur „Herr ... ist in die Entgeltgruppe 13 des TVöD eingruppiert.“. Die Stufe wird nirgendwo im Vertrag erwähnt. Die steht in einem Schreiben der Zentrale des Forschungsinstitutes und das musste ich nicht unterschreiben...

Spid

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Antw:Einstufung - Erfahrung aus dem Ausland
« Antwort #7 am: 13.11.2020 15:17 »
Der Vertrag, den Du unterschrieben hast, verweist doch auf den TVÖD. Aus diesem sind die Ansprüche auf die Stufenzuordnung bei Einstellung direkt entnehmbar. Wenn man mehr vereinbaren möchte als den tariflichen Anspruch, so muß man es - wenig überraschend - vereinbaren.

Wdd3

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Antw:Einstufung - Erfahrung aus dem Ausland
« Antwort #8 am: 13.11.2020 15:26 »
Die Bitte meines Chefs mich in die Stufe 2 einzugruppieren wurde ignoriert, er sagte aber er wird sich kümmern, dass es klappt. Aber kann er da überhaupt was machen wenn die PA dagegen ist?

Ja, dein Chef kann sich kümmern. Ob es Wirkung zeigt ist davon abhängig wie groß sein Einfluss in dieser Forschungsinstitution ist und wie wichtig er dich darstellen kann. Bei mir kommt es auch immer wieder vor das neue Mitarbeiter anders eingestuft werden als zuvor besprochen. Ich denke es ist weniger Dessinteresse sondern eher der Versuch ein paar € zu sparen. I. d. R. wird es korrigiert wenn ich darauf hinweise.

WasDennNun

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Antw:Einstufung - Erfahrung aus dem Ausland
« Antwort #9 am: 13.11.2020 15:43 »
Die Bitte meines Chefs mich in die Stufe 2 einzugruppieren wurde ignoriert, er sagte aber er wird sich kümmern, dass es klappt. Aber kann er da überhaupt was machen wenn die PA dagegen ist?

Ja, dein Chef kann sich kümmern. Ob es Wirkung zeigt ist davon abhängig wie groß sein Einfluss in dieser Forschungsinstitution ist und wie wichtig er dich darstellen kann. Bei mir kommt es auch immer wieder vor das neue Mitarbeiter anders eingestuft werden als zuvor besprochen. Ich denke es ist weniger Dessinteresse sondern eher der Versuch ein paar € zu sparen. I. d. R. wird es korrigiert wenn ich darauf hinweise.
Und einige Personaler sind neidisch, ignorant, selbstgefällig und sonst noch was.

und ja, da kann selbst ein Prof. Dr. Dr. sich manchmal die Zähne dran ausbeißen.

Habe es auch schon erlebt, das es dem Personaler egal war, dass Gelder wieder zurückgegeben werden mussten, weil er nicht dem "Wunsch" aka der Lösungsmöglichkeit das Geld einzusetzen  des Prof. folgen wollte.

Und ja:
Es gibt auch welche die kreativ eine optimalen Einsatz der Mittel nicht nur mitmachen, sondern auch unterstütztn.
Ja, ich habe 10 Monate im gleichen Fachbereich geforscht. Den Vertrag habe ich schon unterschrieben... bin deswegen über 1000km gefahren. Ich habe das Gefühl, dass die Personalabteilung es ausnutzt, dass ich die deutsche Gesetzlage nicht ganz verstehe. Die Bitte meines Chefs mich in die Stufe 2 einzugruppieren wurde ignoriert, er sagte aber er wird sich kümmern, dass es klappt. Aber kann er da überhaupt was machen wenn die PA dagegen ist?
1.) Nimm es nicht persönlich, das richtet sich nicht gegen dich und ist auch kein ausnutzen und du bist nicht der einzige, der es nicht versteht.

2.) Nein gegen den PA kann er nichts ausrichten, ja er kann Druck auf dem PA ausüben.

3.) Und nein, es gibt mEn keine tarifliche Möglichkeit dir sofort die Stufe 2 zu geben.
Aber der Prof hätte es fordern müssen, dass dir die 10 Monate anerkannt werden und das dies im Vertrag fixiert wird.

4.) Es besteht die große Möglichkeit, dass der Prof die Gesetzlage nicht ganz versteht.