Autor Thema: [BY] Hohe PKV im Alter - besser kein Beamtentum?  (Read 4702 times)

SteinO

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Guten Abend,

ich stehe vor der Entscheidung als Beamter in der 3. QE einzusteigen. Ein großes Thema dabei ist sicherlich die PKV. Ich habe bereits oft davon gehört, dass die PKV´s ihre Beiträge in den letzten Jahren um einige Prozentpunkte gesteigert haben. Zudem soll diese ja im Alter auch sehr teuer sein, was mich nun ein bisschen abschreckt, da ich teilweise von 600€ im Monat gelesen habe.

Entsprechen meine Erfahrungen der Wahrheit oder habe ich da nur von den Extremfällen erfahren? Wie sind eure Erfahrungen mit den Beitragshöhen zur PKV im Altersverlauf bzw. allgemein auch bei größeren Verletzungen durch Sport, etc.?

Mir ist bewusst, dass ich mich auch über die GKV versichern lassen könnte, aber in welchen Fällen macht das als Beamter Sinn? Da hier ja der Beihilfeanspruch wegfällt...

Ich bin auf eure Erfahrungen gespannt:)

newT

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Antw:[BY] Hohe PKV im Alter - besser kein Beamtentum?
« Antwort #1 am: 10.02.2021 18:50 »
Hallo,

willkommen im Forum.
Als Beamter in Bayern wird man wohl kaum um die PKV herumkommen. Eine pauschale Beihilfe (also freiwilliges Mietglied in der GKV und 50% Zuschuss durch den Dienstherr, sogenanntes Hamburger Modell) wie in manchen Bundesländern gibt es in Bayern nicht und wird es wohl auch nicht so schnell geben.
Eine der Hauptkostenpunkte ist natürlich dein Einstiegsalter, umso jünger umso günstiger sind deine Beiträge.
Beiträge von 600€ halte ich für deutlich übertrieben als Versorgungsempfänger, da als Pensionär ja lediglich 30% der Restkosten versichert werden müssen, die restlichen 70% erhälst du über die Beihilfe.

Für einen 30-jährigen bewegen sich gute PKV-Tarife aktuell bei 50% Beihilfe um ca. 300€, sofern du risikoerhöhende Vorerkankungen hast, musst du maximal 30% des Beitrags nochmal aufschlagen.
Informier dich vorher gut bzw. lass dich unabhängig beraten, denn die Entscheidung für einen PKV-Anbieter triffst du idealerweise nur einmal im Leben.

Persönliche Verletzungen und Erkrankungen können und dürfen sich nicht auf deinen Beitrag auswirken (außer natürlich wenn das Versichertenkollektiv als Ganzes vermehrte Kosten verursacht, dann steigen die Beiträge)

stressinger

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Antw:[BY] Hohe PKV im Alter - besser kein Beamtentum?
« Antwort #2 am: 10.02.2021 18:59 »
Also bei mir sieht es so aus:
PKV für mich (50%) und zwei Kinder (je 20%) mit allem Schnickschnack 420 Euro.
Ich bin 43, die Kinder 5 und 7.
Die 600 sind dann vielleicht ein Volltarif, mit 300 wirst du schon einen schönen Tarif bekommen.

clarion

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Antw:[BY] Hohe PKV im Alter - besser kein Beamtentum?
« Antwort #3 am: 10.02.2021 19:34 »
Hallo, Summen von 600-700 €/Monat sind m.E. Volltarife für Menschen ohne Beihilfeanspruch und mit Versicherung von Krankentagegeldern

SteinO

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Antw:[BY] Hohe PKV im Alter - besser kein Beamtentum?
« Antwort #4 am: 10.02.2021 19:51 »
Ok, vielen Dank für eure Berichte. Ich freue mich trotzdem noch über weitere Berichte :)

Was würde den bei einem Wechsel der PKV passieren? Wahrscheinlich höhere Beiträge, neuer Gesundheitscheck was sich vermutlich wieder auf die Beiträge auswirkt, ....?

Gibt es zudem noch gute Tipps, die man als Einsteiger ins Beamtentum beachten sollte? Also in sämtlichen Bereichen?

TonyBox

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Antw:[BY] Hohe PKV im Alter - besser kein Beamtentum?
« Antwort #5 am: 10.02.2021 20:33 »
Die großen PKV Versicherer haben ja in der Regel Onlinerechner für Beamtentarife.

Diese bieten doch auch meist auch noch die Möglichkeit schon jetzt für die Pension beiträge anzusparen um später in der Pension einen geringen Beitrag zu haben.

Ein Arbeitskollege ist vor kurzem verbeamtet worden mit Anfang 30. Er hatte nur bei zwei PKV angefragt, die ein ähnliches Angebot gemacht haben.

Ich meine er wäre bei knapp 260 Euro inkl. PV gelandet.

BYL

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Antw:[BY] Hohe PKV im Alter - besser kein Beamtentum?
« Antwort #6 am: 10.02.2021 22:06 »
Alles schön und gut. Ich gebe dir Themen zum überlegen mit:
Während in der GKV es Pauschalen pro Quartal gibt (ca 50 Euro je Patient für ein ganzes Quartal egal wie oft der kommt), vergütest du als privatpatient dem Arzt jede einzelne Leistung nach GOÄ. Gewinn macht da nur der Arzt. Besondere Behandlung gibt es nicht. Ich erlebe es eher, dass man nach der Ansage "Ich bin Privatpatient" schief angeguckt wird und sich rechtfertigen muss. Von daher kann man als Privatpatient definitiv keine bessere und schnelle Behandlung erwarten. Terminanfragen nach Privatsprechstunden werden direkt abgecancelt "WIR HABEN NUR NORAMLE SPRECHSTUNDEN!" UND: Jedes mal hast DU die volle Verantwortung darüber, was erstattet wird und was nicht. MAN IST der Beihilfestelle und der PKV förmlich ausgeliefert. DU gehst einen Vertrag mit dem Arzt ein. Das wird dir dann schön unter die Nase gerieben, wenn mal was gestrichen wird. Ich halte die pauschale Beihilfe a la Hamburg für die bessere Wahl. Für Bayern dann doch eher die PKV (gezwungenermaßen!)

PS man hört von Interna, dass es dieses Jahr erneut saftige BAPs geben wird (Corona!).

stressinger

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Antw:[BY] Hohe PKV im Alter - besser kein Beamtentum?
« Antwort #7 am: 10.02.2021 22:33 »
Also ich habe jetzt in 17 Jahren PKV und Beihilfe nicht einmal etwas nicht bezahlt bekommen. Bei einer 7000 Euro Zahnarztrechnung musste der Arzt eine Sache nochmal begründen, da ging es um 90 Euro. Wurde dann auch übernommen.
Die Ärzte rechnen über die Gebührenordnung ab, da wird alles bezahlt.
Bei Dingen wie z.B. Krankengymnastik oder Ergotherapie gibt es von der Beihilfe Höchstsätze, an denen sich dann auch die PKV orientiert. Da muss man halt drauf achten, dass die Praxis im Behandlungsvertrag nicht höher geht. Aber bevor man unterschreibt liest man sich das ja durch...
Also alles halb so wild.
Ich werde nie komisch angesehen und über Wartezeiten kann ich mich nicht beklagen, vorgezogen wird man nicht wirklich oft.

maxigott

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Antw:[BY] Hohe PKV im Alter - besser kein Beamtentum?
« Antwort #8 am: 11.02.2021 07:29 »
Dito. Bin seit 14 Jahren in der PKV (eingestiegen mit 19). Aktuell mit 2 Kindern, also 70 % Beihilfe, zahle ich inkl. PV 195 € im Monat. Es gab aber eine saftige Erhöhung zum 01.01.2021. Vorher habe ich nur 160 € bezahlt. Ich gehe aber stark davon aus, dass sich der Beitrag jetzt wieder eingependelt hat. Die Horrormeldungen die immer gerne zum Effekthaschen verbreitet werden, kann ich nicht bestätigen. Mein Beitrag hat sich vor 2021 z.B. 5 oder 6 Jahre nicht erhöht, ist sogar leicht gesunken. Dazu hast du noch die Möglichkeit, dass du je nach Versicherung auch eine Beitragsrückerstattung bekommen kannst, wenn du ein Jahr nichts bei der PKV einreichst. Beihilfe kannst du aber trotzdem einreichen. Wenn ich ausrechne, was ich in der GKV zahlen müsste, dann würde ich jedes Jahr tausende Euro drauflegen.

Was der User BYL hier beschreibt kann ich nicht mal im Ansatz teilen. Noch nie wurden mir Behandlungen nicht vollständig erstattet. Noch nie wurde ich schief angekuckt als PKVler. Nicht jeder Arzt behandelt die PKVler bevorzugt. Ist auch i.O. Aber gerade bei Fachärzten mache ich immer wieder die Erfahrung, dass man sehr sehr schnell Termine bekommt.  Letztes Jahr z.B. musste ich was am Knie machen lassen. In unserer Stadt gibt es einen bekannten Spezialisten dafür der auch Profisportler behandelt. Morgens angerufen Mittags saß ich im Behandlungszimmer, nächsten Tag hatte ich MRT, drei Tage später Durchsprache wieder beim Facharzt. Da kenne ich aus meinem Bekanntenkreis ganz andere Wartezeiten.

Ich persönlich erwarte und erfrage auch keine bevorzugte Behandlung. Aber es kommt schon oft automatisch vor, wenn man nach der Krankenkasse gefragt wird.

BalBund

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Antw:[BY] Hohe PKV im Alter - besser kein Beamtentum?
« Antwort #9 am: 11.02.2021 09:15 »

PS man hört von Interna, dass es dieses Jahr erneut saftige BAPs geben wird (Corona!).

Wenn man das gehört hat, empfehle ich den Besuch eines guten Ohrenarztes, ist ja dank PKV kein Problem ;)

Corona kostet die PKVen im Vergleich zu den sonstigen Aufwendungen einen sehr überschaubaren Betrag. Weder sind sie an Lohnfortzahlungen bei Schließungen beteiligt, noch hätten sie so viele Patienten, die stationär richtig Kosten verursachen (im Vergleich zu den GKVen). Ein PCR-Test kostet 78 Euro nach Gebührenordnung, den lässt kein normaler Mensch freiwillig täglich machen, die Schnelltests am Point of Care zahlen Bund und Länder ohne Beteiligung der Krankenkassen.

Nein, Corona ist für eine gut aufgestellte private Kasse aktuell kein Kostentreiber (bei Axa und Konsorten die gefühlt alle 2 Jahre einen neuen Tarif aufmachen und deshalb regelmäßig überaltern mag das anders aussehen) der die 10% Schwelle knackt. Auch die höheren Sterbezahlen wirken sich positiv auf die zahlenden Mitglieder aus (ja, zynischerweise), so dass ich bei gleichbleibenden Parametern wie 2020 nicht mit einer Beitragsanpassung in nennenswertem Umfang rechne...

Mask

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Antw:[BY] Hohe PKV im Alter - besser kein Beamtentum?
« Antwort #10 am: 11.02.2021 09:40 »
Ich bin damals im mittleren Dienst eingestiegen und war daher bei Abschluss meiner PKV 16 Jahre alt. Seitdem sind 18 Jahre vergangen, der Betrag war inklusive PV lange um die 145 € im Monat, hat sich jetzt sportlich um 20% auf knapp 170 € im Monat erhöht (verheiratet, zwei Kinder). Nicht übernommen worden ist in diesen 18 Jahren genau einmal ein Teil einer Rechnung von einem Hautarzt (der war wegen besonderer Schwierigkeit auf den 4 fachen Satz gegangen , hatte dann aber nicht begründet) da ging es um nicht ganz zwanzig Euro, die habe ich selbst beglichen und den fraglichen Hautarzt nie mehr aufgesucht.

Zyn

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Antw:[BY] Hohe PKV im Alter - besser kein Beamtentum?
« Antwort #11 am: 11.02.2021 10:01 »
Hi,

ich bin 2007 eingestiegen (Single, keine Kinder) zu 210 (mit Pflegeversicherung) Euro. Heute also 14 Jahre später immer noch Single und bei 270 Euro . Find die Steigerung völlig ok. Sehe auch keine Panik, dass das im Alter exorbitant mehr wird. In der gesetzlichen wäre mein Anteil deutlich höher (auch bei 50 % Übernahme durch Dienstherr).

Ozymandias

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« Antwort #12 am: 11.02.2021 10:09 »
Mit knapp 70 Jahren, Chefarzt und 2-Bett-Zimmer zahlt eine Bekannte 177 Euro im Monat, Bemessungssatz 30%. Inklusive Pflegeversicherung.

Ein Rentner zahlt rund 11% für KV und PV. Tendenz steigend.




Landsknecht

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Antw:[BY] Hohe PKV im Alter - besser kein Beamtentum?
« Antwort #13 am: 11.02.2021 11:05 »
Bin jetzt seit 1987 in der PKV, Betrag mit 50% Beihilfe derzeit 320,-- mit Pflegevers. und diversen Zusatzvereinbarungen (Brille, Zahnersatz, etc.) + 350,-- für die Mitversicherung meiner Frau (70% Beihilfe).

Im großen und ganzen wird eigentlich alles bezahlt, bis ab und zu mal ein Kleinbetrag.
Was mich nervt, durch die Vorabverauslagung der Arztrechnungen kommen bei uns/mir (mD, A9) ab und zu 3-4 Tsd. Euro zusammen, auf die ich dann drei bis vier Wochen warte, bis es die Beihilfe und Versicherung erstattet.
Alles in allem bin ich trotzdem zufrieden.

Organisator

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Antw:[BY] Hohe PKV im Alter - besser kein Beamtentum?
« Antwort #14 am: 11.02.2021 14:03 »
Was mich nervt, durch die Vorabverauslagung der Arztrechnungen kommen bei uns/mir (mD, A9) ab und zu 3-4 Tsd. Euro zusammen, auf die ich dann drei bis vier Wochen warte, bis es die Beihilfe und Versicherung erstattet.

Was sich aber @ TE leicht vermeiden lässt, wenn man vorab ein Zahlungsziel von 4 Wochen vereinbart, bzw. erst nach 4 Wochen bezahlt. Kenne keinen Arzt, der einem deswegen die Freundschaft kündigt.