Autor Thema: Hilfe bei der Wahl der PKV - Eine schwierige Entscheidung  (Read 3541 times)

Woldemar

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Das find ich auch so, weswegen keine PKV wirklich dazu passt, denn die sind schon gesetzlich so stark reguliert, dass bestimmte Leistungen zwangsläufig drin sein müssen, auch wenn man sie selbst tragen könnte. Für den 30€ Hausarztbesuch brauche ich keine Versicherung.

Wenn du damit ausdrücken möchtest, dass du in jedem Fall irgendwie behandelt wirst, hast du damit vermutlich recht. Die GKV zahlt was "ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich" ist. Analog dazu hast du in der Beihilfe/PKV ebenso ein unteres Minimum abgesichert.

Was aber, wenn das individuell nicht ausreicht? Spontan fällt mir das Beispiel "Gentherapie" ein (Suchmaschine: "Zolgensma"). Oder man denke an eine Honorarvereinbarung mit bestimmten Medizinern ("Koryphäen"), oder den Besuch eines Krankenhauses, welches nicht nach KHEntgG abrechnet. Oder den "Debeka-Klassiker" mit dem auf 6xx€ limitierten Krankenfahrstuhl. Oder "geschlossene Hilfsmittelkataloge", die heute alles Denkbare abdecken, dich in 20 Jahren aber in die Röhre gucken lassen. Oder summenmäßig festgelegte Höchstgrenzen der Erstattung ohne Inflationsanpassung im Vertrag, oder eine Begrenzung auf die "beihilfefähige Höhe", die wiederum der Gesetzgeber aber in Zukunft einfach streichen könnte.

Ich bin nicht vom Fach, aber ich bin mir sicher, dass man einen Haufen dieser "Lücken" findet, wenn man sich auskennt. Denn wie ich bereits schrieb: Vergleichbare Leistungen erfordern auch einen ähnlichen Preis. Wer glaubt 20% vom Beitrag ohne damit einhergehende Leistungseinbußen einsparen zu können, glaubt auch noch an den Weihnachtsmann ;-)

Edit: Ich will damit nicht sagen, dass man all diese Leistungen auch in jedem Fall "haben muss", oder "blöd" wäre, wenn man sie nicht versichert. Ich für meinen Teil möchte aber eben nicht im Ernstfall aufs Konto schielen müssen.

Zitat
Genau das. Sollte ich doch mal eine Behandlung wollen, die nicht versichert ist, dann zahle ich sie halt selber. Das durch die niedrigeren Beiträge eingesparte Geld gibt mir Rücklage für solche Fälle.

Leider klappt das mit dem Sparen bei den meisten Leuten nicht. Wer aus "Spargründen" bereits bei der Wahl des Tarifs auf Risiko spielt, hat leider in aller Regel gar kein Geld "über", um den eingesparten Beitrag tatsächlich dauerhaft an die Seite zu legen (Das soll nicht großkotzig klingen, ich zähle mich selbst zu dieser Gruppe).
Das ist vergleichbar mit der Berufsunfähigkeitsversicherung: Die, die sie wirklich bräuchten, müssen dafür im Verhältnis zu ihrem Einkommen, viel zu viel Beitrag zahlen.

Und selbst wenn du zu der kleinen Gruppe wirklich disziplinierter Sparer gehören solltest, müsstest du hoffen, dass dir auch genug Zeit bleibt, um überhaupt nennenswerte Beträge anzusparen, bevor der "Fall der Fälle" eintritt. Ich drücke dir die Daumen!
« Last Edit: 12.03.2021 13:04 von Woldemar »

Feidl

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Ich spare nicht, weil ich sparen muss, sondern weil ich zu einer gewissen Sparsamkeit erzogen wurde (und auch Ziele hab, wofür ich spare). Das dies wohl keine Selbstverständlichkeit ist, merke ich immer wieder,, wenn ich sehe, wie andere sinnlos Geld aus dem Fenster werfen.
Ein gute(!) teure Versicherung zähle ich jetzt nicht unbedingt dazu. Wenn man gute Gründe für sich hat, eine solche zu nehmen, dann bitte doch. Das du sehr intensiv dich damit beschäftigst, zeigt schon, dass du gute Gründe haben wirst.