Autor Thema: Nicht im Mitarbeiterverzeichnis stehen wollen! Wie gleich zu Beginn sagen?  (Read 3376 times)

tine

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Hallo,

ich fange am Montag beim neuen AG an, der ein Mitarbeiterverzeichnis auf seiner HP führt, in dem alle Mitarbeiter stehen. Wenn man auch z. B. "Lieschen Müller" iVm dem Ort googelt, kommt man auch auf die HP des AGs.

Jetzt möchte ich das aber nicht, gleich ab dem ersten Tag nicht.

Ich möchte aber nicht gleich in der Probezeit und dann noch gleich am ersten Tag "rummucken".

Ich möchte da auch nicht in Verlegenheit geraten, mich evtl. erklären zu müssen. Ich könnte zwar auch mitteilen, dass es bzgl. meiner Person eine Auskunftssperre bei der Meldebehörde gibt. Aber das könnte ja evtl. auch Fragen aufwerfen, warum es die gibt. Nur hat das nichts Negatives mit mir zu tun. Ich wurde gestalkt und daher gab es eine Anzeige, ein Verfahren ... So oder so könnte das aber ja evtl. "Geschmäckle" haben.

Habe ich vllt sogar ein generelles Recht darauf, dass mein Name nicht auf der HP steht? Reicht da dann einfach ein Einzeiler, dass ich darum bitte, dass mein Name nicht veröffentlich wird?

Dankeschön.

LG

Thiesi

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Ich sehe da jetzt nicht, inwiefern das "rummucken" wäre. Sofern deine dienstliche Funktion es nicht gebietet, dass deine Kontaktdaten im Internet veröffentlicht werden, dürfte dein Recht auf informationelle Selbstbestimmung doch hier überwiegen. Der AG müsste daher deine Zustimmung zur Veröffentlichung vorab einholen - und du kannst diese einfach ohne Angabe von Gründen und ohne negative Konsequenzen für dein Arbeitsverhältnis befürchten zu müssen nicht erteilen. Ein seriöser AG wird entsprechend handeln und a) deine Daten tatsächlich nicht veröffentlichen und b) dich nicht deshalb bei nächster sich bietender Gelegenheit an die frische Luft setzen.

Wenn dir die kommentarlose Nicht-Erteilung der Zustimmung wirklich zu wenig ist, kannst du ja, sofern es die Art und Weise, auf die deine Zustimmung eingeholt werden soll, zulässt, einen kurzen Satz dazuschreiben: "Ich bitte darum, keine Daten zu meiner Person im MA-Verzeichnis im Internet zu veröffentlichen. Danke." Dann hast du nicht einfach nur ein "Nein" angekreuzt, sondern höflich von deinem Recht Gebrauch gemacht, deine Zustimmung zu verweigern, ohne dabei irgendwelche Hintergrundinformationen preiszugeben.

Sofern du nur ein elektronisches Formular mit Optionen zum Ankreuzen, aber ohne Möglichkeit der Freitexteingabe bekommst, dürfte der nachgelagerte Prozess ja sowieso so gestaltet sein, dass keine automatische Veröffentlichung erfolgt, sofern du nicht zugestimmt hast.
"We're with you all the way, mostly"

Tiffy

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Jetzt möchte ich das aber nicht, gleich ab dem ersten Tag nicht.

Ich möchte aber nicht gleich in der Probezeit und dann noch gleich am ersten Tag "rummucken".

Ich möchte da auch nicht in Verlegenheit geraten, mich evtl. erklären zu müssen.
-> "Wasch mich, aber mach mich nicht nass."

Falke007

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Ich seh da kein Geschmäckle.. Offen ansprechen und dann ist doch gut..

OrganisationsGuy

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Ich persönlich würde direkt mit offenen Karten spielen und kurz, ohne details, erklären wieso ich nicht dort aufgenommen werden möchte. Natürlich hat der AG kein Recht darauf zu wissen wieso man seine Daten nicht veröffentlichen will aber das Gelaber der Kollegen hinten rum hat man sich bereits gebucht wenn man am ersten Tag direkt mit "nein will ich nicht" ohne Begründung reagiert.

Meine persönliche Meinung und Entscheidung zur Handhabung. Wen das nicht interessiert der kann natürlich den oben beschriebenen Weg gehen.

shenja

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Ich sehe da jetzt nicht, inwiefern das "rummucken" wäre. Sofern deine dienstliche Funktion es nicht gebietet, dass deine Kontaktdaten im Internet veröffentlicht werden, dürfte dein Recht auf informationelle Selbstbestimmung doch hier überwiegen. Der AG müsste daher deine Zustimmung zur Veröffentlichung vorab einholen - und du kannst diese einfach ohne Angabe von Gründen und ohne negative Konsequenzen für dein Arbeitsverhältnis befürchten zu müssen nicht erteilen. Ein seriöser AG wird entsprechend handeln und a) deine Daten tatsächlich nicht veröffentlichen und b) dich nicht deshalb bei nächster sich bietender Gelegenheit an die frische Luft setzen.

Wenn dir die kommentarlose Nicht-Erteilung der Zustimmung wirklich zu wenig ist, kannst du ja, sofern es die Art und Weise, auf die deine Zustimmung eingeholt werden soll, zulässt, einen kurzen Satz dazuschreiben: "Ich bitte darum, keine Daten zu meiner Person im MA-Verzeichnis im Internet zu veröffentlichen. Danke." Dann hast du nicht einfach nur ein "Nein" angekreuzt, sondern höflich von deinem Recht Gebrauch gemacht, deine Zustimmung zu verweigern, ohne dabei irgendwelche Hintergrundinformationen preiszugeben.

Sofern du nur ein elektronisches Formular mit Optionen zum Ankreuzen, aber ohne Möglichkeit der Freitexteingabe bekommst, dürfte der nachgelagerte Prozess ja sowieso so gestaltet sein, dass keine automatische Veröffentlichung erfolgt, sofern du nicht zugestimmt hast.

Interessant, keiner meiner beiden AG hat jemals eine Zustimmung von mir bzgt. meines Namens und meiner Funktion im Mitarbeiterverzeichnis, welches auch im Internet abzurufen geht, verlangt. Ich wurde einfach aufgeführt. Beim jetzigen AG zwar nur mit Nachnamen allerdings enthält die E-Mail meinen Vornamen und trotz Wunsch, ist dies nicht änderbar. Meine Mail ist zwar nachname1.BuchstabeVorname@Arbeitgeber.de, aber sobald diese abgeschickt wurde, erscheint mein Vorname beim Absender, da diese die eigentliche Mailanschrift ist: vorname.nachname@Arbeitgeber.de

Keinen juckt es ob ich das will oder nicht.

Thiesi

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Woher hätte denn der gemeine Webseitenbesucher deine E-Mail-Adresse, wenn dort nur dein Name aufgeführt ist? Davon abgesehen hast du natürlich keinen Anspruch, deine E-Mail-Adresse frei zu wählen oder (ggfs. teilweise) ändern zu lassen.

Du hast aber sehr wohl das Recht, ohne jegliche Angabe von Gründen deine Zustimmung zur Veröffentlichung deiner personenbezogenen Daten wie E-Mail-Adresse und Name im Internet zu verweigern. Der AG muss diese Zustimmung vor der Veröffentlichung einholen, und er muss dokumentieren, dass du sie erteilt hast. (Ausnahmen wären lediglich denkbar, wenn es deine dienstliche Funktion geböte, dass deine Daten veröffentlicht werden.) Sofern du also sicher bist, niemals zugestimmt zu haben - das kann schriftlich oder per Online-Formular erfolgt sein, aber eine reine mündliche Zustimmung ist nicht ausreichend -, kannst du ja einfach mal deinen AG bitten, die von dir (nicht) erteilte Zustimmungserklärung vorzulegen.

Soweit ich weiß, muss der AG seit einiger Zeit auch dokumentieren, dass die Zustimmung absolut freiwillig erteilt wurde und dass du darüber informiert wurdest, dass die Nichterteilung keinerlei negative Auswirkungen auf dein Arbeitsverhältnis haben würde. Das dürfte regelmäßig dadurch geschehen, dass du als AN vorgefertigte Erklärungen abgibst - bei Papierform ist also damit zu rechnen, dass es sich um ein separates Formular handelt; eine implizite Zustimmung einfach durch Unterzeichnen des AV ist ungültig.
« Last Edit: 23.08.2021 23:24 von Thiesi »
"We're with you all the way, mostly"

shenja

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Falls Du mich meinst. Wird mein Nachname im Web gesucht, kommt man auf die Internetseite meines AGs. Dort steht mein Nachname, meine Funktion und meine E-Mail.
In jedem Briefkopf steht meine E-Mail und in den maschinellen Bescheiden sowieso. Wie gesagt, mein Vorname steht da nicht bei, jedoch ist dieser im eigentlichen Mailsystem hinterlegt, so dass dieser automatisch, zumindest bei Outlook, dem Absender angezeigt wird.

Ich wüßte nicht, dass ich irgendwo unterschrieben hätte, dass bestimmte Daten von mir veröffentlicht werden dürfen. Vielleicht steht das in der AGA meines AGs. Da müsste ich mal nachsehen.


blondie

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Wir hatten gerade einen Fall beim Arbeitsgericht. Ein Mitarbeiter kündigt und stellt 2 Monate später fest, dass er immer noch auf der Webseite des Unternehmens gelistet ist, mit Foto. Er bekam 250 € zugesprochen für eine Veröffentlichung ohne seine zu keinem Zeitpunkt abgegebene Zustimmung.
Das nur mal so erwähnt.

was_guckst_du

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Falls Du mich meinst. Wird mein Nachname im Web gesucht, kommt man auf die Internetseite meines AGs. Dort steht mein Nachname, meine Funktion und meine E-Mail.
In jedem Briefkopf steht meine E-Mail und in den maschinellen Bescheiden sowieso. Wie gesagt, mein Vorname steht da nicht bei, jedoch ist dieser im eigentlichen Mailsystem hinterlegt, so dass dieser automatisch, zumindest bei Outlook, dem Absender angezeigt wird.

Ich wüßte nicht, dass ich irgendwo unterschrieben hätte, dass bestimmte Daten von mir veröffentlicht werden dürfen. Vielleicht steht das in der AGA meines AGs. Da müsste ich mal nachsehen.

..diese Problematik besteht bei uns auch...auf Betreiben des Personalrates "versucht" die IT das Ptroblem zu lösen, braucht aber schon einige Wochen dazu...

..darüberhinaus wurde nun festgestellt, dass im Rahmen von HomeOffice die Telefonanlage die unterdrückte Privattelefonnummer (auf die das auf den Dienstanschluss eingehende externe Telefonat umgeleitet wird) dem externen Anrufer angezeigt wird...dies ist bei manchem problematischen Kunden nicht ungefährlich...auch hier wird auf Betreiben des PR ein Lösung gesucht (offensichtlich ist da wohl die Einstellung des Providers schuld, die eine Unterdrückung der Nummer wieder aufhebt...
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

Tiffy

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..darüberhinaus wurde nun festgestellt, dass im Rahmen von HomeOffice die Telefonanlage die unterdrückte Privattelefonnummer (auf die das auf den Dienstanschluss eingehende externe Telefonat umgeleitet wird) dem externen Anrufer angezeigt wird...dies ist bei manchem problematischen Kunden nicht ungefährlich...
Das ist mir in den letzten Monaten auch schon öfter aufgefallen, aber bei uns scheint es niemanden zu stören. Wenn ich 10 Leute anrufe, zeigt mein Telefon in gefühlten 9 Fällen an "Rufumleitung...0170123456..." o.ä. Das heißt, ich könnte, wenn ich wollte, von allen möglichen Leuten die private Mobilnummer aufschreiben; vom Druckereimitarbeiter bis zum Personalchef. Wahrscheinlich ist es wirklich noch niemandem aufgefallen oder die sind mittlerweile alle so abgestumpft...

WasDennNun

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Falls Du mich meinst. Wird mein Nachname im Web gesucht, kommt man auf die Internetseite meines AGs. Dort steht mein Nachname, meine Funktion und meine E-Mail.
In jedem Briefkopf steht meine E-Mail und in den maschinellen Bescheiden sowieso. Wie gesagt, mein Vorname steht da nicht bei, jedoch ist dieser im eigentlichen Mailsystem hinterlegt, so dass dieser automatisch, zumindest bei Outlook, dem Absender angezeigt wird.

Ich wüßte nicht, dass ich irgendwo unterschrieben hätte, dass bestimmte Daten von mir veröffentlicht werden dürfen. Vielleicht steht das in der AGA meines AGs. Da müsste ich mal nachsehen.

..diese Problematik besteht bei uns auch...auf Betreiben des Personalrates "versucht" die IT das Ptroblem zu lösen, braucht aber schon einige Wochen dazu...

..darüberhinaus wurde nun festgestellt, dass im Rahmen von HomeOffice die Telefonanlage die unterdrückte Privattelefonnummer (auf die das auf den Dienstanschluss eingehende externe Telefonat umgeleitet wird) dem externen Anrufer angezeigt wird...dies ist bei manchem problematischen Kunden nicht ungefährlich...auch hier wird auf Betreiben des PR ein Lösung gesucht (offensichtlich ist da wohl die Einstellung des Providers schuld, die eine Unterdrückung der Nummer wieder aufhebt...
Nach meiner Erfahrung wird diese Problem durch die von der lokalen Telefonanlage nicht konfiguriert COLR Funktion (oder es ist nicht konfigurierbar).
Bei uns haben die Kollegen die im HO wollen, diese Information bekommen und sie können sich überlegen, ob sie 
a) eine eigene Telefonnummer für die Arbeit nutzen (die meisten haben ja 3-5 Telefonummer, wisse es nur nicht und nutzen nur die eine die sie seit Analogtelefonzeiten haben), so dass man auch Klingelton, Stummschaltung außerhalb der Dienstzeit etc. einrichten kann
b) eine prepaid Handynummer nutzen (alte Handys haben wir hier genug rumgammeln.)
c) nicht mehr ins HO gehen
d) einen Kollegen im Amt einvernehmlich als Telefonzentrale zu nutzen

Es ist aber in der Tat traurig, dass solche Funktionalitäten seit Einführung von VOIP nicht mehr beachtet werden, zu ISDN Zeiten war so etwas direkt konfigurierbar.

Spid

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Bei uns nutzen die AN einfach weiterhin den UCC-Client auf ihrem Laptop. Da ändert sich überhaupt nichts.

WasDennNun

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Bei uns nutzen die AN einfach weiterhin den UCC-Client auf ihrem Laptop. Da ändert sich überhaupt nichts.
Darauf freuen sich hier auch schon alle ;D
Aber so etwas darf man von IT-N und Dataport erwarten, die brauchen halt immer bisserl länger, damit es bisserl teurer wird.

shenja

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Wenigsten nutzen wir fürs Telefon Cisco Jabber und davor Softphone. Also meine private Nummer war Gott sei Dank nie im Spiel.
Ich bin immer wieder erschrocken wie wenig dem Arbeitgeber am Schutz der eigenen Mitarbeiter liegt. Es interessiert schlicht nicht.