Autor Thema: Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl  (Read 5863 times)

Texter

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #45 am: 16.09.2021 21:32 »
Ist Arterhaltung ein rationaler Grund?

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #46 am: 16.09.2021 21:35 »
Durchaus. Die wird aber nicht berührt, wenn besonders kranke Exemplare sterben.

Texter

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #47 am: 16.09.2021 21:39 »
Könnte aber dann doch ein Grund dafür sein, dass eine Gesellschaft die Gesundheitskosten des Nachwuchses übernimmt.

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #48 am: 16.09.2021 21:52 »
Hat erstens nichts mit Arterhaltung zu tun und wären ja eben konkrete andere.

Fragmon

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #49 am: 17.09.2021 06:58 »
Gedankengut und Ideologien sind irrelevant. Ich konkretisiere: welchen rationalen Grund gibt es, die Gesundheitskosten eines anderen zu tragen? Dabei geht es auch nicht um einen konkreten einen oder konkreten anderen. Alles was nicht rational ist, ist irrational - und somit irre.

Weil diese eine Person, deine spätere Pflegekraft ist, dein Dach deckt, deine Heizung repariert, die Regale deines Supermarktes auffüllt, dafür sorgt, dass du mit Strom versorgt wirst....

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #50 am: 17.09.2021 07:17 »
Macht der es nicht, macht es ein anderer. Es gibt mehr als 7 Milliarden Exemplare.

ProfTii

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #51 am: 17.09.2021 07:17 »

Weil diese eine Person, deine spätere Pflegekraft ist, dein Dach deckt, deine Heizung repariert, die Regale deines Supermarktes auffüllt, dafür sorgt, dass du mit Strom versorgt wirst....
[/quote]

Am Beispiel Amerika sieht man doch, dass all das gewährleistet werden kann, ohne das jemand für die Kosten anderer aufkommen muss.
Zudem halte ich die These, dass die Gesellschaft zusammenbricht, wenn jeder für seine eigenen Gesundheistkosten aufkommt für sehr gewagt, da die Fallzahlen schwerer Erkrankungen die einer geregelten Arbeit entgegenstehen wohl deutlich zu gering ausfallen dürften.

yamato

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #52 am: 17.09.2021 07:53 »
Ich bin durchaus dafür, dass Gesundheitskosten solidarisch von der Allgemeinheit getragen werden sollte und alle gleichermaßen Zugang zu guter medizinischer und pflegerischen Versorgung haben sollten, und zwar unabhängig persönlicher schicksalhafter Risiken. Wir haben aber zumindest Ansätze einer Drei Klassen Medizin und zwar in Reihenfolge der Basisversicherten, der GKV- Versicherten und der PKV - Versicherten. In anderen Ländern  sind die Unterschiede noch viel extremer, was ich persönlich  äußerst abschreckend finde.

Ein Systemumbau ist durchaus möglich, ohne dass es zu massenhaften Insolvenzen und Entlassungen käme. Man muss nur wollen. Es ist ein reines Verteilungsproblem, wie weiter oben schon jemand angemerkt hat.
Eine Mehrklassenmedizin werden sie immer haben. Auch  ein System wie das Britische wo alles über die Steuern finanziert wird, was wohl nach Ihrer Einschätzung am gerechtesten ist hat Unterschiede. Wer es sich leisten kann hat eine Zusatzversicherung und dadurch schnelleren und besseren Zugang zu med. Leistungen.
Eine sogenannte Bürgerversicherung führt weder zu mehr Gleichheit noch zu besseren medizinischen Leistungen, wenn so etwas mehrheitlich gewollt ist kann der Staat hier Ausgleich über Steuerzuschüsse an die Kassen schaffen. Mehr Leute in ein marodes System zu pressen, die eben auch entsprechende Leistungen erhalten bringt dem System höchstens sehr kurzfristig etwas.

Also wieder mein Lieblingsthema. Politik sollte nicht ideologisch sondern Ergebnisgeleitet sein.
Ideologische Entscheidungen sind immer blind für die Folgen, siehe Mietpreisbremse in Berlin.

Fragmon

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #53 am: 17.09.2021 08:04 »
Macht der es nicht, macht es ein anderer. Es gibt mehr als 7 Milliarden Exemplare.

Wenn du deine pauschale Aussage aber generalisierst gibt es niemanden.

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #54 am: 17.09.2021 08:05 »
Doch. Diejenigen, die für ihre Krankenversorgung selbst aufkommen - oder ohne überleben.

Keeper83

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #55 am: 17.09.2021 08:43 »
Stimmst du mir zu, dass ein nicht unerheblicher Teil deiner Leistungsfähigkeit, deiner Gabe sich Wissen anzueignen und zu präsentieren , etc., auf Glück bei der Befruchtung, Entwicklung im Mutterleib und Geburt zurückzuführen ist und du somit, völlig unabhängig der sozialen Umstände deines Elternhauses, erheblich andere Startbedingungen vorgefunden hast als die meisten anderen der ca. 7 Milliarden Exemplare auf dieser Erde? Und das keiner von uns einen Einfluß auf diesen Umstand hat?

Außer natürlich man selektiert im Nachgang mit deinen Methoden aus. Dann könnte die Evolution irgendwann nur noch viele kleine Spids hervorbringen. Ich nehme an darauf zielst du ab?

     

was_guckst_du

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #56 am: 17.09.2021 08:54 »
...ein Problem der modernen menschlichen Entwicklung ist, das es sowas wie Evolution gar nicht mehr gibt.. 8)
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

WasDennNun

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #57 am: 17.09.2021 09:17 »
Gedankengut und Ideologien sind irrelevant. Ich konkretisiere: welchen rationalen Grund gibt es, die Gesundheitskosten eines anderen zu tragen? Dabei geht es auch nicht um einen konkreten einen oder konkreten anderen. Alles was nicht rational ist, ist irrational - und somit irre.
Interessant:
Welchen rationalen Grund gibt es, die die Kosten dafür zu tragen, dass jemand anderes nicht körperlich verletzt wird? Bzw. wenn jemand einen anderen schädigt, dass derjenige bestraft wird / aus dem Verkehr gezogen wird.
Also Dinge wie Polizei, Armee, ...

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #58 am: 17.09.2021 09:25 »
Das ist relativ simpel: Deine Betrachtungsebene ist falsch. Bei der Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung wird nicht die individuelle Sicherheit bspw. in Form der körperlichen Unversehrtheit gewährleistet. Es wird vielmehr ein allgemeines Sicherheitslevel geschaffen, in dem man grundsätzlich nicht in der Sorge leben muß, daß ein anderer einen vom Leben zum Tode befördert. Ausnahmsweise kommt das aber dennoch vor. Das kann man nur durch individuelle Vorkehrungen absichern - für die dann aber kein Dritter zahlt. Schutzzweck ist ja auch in erster Linie das staatliche Gewaltmonopol. Da ich nur einem großen Teil, aber bei weitem nicht allen anderen Menschen körperlich überlegen bin, habe ich ein originäres Interesse am staatlichen Gewaltmonopol - wie jeder andere auch, der nicht alen übrigen körperlich überlegen ist.

Organisator

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #59 am: 17.09.2021 09:26 »
Interessant:
Welchen rationalen Grund gibt es, die die Kosten dafür zu tragen, dass jemand anderes nicht körperlich verletzt wird? Bzw. wenn jemand einen anderen schädigt, dass derjenige bestraft wird / aus dem Verkehr gezogen wird.
Also Dinge wie Polizei, Armee, ...

Das ist ein eher gesellschaftsethisches Thema. Wenn die Allgemeinheit nicht (durch von jedem Einzelnen zu tragenden Kosten) für eine Sanktion von unerwünschtem Verhalten sorgt, wären grundlegende Bedürfnisse der Menschen nicht sichergestellt.

KV für alle ist da ein ähnliches Thema. Gäbe es keine Versicherungspflicht für alle, wäre ein relevanter Teil der Bevölkerung nicht krankenversichert. Entweder weil der Einzelne nicht will, oder nicht kann. Unabhängig davon würde der nicht-krankenversicherte im Notfall entweder doch auf Kosten der Allgemeinheit behandelt werden oder krepieren.
Da muss jede Gesellschaft(-sform) für sich entscheiden, wie sie es am liebsten möchte.

Eine Pflichtversicherung für alle, die zumindest einen Basisschutz beinhaltet, wäre für einen sozialen Staat wünschenswert.