Autor Thema: Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl  (Read 5892 times)

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #60 am: 17.09.2021 09:27 »
Stimmst du mir zu, dass ein nicht unerheblicher Teil deiner Leistungsfähigkeit, deiner Gabe sich Wissen anzueignen und zu präsentieren , etc., auf Glück bei der Befruchtung, Entwicklung im Mutterleib und Geburt zurückzuführen ist und du somit, völlig unabhängig der sozialen Umstände deines Elternhauses, erheblich andere Startbedingungen vorgefunden hast als die meisten anderen der ca. 7 Milliarden Exemplare auf dieser Erde? Und das keiner von uns einen Einfluß auf diesen Umstand hat?

Außer natürlich man selektiert im Nachgang mit deinen Methoden aus. Dann könnte die Evolution irgendwann nur noch viele kleine Spids hervorbringen. Ich nehme an darauf zielst du ab?

Klar bin ich besser als die allermeisten anderen. Du stellst darauf ab, ob ich etwas dafür könne - oder andere etwas dafür könnten, von geringerer Güte zu sein. Das kann allerdings dahingestellt bleiben, da es darauf nicht ankommt. Verschulden ist keine relevante Kategorie.

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #61 am: 17.09.2021 09:30 »
Interessant:
Welchen rationalen Grund gibt es, die die Kosten dafür zu tragen, dass jemand anderes nicht körperlich verletzt wird? Bzw. wenn jemand einen anderen schädigt, dass derjenige bestraft wird / aus dem Verkehr gezogen wird.
Also Dinge wie Polizei, Armee, ...

Das ist ein eher gesellschaftsethisches Thema. Wenn die Allgemeinheit nicht (durch von jedem Einzelnen zu tragenden Kosten) für eine Sanktion von unerwünschtem Verhalten sorgt, wären grundlegende Bedürfnisse der Menschen nicht sichergestellt.

KV für alle ist da ein ähnliches Thema. Gäbe es keine Versicherungspflicht für alle, wäre ein relevanter Teil der Bevölkerung nicht krankenversichert. Entweder weil der Einzelne nicht will, oder nicht kann. Unabhängig davon würde der nicht-krankenversicherte im Notfall entweder doch auf Kosten der Allgemeinheit behandelt werden oder krepieren.
Da muss jede Gesellschaft(-sform) für sich entscheiden, wie sie es am liebsten möchte.

Eine Pflichtversicherung für alle, die zumindest einen Basisschutz beinhaltet, wäre für einen sozialen Staat wünschenswert.

Wozu braucht es für diesen "Basisschutz" - ich schreibe ja gerne immer Wund- und Notfallversorgung - eine Versicherung? Entweder man betrachtet das als Daseinsvorsorge, dann finanziert man es aus dem Steuerhaushalt und spart sich eigene Verfahren und Verwaltung. Oder es handelt sich nicht um Daseinsvorsoge, dann kann man sich staatlicherseits raushalten.

Organisator

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #62 am: 17.09.2021 10:41 »
Wozu braucht es für diesen "Basisschutz" - ich schreibe ja gerne immer Wund- und Notfallversorgung - eine Versicherung? Entweder man betrachtet das als Daseinsvorsorge, dann finanziert man es aus dem Steuerhaushalt und spart sich eigene Verfahren und Verwaltung. Oder es handelt sich nicht um Daseinsvorsoge, dann kann man sich staatlicherseits raushalten.
[/quote]

Ziel bei der Einführung der Sozialversicherung war wohl, besonders schützenswerte Personenkreise (damals als abhängig Beschäftigte ausgemacht) durch eine paritätisch zwischen AG und AN finanzierte Versicherung abzusichern. Nicht so schützenswerten Personenkreisen wurde eine Wahlfreiheit eingeräumt.

Eine sozial ausgewogene Finanzierung lässt sich sicherlich auch steuerfinanziert gestalten, allerdings dann ohne die Wahlfreiheit. Wobei letztere aufgrund der Versicherungspflicht kaum noch gegeben ist.

Ist tatsächlich eine sinnige Überlegung, den Sinn einer Versicherung versus einer Steuerfinanzierung abzuwägen.

Keeper83

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #63 am: 17.09.2021 10:47 »
Stimmst du mir zu, dass ein nicht unerheblicher Teil deiner Leistungsfähigkeit, deiner Gabe sich Wissen anzueignen und zu präsentieren , etc., auf Glück bei der Befruchtung, Entwicklung im Mutterleib und Geburt zurückzuführen ist und du somit, völlig unabhängig der sozialen Umstände deines Elternhauses, erheblich andere Startbedingungen vorgefunden hast als die meisten anderen der ca. 7 Milliarden Exemplare auf dieser Erde? Und das keiner von uns einen Einfluß auf diesen Umstand hat?

Außer natürlich man selektiert im Nachgang mit deinen Methoden aus. Dann könnte die Evolution irgendwann nur noch viele kleine Spids hervorbringen. Ich nehme an darauf zielst du ab?

Klar bin ich besser als die allermeisten anderen. Du stellst darauf ab, ob ich etwas dafür könne - oder andere etwas dafür könnten, von geringerer Güte zu sein. Das kann allerdings dahingestellt bleiben, da es darauf nicht ankommt. Verschulden ist keine relevante Kategorie.

Ein bischen Demut der Tatsache gegenüber, dass einem so viele Gaben und damit die Möglichkeit sich z.B. eine Krankenversicherung leisten zu können mit in die Wiege gelegt wurden halte ich für durchaus angebracht.
Auch du wirst akzeptieren müssen, dass all das was du in deinem Leben bis jetzt erreicht hast, zu einem großen Teil auf dem oben beschriebenem Glück beruht.
Das du aus diesen Möglichkeiten dann das beste herausholst ist natürlich wiederum ganz allein dein Verdienst.

Warum genau darf ich denn keine konkrete Person in diesem Fall einbringen?
Wenn du von "anderen" sprichst fällt auch z.B. deine Tochter darunter. Das heißt ich gehe davon aus, dass auch Sie sich, früher oder später, selber um Ihre Gesundheitskosten zu kümmern hat und wenn Sie dazu nicht in der Lage ist, wird Sie, wie von dir beschrieben, mutmaßlich sterben. 
Oder fallen Anverwandte bei dir nicht unter den Begriff "Andere".



     

Fragmon

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #64 am: 17.09.2021 10:48 »
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Welchen rationalen Grund gibt es, die die Kosten dafür zu tragen, dass jemand anderes nicht körperlich verletzt wird? Bzw. wenn jemand einen anderen schädigt, dass derjenige bestraft wird / aus dem Verkehr gezogen wird.
Also Dinge wie Polizei, Armee, ...

Das ist ein eher gesellschaftsethisches Thema. Wenn die Allgemeinheit nicht (durch von jedem Einzelnen zu tragenden Kosten) für eine Sanktion von unerwünschtem Verhalten sorgt, wären grundlegende Bedürfnisse der Menschen nicht sichergestellt.

KV für alle ist da ein ähnliches Thema. Gäbe es keine Versicherungspflicht für alle, wäre ein relevanter Teil der Bevölkerung nicht krankenversichert. Entweder weil der Einzelne nicht will, oder nicht kann. Unabhängig davon würde der nicht-krankenversicherte im Notfall entweder doch auf Kosten der Allgemeinheit behandelt werden oder krepieren.
Da muss jede Gesellschaft(-sform) für sich entscheiden, wie sie es am liebsten möchte.

Eine Pflichtversicherung für alle, die zumindest einen Basisschutz beinhaltet, wäre für einen sozialen Staat wünschenswert.

Wozu braucht es für diesen "Basisschutz" - ich schreibe ja gerne immer Wund- und Notfallversorgung - eine Versicherung? Entweder man betrachtet das als Daseinsvorsorge, dann finanziert man es aus dem Steuerhaushalt und spart sich eigene Verfahren und Verwaltung. Oder es handelt sich nicht um Daseinsvorsoge, dann kann man sich staatlicherseits raushalten.

Das Problem ist hierbei, dass man solche Ansätze meist sich zu eigen macht, wenn man die finanziellen Mittel hat für sich selbst vorzusorgen. Ich vermute, man hat andere Ansichten, wenn man durch ein/zwei Schicksalsschläge getroffen und finanziell / gesundheitlich unverschuldet aus der Bahn geworfen wurde.

-->Hättest du die gleichen Ansichten, wenn du gesundheitlich geschädigt bist und weder Einkommen noch Vermögen besitzt?

Das Argument, dass jeder für sich selbst sorgen muss und somit alles selbstverschuldet ist, lasse ich nicht gelten. Diese Situation kann bereits eintreten, bevor man selbst Grundsteine für seine eigene Absicherung legen konnte.

Spid

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« Antwort #65 am: 17.09.2021 10:53 »
Stimmst du mir zu, dass ein nicht unerheblicher Teil deiner Leistungsfähigkeit, deiner Gabe sich Wissen anzueignen und zu präsentieren , etc., auf Glück bei der Befruchtung, Entwicklung im Mutterleib und Geburt zurückzuführen ist und du somit, völlig unabhängig der sozialen Umstände deines Elternhauses, erheblich andere Startbedingungen vorgefunden hast als die meisten anderen der ca. 7 Milliarden Exemplare auf dieser Erde? Und das keiner von uns einen Einfluß auf diesen Umstand hat?

Außer natürlich man selektiert im Nachgang mit deinen Methoden aus. Dann könnte die Evolution irgendwann nur noch viele kleine Spids hervorbringen. Ich nehme an darauf zielst du ab?

Klar bin ich besser als die allermeisten anderen. Du stellst darauf ab, ob ich etwas dafür könne - oder andere etwas dafür könnten, von geringerer Güte zu sein. Das kann allerdings dahingestellt bleiben, da es darauf nicht ankommt. Verschulden ist keine relevante Kategorie.

Ein bischen Demut der Tatsache gegenüber, dass einem so viele Gaben und damit die Möglichkeit sich z.B. eine Krankenversicherung leisten zu können mit in die Wiege gelegt wurden halte ich für durchaus angebracht.
Auch du wirst akzeptieren müssen, dass all das was du in deinem Leben bis jetzt erreicht hast, zu einem großen Teil auf dem oben beschriebenem Glück beruht.
Das du aus diesen Möglichkeiten dann das beste herausholst ist natürlich wiederum ganz allein dein Verdienst.

Warum genau darf ich denn keine konkrete Person in diesem Fall einbringen?
Wenn du von "anderen" sprichst fällt auch z.B. deine Tochter darunter. Das heißt ich gehe davon aus, dass auch Sie sich, früher oder später, selber um Ihre Gesundheitskosten zu kümmern hat und wenn Sie dazu nicht in der Lage ist, wird Sie, wie von dir beschrieben, mutmaßlich sterben. 
Oder fallen Anverwandte bei dir nicht unter den Begriff "Andere".

Die Unterschiedlichkeit von Menschen liegt in deren Natur. Deshalb lehne ich jede Gleichmacherei ab. Manche sind besser als andere. Das ist weder zu beanstanden noch auszugleichen.

Es geht ja um eine grundsätzliche Frage - mithin bedarf es auch einer grundsätzlichen Klärung und keines Whataboutismus.

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #66 am: 17.09.2021 10:57 »
Interessant:
Welchen rationalen Grund gibt es, die die Kosten dafür zu tragen, dass jemand anderes nicht körperlich verletzt wird? Bzw. wenn jemand einen anderen schädigt, dass derjenige bestraft wird / aus dem Verkehr gezogen wird.
Also Dinge wie Polizei, Armee, ...

Das ist ein eher gesellschaftsethisches Thema. Wenn die Allgemeinheit nicht (durch von jedem Einzelnen zu tragenden Kosten) für eine Sanktion von unerwünschtem Verhalten sorgt, wären grundlegende Bedürfnisse der Menschen nicht sichergestellt.

KV für alle ist da ein ähnliches Thema. Gäbe es keine Versicherungspflicht für alle, wäre ein relevanter Teil der Bevölkerung nicht krankenversichert. Entweder weil der Einzelne nicht will, oder nicht kann. Unabhängig davon würde der nicht-krankenversicherte im Notfall entweder doch auf Kosten der Allgemeinheit behandelt werden oder krepieren.
Da muss jede Gesellschaft(-sform) für sich entscheiden, wie sie es am liebsten möchte.

Eine Pflichtversicherung für alle, die zumindest einen Basisschutz beinhaltet, wäre für einen sozialen Staat wünschenswert.

Wozu braucht es für diesen "Basisschutz" - ich schreibe ja gerne immer Wund- und Notfallversorgung - eine Versicherung? Entweder man betrachtet das als Daseinsvorsorge, dann finanziert man es aus dem Steuerhaushalt und spart sich eigene Verfahren und Verwaltung. Oder es handelt sich nicht um Daseinsvorsoge, dann kann man sich staatlicherseits raushalten.

Das Problem ist hierbei, dass man solche Ansätze meist sich zu eigen macht, wenn man die finanziellen Mittel hat für sich selbst vorzusorgen. Ich vermute, man hat andere Ansichten, wenn man durch ein/zwei Schicksalsschläge getroffen und finanziell / gesundheitlich unverschuldet aus der Bahn geworfen wurde.

-->Hättest du die gleichen Ansichten, wenn du gesundheitlich geschädigt bist und weder Einkommen noch Vermögen besitzt?

Das Argument, dass jeder für sich selbst sorgen muss und somit alles selbstverschuldet ist, lasse ich nicht gelten. Diese Situation kann bereits eintreten, bevor man selbst Grundsteine für seine eigene Absicherung legen konnte.

Schuld ist keine relevante Kategorie. Es geht darum, ob man einen Anspruch auf das hat, was ein anderer sich erarbeitet hat, weil man es selbst nicht getan hat - und einen solchen Anspruch weise ich klar zurück. Ob Alte, Arme und Kranke das anders sehen, ist mir egal. Die können gerne darlegen, worauf sie ihren Anspruch auf das, was ich erarbeitet habe, stützen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß dabei etwas brauchbares rauskommt.

Fragmon

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #67 am: 17.09.2021 11:54 »
Ich habe deine Ansicht verstanden, aber hättest du diese Ansicht auch, wenn du zu der Gruppe (Schwachen / Alten) gehören würdest. Ich denke es jedenfalls nicht, da du dann ein Defizit im Selbsterhaltungstrieb hättest.


Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #68 am: 17.09.2021 11:58 »
Und worauf würde diese Gruppe - von der Du ja hoffentlich auch einen Perspektivwechsel erwartest - ihren Anspruch begründen?

Organisator

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« Antwort #69 am: 17.09.2021 12:09 »
Ich habe deine Ansicht verstanden, aber hättest du diese Ansicht auch, wenn du zu der Gruppe (Schwachen / Alten) gehören würdest. Ich denke es jedenfalls nicht, da du dann ein Defizit im Selbsterhaltungstrieb hättest.

Ist ja auch irgendwie logisch. Wenn du selber Einkommen generieren kannst ist das Interesse, möglichst viel davon zu behalten. Umgekehrt - wenn man kein Einkommen hat, ist das Interesse, möglichst viel von anderen zu bekommen.

Isi

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #70 am: 17.09.2021 15:55 »
Ich habe deine Ansicht verstanden, aber hättest du diese Ansicht auch, wenn du zu der Gruppe (Schwachen / Alten) gehören würdest. Ich denke es jedenfalls nicht, da du dann ein Defizit im Selbsterhaltungstrieb hättest.

Ist ja auch irgendwie logisch. Wenn du selber Einkommen generieren kannst ist das Interesse, möglichst viel davon zu behalten. Umgekehrt - wenn man kein Einkommen hat, ist das Interesse, möglichst viel von anderen zu bekommen.

Worum es in der Krankenversicherung nun gar nicht geht.
Vielmehr ist die Frage: Würden solche Personen die hier und Heute reden wie spid in einem Land das nach ihren Vorstellungen funktioniert denn überhaupt soweit gekommen sein?
Ich denke nicht.
Vielleicht schon vor, oder bei der Geburt gestorben?

Es ist immer super erst zu profitieren (und das haben wir als Kinder alle die hier geboren wurden) und dann wenn man es nicht mehr braucht (odere glaubt nicht zu brauchen) die Abschaffung zu verlangen: Wie schon mal gesagt: wir sind hier im Intenet, hier ist jeder was er will, sogar Kluk:)

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #71 am: 17.09.2021 16:08 »
Inwiefern hätte ich vom Zwangsversicherungssystem profitiert? Und warum sollte das relevant sein? Und welchen Anspruch hätten jetzt Personen auf das, was andere sich erwirtschaftet hätten?

Isi

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #72 am: 17.09.2021 16:49 »
Unser Rettungs- und Krankenhauswesen basiert darauf, auch die Zahlung der Hebammen und weiterer Heilberufe ist zentral vom Konzept der Solidarität im Gesundheitswesen und der gesetzlichen Krankenversicherung abhängig.
Das beginnt schon bei deren (Hebammen) Ausbildung (jetzt Studium) und endet vielleicht, ganz vielleicht bei den 14 Minuten binnen derer ein Rettungswagen inkl. 2er ausgebildeter Notfalsanitäter bzw. 1 Notfallsanitäter und 1 Rettungssani oder Rettungshelfer bei dir sein müssen (zumindest statistisch).

Vom:
Rettungshubschrauber, der Strokeunit und der Infektions- oder Coronastation, den beiden Hochleistungsstrahlenkanonen in Heidelberg die bei genau 4 Krebsarten zum Einsatz kommen und dort Lebensrettend sind - aber 250 Millionen nur in der Anschaffung kosten, und 4 Millionen pro Jahr im idle Betrieb, kostenloser Untersuchung unserer Kinder, Zahn-, Augen-, Ohren-, Lungen- und sonstigen Fachärzten.

Ja dein persönliches Gehalt hängt teilw. stark von den Privatpatienten ab, aber in der Masse leben diese Praxen und das hochwertige medizinische Angebot von der GKV.
Die PKV ist wichtig und richtig - reformiert sowieso - aber die GKV ist die Grundmauer auf dem das alles steht.

Ich hoffe natürlich für dich du hast nie einen Rettungshubschrauber gebraucht und benötigst auch nie eine Krebsbehandlung für 200.000€ oder mehr.
Aber WENN hat die GKV dir (auch wenn du in der PKV bist) eine solche Behandlung und die vorher nötige Diagnostik erst ermöglicht.

Aber wenn deine Frau deine Kinder nicht während der Feldarbeit geworfen hat, dann hast du bereits von der PKV profitiert.
Und du selbst (je nach alter) mögl. auch, nur durch deine Geburt.

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #73 am: 17.09.2021 17:19 »
Nein, das Rettungs- und Krankenhauswesen beruht darauf, daß jemand für Einsätze und Behandlungen bezahlt. Das hat nichts mit Solidarität zu tun. Das kann auch schlicht derjenige sein, der es in Anspruch nimmt - oder dessen Versicherung, wenn er entsprechend vorgesorgt hat. Und selbstverständlich habe ich von der PKV profitiert - in die ich nach versicherungsmathematischen Grundsätzen entsprechend der Schadenseintrittswahrscheinlichkeit eingezahlt habe.

WasDennNun

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #74 am: 17.09.2021 17:38 »
Nein, das Rettungs- und Krankenhauswesen beruht darauf, daß jemand für Einsätze und Behandlungen bezahlt. Das hat nichts mit Solidarität zu tun.
Eben, deswegen werden in allen ländlichen Regionen ja auch mehr für die Einsätze, wegen weiterer Flugstrecken bezahlt, als in Ballungszentren.