Autor Thema: [NW] Vom Angestellten zum Beamten  (Read 3944 times)

Maren

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[NW] Vom Angestellten zum Beamten
« am: 28.09.2021 14:10 »
Hallo zusammen,

Ich bin Angestellter im öffentlichen Dienst. Mich hat sich nun die Frage gestellt, ob ich nicht auch verbeamtet werden kann.

Ich habe mich darüber schon schlau gemacht, aber man hört immer wieder verschiedene Sachen.
Wie z.B. dass es je nach Stadt unterschiedlich sein kann ob es funktioniert, etc.

Habt Ihr evtl. Erfahrungen sammeln können oder wisst irgendetwas darüber?

Vorab schon mal vielen Dank für die Hilfe!

Liebe Grüße
Maren
« Last Edit: 29.09.2021 00:47 von Admin2 »

2strong

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Antw:Vom Angestellten zum Beamten - NRW
« Antwort #1 am: 28.09.2021 14:12 »
Das kommt zum einen auf das Landesrecht an, das zur Anwendung kommt. Zudem muss der Arbeitgeber auch wollen. Welche Ausbildung und Berufserfahrung bringst Du denn mit?

Maren

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Antw:Vom Angestellten zum Beamten - NRW
« Antwort #2 am: 28.09.2021 14:14 »
Es handelt sich um die Laufbahngruppe 1, zweites Einstiegsamt, also Stadtsekretärin.

2strong

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Antw:Vom Angestellten zum Beamten - NRW
« Antwort #3 am: 28.09.2021 14:36 »
Und Du willst Dich als Anwärterin für den zweijährigen Vorbereitungsdienst bewerben oder als Quereinsteigerin? Falls Letzteres, welche Ausbildung bringst Du mit?

Maren

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Antw:Vom Angestellten zum Beamten - NRW
« Antwort #4 am: 28.09.2021 14:59 »
Das ist jetzt die Frage, was funktioniert oder was sich mehr lohnt.

Ich habe bereist eine Ausbildung zur VFA erfolgreich bei einer Kommune absolviert und bin dort auch weiterhin tätig. Seinerzeit wollte ich bereits die Ausbildung im mittleren Dienst anfangen, aber es hatte sich nicht ergeben, dass ich die Stelle bekommen konnte. 

Nun strebe ich den Wunsch an, in das Beamtenverhältnis zu gelangen.

2strong

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Antw:Vom Angestellten zum Beamten - NRW
« Antwort #5 am: 28.09.2021 15:14 »
Nach meinem Verständnis könnte Dich der Dienstherr vor dem Hintergrund Deiner Ausbildung und entsprechender Berufserfahrung in sogenannter Laufbahn besonderer Fachrichtung unmittelbar ins Beamtenverhältnis übernehmen. Alternativ absolvierst Du den zweijährigen Vorbereitungsdienst. Die Vergütung liegt bei rd. 1.300€.

Maren

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Antw:Vom Angestellten zum Beamten - NRW
« Antwort #6 am: 28.09.2021 15:19 »
Okay, das ist schon mal gut zu wissen. Ich danke dir!

Dann auf zum PR.

Auch wenn es mühselig ist, hätte ich kein Problem den 2 jährigen Vorbereitungsdienst anzutreten. (Wenn alle Stricke reißen!!)

2strong

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Antw:Vom Angestellten zum Beamten - NRW
« Antwort #7 am: 28.09.2021 15:34 »
Gute Einstellung. Und ein gutes Ziel. Viel Erfolg!

Maren

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Antw:Vom Angestellten zum Beamten - NRW
« Antwort #8 am: 28.09.2021 15:47 »
Dankeschön!

BüroLurchNRW

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Antw:[NW] Vom Angestellten zum Beamten
« Antwort #9 am: 05.10.2021 12:57 »
Hallo Maren.
Wieso möchtest du denn unbedingt Beamtin werden im mD? Da stehst du finanziell ja gerade im mD durch die PKV eher schlechter da, vor allem wenn man sieht wieviel die PKV wieder erhöhen will  :-[
Ich strebe gerade eher einen Wechsel in die andere Richtung an, habe aber keine Ahnung ob und wie das geht und wo ich dann landen würde gehaltsmäßig :D

Elur

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Antw:[NW] Vom Angestellten zum Beamten
« Antwort #10 am: 05.10.2021 22:24 »
Da mag es durchaus mehrere Gründe geben. Ich bin mit 38 im mittleren Dienst verbeamtet worden. Aufgrund meiner damals noch 3 minderjährigen Kinder war ich bei meinem Arbeitgeber nur zu 50 % beschäftigt (Allerdings von Anfang an. Ich bin nicht aufgrund der Kinder in Teilzeit gegangen). Durch die Verbeamtung hatte ich Anspruch auf eine Vollzeitbeschäftigung. Aufgrund meines vorherigen Vertrages hätte ich nicht einfach so in Vollzeit arbeiten können. Durch die Entgeltbestandteile für 3 Kinder war das Gehalt dann als Beamtin in A6  auch gar nicht sooo schlecht. Ich bin relativ schnell bis nach A8 gekommen, habe dann den Aufstieg gemacht und wurde dann im gehobenen Dienst verbeamtet. Hierbei wurden alle Jahre (auch die im Angestelltenverhältnis und die die als Beamtin im mittleren Dienst) angerechnet, so dass ich in A9 Stufe 8 landete. Manche meiner Kommilitonen, die als Tarifbeschäftigte den Aufstieg machten, wurden danach in A9 Stufe 1 verbeamtet. Nach einem Jahr erfolgte dann die Beförderung. Also, wenn das sich nicht gelohnt hatte... Vor meiner Verbeamtung hatte ich einen Teilzeitjob, der nach E5 vergütet wurde. Nach 8 Jahren war ich A10 (und Vollzeit) und die A11 ist auch nicht ewig weit weg. Eine Verbeamtung im mittleren Dienst kann sich durchaus lohnen!

BüroLurchNRW

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Antw:[NW] Vom Angestellten zum Beamten
« Antwort #11 am: 07.10.2021 11:07 »
Hallo Elur,
bis A11 verdient man allerdings als Angestellter idR mehr (wenn man die 39Std und das Weihnachtsgeld zugrunde legt). Daher verstehe ich das nicht ganz und gerade wenn man nicht Vollzeit arbeiten kann oder will, ist es als Angestellter ja eigentlich im Hinblick auf die PKV (die ja immer gleich bleibt) besser. Und nicht alle machen ja einen Aufstieg. Wenn ich mit A7 meine PKV zahlen müsste- Gute Nacht  :-[

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Antw:[NW] Vom Angestellten zum Beamten
« Antwort #12 am: 07.10.2021 14:57 »
Unter Annahme eine Vollzeitbeschäftigung kann ich Deine Annahme nicht nachvollziehen. Selbst wenn 300 € für die PKV in Abzug gebracht werden, steht man sich auch in A 6 bereits besser als in einer entsprechenden Entgeltgruppe, Vorteile insb. bei der medizinischen Versorgung und der Alterssicherung treten noch hinzu.

BüroLurchNRW

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Antw:[NW] Vom Angestellten zum Beamten
« Antwort #13 am: 11.10.2021 10:29 »
Also selbst bei Vollzeit ist man als Angestellter immer ein bisschen weiter vorne vom Verdienst. Egal was ich in den Rechner eingebe bis A11- als Angestellter kommt mehr rum. Manchmal nur 50€, oft auch deutlich mehr. Und wenn ich dann noch den Aufwand mit Beihilfe und PKV dazu rechne...

Bei A7 und E7 Stufe 1 unter Beachtung von 39 Std. und Weihnachtsgeld sowie 300€ PKV (wobei ich persönlich aufgrund der vielen Erhöhungen schon deutlich darüber bin) sind es für A7 1.815 und bei E7 1.860 €.

Im gD wird der Unterschied noch etwas größer. Und wenn man dann Teilzeit rechnet, hat man als Beamter doch vollends verloren. Da würde man dann für knapp 1.280€ netto in A10 rausgehen und in E8 hat man dann schon fast dasselbe (1.165 plus Weihnachtsgeld von mindestens 50€ auf den Monat runter gerechnet), bei E9c wären es sogar schon über 1.400€.  Zugrunde gelegt 19,5 Std und 300€ PKV, verheiratet und 1 Kind.
Solange man VZ arbeitet mag das noch ok sein, wobei man immer 2 Std. pro Woche = 104Std Pro Jahr = 2.5 Wochen mehr arbeiten muss!!!! Aber in Teilzeit kann man (bzw. Frau) nur verlieren. . .
« Last Edit: 11.10.2021 10:42 von BüroLurchNRW »

BüroLurchNRW

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Antw:[NW] Vom Angestellten zum Beamten
« Antwort #14 am: 11.10.2021 10:53 »
Noch ein Beispiel:
A10 41 Std Stufe 4 (Steuerklasse 1, keine Kinder): 2730€ - 300€ PKV - 12€ Beihilfe = 2.418€
E9C 39 Std Stufe 3 ("                                           ): 2353€ + 100€ (oder mehr W-Geld) = 2.453€ (aber 8 Std weniger Arbeit)

Ich denke das wird bei den Vergleichen auch oft nicht berücksichtigt- Weihnachtsgeld und die 2 Std mehr/weniger sowie Beihilfekosten plus Aufwand und auch Kosten auf denen man immer mal hängen bleibt und die sofortigen Nachteile wenn nicht VZ gearbeitet wird. Hinzu kommt, dass man für A10 erst einmal 4 Jahre warten muss und in der Zeit deutlich weniger verdient als der Kollege mit E9c von Beginn an  ;)

Und JA natürlich gibt es auch Vorteile (momentan Pension und im Krankheitsfall über 6 Wochen). . .
Ich glaube aber nicht, dass ich in 30-35 Jahren noch ne üppige Pension haben werde und was bringt mir die wenn ich bis 70 malochen muss und dann eh kaputt bin. Habe ich dann auch nichts mehr von :D zumal ich jetzt eher mehr Kohle gebrauchen könnte und ein bisschen mehr Freizeit als mit ü 70 :D
Aber scheinbar stehe ich als Beamter mit dieser Meinung eher alleine da, weshalb sich auch nichts tut in Sachen 41 Std und Bezahlung