Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 236958 times)

MaLa

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1800 am: 19.08.2022 11:54 »
Vermutlich ist diese Layla
a) die Behördenleitung, oder
b) Gleichstellungsbeauftrage

Die Referatsleiterin erreicht man unter der Durchwahl-32 16 8

Da saß doch mal diese Rosi. Is die in Rente/Pension?

Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1801 am: 19.08.2022 11:56 »
Die wurde von der Layla ersetzt!

Rumo1895

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1802 am: 19.08.2022 11:59 »
Da saß doch mal diese Rosi. Is die in Rente/Pension?

Die war vermutlich wegen des Ausgleichs für Sonderformen der Arbeit nach §8 relativ belastend für den Haushaltsplan

Opa

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1803 am: 19.08.2022 12:22 »
Wie man von Tarifverhandlung und Inflation auf die Spider Murphy Gang kommen kann, ist faszinierend.

Digitalisierung ist toll für den Bürger, eröffnet möglicherweise die Möglichkeit für mehr Menschen, mobil zu arbeiten und macht somit das Leben einfacher.
Größte Hemmschuhe neben dem fehlenden Verständnis und Umsetzungswillen auf Verwaltungsseite sind vermutlich Aspekte der missbräuchlichen Nutzung und des Datenschutzes. Zudem dürfen momentan digitalisierte Prozesse nicht der ausschließliche Zugangsweg zu öffentlichen Dienstleistungen sein, da nicht jeder Bürger bereit und in der Lage ist, diese zu nutzen. Einen Rest an analogen Dienstleistungen werden wir somit auch weiterhin in der gesamten Bandbreite unseres Angebots vorhalten müssen. Das hat ganz aktuell die Datenerhebung zur Grundsteuerreform belegt, bei der die Finanzverwaltung mit nassforschen Forderungen versucht hat, den Papierantrag zur absoluten Ausnahme zu machen und daran kläglich gescheitert ist.

Aus Sicht der Beschäftigten sei erwähnt, dass, wo immer in den letzten 40 Jahren Arbeitsprozesse digitalisiert wurden,
a) Stellen weggefallen sind und
b) die Arbeitsdichte für die verbleibenden Mitarbeiter erhöht wurde.

Als es in Behörden noch keine E-Mail gab, musste der gemeine Sachbearbeiter pro Arbeitstag nur einen Bruchteil der schriftlichen Informationen aufnehmen, die heute üblich sind. Da kam zweimal am Tag eine Umlaufmappe mit vielleicht 3-4 Schriftstücken, die man dann priorisiert und abgearbeitet hat. Heutzutage kommt alle 20 Minuten eine Mail, die man bitte zeitnah zur Kenntnis nimmt und dann seine bereits sortierten Tagesaufgaben ggf. neu zu priorisieren hat.
Seltsamerweise haben telefonische und persönliche Anfragen/Vorsprachen dadurch nicht abgenommen, sodass die Arbeitsdichte spürbar gestiegen ist.

Kaiser80

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1804 am: 19.08.2022 12:25 »
Wie man von Tarifverhandlung und Inflation auf die Spider Murphy Gang kommen kann, ist faszinierend.
Da sag mir einer es gäbe keine krativen Köpfe im öD...

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1805 am: 19.08.2022 12:37 »

Aus Sicht der Beschäftigten sei erwähnt, dass, wo immer in den letzten 40 Jahren Arbeitsprozesse digitalisiert wurden,
a) Stellen weggefallen sind und
b) die Arbeitsdichte für die verbleibenden Mitarbeiter erhöht wurde.


Gibt es da belastbare Zahlen? Grundsätzlich würde ich zustimmen, dass durch Digitalisierung, evtl. auch durch "HO" Stellen wegfallen und Arbeitsdichte erhöht wird, ist ja auch der Zweck der Sache. ABER: gefühlt, nimmt die Bürokratie soviel weiter zu, als das dies dadurch mehr als ausgeglichen wird.

Sind dann aber mE meist überflüssige Vorgänge, die aber digital schlank erledigt werden können.  ;)

Opa

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1806 am: 19.08.2022 13:06 »
Belastbare Zahlen lassen sich vielleicht finden, ich habe jetzt nichts vorliegen. Es gibt Studien unterschiedlicher Herkunft und Qualität, die sich mit der generellen Frage der Arbeitsverdichtung in Langzeitbetrachtungen des öD befassen. Digitalisierung ist selbstverständlich nicht der einzige Auslöser und nicht die einzige Ursache. Allerdings führen umfassende und tiefgreifende Digitalisierungsschritte in der Regel zu Restrukturierungsmaßnahmen und damit einhergehender Aktualisierung der Personalbemessung. Da hierbei ein wesentliches Leitmotiv die Wirtschaftlichkeit ist, werden naturgemäß die (ggf. überschätzten) Leistungskapazitäten der Mitarbeiter voll ausgeschöpft. Das führt zu entsprechender Verdichtung der pro Zeiteinheit zu erledigenden Vorgänge.

Beispiele für Personalabbau (Zahlen für den gesamten öffentlichen Sektor habe ich nicht):
- Ausweitung digitaler Kommunikation -> Reduzierung bis vollständige Abschaffung in Poststellen, Botendiensten
- Einführung E-Akte -> Abschaffung der Registraturkräfte
- Voll digitalisierte Dienstleistungen wie Terminvergabe, Leistungsbeantragung, allgemeine Mitteilungen -> Abschaffung von Servicepersonal im Bereich Anliegensklärung, Kundensteuerung und Entgegennahme von Dokumenten

Aufgabenreste, wie z.B. die Prüfung digital eingereichter Unterlagen auf Vollständigkeit und Richtigkeit oder die richtige Einsortierung von Vorgängen in eine digitale Akte, die sich nicht wegdigitalisieren lassen, bleiben dann als Nebenaufgaben bei den hierfür eigentlich überqualifizierten Mitarbeitern der Sachbearbeitungsebene hängen.

Ein etwas älteres Beispiel zur Arbeitsverdichtung ist eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung, die allerdings nicht den Schwerpunkt Digitalisierung behandelt: https://www.boeckler.de/pdf/p_arbp_290.pdf

Organisator

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1807 am: 19.08.2022 13:34 »
Beispiele für Personalabbau (Zahlen für den gesamten öffentlichen Sektor habe ich nicht):
- Ausweitung digitaler Kommunikation -> Reduzierung bis vollständige Abschaffung in Poststellen, Botendiensten
- Einführung E-Akte -> Abschaffung der Registraturkräfte
- Voll digitalisierte Dienstleistungen wie Terminvergabe, Leistungsbeantragung, allgemeine Mitteilungen -> Abschaffung von Servicepersonal im Bereich Anliegensklärung, Kundensteuerung und Entgegennahme von Dokumenten

und das kann man noch leicht weitertreben, wenn nämlich digitale Prozesse automatisiert erledigt werden und nicht schrittweise durch den jeweiligen Bearbeiter.

Finde ich gut! Öffentliche Verwaltung ist schließlich kein Selbstzweck, sondern soll dem Bürger so schlank wie möglich bei seinen Anliegen unterstützen. Kernaufgabe der öffentlichen Verwaltung sind schließlich nicht die internen Prozesse, sondern z.B. Antragsannahme, -prüfung, -bescheidung.

Aber:
Auch wenn digitale Kommunikation einfach ist und 20 Leute in cc leichter zu sezten sind als 20 Briefe zu schreiben, solle eine digitale Hygiene beachtet werden. Dazu sollte sich Organisation nicht nur entwickeln, sondern dieses gut gesteuert werden.

Brownyy

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1808 am: 19.08.2022 15:11 »


Aus Sicht der Beschäftigten sei erwähnt, dass, wo immer in den letzten 40 Jahren Arbeitsprozesse digitalisiert wurden,
a) Stellen weggefallen sind




Und genau da ist die Chance die jetzt ergriffen werden muss. Wir werden frei werdende Arbeitsplätze in Zukunft nicht mehr nachbesetzen können, da es schlicht an Nachwuchs fehlt.

Wir müssen alleine aus diesem Grund die Digitalisierung forcieren!

Ach ja: Die Beamten fordern bereits eine Reduktion der Arbeitszeit. Das wäre schon einmal ein Anfang.

https://www.wiwo.de/politik/deutschland/beamtenbund-chef-arbeitszeit-der-staatsdiener-soll-sinken/25460824.html

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1809 am: 19.08.2022 16:38 »
Da hierbei ein wesentliches Leitmotiv die Wirtschaftlichkeit ist, werden naturgemäß die (ggf. überschätzten) Leistungskapazitäten der Mitarbeiter voll ausgeschöpft. Das führt zu entsprechender Verdichtung der pro Zeiteinheit zu erledigenden Vorgänge.


Wobei ich hier aus dem Bauch vermuten würde, dass die Verdichtung nur eine Annäherung an die Erbringung von Arbeitskraft mittlerer Art und Güte ist. Man sich also der eigentlich gewünschten Norm nähert.

Auslösende Prozesse waren jedoch die Mitarbeiter, die in Ruhestand gehen und der jüngere Nachfolger nicht zur Hälfte der Zeit ausgelastet ist. Sachen gibts... ;D

Romsen

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1810 am: 19.08.2022 16:41 »


Aus Sicht der Beschäftigten sei erwähnt, dass, wo immer in den letzten 40 Jahren Arbeitsprozesse digitalisiert wurden,
a) Stellen weggefallen sind




Und genau da ist die Chance die jetzt ergriffen werden muss. Wir werden frei werdende Arbeitsplätze in Zukunft nicht mehr nachbesetzen können, da es schlicht an Nachwuchs fehlt.

Wir müssen alleine aus diesem Grund die Digitalisierung forcieren!

Ach ja: Die Beamten fordern bereits eine Reduktion der Arbeitszeit. Das wäre schon einmal ein Anfang.

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Puuuh, musste als "mit dem Bundesinnenminister Seehofer" erstmal schnell schauen ob ich in einer anderen Zeitlinie bin

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1811 am: 19.08.2022 16:43 »
Arbeiten die jetzt, die Beamten?

Romsen

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1812 am: 19.08.2022 16:45 »
Arbeiten die jetzt, die Beamten?
Hier wird es nun eh wieder ruhiger. Nun lässt auch dr letzte langsam seinen Stift fallen und verabschiedet sich ins Wochenende

DiVO

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1813 am: 20.08.2022 15:15 »


Aus Sicht der Beschäftigten sei erwähnt, dass, wo immer in den letzten 40 Jahren Arbeitsprozesse digitalisiert wurden,
a) Stellen weggefallen sind




Und genau da ist die Chance die jetzt ergriffen werden muss. Wir werden frei werdende Arbeitsplätze in Zukunft nicht mehr nachbesetzen können, da es schlicht an Nachwuchs fehlt.

Wir müssen alleine aus diesem Grund die Digitalisierung forcieren!

Ach ja: Die Beamten fordern bereits eine Reduktion der Arbeitszeit. Das wäre schon einmal ein Anfang.

https://www.wiwo.de/politik/deutschland/beamtenbund-chef-arbeitszeit-der-staatsdiener-soll-sinken/25460824.html

Es mag sein, dass einzelne Stellen wie die Poststelle oder der Pförtner wegfallen. Diese frei werden Kapazitäten (Budget) werden dann für andere Bereiche wie IT eingesetzt. Unterm Strich glaube ich nicht, dass durch Digitalisierung eine Stelle verloren geht - die Arbeit ändert sich bloß.

Ich arbeite selbst in einem großem Digitalisierungsprojekt. Mit den Effizienzsteigerungen in der Sachbearbeitung haben wir bisher folgendes gemacht:

- Personalüberhang abgebaut
- frei gewordene Stellen nicht nachbestellt

Gleichzeitig passierte allerdings Folgendes:

- zusätzliches Personal für das Projektteam
- zusätzliches Personal für die Anwenderbetreuung
- zusätzliches Personal für die IT

Unterm Strich wurden die VZÄ nicht weniger, es hat sich nur verschoben.

Britta2

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1814 am: 20.08.2022 21:55 »
Das wird doch schon immer so gemacht. Bei uns zumindest. Wenn eine Abteilung aufgelöst wird, wird vorab schon die Gründung eines neuen Projekts mit neuem Leiter aber denselben Mitarbeitern und identischer Bezahlung organisiert.