Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 701599 times)

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2565 am: 27.09.2022 14:06 »
Das halte ich für Quatsch, weil die Produkte und Dienstleistungen, die der Staat anbietet einen kleinen Teil des Warenkorbes ausmachen. Wenn der Bürger der Ansicht ist, durch Steuern und Sozialabgaben zu stark belastet zu werden, sollte er seine Erwartungshaltung dem Staat gegenüber anpassen und Parteien wählen, die das umsetzen.
Naja, wenn aber durch die Lohnerhöhung der Staat sich genötigt sieht seine Preise zu erhöhen, also 19,5% Umsatzsteuer.... 8)

Hugo Stieglitz

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2566 am: 27.09.2022 15:28 »
Das alles teurer wird streitet ja niemand ab, sondern die Annahme, dass durch einen überdurchschnittlichen Tarifabschluss in Teilen des ÖD eine Lohnpreisspirale in Gang gesetzt wird und wir deshalb mit den Forderungen kürzer treten sollten. Das halte ich für Quatsch, weil die Produkte und Dienstleistungen, die der Staat anbietet einen kleinen Teil des Warenkorbes ausmachen.
Hmm, Wasserversorgung u.a. (öffi) Dienstleistungen/Steuer für die Wohnung fliessen zumindest für rund 3,6% in den Gesamtwarenkorb ein... Die ober mega Katastrophen Preistreiber Strom mit 2,6% und Gas mit 2,5%. Über die Wasserversorgung lässt sich streiten, doch auch diese wird in D (so vermute ich) überwiegend auch ör organisiert sein. Ich find das nicht so ganz unbeachtlich wie du (destatis 2019, was aktuelleres hab ich nicht gefunden)

Davon ab dürfte keiner der 3 Werte dürfte für den Bürger die gelebte/gefühlte Realität darstellen.
Der Vergleich hinkt, da Strom und Gas in erheblichem Maße in allen Produkten stecken und die 3,6% nicht zu 100% aus Gehältern für Tarifbeschäftige bestehen. Speziell im Bereich Wasser werden ja überwiegend keine Preise, sondern Gebühren erhoben, weil man Angst vor dem Kartellamt hat. Ob diese so hoch sein müssen sei dahin gestellt. :) Die Preise für Energie werden niemals auf ein Niveau vor dem 24.02.22 sinken, also ist Dein Petitum, dass der öffentliche Dienst das durch künftige Lohnzurückhaltung (teil-)kompensiert? In Anbetracht der Lohnentwicklung der letzten Jahre im ÖD, bei einer angenommenen Lohnerhöhung von 10%, von einer Lohnpreisspirale zu reden, halte ich für falsch. Da macht man es den AG zu einfach.

Britta2

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2567 am: 27.09.2022 15:40 »
Ver.di wird mit einer zweistelligen Forderung in die Verhandlung gehen.

Und der öffentliche Dienst produziert und verkauft in der Regel keine Ware/Dienstleistung, die sich durch höhere Löhne verteuern würden. Dass Personalintensive Geschäftsmodelle wie der Friseur oder Gastronomie die Preise anziehen muss, wenn die Personalkosten steigen, ist klar. Aber ob der Verwaltungsangestellte nun 10% mehr oder weniger verdient ist für die Bearbeitung des Antrages doch egal. Daher sehe ich das Argument der Lohn-Preis-Spirale insbesondere im öD als weniger schrecklich als propagiert.
Muss man zwischen den Zeilen den leisen Vorwurf lesen "Ihr produziert doch nichts und tut auch nichts Wichtiges, was also fordert Ihr mit welchem Anspruch?" ... autsch. Service für den Service = Öffentlicher Dienst genannt. Holzklasse ganz unten ...

Kaiser80

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2568 am: 27.09.2022 19:31 »

Der Vergleich hinkt, da Strom und Gas in erheblichem Maße in allen Produkten stecken und die 3,6% nicht zu 100% aus Gehältern für Tarifbeschäftige bestehen. Speziell im Bereich Wasser werden ja überwiegend keine Preise, sondern Gebühren erhoben, weil man Angst vor dem Kartellamt hat.
Nein, er hinkt nicht im geringsten. Dein Aussage war: " Das halte ich für Quatsch, weil die Produkte und Dienstleistungen, die der Staat anbietet einen kleinen Teil des Warenkorbes ausmachen."
Und das stimmt nicht. Und es ist in Bezug auf den Warenkorb unerheblich ob es sich um eine ör-Gebühr oder ein pr-Entgelt (Preis?) handelt. Die Quote öffentlich rechtlicher vs. privat rechtlicher ist mir allerdings tatsächlich nicht bekannt.
Ich stimme dir zu, dass der öD niemals durch Lohnzurückhaltung die Preisentwicklung bei Gas/Strom zurückdreht. Das kann der Staat am ehesten über Verbrauchssteuern regeln.
Dennoch ist es mir zu kurzsichtig darauf abzustellen, dass Lohnerhöhung im öD im Rahmen um die 10% keinen Einfluss auf ein durchaus drohende Lohn Preis Spirale haben könnten.

Kaiser80

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2569 am: 27.09.2022 19:40 »
Ver.di wird mit einer zweistelligen Forderung in die Verhandlung gehen.

Und der öffentliche Dienst produziert und verkauft in der Regel keine Ware/Dienstleistung, die sich durch höhere Löhne verteuern würden. Dass Personalintensive Geschäftsmodelle wie der Friseur oder Gastronomie die Preise anziehen muss, wenn die Personalkosten steigen, ist klar. Aber ob der Verwaltungsangestellte nun 10% mehr oder weniger verdient ist für die Bearbeitung des Antrages doch egal. Daher sehe ich das Argument der Lohn-Preis-Spirale insbesondere im öD als weniger schrecklich als propagiert.
Muss man zwischen den Zeilen den leisen Vorwurf lesen "Ihr produziert doch nichts und tut auch nichts Wichtiges, was also fordert Ihr mit welchem Anspruch?" ... autsch. Service für den Service = Öffentlicher Dienst genannt. Holzklasse ganz unten ...
Ich strenge mich wirklich an @Britta2. Aber wie will man das, was du behauptest aus den Zeilen von @Sozialarbeiter lesen? Wie?

Romsen

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2570 am: 27.09.2022 20:00 »
Ver.di wird mit einer zweistelligen Forderung in die Verhandlung gehen.

Und der öffentliche Dienst produziert und verkauft in der Regel keine Ware/Dienstleistung, die sich durch höhere Löhne verteuern würden. Dass Personalintensive Geschäftsmodelle wie der Friseur oder Gastronomie die Preise anziehen muss, wenn die Personalkosten steigen, ist klar. Aber ob der Verwaltungsangestellte nun 10% mehr oder weniger verdient ist für die Bearbeitung des Antrages doch egal. Daher sehe ich das Argument der Lohn-Preis-Spirale insbesondere im öD als weniger schrecklich als propagiert.
Muss man zwischen den Zeilen den leisen Vorwurf lesen "Ihr produziert doch nichts und tut auch nichts Wichtiges, was also fordert Ihr mit welchem Anspruch?" ... autsch. Service für den Service = Öffentlicher Dienst genannt. Holzklasse ganz unten ...
Ich strenge mich wirklich an @Britta2. Aber wie will man das, was du behauptest aus den Zeilen von @Sozialarbeiter lesen? Wie?

Das liegt daran, dass du liest was er schreibt. Aber du musst "zwischen den Zeilen" lesen. Also das was Britta denkt, was sie zu lesen glaubt.

Sozialarbeiter

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2571 am: 27.09.2022 21:11 »
Britta2 erinnert mich an eine Klientin von mir...

@Britta2: Nein, man muss zwischen den Zeilen keinen Vorwurf lesen.
Mail-Aktion zur TV-L Tarifrunde:
Solidarisch zeigen und die Verantwortlichen in Hamburg via Mail auffordern auf eine bessere Bezahlung hinzuwirken: https://wastunfuerhamburg.de/

Ich empfehle den Thread zur Hamburg Zulage unter der Rubik Allgemeines, den ich seit 1-2 Jahren stetig füttere.

Ludi04

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2572 am: 28.09.2022 01:44 »
Hallo zusammen,

Mein "Einlauftipp":

1. Sonderzahlung (einmal) bis EG 5 = 3.000 Euro , bis EG 8 = 2.400 Euro, bis EG 12 = 1.600 Euro, darüber = 800 Euro
ab 01.06.2023 = gestaffelt bis EG 5 = + 5,5 % - bis EG 8 = +4,2 %, bis EG 12 = + 3,9 %,  darüber 3,5 %
ab 01.01.2024 = einheitlich +3,6 % - 20 Monate Laufzeit

superbraz

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2573 am: 28.09.2022 06:05 »
Hallo zusammen,

Mein "Einlauftipp":

1. Sonderzahlung (einmal) bis EG 5 = 3.000 Euro , bis EG 8 = 2.400 Euro, bis EG 12 = 1.600 Euro, darüber = 800 Euro
ab 01.06.2023 = gestaffelt bis EG 5 = + 5,5 % - bis EG 8 = +4,2 %, bis EG 12 = + 3,9 %,  darüber 3,5 %
ab 01.01.2024 = einheitlich +3,6 % - 20 Monate Laufzeit

keine Ahnung, was du mit "Einlauftipp" meinst, aber die Staffelung der Erhöhungen kotzen einen regelrecht an!
Warum müssen die "kleineren EG´s" denn immer mehr % bekommen bzw. mehr Einmalzahlung?
Irgendwann sind da noch 50€ Unterschied zwischen E5 und E10...

Britta2

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2574 am: 28.09.2022 06:20 »
@Sozialarbeiter:  ok. Wäre toll.

OrganisationsGuy

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2575 am: 28.09.2022 07:58 »
Hallo zusammen,

Mein "Einlauftipp":

1. Sonderzahlung (einmal) bis EG 5 = 3.000 Euro , bis EG 8 = 2.400 Euro, bis EG 12 = 1.600 Euro, darüber = 800 Euro
ab 01.06.2023 = gestaffelt bis EG 5 = + 5,5 % - bis EG 8 = +4,2 %, bis EG 12 = + 3,9 %,  darüber 3,5 %
ab 01.01.2024 = einheitlich +3,6 % - 20 Monate Laufzeit

keine Ahnung, was du mit "Einlauftipp" meinst, aber die Staffelung der Erhöhungen kotzen einen regelrecht an!
Warum müssen die "kleineren EG´s" denn immer mehr % bekommen bzw. mehr Einmalzahlung?
Irgendwann sind da noch 50€ Unterschied zwischen E5 und E10...

Könnte man wegen mir sofort einführen, dann Bewerb ich mich auf die Poststelle.

JahrhundertwerkTVÖD

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2576 am: 28.09.2022 08:08 »
Genau solch ein Szenario wird passieren, da Verdi krampfhaft an seinem Sozialismusgedanken festhält.

Durch Reduzierung der JSZ und unterschiedlichen Erhöhungen ist doch bereits jetzt der Fall eingetreten das kaum noch Unterschiede in einzelnen EG sind. Z.B Jahresvergleich E12 zu E13

Nach weiteren 3 bis 4 Tarifverhandlungen erhält die Verwaltungsangestellte das gleiche Gehalt wie ein Amtsleiter.

Bei allem Respekt, aber Verdi gehört abgeschafft.
Die sollen sich bitte um ihr eigenes Klientel kümmern und nicht zu Ungunsten anderer verhandeln.

veeam

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2577 am: 28.09.2022 08:30 »
Hallo zusammen,

Mein "Einlauftipp":

1. Sonderzahlung (einmal) bis EG 5 = 3.000 Euro , bis EG 8 = 2.400 Euro, bis EG 12 = 1.600 Euro, darüber = 800 Euro
ab 01.06.2023 = gestaffelt bis EG 5 = + 5,5 % - bis EG 8 = +4,2 %, bis EG 12 = + 3,9 %,  darüber 3,5 %
ab 01.01.2024 = einheitlich +3,6 % - 20 Monate Laufzeit

Wie rechtfertigst Du die Ungleichbehandlung einer EG 7 gegenüber einer EG3? Oder einer EG 12 gegenüber einer EG8? Welchen Wert hat die Bundesweite optionale/freiwillige Einmalzahlung gegenüber einer dauerhaften prozentualen Gehaltssteigerung bis zum Renteneintrittsalter? Aus welchem Grund forderst Du über die gesamte Entgelttabelle hinweg einen Reallohnverlust?

Für mehr als einen Einlauf reicht Dein zusammengeschissener Müll nicht.


JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2578 am: 28.09.2022 08:33 »
Ich kann nicht nachvollziehen, warum Ludi04 hier so angegangen wird. Weder fordert er das, was er schrieb, noch hat er das irgendwie bewertet oder gar gut geheißen. Er hat vielmehr lediglich eine Vermutung über das Ergebnis angestellt, das die Tarifparteien erreichen werden.

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2579 am: 28.09.2022 08:37 »
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Bei allem Respekt, aber Verdi gehört abgeschafft.
Die sollen sich bitte um ihr eigenes Klientel kümmern und nicht zu Ungunsten anderer verhandeln.

Bei allem Respekt; verdi verhandelt nur für seine Mitglieder; der Rest für sich selbst.

Was hat verdi mit den Ergebnissen von Nichtorganisierten zu tun ?