Tarifverhandlungen und die Inflation

Begonnen von Emmi87, 01.10.2021 08:33

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Kubus

Zitat von: InVinoVeritas in 28.09.2022 22:02
Also der DIW Chef Marcel Fratscher hat das mit der Lohn-Preis Spirale relativiert. Die Lohnerhöhung drückt sich eben nicht 1:1 in den Preis durch. Er warnt auch vor einer zu großen Lohnzurückhaltung, die natürlich auch die Binnennachfrage schädigen kann. Vielmehr sollten sich die Lohnsteigerungen schon mindestens an die Inflation orientieren aber auch nicht exzessiv und damit der Firma schädigen.
Das Geld wird nicht weg sein.. es hat dann nur jemand anderes  ;D
Was der ÖD nicht für Entgelte einfordern kann ist gut für andere Ausgaben

Der Bratscher ist die Inkompetenz in Person

Herbert Meyer

ZitatImmokredit verliert nur so lange an wert wenn am Ende deine Kaufkraft steigt. Zum Glück bin ich kurz vor dem Krieg komplett aus dem Aktienmarkt ausgestiegen. Wäre sonst ein katastrophaler Verlust

Und mit der Liquidität der Aktien dann noch schnell das Haus vor Explosion der Materialpreise saniert? Denn ansonsten würde mir nichts als "sicherer Hafen" für das freigewordene Geld einfallen. Gold, Krypto, Wertpapiere, laufende Anleihen - es sind ja alle Anlageklassen parallel abgestürzt. Dass mein Depot derzeit einen geringeren Eurowert besitzt (durch 50 Prozent MSCI World-Anteil und ein paar Glücksgriffe bei Einzelaktien ist der Absturz zum Glück auch nicht so enorm) macht mich weit weniger nervös, als die Kohle, die noch auf dem Tagesgeldkonto liegt und nun von der Inflation gefressen wird. Sachwerte gewinnen irgendwann wieder am Wert, die Inflation aber bleibt.

Kommunalgenie

Zitat von: Herbert Meyer in 29.09.2022 08:11
ZitatImmokredit verliert nur so lange an wert wenn am Ende deine Kaufkraft steigt. Zum Glück bin ich kurz vor dem Krieg komplett aus dem Aktienmarkt ausgestiegen. Wäre sonst ein katastrophaler Verlust

Und mit der Liquidität der Aktien dann noch schnell das Haus vor Explosion der Materialpreise saniert? Denn ansonsten würde mir nichts als "sicherer Hafen" für das freigewordene Geld einfallen. Gold, Krypto, Wertpapiere, laufende Anleihen - es sind ja alle Anlageklassen parallel abgestürzt. Dass mein Depot derzeit einen geringeren Eurowert besitzt (durch 50 Prozent MSCI World-Anteil und ein paar Glücksgriffe bei Einzelaktien ist der Absturz zum Glück auch nicht so enorm) macht mich weit weniger nervös, als die Kohle, die noch auf dem Tagesgeldkonto liegt und nun von der Inflation gefressen wird. Sachwerte gewinnen irgendwann wieder am Wert, die Inflation aber bleibt.

Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen.
In 10 jahren werden die meisten Aktien viel höher stehen, als Sie vor dem Krieg standen. Ich mache mir daher auch wenig Sorgen.

Matti101

Zitat von: WasDennNun in 28.09.2022 21:48
Zitat von: Zuvielverdiener in 28.09.2022 19:46
Die Hetze gegen die unteren Entgeltgruppen ist und bleibt ein Markenzeichen dieses Forums.
Welche Hetze?

Hetze und Neid hin oder her.... Auch wer in jungen Jahren nicht die Möglichkeit für ein Studium hatte, muss nicht zwingend in einer niedrigen Entgeltgruppe ausharren. Es gibt immer die Möglichkeit, intern bzw. berufsbegleitend z. B. einen A 2 - Lehrgang zu machen, um zumindest eine E 9 c zu erreichen.

Kaiser80

Eben, wie schon einer der Rothschilds wusste:
"Das Geheimnis der Spekulation:
Kaufe, wenn das Blut auf den Straßen fließt."

Zitat von: Herbert Meyer in 29.09.2022 08:11
Und mit der Liquidität der Aktien dann noch schnell das Haus vor Explosion der Materialpreise saniert? ... als die Kohle, die noch auf dem Tagesgeldkonto liegt und nun von der Inflation gefressen wird.
Ich hab mich im Frühsommer entschieden das Tagesgeld auf die "harte Reserve" von 3-Netto Monatsgehältern zu reduzieren und  mit dieser Liquidität eh in den kommenden Jahren notwendige Instandsetzungen an Sachwerten vorgenommen.
Die Buchverluste im Depot seit Kriegsbeginn sind in absoluten Zahlen nicht schön anzusehen, gebe ich zu. Die realen Geldwertverluste für's Cash auf Giralkonten "schmerzen" aber deutlich mehr.

Kaiser80

Zitat von: Matti101 in 29.09.2022 08:40
Es gibt immer die Möglichkeit, intern bzw. berufsbegleitend z. B. einen A 2 - Lehrgang zu machen, um zumindest eine E 9 c zu erreichen.
Das ist problemlos auch ohne AL2 o.ä. möglich. Scheitert aber oft an Versagern in den PA oder Duckmäuser AN.

Matti101

Ich bin dafür, dass die Laufzeit in den Entgeltverhandlungen auf max. 12 Monate beschränkt wird. Denn keiner kann vorhersagen, wie sich Krieg, Inflation und Energiekrise weiter entwickeln. Jetzt auf 24 Monate oder noch länger zu planen, wäre sehr riskant...

Kaiser80

Zitat von: Matti101 in 29.09.2022 08:57
Ich bin dafür, dass die Laufzeit in den Entgeltverhandlungen auf max. 12 Monate beschränkt wird. Denn keiner kann vorhersagen, wie sich Krieg, Inflation und Energiekrise weiter entwickeln. Jetzt auf 24 Monate oder noch länger zu planen, wäre sehr riskant...
Warum riskant? Im Gegenteil. 24 Monate brächten auf der Einnahmeseite doch eine gewisse Garantie!
Wenn das Ergebnis tippitoppi ist, warum nicht 24 Monate?
Ich würde auch durchaus eine Lösung wie bspw. bei den Häfen bevorzugen


Yasper

Die Inflation steigt weiter:

https://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/geldpolitik-inflation-in-nrw-steigt-ueber-zehn-prozent-hoechste-rate-seit-anfang-der-1950er-jahre/28714102.html

Verdi sollte mal lieber 3 Schippen auf Ihre Forderung draufpacken und nur für 12 Monate verhandeln. Wer weiß schon wie hoch die Inflation bald wird.

InspektorS

Zitat von: Kaiser80 in 29.09.2022 08:46
Zitat von: Matti101 in 29.09.2022 08:40
Es gibt immer die Möglichkeit, intern bzw. berufsbegleitend z. B. einen A 2 - Lehrgang zu machen, um zumindest eine E 9 c zu erreichen.
Das ist problemlos auch ohne AL2 o.ä. möglich. Scheitert aber oft an Versagern in den PA oder Duckmäuser AN.

Warum sollte man jemanden der nicht über einen AL bzw. BL 2 verfügt auf eine entsprechende Stelle sitzen, wenn man möglicherweise auch qualifiziertes Personal zur Verfügung hat?

Kaiser80

Zitat von: InspektorS in 29.09.2022 10:53
Warum sollte man jemanden der nicht über einen AL bzw. BL 2 verfügt auf eine entsprechende Stelle sitzen, wenn man möglicherweise auch qualifiziertes Personal zur Verfügung hat?
Warum solte man eigenes Personal, nur weil es über AL bzw. BL 2 verfügt, auf eine entsprechende Stelle setzen, wenn es möglicherweise auch qualifiziertes Personal ohne gibt?
Mich zum Beispiel. Über meine buchhalterischen Fähigkeiten verfügt kein einziger der ca 20 MA mit  AL bzw. BL 2 im Haus

Organisator

Zitat von: InspektorS in 29.09.2022 10:53
Warum sollte man jemanden der nicht über einen AL bzw. BL 2 verfügt auf eine entsprechende Stelle sitzen, wenn man möglicherweise auch qualifiziertes Personal zur Verfügung hat?

Weil ein AL bzw. BL2 nichts über die benötigte Qualifikation aussagt und in vielen Bereichen tariflich nicht notwendig ist.

Kryne

Zitat von: Frank7777 in 28.09.2022 21:28

Nein, sagt sie nicht. Das wurde anscheinend noch nicht thematisiert.

Ich weiß nicht woher der Glaube kommt, dass die Inflation ausgeglichen wird. Denke das wird sie bei weitem nicht. Aber schauen wir was bei rumkommt.

Woher der Glaube kommt ?

Ich meine glauben tut hier eh keiner mehr an irgendwas von diesem Drecksverein namens Verdi.

Aber wenn man die letzten miesen Tarifabschlüsse betrachtet und schon mal schaut wie es nächstes Jahr noch knallen wird, dann hat man jedes Recht dazu ein Lohnplus von mindestens 10% zu ERWARTEN.

Jeder Arbeitgeber der noch einen winzigen Funken Anstand hat, müsste das auch von sich ohne Tarifverhandlung anbieten.

Wenn wir noch ein paar weitere schlechte Tarifabschlüsse haben, dann wird es blöd, denn ab einem gewissen Punkt kann ich meine Arbeitsleistung nicht weiter runterfahren.

Ich passe meine Arbeitsleistung ja meiner persönlichen Inflationsrate an, aber das wird zunehmend schwerer.


WasDennNun

Zitat von: Kryne in 29.09.2022 12:10
Aber wenn man die letzten miesen Tarifabschlüsse betrachtet
Nanana, immerhin gab es überwiegend eine Reallohn Erhöhung bei den letzten Lohnerhöhungen.  ;D
Was will man denn noch mehr  :o
Zitat
Ich passe meine Arbeitsleistung ja meiner persönlichen Inflationsrate an, aber das wird zunehmend schwerer.
Oje, du hast also früher mehr gelleistet als du deinem AG schuldest und willst jetzt weniger leisten als du ihm schuldest?  :P

MoJuThAn

Zitat von: WasDennNun in 29.09.2022 13:42




Zitat
Ich passe meine Arbeitsleistung ja meiner persönlichen Inflationsrate an, aber das wird zunehmend schwerer.
Oje, du hast also früher mehr gelleistet als du deinem AG schuldest und willst jetzt weniger leisten als du ihm schuldest?  :P

Die Arbeitsleistung ist wahrscheinlich gedeckelt.