Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 705254 times)

Yasper

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3240 am: 11.10.2022 21:25 »
Sockelbetrag weg und dafür 10,5% durchsetzen! Und das wäre schon zu wenig!

Aleksandra

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3241 am: 11.10.2022 21:48 »
10,5 Prozent - mindestens 500€ pro Monat ist die erste bekannte Forderung. Zeitraum noch unklar. So läuft es über den Ticker.
Wären die 500 EUR als Minimum nicht für locker 80% der Beschäftigten dann eher so um die 20% Erhöhung?
Gibt ja kaum Entgeltgruppen, wo die 10% mehr als 500 EUR wären

Was rauchst du? Das ist Brutto nicht Netto.

E11 - 5 hat schon 5182.41 Brutto.

Diese Mindestforderung muss endlich mal ein Ende finden. 10,5 % ist auch wieder ein Witz. Verdi sollte man abschaffen.

Klar ist das brutto.
Ich hatte mir mal zum Spaß die Verteilung der Entgeltstufen angeschaut.
Demnach liegen 85% aller Beschäftigten im TVÖD unter der Entgeltstufe E12. Die tabellarische Aufstellung hab ich noch, falls es jemanden interessiert, aber leider nicht mehr die offizielle PDF Quelle aus der ich die Zahlen gezogen hab.

Im Übrigen liegen auch E14-1 und E13-1 bis 2 im Monatsbrutto so, dass die 500 EUR Mindestbetrag höher wären als 10,5% Lohnerhöhung.

Ich bleibe dabei, dass es locker 80%+ der Mitarbeiter im TVÖD wären, denen die 500 EUR mehr bringen würden als die 10,5%. Was unweigerlich zum Schluss führt, dass man beim Mindestbetrag besonders hoch in die Pokerrunde gegangen ist und eben nicht mit der prozentualen Erhöhung.

Selbst bei E15-6 würden diese 500 EUR noch 7% Lohnsteigerung bedeuten. Das zeigt doch, wie hoch man hier bei der Mindestsumme pokert. Da wird sich also in den Verhandlungen einiges tun. Am Ende wird sich zeigen, wie stark das dann zulasten der Prozente geht. Je niedriger die Mindestsumme, desto mehr Verhandlungsspielraum bleibt bei den Prozenten. Verdi hat aber heute stark signalisiert, dass die Mindestsumme im Fokus des Interesses liegt. Das wollte ich mit diesen Zahlen verdeutlichen. Von einer zweistelligen Lohnerhöhung sollte man sich daher ab E10/E11 schonmal gedanklich verabschieden. Das ist das, was ich da raus lese.

Matti101

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3242 am: 11.10.2022 21:48 »
Ich finde den Sockelbetrag von 500 Euro eine Schande für die Entwicklung der Entgelttabellen, distanziere mich von Verdi und richte meine Hoffnung an die Arbeitgeberseite, dass Sie eine möglichst gleichmäßige Erhöhung "X Prozent für alle Entgeltgruppen, ohne Sockelbetrag" durchbringt. Der Sachgebietsleiter in der EG 10 oder 11 bekommt 500 Euro wie auch der Wohngeldbearbeiter in der E 7 oder die Mitarbeiterin im Archiv in E 5. Das Ganze ohne Berücksichtigung des Qualifikationsniveaus bzw. der Einsatzbereiche? Ich kann das alles nicht mehr ernst nehmen und es braucht sich niemand über eine geringe Streikbereitschaft wundern.

Matti101

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3243 am: 11.10.2022 21:57 »
Sockelbetrag weg und dafür 10,5% durchsetzen! Und das wäre schon zu wenig!

...genauso... lieber moderat, dafür aber für alle gleichermassen und damit auf eine gerechte Entwicklung der Entgelttabellen abzielend.

Wenn das mit den Sockelbeträgen so weiter geht, verdient die Mitarbeiterin Archiv bald genauso viel wie der Abteilungsleiter....

BATKFMaui

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3244 am: 11.10.2022 22:10 »
"Klamme  Kassen der Kommunen"!
Welche Vorstellungen habt Ihr, warum sich manche / viele/ alle Kommunen in finanzieller Notlage befinden?

skiveren

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3245 am: 11.10.2022 22:17 »
Sockelbetrag weg und dafür 10,5% durchsetzen! Und das wäre schon zu wenig!

...genauso... lieber moderat, dafür aber für alle gleichermassen und damit auf eine gerechte Entwicklung der Entgelttabellen abzielend.

Wenn das mit den Sockelbeträgen so weiter geht, verdient die Mitarbeiterin Archiv bald genauso viel wie der Abteilungsleiter....

Na.., na.., ein bisschen frech/respektlos übertrieben!
Man muss feststellen, dass ein Gehalt von 3000 brutto von den extremen Energiekostensteigerungen härter betroffen ist.
Solidarität scheint in diesem Forum ein Fremdwort zu sein..
Unser Tipp:
Die meisten die hier Kommentare schreiben/schimpfen und die unteren Gehaltsgruppen angreifen sind nicht gewerkschaftlich organisiert.
Schön schreiben ist nicht alles!
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JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3246 am: 11.10.2022 22:22 »
Was hat Gewerkschaftsmitgliedschaft mit Streik zu tun? Und warum müsse man „raus“, wenn man die Arbeit niederlegt vulgo streikt? Vielmehr geht man beim Streik ja nicht raus, sondern kann bequem im warmen Bett bleiben.

LeKai

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3247 am: 11.10.2022 22:25 »
"Klamme  Kassen der Kommunen"!
Welche Vorstellungen habt Ihr, warum sich manche / viele/ alle Kommunen in finanzieller Notlage befinden?

Absurd hohe Sozialausgaben natürlich --Tendenz weiter steigend.

Das sollte allerdings kein Grund dafür sein, dass man seine Beschäftigten dem aktuell hohen Reallohnverlust aussetzt.

Matti101

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3248 am: 11.10.2022 22:51 »
Sockelbetrag weg und dafür 10,5% durchsetzen! Und das wäre schon zu wenig!

...genauso... lieber moderat, dafür aber für alle gleichermassen und damit auf eine gerechte Entwicklung der Entgelttabellen abzielend.

Wenn das mit den Sockelbeträgen so weiter geht, verdient die Mitarbeiterin Archiv bald genauso viel wie der Abteilungsleiter....

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Eine Entgelttabelle ist dafür da, zwischen bestimmten Qualifikationen, Tätigkeitsbereichen sowie unterschiedenlichen Verantwortungsgraden zu differenzieren. Wenn dieser Ansatz durch Sockelbeträge unterlaufen wird, muss man die gesamte Beschäftigungsstruktur im ö D in Frage stellen. Wenn in den unteren Entgeltgruppen, z. B. 3.000 Euro brutto, nicht für den Lebenunterhalt ausreichen, haben sie drei Möglichkeiten:
- sich im Ausgabeverhalten weiter einschränken / sparen,
- Sozialleistungen in Anspruch nehmen, z. B. Wohngeld,
- die zahlreichen Qualifizierungsmöglichkeiten nutzen, um eine höhere Entgeltgruppe zu erlangen.

Aber nicht die doppelte Erhöhung gegenüber höheren Entgeltgruppen einfordern...

fcesc4

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3249 am: 12.10.2022 00:20 »
Am besten alles gleichzeitig.
Die Beschäftigten müssen also doppelt her halten.
Einfach nur noch traurig.

https://www.vka.de/pressemitteilungen/2022-10-11-vka-lehnt-gewerkschaftsforderungen-zur-tarifrunde-im-oeffentlichen-dienst-von-bund-und-kommunen-als-unrealisierbar-ab-1753

Und immer die selbe geleier…15,7 Milliarden zusätzliche Belastung…ist doch fast geschenkt gegenüber der halben Billion die momentan so rausgehauen wird

Wusste beim Lesen gar nicht wie ich reagieren soll. Kopfschütteln, Lachen oder Weinen wären jedenfalls angebracht.

superbraz

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3250 am: 12.10.2022 06:56 »
Sockelbetrag weg und dafür 10,5% durchsetzen! Und das wäre schon zu wenig!

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Eine Entgelttabelle ist dafür da, zwischen bestimmten Qualifikationen, Tätigkeitsbereichen sowie unterschiedenlichen Verantwortungsgraden zu differenzieren. Wenn dieser Ansatz durch Sockelbeträge unterlaufen wird, muss man die gesamte Beschäftigungsstruktur im ö D in Frage stellen. Wenn in den unteren Entgeltgruppen, z. B. 3.000 Euro brutto, nicht für den Lebenunterhalt ausreichen, haben sie drei Möglichkeiten:
- sich im Ausgabeverhalten weiter einschränken / sparen,
- Sozialleistungen in Anspruch nehmen, z. B. Wohngeld,
- die zahlreichen Qualifizierungsmöglichkeiten nutzen, um eine höhere Entgeltgruppe zu erlangen.

Aber nicht die doppelte Erhöhung gegenüber höheren Entgeltgruppen einfordern...

Das unterschreibe ich so!
Wo bleibt denn da der Anreiz, die Schulbank zu drücken und Verantwortung zu übernehmen?
%uale Erhöhung linear und nix anderes!

gestern ein Beispiel gerechnet....EG6 St 2 in EG9a St. 2 > EG7 und EG8 übersprungen, grad mal 300 € Brutto unterschied???  :o

irgendwann ist auch mal gut mit sozialem Denken und Solidarität...

wenn die Forderung durchgesetzt werden würde:
EG5 St. 1 > 19,4 % Erhöhung
EG10 St. 6 > 10,1 % Erhöhung
Und das soll im Verhältnis stehen oder "solidarisch" sein?  ;D

Coffee86

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3251 am: 12.10.2022 07:20 »
Die einzige nachvollbiezbare Aussage der VKA war ja: Die Forderung sprengt das Gehaltsgefüge. Und das ist ja auch so. Dann macht ausruhen auf den unteren EGs immer mehr Sinn. Wieso sollte man sich hocharbeiten oder Wissen Erlangen, wenn man dann nur deutlich mehr Stress und Verantwortung hat, aber vom Gehalt nur minimal besser gestellt ist?

Natürlich haben untere EGs Probleme mit der Inflation. Aber bei 10% Inflation 20% Mehrgehalt!? Dann muss man eben sein Ausgabeverhalten auch mal überdenken.

Es reden ja immer alle von maßvollen Forderungen - und 10,5% sind auch maßvoll! Aber nicht der Sockelbetrag. Weil das kann man bei den unteren EGs wirklich nicht der Öffentlichkeit verkaufen. Bei den Oberen fehlt es halt leider weiterhin, aber am Ende geht das nur noch über außertarifliche Bezahlungen. Macht die Bewerberlage nicht besser, da man damit nicht werben kann, aber die Entgelttabelle gibt halt wenig her, um fähiges Personal zu bekommen oder zu binden.

VaPi

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3252 am: 12.10.2022 07:24 »
Naja, der E7er 8 und 9er steigen ja auch um 500€. Da wird gar keiner überholt. Bissl einfach die Rechnung.

Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3253 am: 12.10.2022 07:26 »
Naja, der E7er 8 und 9er steigen ja auch um 500€. Da wird gar keiner überholt. Bissl einfach die Rechnung.

Die prozentuale Differenz schmilzt aber.

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3254 am: 12.10.2022 07:32 »
Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hatte bereits zu einer zurückhaltenden Lohnforderung aufgerufen. Die Kommunen stünden unter enormem finanziellen Druck. Viele Kommunen hätten erhebliche Altschulden. Der Investitionsrückstand der Kommunen belaufe sich auf rund 159 Milliarden Euro

Tja, dann können sich die assozialsten Arbeitgeber des Landes bald mal umgucken, wer diesen Investitionsrückstand abarbeitet.

Weiß nicht wie es bei euch aussieht, aber bei uns werden Projekte / Investitionen nicht aus Geldmangel gestrichen. Viel mehr sind am Ende jeden Jahres noch viele Millionen unangetastet auf etlichen Haushaltsstellen, weil es einfach keinen gibt der diese Projekte abwickeln kann.