Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 705257 times)

armerknecht

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3660 am: 21.10.2022 08:10 »
Zitat
Jobs im öffentlichen Dienst sind beliebter denn je – und das sind die Gründe dafür

Zitat
Eine sinnhafte Tätigkeit mit flexiblen Arbeitszeiten

Quelle:
https://www.businessinsider.de/karriere/jobs-im-oeffentlichen-dienst-analyse-zeigt-warum-sie-so-beliebt-sind-b/

"Mehr als 333.000 Bundesbürger haben nach einer Corona-Impfung gesundheitliche Schäden gemeldet."
https://www.welt.de/wirtschaft/plus243843025/Corona-Impfung-Danach-war-fuer-mich-klar-dass-ich-klagen-will.html
2,5 Millionen Patienten meldeten Corona-Impfnebenwirkungen , Quelle: welt.de

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3661 am: 21.10.2022 08:17 »
Zitat
Tatsächlich genießen sowohl Angestellte des Staates als auch Beamte einen gewissen Kündigungsschutz und können sich dank Tarifvertrag über ein pünktliches wie faires Gehalt freuen.
Mann o Mann
Der Kündigungsschutz bei den Angestellten ist ja alleinig durch das Versagen der Personaler begründbar (und nicht durch einen Tarifvertrag) und Beamte erhalten seit Jahren eine nicht grundgesetzkonforme Besoldung (was alles anders als fair sein kann).

Was bleibt also an korrekter Aussage:
pünktlich

Das zumindest Stimmt grundsätzlich.

Kühlschrank

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3662 am: 21.10.2022 08:46 »
Zitat
Jobs im öffentlichen Dienst sind beliebter denn je – und das sind die Gründe dafür

Zitat
Eine sinnhafte Tätigkeit mit flexiblen Arbeitszeiten

Quelle:
https://www.businessinsider.de/karriere/jobs-im-oeffentlichen-dienst-analyse-zeigt-warum-sie-so-beliebt-sind-b/

Ein Artikel, der die Aussagen der VKA schön unterstreicht... "sicherer Job, bla bla, pünktliches Gehalt bla bla"

Aber dennoch - es wird eine Jobbörse betrachtet:

Zitat
Sucht man auf der Jobbörse Stepstone nach dem Stichwort „öffentlicher Dienst“, werden 26.533 Treffer angezeigt. Vor einem Jahr fanden sich hier noch deutlich weniger. Die Auswertung der Jobbörse zeigt, dass sich die Ausschreibungen für Stellen im öffentlichen Dienst in diesem Zeitraum beinahe verdoppelt haben. Genaugenommen kam es zu einem Zuwachs von 93 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zur Einordnung: In anderen Branchen stiegen die Jobausschreibungen gerade mal um ein Viertel (24 Prozent).

Ich finde es zu pauschal, wenn man sagt, dass sich die Ausschreibungen im öD verdoppelt haben. Wie viele AG im öD haben denn vor einem Jahr diese Jobbörse genutzt? Für mich nicht wirklich eine repräsentative Zahl...

Queen of Spades

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3663 am: 21.10.2022 08:46 »
Zitat
Jobs im öffentlichen Dienst sind beliebter denn je – und das sind die Gründe dafür

Zitat
Eine sinnhafte Tätigkeit mit flexiblen Arbeitszeiten

Quelle:
https://www.businessinsider.de/karriere/jobs-im-oeffentlichen-dienst-analyse-zeigt-warum-sie-so-beliebt-sind-b/

Scheint nur noch nicht bei allen möglichen Bewerbern angekommen zu sein. Andere Gründe können es nicht sein

Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3664 am: 21.10.2022 08:53 »
Dann bekomme ich ja bald viele neue Kollegen. Im Sommer bekamen wir ca. 1,8 Bewerbungen auf eine Ingenieursstelle. War da noch nicht genug "Krise"?

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3665 am: 21.10.2022 08:57 »
Zitat
Jobs im öffentlichen Dienst sind beliebter denn je – und das sind die Gründe dafür

Zitat
Eine sinnhafte Tätigkeit mit flexiblen Arbeitszeiten

Quelle:
https://www.businessinsider.de/karriere/jobs-im-oeffentlichen-dienst-analyse-zeigt-warum-sie-so-beliebt-sind-b/

Ein Artikel, der die Aussagen der VKA schön unterstreicht... "sicherer Job, bla bla, pünktliches Gehalt bla bla"

Aber dennoch - es wird eine Jobbörse betrachtet:

Zitat
Sucht man auf der Jobbörse Stepstone nach dem Stichwort „öffentlicher Dienst“, werden 26.533 Treffer angezeigt. Vor einem Jahr fanden sich hier noch deutlich weniger. Die Auswertung der Jobbörse zeigt, dass sich die Ausschreibungen für Stellen im öffentlichen Dienst in diesem Zeitraum beinahe verdoppelt haben. Genaugenommen kam es zu einem Zuwachs von 93 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zur Einordnung: In anderen Branchen stiegen die Jobausschreibungen gerade mal um ein Viertel (24 Prozent).

Ich finde es zu pauschal, wenn man sagt, dass sich die Ausschreibungen im öD verdoppelt haben. Wie viele AG im öD haben denn vor einem Jahr diese Jobbörse genutzt? Für mich nicht wirklich eine repräsentative Zahl...
Korrekt.
Man könnte es auch so betiteln:
Der öD findet keine Menschen mehr, er muss jetzt kostenpflichtige Anzeigen schalten.

Thomasmueller

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3666 am: 21.10.2022 08:58 »
Zitat
Wobei man aber auch sagen muss .. die Voraussetzungen der Tätigkeit um in die EG12 zu kommen sind auch in einigen Teilbereichen der EGO ziemlich hart. Während du für die EG13 oftmals einfach nur einen Master benötigst ist die EG12 (nominell) das Ende vom Bachelor und was da stellenweise an Fachwissen und Verantwortung übertragen wird ist echt fragwürdig (wie gesagt nur Teilaspekte der EGO). Da hat mancher einer in der EG13 ein deutlich einfacheres und ruhigeres Lebens als die in der EG12 (ich wüsste auch nicht, wieso ich eine solche Stelle antreten sollte).

Ich kann nicht ganz verstehen, warum diese (Bullshit-)Behauptung immer wieder ausgegraben wird. Auf Kommunaler Ebene sind die EG teilweise sehr unterschiedlich und nicht an den allg. Bildungsabschluss gekoppelt. Ich bin mit Personalverantwortung für 11 MA in EG13, meine MA je nach Qualifikation und Arbeitsjahren in EG 9 - EG 12. Der formale Bildungsabschluss hat hierbei keinerlei Einfluss, sondern ausschließlich die Verantwortung / Qualifikation der Tätigkeit.

Ich kenne kleine Kommunen, da verdienen die SB EG 6 - 9, die TL EG10, die BL11 - 12 und die AL 13 - 14. Bei kleineren Kommunen wird ein AL keine EG13 verdienen...

Kaiser80

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3667 am: 21.10.2022 09:00 »
Dann bekomme ich ja bald viele neue Kollegen. Im Sommer bekamen wir ca. 1,8 Bewerbungen auf eine Ingenieursstelle. War da noch nicht genug "Krise"?
Aktuell:
2 x 9c Stellen (1xAL2 Vorraussetzung,1x 3J.kfm+gewünschte Zusatzqali) , 1 x EG11 (AL2 Vorraussetzung)
Auf eine 9c Stelle=0
Auf eine 9c Stelle=5, davon 3 nicht zulässig bzw. Kernschrott
EG 11 = 1 Externe, 1 Interne; zweite Interne nicht zulässig

läuft...

Thomasmueller

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3668 am: 21.10.2022 09:06 »
Zitat
2 x 9c Stellen (1xAL2 Vorraussetzung,1x 3J.kfm+gewünschte Zusatzqali) , 1 x EG11 (AL2 Vorraussetzung)
Auf eine 9c Stelle=0
Auf eine 9c Stelle=5, davon 3 nicht zulässig bzw. Kernschrott
EG 11 = 1 Externe, 1 Interne; zweite Interne nicht zulässig

Aktuelle Stellenausschreibung für TL für einen IT-Fachbereich in EG13:

Bewerber aus dem Bestandsteam: 0 (Potentielle Kollegen: "den Stress tu ich mir für das Geld nicht an")
Bewerber aus dem Fachamt: 1 (Bewerber ist dann nach Sichtung des Einkommensunterschiedes EG12 -> EG13 abgesprungen)
Bewerber extern: 2 (kernschrott)

Also gehts jetzt in die dritte Ausschreibungsrunde.

Opa

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3669 am: 21.10.2022 09:31 »
Um mal einen Blick auf das untere Ende der Gehaltstabelle zu werfen, was die Attraktivität des öD angeht:
In einer Kreisverwaltung werden noch eigene Reinigungskräfte beschäftigt. Im Jobcenter daneben wird eine Fremdfirma beauftragt (europaweite Vergabe über BA).

Kreisverwaltung:
- Kaum Fluktuation, wenn doch, dann gute Bewerberlage
- Reinigungskräfte sprechen ausnahmslos fließend deutsch, ein Schwätzchen zwischendurch ist angenehm
- so gut wie keine Beschwerden über Reinigungsmängel, wenn mal ein Fleck übersehen wurde, kurzer Anruf oder direkte Ansprache und sofortige Erledigung.
- Reinigungskosten pro qm allerdings fast doppelt so hoch wie im JC

Jobcenter:
- etwa die Hälfte der MA langjährig dabei, bei den anderen 50% häufiger Wechsel
- einige Reinigungskräfte sprechen recht gut deutsch, andere überhaupt nicht
- häufige Beschwerden über Reinigungsmängel, Reaktion oft nur unzureichend und mit mehreren Tagen Verzögerung
- Reinigungskosten halb so hoch wie in der Kreisverwaltung

Gehalt und Arbeitsbedingungen sind am unteren Rand der Tabelle anscheinend attraktiv genug, um dafür eine gute Arbeitsleistung zu erbringen und dem Arbeitgeber treu zu bleiben.

Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3670 am: 21.10.2022 09:44 »
Durch die Einführung des Mindestlohns müssten ja eigentlich E1/E2 Putzkräfte langsam wieder konkurrenzfähig werden. Allerdings hat man noch Urlaubstage und Krankheitstage zu berücksichtigen.

itseme

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3671 am: 21.10.2022 09:48 »
Um mal einen Blick auf das untere Ende der Gehaltstabelle zu werfen, was die Attraktivität des öD angeht:
In einer Kreisverwaltung werden noch eigene Reinigungskräfte beschäftigt. Im Jobcenter daneben wird eine Fremdfirma beauftragt (europaweite Vergabe über BA).

Kreisverwaltung:
- Kaum Fluktuation, wenn doch, dann gute Bewerberlage
- Reinigungskräfte sprechen ausnahmslos fließend deutsch, ein Schwätzchen zwischendurch ist angenehm
- so gut wie keine Beschwerden über Reinigungsmängel, wenn mal ein Fleck übersehen wurde, kurzer Anruf oder direkte Ansprache und sofortige Erledigung.
- Reinigungskosten pro qm allerdings fast doppelt so hoch wie im JC

Jobcenter:
- etwa die Hälfte der MA langjährig dabei, bei den anderen 50% häufiger Wechsel
- einige Reinigungskräfte sprechen recht gut deutsch, andere überhaupt nicht
- häufige Beschwerden über Reinigungsmängel, Reaktion oft nur unzureichend und mit mehreren Tagen Verzögerung
- Reinigungskosten halb so hoch wie in der Kreisverwaltung

Gehalt und Arbeitsbedingungen sind am unteren Rand der Tabelle anscheinend attraktiv genug, um dafür eine gute Arbeitsleistung zu erbringen und dem Arbeitgeber treu zu bleiben.

Ich gebe dir vollkommen Recht!

Das Problem ist nur, dass lediglich die Leute vor Ort von den Vorzügen profitieren, die zuständigen Stellen schieben es dann auf die nicht vorhandenen Stellen im Stellenplan und, dass es günstiger ist Reinigungskräfte extern einzukaufen, da Krankheit und Urlaub nicht unser Problem ist und es über eine andere Kostenstelle läuft. (Personaleinsparungen in Millionenhöhe bei machen Kommunen)

Sofern ein Personalamt nicht vor Abmahnungen und Kündigungen zurückschreckt halte ich es stets für besser eigenes, festes Personal zu haben, die man an sein Unternehmen / Arbeitsplatz bindet.

TVWaldschrat

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3672 am: 21.10.2022 10:00 »
Zitat
Tatsächlich genießen sowohl Angestellte des Staates als auch Beamte einen gewissen Kündigungsschutz und können sich dank Tarifvertrag über ein pünktliches wie faires Gehalt freuen.
Mann o Mann
Der Kündigungsschutz bei den Angestellten ist ja alleinig durch das Versagen der Personaler begründbar (und nicht durch einen Tarifvertrag) [...]

Es ist so viel schlechtes durch das Versagen der Personaler im öD begründbar... Dabei werden sie im öD doch durchweg überdurchschnittlich gut bezahlt? Ergo müssten sie überdurchschnittlich gute Leistungen (im vgl. zur PW) erbringen.

Addams

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3673 am: 21.10.2022 12:21 »
Ich möchte gerne nochmal die Option einer niedrigeren Wochenarbeitszeit ins Spiel bringen, welche wohl bei den kommenden Tarifverhandlungen kein Thema sein wird. In früheren Tarifverhandlungen war dies immer ein häufig angesprochener Wunsch, umgesetzt wurde es aber leider bisher nicht, und es wird wohl auch auf absehbare Zeit nicht geschehen.

Ich werde es voraussichtlich so machen, dass ich es mit dem nächsten Tarifabschluss selbst in die Hand nehme, und meine Arbeitszeit abhängig vom Tarifergebnis entsprechend reduziere (Teilzeit- und Befristungsgesetz macht es möglich). Pro 2,5% Gehaltsplus reduziere ich meine Arbeitszeit um 1 Wochenstunde, so dass ich unterm Strich am Ende in etwa dasselbe Gehalt erhalte, wie es aktuell der Fall ist. Mit diesem Gehalt komme ich noch eine Weile sehr gut über die Runden, so dass ich auf das Gehaltsplus verzichten kann. Außerdem würde der übergriffige Staat sich sowieso über die Hälfte des Lohnplus über Lohnsteuer und Sozialversicherungen wieder zurückholen, um es zum Großteil gegen meine Interessen zweckzuentfremden. Die reduzierten Wochenstunden kommen hingegen zu 100% bei mir an. Dass ich (geringe) Einbußen bei meiner Rente hinnehmen muss, nehme ich in Kauf.

Ich werde die Arbeitszeitreduzierung immer auf 2 Jahre beantragen, um mir eine Hintertür offen zu halten für den Fall, dass ich doch ein höheres Monatsnetto benötige, aber erfahrungsgemäß (habe selbst bereits seit einigen Jahren auf 35 Stunden reduziert) wird dies wohl selten notwendig sein.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3674 am: 21.10.2022 14:20 »
Also gehts jetzt in die dritte Ausschreibungsrunde.
Hoffentlich mit einer gut aufgemachten Anzeige bei Stepstone und Co.

Darüber haben wir bisher immer EG13er Stellen besetzen können.

Ok Amtssprache ist Deutsch war hier und da schon mal ein Hindernis, aber es war nicht nur Kernschrott dabei.