Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 701598 times)

JC83

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3945 am: 11.11.2022 08:48 »
Jaja, da bin ich bei dir, aber was er vorgibt und was dämlich ist (KMV 50!) und ob man sein Geld aufs Sparbuch legt....
600T vs. 1000 miete DUMM! (was investment angeht)
600T vs  1650 bei 30 Jahrenlaufzeit Gleichstand monetär aber mehr Risiko beim Betongold!

Moin, das war ein reales Beispiel, nämlich von mir, wo es monetär sogar noch krasser ist.
Es steht die Entscheidung an, ob wir aus unserer billigen Wohnung ausziehen und uns ein Haus kaufen:

350 € kalt für die 3-Zi Mietwohnung 

vs.

EHF/Reihenhaus, je nach Ort und Lage:

Heimatort: 300 k min., 100 km Fahrtweg zur Arbeit, 2 Autos nötig
Speckgürtel: 400 bis 500 k plus, 2fache Fahrzeit zur Arbeit, vermutlich mindestens ein Auto notwendig
Aktuelle Gegend: 500 bis 600 k plus, kein Auto notwendig.
Was da als Entscheidungsparameter fehlt ist jeweils die Mietkosten für die beschriebene Objekte.
Ansonsten ist die Aussage ja in der Liga:
Nudeln mit Ketchup sind das bessere Invest als Tagliatelle mit Hummerschwänze.

Kalt-Mieten fürs Haus (aktuell von Immoscout):

Heimatort: 1 k
Speckgürtel: zw. 1,2 und 1,6
Aktuelle Gegend: zw. 1,8 k und 2,7 k

Mieten ist in (fast) allen Fällen günstiger (Laufzeit 30 Jahre), erst ab einer Miete höher von 2,5 k und Kaufpreis von 600 k überholt der Kauf die Miete (Steigerungsraten jeweils 1% p.a.)
« Last Edit: 11.11.2022 08:55 von JC83 »

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3946 am: 11.11.2022 08:51 »

Ist eine Emotionales Hirnproblem.

Nein, eines der Grunderwerbssteuer.

BeamtenMikado

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3947 am: 11.11.2022 08:53 »
Das ist doch Blödsinn. Man kann auch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Als 4 Köpfige Familie kann ich garantiert nicht in einer 350,00€ kalt Bude wohnen. Die hat dann 1 Zimmer und 30 qm. Ich benötige aber eine 4 Raum Wohnung, das ist mein Vergleich. Also vergleiche ich 100qm Haus mit 100qm Wohnung/Haus zur Miete. Und da gewinnt aktuell immer das Haus. und zwar deutlich. 950€ zahle ich kalt für das Haus (gesamte Laufzeit, vor 6 Jahren waren die Preise noch human). Miete geht bei 1400,00 € los. In meinem Fall, wäre es fast dumm zu mieten. Wenn man aktuell baut, dann siehts vielleicht anders auch. Aber auch die derzeitigen hohen Kreditraten, werden im zeitlichen Kontext billiger. Die Mieten werden allerdings weiter steigen. Das der Bedarf in beliebten Lagen zurückgeht, ist allenfalls hoch spekulativ.

Ein so günstiges EFH wirst du bloß nicht mehr finden. Unter 500k geht in einer halbwegs normalen Gegend nichts mehr. Und da landest du dann nicht nur bei 950€ sondern bei mehr als dem doppelten

Philipp

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3948 am: 11.11.2022 08:54 »
Hier geht's doch schon lange nicht mehr um Tarifverhandlungen oder?

Ich glaube kaum, dass man Tarifverhandlungen auf der Basis von Immobilienkaufpreisen führen kann.

Herbert Meyer

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3949 am: 11.11.2022 09:05 »
Hier geht's doch schon lange nicht mehr um Tarifverhandlungen oder?

Ich glaube kaum, dass man Tarifverhandlungen auf der Basis von Immobilienkaufpreisen führen kann.

Naja, ich nehme einfach mal an, dass das inflationäre Umfeld bei den wenigsten Forenteilnehmern dazu führt, dass der Wocheneinkauf im Edeka nicht mehr bezahlt werden kann. Ob das Gehaltsniveau aber weiterhin zur Immobilienfinanzierung ausreicht, oder ob da gerade Träume platzen oder Existenzängste ausgelöst werden, ist wahrscheinlich schon wieder eine andere Frage. Von daher durchaus relevant.

Kubus

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3950 am: 11.11.2022 09:19 »
Hier geht's doch schon lange nicht mehr um Tarifverhandlungen oder?

Ich glaube kaum, dass man Tarifverhandlungen auf der Basis von Immobilienkaufpreisen führen kann.

Naja, ich nehme einfach mal an, dass das inflationäre Umfeld bei den wenigsten Forenteilnehmern dazu führt, dass der Wocheneinkauf im Edeka nicht mehr bezahlt werden kann. Ob das Gehaltsniveau aber weiterhin zur Immobilienfinanzierung ausreicht, oder ob da gerade Träume platzen oder Existenzängste ausgelöst werden, ist wahrscheinlich schon wieder eine andere Frage. Von daher durchaus relevant.

die Leute gehen dann erstmal ins Aldi

Es trifft hauptsächlich die Ärmsten, weil es da zuvor schon zu wenig war bzw diese oft auch schlecht haushalten.

Der TvÖD ist trotzdem mies was die Bezahlung angeht, gerade in den anspruchsvolleren Jobs. Da bringen auch 10% mehr nicht viel.

Flying

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3951 am: 11.11.2022 09:32 »

Und das garantiert dir mehr Sicherheit als ein Haus?
Komm schon...

Du müsstest mir bitte erklären, warum ein Klumpeninvest wie ein einzelnes Haus "sicherer" sein soll, als ein breites Investment in Firmen, die seit 20,30 oder 100 Jahren existieren, wo jeden Tag Millionen Leute arbeiten und Werte & Produkte schaffen, die von Milliarden Menschen tagtäglich genutzt werden.

Wie ich bereits sagte, die Mischung macht es aus.
Ein Haus ist erstmal etwas greifbares, was immer einen Wert hat (mal mehr, mal weniger). Ich zahle aktuell mein Haus mit 750 Euro ab - bin damit in spätestens 12 Jahren durch und zahle dann nur noch die Erhaltungskosten. Eine Mietwohnung wäre hier ebenso in dem Segment zu suchen - vielleicht eine Spur günstiger. Das würde ich aber die nächsten 50 Jahre (hoffen wirs mal) zahlen.

Nebenher investiere ich auch in benannte Firmen. Aber lass da mal ein Crash kommen, Wirecard Teil 2 oder den Ukraine Krieg sich noch verbreitern, dann besteht da immer ein gewisses Risiko.
Sicherlich beim Haus auch - aber deswegen rede ich ja auch von mischen.

Ich verteufle weder das Eine noch das Andere - auch wenn ich zugegeben, nur sehr wenig Sinn in einer teuren Mietwohnung sehe. 

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3952 am: 11.11.2022 09:42 »
Nun ja, Mieten ist halt fast immer teurer als kaufen. Für die Leute hier im Forum ist da ja nicht so wichtig. Aber gesamtgesellschaftlich fällt diese Klientel weit öfters in Transferbezug. Und das müssen dann alle mitbezahlen. Daher sollte der Kauf staatlich (mehr) gefördert werden.

Hugo Stieglitz

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3953 am: 11.11.2022 09:44 »
Nun ja, Mieten ist halt fast immer teurer als kaufen.
Das kann man so pauschal nicht sagen.

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3954 am: 11.11.2022 09:47 »
Man hat ein Produkt und nutzt es. Dann kommt jemand und besitzt dieses Produkt und will es verleihen. Es liegt in der Natur der Sache, das das Produkt dann für den Nutzer teurer ist.

Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3955 am: 11.11.2022 10:20 »
Nun ja, Mieten ist halt fast immer teurer als kaufen. Für die Leute hier im Forum ist da ja nicht so wichtig. Aber gesamtgesellschaftlich fällt diese Klientel weit öfters in Transferbezug. Und das müssen dann alle mitbezahlen. Daher sollte der Kauf staatlich (mehr) gefördert werden.

Psst. Das wollen die Sozis und Grünen  nicht hören. Immer schön vom Staat abhängig sein, am besten in der Plattenwohnung.

Philipp

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3956 am: 11.11.2022 10:24 »
Hier geht's doch schon lange nicht mehr um Tarifverhandlungen oder?

Ich glaube kaum, dass man Tarifverhandlungen auf der Basis von Immobilienkaufpreisen führen kann.

Naja, ich nehme einfach mal an, dass das inflationäre Umfeld bei den wenigsten Forenteilnehmern dazu führt, dass der Wocheneinkauf im Edeka nicht mehr bezahlt werden kann. Ob das Gehaltsniveau aber weiterhin zur Immobilienfinanzierung ausreicht, oder ob da gerade Träume platzen oder Existenzängste ausgelöst werden, ist wahrscheinlich schon wieder eine andere Frage. Von daher durchaus relevant.

Wenn in den Ballungsräumen selbst DINK's (Double Income No Kids) mit gut dotierten Jobs in der freien Wirtschaft keine Immobilien mehr finanzieren können, dann ist die Fragestellung für die Tarifverhandlungen im ÖD wohl weniger geeignet.

Meine besten Freunde sind beides Führungskräfte in der freien Wirtschaft (einer beim Zulieferer eines großen Autoherstellers, Freundin Führungskraft in einem Chemieunternehmen) und die können sich an ihrem Wohnort nur mit den Gehältern und angespartem, ohne möglichen Erb-Zuschuss der Eltern, kein EFH leisten.

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3957 am: 11.11.2022 10:31 »
Und das muss der Staat halt fördern, wäre schon ganz gut wenn man ansatzweise 400.000 Neubauten im Jahr hinbekommen würde. So verteuert der Staat das Wohnen in unnötiger Weise. Teils aber auch der Mietnomade selbst, siehe Tempelhofer Feld.

Davon ab: zu den Tarifverhandlungen ist doch alles gesagt, nur nicht von jedem. Man könnte eigentlich erst nach der ersten Verhandlungsrunde weitermachen.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3958 am: 11.11.2022 10:32 »

Ist eine Emotionales Hirnproblem.

Nein, eines der Grunderwerbssteuer.
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Herbert Meyer

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3959 am: 11.11.2022 10:37 »
Hier geht's doch schon lange nicht mehr um Tarifverhandlungen oder?

Ich glaube kaum, dass man Tarifverhandlungen auf der Basis von Immobilienkaufpreisen führen kann.

Naja, ich nehme einfach mal an, dass das inflationäre Umfeld bei den wenigsten Forenteilnehmern dazu führt, dass der Wocheneinkauf im Edeka nicht mehr bezahlt werden kann. Ob das Gehaltsniveau aber weiterhin zur Immobilienfinanzierung ausreicht, oder ob da gerade Träume platzen oder Existenzängste ausgelöst werden, ist wahrscheinlich schon wieder eine andere Frage. Von daher durchaus relevant.

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Und dieses Narrativ, das Medien und Politiker derzeit stets bemühen, ist Quatsch. Selbstverständlich haben Leistungsträger und Menschen in qualifizierten Berufen ebenfalls aufgrund der Inflation zu kämpfen. Als ob Durchschnitts- und Gutverdiener in den vergangenen Jahren nicht gewusst hätten wohin mit dem vielen Geld, das dann einfach auf dem Sparbuch abgelegt und vergessen wurde. Wenn ich die Einzahlungen in meine private Altersvorsorge um 12 Prozent reduzieren muss oder auf einmal die Immobilienfinanzierung wackelt, dann sind das tiefgreifende Einschnitte in die Lebensqualität und Lebensplanung. Aber das wird vollkommen ausgeklammert, was die "Hilfspakete", die sich nahezu auf die Unterstützung ungebildeter oder nicht-arbeitender Menschen beschränken, deutlich unterstreichen. Zumindest hat Lindner nun durchgeboxt, dass der kalten Progression entgegengewirkt wird, das sind zumindest mal ein paar Brotkrumen.