Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 703982 times)

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3960 am: 11.11.2022 10:45 »
Ja, Brosamen sind das. Die Neukalibrierung der Steuertabelle hat nun gar nichts mit der derzeitigen Situation zu tun, die ist ewig schon überfällig.

Dann kann man sich auch alle Rettungspakete sparen, aber einfach ist in diesem Land schwer.

Zumal ich die Entlastungen gerne allen jenen versagen würde, die im Laufe der Jahre immer mehr "nun lasst ihm die Krim" doch gerufen haben.

Kubus

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3961 am: 11.11.2022 10:48 »
Nun ja, Mieten ist halt fast immer teurer als kaufen. Für die Leute hier im Forum ist da ja nicht so wichtig. Aber gesamtgesellschaftlich fällt diese Klientel weit öfters in Transferbezug. Und das müssen dann alle mitbezahlen. Daher sollte der Kauf staatlich (mehr) gefördert werden.

Das war einmal:
Bsp 100m2 Wohnung in Mainz => ca 1100-1200€ Kaltmiete = 14400/ Jahr

Kaufpreis ca 4000/m2 -> 4400 mit NK = 440.000€
nichtumlegbare Kosten, Instandhaltung Allgemeineigentum = ca 100€/Monat = 1200€/Jahr
Kredit 400k bei 4% =16000 + 1200 = 17200/Jahr

Da ist jetzt nichtmal Kosten für mögliche Renovierungsarbeiten in der Bude inkludiert (und auch kein entgangener Gewinn für die 40k EK, die man jetzt ja auch für 1-2-3% als Festgeld anlegen kann). Mit 0,6 oder 1% war das ein No-Brainer, jetzt lohnt es sich de fakto nicht mehr. Die Preise müssen so erheblich runter bis sich das wieder lohnt..

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3962 am: 11.11.2022 10:50 »
Jaja, da bin ich bei dir, aber was er vorgibt und was dämlich ist (KMV 50!) und ob man sein Geld aufs Sparbuch legt....
600T vs. 1000 miete DUMM! (was investment angeht)
600T vs  1650 bei 30 Jahrenlaufzeit Gleichstand monetär aber mehr Risiko beim Betongold!

Moin, das war ein reales Beispiel, nämlich von mir, wo es monetär sogar noch krasser ist.
Es steht die Entscheidung an, ob wir aus unserer billigen Wohnung ausziehen und uns ein Haus kaufen:

350 € kalt für die 3-Zi Mietwohnung 

vs.

EHF/Reihenhaus, je nach Ort und Lage:

Heimatort: 300 k min., 100 km Fahrtweg zur Arbeit, 2 Autos nötig
Speckgürtel: 400 bis 500 k plus, 2fache Fahrzeit zur Arbeit, vermutlich mindestens ein Auto notwendig
Aktuelle Gegend: 500 bis 600 k plus, kein Auto notwendig.
Was da als Entscheidungsparameter fehlt ist jeweils die Mietkosten für die beschriebene Objekte.
Ansonsten ist die Aussage ja in der Liga:
Nudeln mit Ketchup sind das bessere Invest als Tagliatelle mit Hummerschwänze.

Kalt-Mieten fürs Haus (aktuell von Immoscout):

Heimatort: 1 k
Speckgürtel: zw. 1,2 und 1,6
Aktuelle Gegend: zw. 1,8 k und 2,7 k

Mieten ist in (fast) allen Fällen günstiger (Laufzeit 30 Jahre), erst ab einer Miete höher von 2,5 k und Kaufpreis von 600 k überholt der Kauf die Miete (Steigerungsraten jeweils 1% p.a.)
Bei beschissenes KaufpreisMietverhältnis immer.
Mit deinem Rechner komme ich da aber zum Ergebnis 600T bei 2000 Miete 3% Zins 100k ekap
ergibt 345k für etf und 600 ehz ohne instandhaltung
 

Kubus

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3963 am: 11.11.2022 10:52 »
Jaja, da bin ich bei dir, aber was er vorgibt und was dämlich ist (KMV 50!) und ob man sein Geld aufs Sparbuch legt....
600T vs. 1000 miete DUMM! (was investment angeht)
600T vs  1650 bei 30 Jahrenlaufzeit Gleichstand monetär aber mehr Risiko beim Betongold!

Moin, das war ein reales Beispiel, nämlich von mir, wo es monetär sogar noch krasser ist.
Es steht die Entscheidung an, ob wir aus unserer billigen Wohnung ausziehen und uns ein Haus kaufen:

350 € kalt für die 3-Zi Mietwohnung 

vs.

EHF/Reihenhaus, je nach Ort und Lage:

Heimatort: 300 k min., 100 km Fahrtweg zur Arbeit, 2 Autos nötig
Speckgürtel: 400 bis 500 k plus, 2fache Fahrzeit zur Arbeit, vermutlich mindestens ein Auto notwendig
Aktuelle Gegend: 500 bis 600 k plus, kein Auto notwendig.
Was da als Entscheidungsparameter fehlt ist jeweils die Mietkosten für die beschriebene Objekte.
Ansonsten ist die Aussage ja in der Liga:
Nudeln mit Ketchup sind das bessere Invest als Tagliatelle mit Hummerschwänze.

Kalt-Mieten fürs Haus (aktuell von Immoscout):

Heimatort: 1 k
Speckgürtel: zw. 1,2 und 1,6
Aktuelle Gegend: zw. 1,8 k und 2,7 k

Mieten ist in (fast) allen Fällen günstiger (Laufzeit 30 Jahre), erst ab einer Miete höher von 2,5 k und Kaufpreis von 600 k überholt der Kauf die Miete (Steigerungsraten jeweils 1% p.a.)
Bei beschissenes KaufpreisMietverhältnis immer.
Mit deinem Rechner komme ich da aber zum Ergebnis 600T bei 2000 Miete 3% Zins 100k ekap
ergibt 345k für etf und 600 ehz ohne instandhaltung

es sind aber 4% und das EK hat ja auch eine potentielle Verzinsung.

Hugo Stieglitz

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3964 am: 11.11.2022 11:15 »
Man hat ein Produkt und nutzt es. Dann kommt jemand und besitzt dieses Produkt und will es verleihen. Es liegt in der Natur der Sache, das das Produkt dann für den Nutzer teurer ist.
Schau Dir mal die langfristigen Eigenkapitalrenditen selbstgenutzter Immobilien an. Die sind jahrelang negativ gewesen.

Fun fact: Je reicher das Land, desto geringer die Hauseigentümerquote. :)

BAT

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« Antwort #3965 am: 11.11.2022 11:18 »

Schau Dir mal die langfristigen Eigenkapitalrenditen selbstgenutzter Immobilien an. Die sind jahrelang negativ gewesen.


Dann will ich mal sehen. Zeig mir die doch mal...

Hugo Stieglitz

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3966 am: 11.11.2022 11:29 »

Schau Dir mal die langfristigen Eigenkapitalrenditen selbstgenutzter Immobilien an. Die sind jahrelang negativ gewesen.


Dann will ich mal sehen. Zeig mir die doch mal...
https://www.gerd-kommer-invest.de/wp-content/uploads/2016-Kommer-Mieten-oder-kaufen-V17.pdf
Ab Seite 9.

Herbert Meyer

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3967 am: 11.11.2022 11:39 »
Man hat ein Produkt und nutzt es. Dann kommt jemand und besitzt dieses Produkt und will es verleihen. Es liegt in der Natur der Sache, das das Produkt dann für den Nutzer teurer ist.
Schau Dir mal die langfristigen Eigenkapitalrenditen selbstgenutzter Immobilien an. Die sind jahrelang negativ gewesen.

Fun fact: Je reicher das Land, desto geringer die Hauseigentümerquote. :)

Eigentumsquote Norwegen: 80 Prozent. Da verhungern die Leute offensichtlich reihenweise auf der Straße.

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3968 am: 11.11.2022 11:41 »

https://www.gerd-kommer-invest.de/wp-content/uploads/2016-Kommer-Mieten-oder-kaufen-V17.pdf
Ab Seite 9.

Seite 26 ;)

Nein, ernsthaft. Ein Investmenttyp rechnet mir vor, dass man auf Eigentum besser verzichtet und ein Investment macht?

TVWaldschrat

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3969 am: 11.11.2022 11:55 »
Man hat ein Produkt und nutzt es. Dann kommt jemand und besitzt dieses Produkt und will es verleihen. Es liegt in der Natur der Sache, das das Produkt dann für den Nutzer teurer ist.
Schau Dir mal die langfristigen Eigenkapitalrenditen selbstgenutzter Immobilien an. Die sind jahrelang negativ gewesen.

Fun fact: Je reicher das Land, desto geringer die Hauseigentümerquote. :)

Eigentumsquote Norwegen: 80 Prozent. Da verhungern die Leute offensichtlich reihenweise auf der Straße.

In Norwegen schien es nach dem Wert aber auch etwas anders abzulaufen als in Deutschland bisher. Wobei sich dort ein wenig was zu ändern scheint:
https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/oslo-ist-der-nordische-traum-vom-eigenheim-bald-ausgetraeumt/#:~:text=Einen%20Abschluss%20machen%2C%20einen%20Job,Eigentumsquoten%20im%20europ%C3%A4ischen%20Vergleich%20verzeichnete.

Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3970 am: 11.11.2022 12:10 »
Man hat ein Produkt und nutzt es. Dann kommt jemand und besitzt dieses Produkt und will es verleihen. Es liegt in der Natur der Sache, das das Produkt dann für den Nutzer teurer ist.
Schau Dir mal die langfristigen Eigenkapitalrenditen selbstgenutzter Immobilien an. Die sind jahrelang negativ gewesen.

Fun fact: Je reicher das Land, desto geringer die Hauseigentümerquote. :)

Ich brauch kein reiches Land, ich brauch reiche Bürger.

Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3971 am: 11.11.2022 12:20 »

Und dieses Narrativ, das Medien und Politiker derzeit stets bemühen, ist Quatsch. Selbstverständlich haben Leistungsträger und Menschen in qualifizierten Berufen ebenfalls aufgrund der Inflation zu kämpfen. Als ob Durchschnitts- und Gutverdiener in den vergangenen Jahren nicht gewusst hätten wohin mit dem vielen Geld, das dann einfach auf dem Sparbuch abgelegt und vergessen wurde. Wenn ich die Einzahlungen in meine private Altersvorsorge um 12 Prozent reduzieren muss oder auf einmal die Immobilienfinanzierung wackelt, dann sind das tiefgreifende Einschnitte in die Lebensqualität und Lebensplanung. Aber das wird vollkommen ausgeklammert, was die "Hilfspakete", die sich nahezu auf die Unterstützung ungebildeter oder nicht-arbeitender Menschen beschränken, deutlich unterstreichen. Zumindest hat Lindner nun durchgeboxt, dass der kalten Progression entgegengewirkt wird, das sind zumindest mal ein paar Brotkrumen.

Das Schlimme ist, dafür muss man den Gelben noch dankbar sein. Rot, Grün und auch die Schwarzen hätten vermutlich wieder nur das Harz4 und Wohngeld Klientel bedacht.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3972 am: 11.11.2022 12:37 »
es sind aber 4% und das EK hat ja auch eine potentielle Verzinsung.
Sind derzeit meinst du, oder? Waren letztes Jahr 2% : Wohnung in Berlin die ich für meinem Bruder, 90% Finanzierung mit 30 Jahrenlaufzeit gekümmert habe. vorher Kaltmiete 800 jetzt 1200 Belastung, dafür keine Sorge mehr rausgeschmissen zu werden (ist ihn nämlich passiert, aus seiner 450€ Mietsbude)
Vorher hat es sich für ihn nicht gelohnt auf Eigenheim umzusteigen, letztes Jahr schon (besserer kalkulierte Rendite, plus Sicherheit) ->und zum Glück! gerade noch rechtzeitig, obwohl miese Teuer diese Buden da.
Jetzt wäre es eher keine Geschäft, da höherer Zins

Also ist Eigenheim wie ETF alles nur eine Frage des Timings.


DiVO

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3973 am: 11.11.2022 12:56 »
es sind aber 4% und das EK hat ja auch eine potentielle Verzinsung.
Sind derzeit meinst du, oder? Waren letztes Jahr 2% : Wohnung in Berlin die ich für meinem Bruder, 90% Finanzierung mit 30 Jahrenlaufzeit gekümmert habe. vorher Kaltmiete 800 jetzt 1200 Belastung, dafür keine Sorge mehr rausgeschmissen zu werden (ist ihn nämlich passiert, aus seiner 450€ Mietsbude)
Vorher hat es sich für ihn nicht gelohnt auf Eigenheim umzusteigen, letztes Jahr schon (besserer kalkulierte Rendite, plus Sicherheit) ->und zum Glück! gerade noch rechtzeitig, obwohl miese Teuer diese Buden da.
Jetzt wäre es eher keine Geschäft, da höherer Zins

Also ist Eigenheim wie ETF alles nur eine Frage des Timings.

Wer sich in den letzten fünf Jahren kein Eigenheim leisten konnte, wollte es entweder nicht oder verdient tatsächlich unterirdisch.

Wir haben vor drei Jahren eine 100% Finanzierung gemacht mit 1,45 % mit 30-jähriger Zinsbindung. Dazu gabs vom Freistaat Bayern und vom Bund noch 25.000 Euro als nachweisfreie Förderung on top. Was will man mehr?

Das Problem am Eigenheim in Deutschland ist, dass jeder unbedingt sein Traumhaus möchte und das Haus ist die bestmögliche Ausstattung haben muss auf 150 m2 mit Doppelgarage. Wenn die Leute sich das gleiche kaufen würden wie sie aktuell zur Miete bewohnen, dann würde es auch heute viel häufiger mit einer eigenen Immobilie klappen.

Hugo Stieglitz

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3974 am: 11.11.2022 12:57 »

https://www.gerd-kommer-invest.de/wp-content/uploads/2016-Kommer-Mieten-oder-kaufen-V17.pdf
Ab Seite 9.

Seite 26 ;)

Nein, ernsthaft. Ein Investmenttyp rechnet mir vor, dass man auf Eigentum besser verzichtet und ein Investment macht?
Nun ja, es zählen Zahlen, Daten, Fakten. Einem Honorarberater vertraue ich da mehr, als dem Provisionsverkäufer der Spasskass. Es müssten sich ja irgendwo Daten finden lassen, die Deine Aussage, dass  grundsätzlich mieten teurer als kaufen ist, belegen.

Ich will hier niemandem das Eigenheim madig machen. Persönlich finde ich eine Investition in das eigene Wohlbefinden, ist nicht mit Geld aufzuwiegen. In Einzelfällen kann es auch eine richtig gute Investition sein. Dies aber als ökonomisch grundsätzlich als beste Investition zu verkaufen, geht leider oft an der Realität vorbei.