Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 489269 times)

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4365 am: 26.11.2022 21:53 »
Wer ist dieses „Fußvolk“? Und was ist eine „Jahresendprämie“?

Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4366 am: 26.11.2022 23:06 »
Und - wenn man endlich mal offen und ehrlich dem Fußvolk erklären würde, WARUM die Leute im Osten auch in 2022 wieder % benachteiligt wurden bei der Jahresendprämie und WARUM nicht für ALLE einheitlich tatsächlich endlich "zeitnah" auf 100% (statt ewige Mauschelei nach unten) berechnet wird. Für mich bleibt es eine bodenlose Frechheit, bis 2025 weiter Mensch zweiter Klasse zu sein - mit Billigung von Verdi höchstpersönlich. Eine saftige Entschuldigung dafür ist längst überfällig.

Vielleicht solltest du das die AG des ehemaligen Zonengebietes fragen.

Johannes1893

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4367 am: 27.11.2022 08:36 »
Ich verstehe gar nicht warum so viele so negativ denken. Habe nun schon einige Tarifrunden miterlebt. Ich habe keine Zweifel, dass wir mindestens das IGM Ergebnis erzielen! Wir gehen doch nicht mit 10,5 für 12 Monate rein (eigentlich sogar eher Richtung 15% wenn man den Sockel berücksichtigt), um dann nicht mindestens 8,5 für 2 Jahre zu erreichen!?!?!?! Also ganz ehrlich, so schwach ist nicht mal VERDI  ::)
Ich bin mir zu 90% sicher, das wir das IGM Ergebnis toppen werden. 24 Monate und in Summe 9-11% (die 10er Marke wird für beide Seiten die Schmerzgrenze sein). Daher ggf. 9,8% und damit Sieg für die AG. Und Verdi kann das auch sehr gut verkaufen….
Damit haben wir immer noch einen starken Reallohnverlust, aber damit müssen leider alle leben…

Das Hauptproblem wird sein das ver.di (wie die letzten Jahre) den Fokus auf die unteren EG legen wird. Das wurde bereits angekündigt. Stichwort Mindestbetrag. Und dieser Fokus geht zu Lasten der Leute ab EG 9.

Britta2

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4368 am: 27.11.2022 09:18 »
Wer ist dieses „Fußvolk“? Und was ist eine „Jahresendprämie“?

Angeblich gibt es keine dummen Fragen ... Wobei es dumm ist zu fagn, wenn man sehrwohl die Antworten bereits kennt. Das ist dann also nichts weiter ale eine bewusst provozierende Frage, Krawallgebürste.

Fußvolk sind alle die, für die Klatschen auf Balkonen genügt. Die, welche Schieber und Gekotztes wegschaffen. Während die, die am OP-Tisch glänzen (sinnbildlich stellvertretend gemeint) darüber schimpfen, wenn ihre Erhöhung prozental ihrer Meinung nach zu gering ist.

Dass bei westlich gesteuerter Debatte der Osten natürlich weiterhin lästig nervt ... müssen wir auch nicht ausdiskutieren. Wir waren-sind-werden niemals "gleich" sondern bleiben "gleicher". Die Einen bbleiben Oberlehrer, die Anderen haben staunend zu lauschen.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4369 am: 27.11.2022 09:31 »
Und warum sollte es "das Fußvolk" interessieren, dass irgendwelche Hanseln im "Osten" aus Deiner Sicht benachteiligt wären? Oder irgendwen sonst ausser den Betroffenen? Und was ist jetzt eine "Jahresendprämie"?

Matti101

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4370 am: 27.11.2022 14:16 »
...Ost-Westdiskriminierungen hat der TVÖD VKA m E weitestgehend überwunden. Es geht wohl jetzt nur noch um die Jahressonderzahlung der unteren Entgeltgruppen, die im letzten Schritt erst in 2023 auf Westniveau angeglichen ist. In den oberenn Entgeltgruppen ist die Angleichung auf Westniveau in diesem Jahr erreicht. Die Ost - Westangleichung hat lange gedauert, aber sie ist weitestgehend vollzogen: die Entgelttabelle an sich und auch die Angleichung der Arbeitszeit auf 39 Stunden.

Da sehe ich jetzt kein großes Diskussionspotenzial....

P. S.: Ich bin auch Ostler....

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4371 am: 27.11.2022 14:20 »
Das erklärt einiges.

Klins Kauski

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4372 am: 27.11.2022 15:03 »
Das erklärt einiges.

Offtopic: Ich muss mir direkt mal wieder Motzki anschauen.

cyrix42

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4373 am: 27.11.2022 16:44 »
Tja.., der Tarifabschluss der Metaller und der Vwler sind keine gute Ausgangsbasis für uns.
Round about 2022 Inflationsrate 10%.
Ca. 7% in 2023.
Ca. und das ist von uns nur geschätzt ...mickrige 5% in 2024.
Ergibt 22% Inflationsrate..

Also unter den Annahmen an die Entwicklung der Inflationsrate ergibt sich eher eine Teuerung von 23,6% von 2024 gegenüber 2021...

Nur so am Rande.

Neipotz

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4374 am: 28.11.2022 06:34 »
Tja.., der Tarifabschluss der Metaller und der Vwler sind keine gute Ausgangsbasis für uns.
Round about 2022 Inflationsrate 10%.
Ca. 7% in 2023.
Ca. und das ist von uns nur geschätzt ...mickrige 5% in 2024.
Ergibt 22% Inflationsrate..

Also unter den Annahmen an die Entwicklung der Inflationsrate ergibt sich eher eine Teuerung von 23,6% von 2024 gegenüber 2021...

Nur so am Rande.

Nur mal so am Rande, die Inflationswerte sind Nettowerte. Mit der Tariferhöhung erhalten wir eine Bruttoerhöhung. Heißt von selbst 10 Prozent p.a. bleiben höchstens 5 bis 6 über. Demnach wird der Reallohnverlust ohnehin riesig ausfallen. Selbst bei guten Ergebnissen.

Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4375 am: 28.11.2022 06:57 »
Tja.., der Tarifabschluss der Metaller und der Vwler sind keine gute Ausgangsbasis für uns.
Round about 2022 Inflationsrate 10%.
Ca. 7% in 2023.
Ca. und das ist von uns nur geschätzt ...mickrige 5% in 2024.
Ergibt 22% Inflationsrate..

Also unter den Annahmen an die Entwicklung der Inflationsrate ergibt sich eher eine Teuerung von 23,6% von 2024 gegenüber 2021...

Nur so am Rande.

Nur mal so am Rande, die Inflationswerte sind Nettowerte. Mit der Tariferhöhung erhalten wir eine Bruttoerhöhung. Heißt von selbst 10 Prozent p.a. bleiben höchstens 5 bis 6 über. Demnach wird der Reallohnverlust ohnehin riesig ausfallen. Selbst bei guten Ergebnissen.

Laut dem Rechner hier, steigt der Nettolohn bei einer E7 ungefähr um 8 Prozent.

Alfi

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4376 am: 28.11.2022 09:05 »
Tja.., der Tarifabschluss der Metaller und der Vwler sind keine gute Ausgangsbasis für uns.
Round about 2022 Inflationsrate 10%.
Ca. 7% in 2023.
Ca. und das ist von uns nur geschätzt ...mickrige 5% in 2024.
Ergibt 22% Inflationsrate..

Also unter den Annahmen an die Entwicklung der Inflationsrate ergibt sich eher eine Teuerung von 23,6% von 2024 gegenüber 2021...

Nur so am Rande.

Nur mal so am Rande, die Inflationswerte sind Nettowerte. Mit der Tariferhöhung erhalten wir eine Bruttoerhöhung. Heißt von selbst 10 Prozent p.a. bleiben höchstens 5 bis 6 über. Demnach wird der Reallohnverlust ohnehin riesig ausfallen. Selbst bei guten Ergebnissen.


Das hatten wir hier schon mal.

Es kommt natürlich auf die Steuerklasse an, Kirchensteuer ja/nein und ob man ggf. über der Beitragsbemessungsgrenze liegt etc.
Bei mir wären 10 % Brutto ca. 8,5 % Netto.


BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4377 am: 28.11.2022 09:35 »
Ich habe schon irgendwas extra auf der Gehaltsabrechnung, weiß aber nicht was es ist:

JLL Auf. Urlaub Tag 01.09.22 - 30.09.22 9,67 X * 9,00 Tg

Hä?


Freizeitkicker

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4378 am: 28.11.2022 09:42 »
Hallo BAT,

Es handelt sich um den Urlaubsaufschlag.
Du hast im Juli 9 Tage Urlaub genommen und erhältst einen Ausgleich für die unständigen Bezügebestandteile  :D
Hier der entsprechende Passus von Haufe.

Ist der Mitarbeiter gewöhnlich im Schichtdienst, Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaftsdienst eingesetzt, so erhält er für tatsächlich geleistete Dienste Zeitzuschläge und Bereitschaftsdienst-/Rufbereitschaftsvergütung.

Während des Urlaubs oder einer Arbeitsunfähigkeit kann der Mitarbeiter diese Vergütungsbestandteile nicht erwirtschaften.

Als Ausgleich hierfür erhält er für jeden Urlaubs-/Krankheitstag einen Aufschlag.

Der Aufschlag beträgt 108 % des Tagesdurchschnitts der sog. unständigen Bezügebestandteile des vorangegangenen Kalenderjahres (§ 47 Abs. 2 Unterabs. 2 BAT).

Während für die Zahlung von Grundvergütung, Ortszuschlag und Zulagen das sog. Lohnausfallprinzip gilt, orientiert sich der Aufschlag am sog. Referenzprinzip, knüpft also an Durchschnittszahlungen in der Vergangenheit an.

Der Urlaubsaufschlag ist gemäß § 36 Abs. 1 Unterabs. 2 S. 2 und 3 BAT zeitversetzt im übernächsten Monat auszuzahlen. Daraus folgt, dass die Urlaubsvergütung in "zwei Etappen" gezahlt wird: Im Urlaubsmonat selbst erhält der Arbeitnehmer die Vergütung und die in Monatsbeträgen festgelegten Zulagen als Teil der Urlaubsvergütung, der Urlaubsaufschlag wird dann im übernächsten Monat nach dem Urlaub ausgezahlt.

3.2.1 Unständige Bezügebestandteile
Zu den "unständigen Bezügebestandteilen" gehören

die nicht in Monatsbeträgen festgelegten Zulagen (z.B. Erschwerniszulagen, die tageweise bezahlt werden)
die Zeitzuschläge für Sonntags-, Feiertags-, Vorfesttags-, Samstags- und Nachtarbeit (Der frühere Ausschluss der Zeitzuschläge für Nachtarbeit war unzulässig, vgl. – 8 AZR 404/87)
die Überstundenvergütungen und die Zeitzuschläge für Überstunden
die Mehrarbeitsstundenvergütungen für Teilzeitbeschäftigte
die Vergütungen für Bereitschaftsdienste und Rufbereitschaften,
des vorangegangenen Kalenderjahres.

Grüße der Freizeitkicker

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #4379 am: 28.11.2022 09:50 »
Danke Freizeitkicker, da bin ich schon etwas schlauer. Obwohl ich die Regelung - zumindest für meinen Fall - nicht für so ganz logisch halte.  ;)

Ich bin erst dieses Jahr mit der Bereitschaft angefangen.