Tarifverhandlungen und die Inflation

Begonnen von Emmi87, 01.10.2021 08:33

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Bastel

Verdi kann auch 50% auf 6 Monate fordern.

Das Ergebnis wird trotzdem höchstens bei 3-4% pro Jahr sein.

Garfield

Zumal die Arbeitgeber-Seite die steuerfrei Sonderzahlung auf jeden Fall mit in den Ring werfen wird.
Und die Gewerkschaften werden sich auf einen Mix einlassen müssen. Man kann es sich nicht leisten, dass die AG Seite sagt "wir hätten gerne mit einer steuerfreien Zahlung all diejenigen entlastet, die bald hohe Nebenkostenabrechnungen erwarten, aber die Gewerkschaften wollten nicht".

Tatsächlich wird die TVÖD Runde spannend für alle Seiten, weil viele andere Verhandlungen sich danach richten werden.

SWB

Zitat von: Garfield in 12.09.2022 13:37
Zumal die Arbeitgeber-Seite die steuerfrei Sonderzahlung auf jeden Fall mit in den Ring werfen wird.
Und die Gewerkschaften werden sich auf einen Mix einlassen müssen. Man kann es sich nicht leisten, dass die AG Seite sagt "wir hätten gerne mit einer steuerfreien Zahlung all diejenigen entlastet, die bald hohe Nebenkostenabrechnungen erwarten, aber die Gewerkschaften wollten nicht".

Tatsächlich wird die TVÖD Runde spannend für alle Seiten, weil viele andere Verhandlungen sich danach richten werden.

Sofern die Verhandlungen unakzeptabel ausfallen, werden mit Sicherheit einige den ÖD verlassen.

DiVO

Zitat von: SWB in 12.09.2022 14:02
Zitat von: Garfield in 12.09.2022 13:37
Zumal die Arbeitgeber-Seite die steuerfrei Sonderzahlung auf jeden Fall mit in den Ring werfen wird.
Und die Gewerkschaften werden sich auf einen Mix einlassen müssen. Man kann es sich nicht leisten, dass die AG Seite sagt "wir hätten gerne mit einer steuerfreien Zahlung all diejenigen entlastet, die bald hohe Nebenkostenabrechnungen erwarten, aber die Gewerkschaften wollten nicht".

Tatsächlich wird die TVÖD Runde spannend für alle Seiten, weil viele andere Verhandlungen sich danach richten werden.

Sofern die Verhandlungen unakzeptabel ausfallen, werden mit Sicherheit einige den ÖD verlassen.

Mit Sicherheit wird diese Fluktuation auch wieder deutlich geringer ausfallen als von vielen Untergangspropheten prophezeit. Wenn wir wirklich in eine längere Rezession schlidern, dann werden die Leute froh sein einen Job zu haben. Ob der nun paar Mark mehr oder weniger einbringt, ist dann auch erstmal egal.

Im Betrieb meiner Frau (Bereich IGM) wurde bereits letzte Woche im Meeting angekündigt, dass spätestens im November die ersten Kündigungen ausgesprochen werden, wenn sich an der Auftragslage nichts ändert.

Kryne

Zitat von: SWB in 12.09.2022 14:02
Zitat von: Garfield in 12.09.2022 13:37
Zumal die Arbeitgeber-Seite die steuerfrei Sonderzahlung auf jeden Fall mit in den Ring werfen wird.
Und die Gewerkschaften werden sich auf einen Mix einlassen müssen. Man kann es sich nicht leisten, dass die AG Seite sagt "wir hätten gerne mit einer steuerfreien Zahlung all diejenigen entlastet, die bald hohe Nebenkostenabrechnungen erwarten, aber die Gewerkschaften wollten nicht".

Tatsächlich wird die TVÖD Runde spannend für alle Seiten, weil viele andere Verhandlungen sich danach richten werden.

Sofern die Verhandlungen unakzeptabel ausfallen, werden mit Sicherheit einige den ÖD verlassen.

Oder sogar "verlassen müssen".

Wenn ich mit meinem Gehalt die Heiz- und Stromkosten nicht mehr bezahlen kann, bin ich gezwungen eine besser bezahlte Stelle zu finden.

Suntzu

Zitat von: SWB in 12.09.2022 14:02
Zitat von: Garfield in 12.09.2022 13:37
Zumal die Arbeitgeber-Seite die steuerfrei Sonderzahlung auf jeden Fall mit in den Ring werfen wird.
Und die Gewerkschaften werden sich auf einen Mix einlassen müssen. Man kann es sich nicht leisten, dass die AG Seite sagt "wir hätten gerne mit einer steuerfreien Zahlung all diejenigen entlastet, die bald hohe Nebenkostenabrechnungen erwarten, aber die Gewerkschaften wollten nicht".

Tatsächlich wird die TVÖD Runde spannend für alle Seiten, weil viele andere Verhandlungen sich danach richten werden.

Sofern die Verhandlungen unakzeptabel ausfallen, werden mit Sicherheit einige den ÖD verlassen.

Die AG werden aber Motivation aus der letzten TV-L Runde schöpfen. Einmal Zahlung "Corona Prämie" von 1300 Eur. Und im ersten Jahr eine 0 runde. Im zweiten Jahr dann 2,x %. Da war damals schon die Inflation bei 7 %.

Wer bei Prämie jubelt. Dem ist nicht zu helfen. Denn die Prämie sorgt nicht für einen Lohnaufstieg. Denn alle späteren Erhöhungen setzen auf die frühere auf. D.h. die 2,x % im zweiten Jahr hätten eine größere Wucht, wenn im ersten Jahr schon eine Steigerung gegeben hätte.

Also lieber nein zur Prämie. Ja zur Steigerung in %

Kryne

Diese Einmalzahlungsjubler gehen mir auch massivst auf den Sack.

Klar ist es nett eine Prämie zu bekommen, aber das sollte dann auch eine Prämie sein, die einfach mal zwischendurch "on top" kommt, weil wir die Leute einen guten Job machen und keine Einmalzahlung die auf Kosten von % Erhöhungen kommt.

Es ist nämlich so, dass die "verlorenen" % nie wieder zurückkommen und bei allen künftigen Runden fehlen werden. Und die Prämie hilft auch nicht bei der Rente, wobei ich nicht mal weiß ob ich überhaupt noch eine Rente bekommen werde. Zum einen weil das System in den nächsten Jahrzehnten völlig zusammenbrechen wird und zum anderen weil das Alter vermutlich so hochgeschraubt wird, dass man vorher stirbt. (Privat vorsorgen wird auch immer schwerer, wenn bald Einnahmen zur 100% Lebenserhaltungskosten sind).

Kaiser80

Zitat von: Kryne in 12.09.2022 14:31
Privat vorsorgen wird auch immer schwerer...
Bitte? Es gibt jetzt auf Tagesgeld meiner Hausbank endlich wieder... Oh doch nicht.


flip

Zitat von: Kryne in 12.09.2022 14:31
Diese Einmalzahlungsjubler gehen mir auch massivst auf den Sack.
Nicht nur Dir! Diese Einmalzahlung verpufft angesichts der Energiekosten diesen Winter.
Und Sie ist nicht nachhaltig, d.h. es ist weder eine Gehaltssteigerung noch wirkt sie sich
auf die Rentenhöhe aus!

Kaiser80

Zitat von: DiVO in 12.09.2022 09:46

Wenn nun Tarifabschlüsse im Bereich der Inflationsrate erzielt werden, und da rede ich nicht nur von ÖD, sondern auch IGM u.a., dann werden auch hier die Kosten steigen, die wiederum auf die erzeugten Waren umgelegt werden.


Lt. Reuters fordert IGM Niedersachsen 8% auf 12M, die Arbeitgeber werden vermtl. gar kein Angebot vorlegen.
Die AG in Bayern werden wohl nur Einmalzahlungen anbieten.




Hugo Stieglitz

Zitat von: DiVO in 12.09.2022 09:46
Zitat von: Hugo Stieglitz in 12.09.2022 09:17
ZitatDas Problem ist doch, dass ein für die Produktion und Lieferung der Waren erforderlicher Rohstoff auf Grund externer Einflüsse (Russland hat den Gashahn zugedreht) nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht.
Die Inflation begann schon vor der Invasion in die Ukraine. Da sagte man noch, das läge an der Angebotsknappheit aufgrund von Lieferkettenproblemen. Das sei nur von kurzer Dauer. Die USA sind nicht durch die Gasknappheit betroffen und haben eine noch stärkere Zinsstraffung begonnen. Mit dem Effekt, dass der Euro zum Dollar abwertet und alle Produkte, welche auf dem Weltmarkt gehandelt werden (was im Prinzip alle sind) teurer werden. Die USA und die EU haben beide eine sehr expansive Geldpolitik betrieben. Die gegenwärtige Inflation hat mehrere Gründe, so dass eine Zinsstraffung durchaus hilfreich sein kann.

ZitatEine Erhöhung der Löhne und Gehälter auf Inflationswert ist zwar toll, um den individuellen Lebensstandard zu halten und "Reichtum" kurzfristig zu sichern, ist aber der vollkommen falsche Weg.
Weil ein Erhalt des Lebensstandards kein erstrebenswertes Ziel ist?
ZitatZusätzlich zu der durch den Energiemangel ausgelästen Preisschoch (Stichwort Produktionskosten) wir dann zusätzlich noch eine Lohn-Preis-Spirale ausgelöst, die zusätzlich die Preise steigen lässt, da die Produzenten die Lohnkosten auf ihre Produkte umlegen werden.
Lohn-Preis-Spirale aufgrund Tariferhöhungen im ÖD? Von einer Signalwirkung der Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst kann nach den vergangenen Jahren ja nun nicht die Rede sein. Der Anteil der Tarifabschlüsse im ÖD am Supermarktpreis verschiedener Güter, ist ausgesprochen überschaubar. Wenn andere Gewerkschaften nun entsprechend hohe Abschlüsse durchsetzen, kann es zu einer Lohn-Preis-Spirale kommen völlig unabhängig davon, was auf kommunaler Ebene an Tarifsteigerungen ausverhandelt wird.

Der Mindestlohn wird zum 1. Oktober auf 12 Euro erhöht, was einer Erhöhung von fast 15 % entspricht. Auf Jahressicht wird dieser sogar um 25 % erhöht. Diese Erhöhung wird auf die Waren und Güter, die von diesen Beschäftigten produziert und/oder verkauft werden, umgelegt, was zu Preissteigerungen führen wird.

Wenn nun Tarifabschlüsse im Bereich der Inflationsrate erzielt werden, und da rede ich nicht nur von ÖD, sondern auch IGM u.a., dann werden auch hier die Kosten steigen, die wiederum auf die erzeugten Waren umgelegt werden.

Dies befeuert aus meiner Sicht die Inflation weiter.
Ich dachte wir sind hier im ÖD-Forum. Wir können ja ausnahmsweise mal eine stark von der Gesamtwirtschaft abweichendes Ergebnis erzielen. Dann gleicht sich die Lücke, die in den letzten Jahren entstanden ist, wieder an.

flip

Zitat von: Hugo Stieglitz in 12.09.2022 14:57
Zitat von: DiVO in 12.09.2022 09:46
Der Mindestlohn wird zum 1. Oktober auf 12 Euro erhöht, was einer Erhöhung von fast 15 % entspricht. Auf Jahressicht wird dieser sogar um 25 % erhöht.
Ich dachte wir sind hier im ÖD-Forum. Wir können ja ausnahmsweise mal eine stark von der Gesamtwirtschaft abweichendes Ergebnis erzielen. Dann gleicht sich die Lücke, die in den letzten Jahren entstanden ist, wieder an.
Genau!  Mit den erwähnen 25% auf Jahressicht wäre ich fürs Erste zufrieden!

Alien1973

Hauptsache die Abgeordneten der EU gönnen sich einen großen Schluck aus der Pulle...
Satte 8% Gehaltssteigerung  >:(

Quelle:
Express.at

Aleksandra

IG Metall in Niedersachsen mit 8% Forderung.
Als Tarifvertrags-Neuling mal eine Frage in die Runde:
Haben sich in der Vergangenheit die Forderungen von verdi in irgendeiner Art und Weise auch an den IGM Forderungen orientiert?
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 2,33%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,4% - Verdi 3,00%
2026/7: Inflation 2,75% - Verdi 3,99%

WasDennNun

Zitat von: Aleksandra in 12.09.2022 20:16
IG Metall in Niedersachsen mit 8% Forderung.
Als Tarifvertrags-Neuling mal eine Frage in die Runde:
Haben sich in der Vergangenheit die Forderungen von verdi in irgendeiner Art und Weise auch an den IGM Forderungen orientiert?
Ja, immer so 3-4 Prozentpunkte weniger,

ironie aus